Meine Perle

Unser letzter Besuch in Hamburg ist zwar nicht so lange her, aber nur der Stadt wegen waren wir schon länger nicht mehr dort. Bei der Landwehr-Station mussten wir diesmal einen Parkplatz an der Hauptstraße nehmen, weil alles andere voll war. Auf dem Weg zur Bahnstation löste ich schnell ein Online-Ticket über die App und dann fuhren wir mit der S-Bahn bis zum Jungfernstieg. In der Europapassage soll demnächst ein Kerzenladen eröffnen und mein Freund wollte nachsehen, ob man heute schon reinkann. „Meine Perle“ weiterlesen

Verbindungen

Mit der Vorweihnachtszeit verbindet man ja so manches. Weihnachtsmärkte, Geschenke shoppen, mioonen von bunten Lichtern und vieles mehr. Meine Weihnachtsfeier habe ich schon am Nikolaustag hinter mich gebracht, am letzten Freitag folgte die von meinem Engel. Firmensitzbedingt reisten wir dazu in die schöne Hauptstadt. Berlin haben wir ja zuletzt 2007 erlebt, wenngleich wir damals nicht viel Zeit zum Bestaunen hatten.

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Die missglückte Fotosafari

Es war Samstag, es war sonnig und warm und wie hatten nichts anderes vor, als mein Freund und ich die Kamera einpackten, das Stativ schulterten und uns auf den Weg in die Hansestadt Hamburg machten. Wir hatten die HafenCity mittlerweile ein halbes Jahr nicht besucht und ich brannte darauf zu entdecken, was es alles neues gab! Das Stativ hatten wir mitgenommen, um in der Dämmerung ein paar schöne Aufnahmen zu schießen, vielleicht auch vom Wasserlicht-Konzert auf Planten un Blomen.

Den späten Nachmittag hielten wir erstmal mit ein wenig Bummelei am Jungfernstieg hin. Hollister und Abercrombie – diesmal zwar ganz ohne Warteschlangen – überzeugten uns jedoch nicht, unsere Geldbörsen zu zücken (ist das schon der Geiz angehender Häuslebauer?). Gegen Abend setzten wir uns in die U4, um uns bequem in die HafenCity kutschieren zu lassen. In der vorletzten Station („Überseequartier“) wurden wir (und alle anderen natürlich) aufgefordert, den Zug zu verlassen. Endstation. Da war ich schon ein bisschen irritiert. Im Winter konnten wir immerhin noch eine Station weiter bis zur Uni fahren…

Als wir unendlich viele Stufen später das Tageslicht betraten, war die Enttäuschung groß – hier hatte sich im letzten halben Jahr eigentlich nichts getan. Da, wo ich eine Fortsetzung des Überseequartiers erwartet hatte – wenn auch im Baustadium – lagen nackte Fundamente, geschmückt von Gräsern und Büschen, die die schon lange verwaiste Baustelle erobert haben. Weiter vorn konnten wir die Universität sehen, die im September in Betrieb gehen soll. Von hier sah sie noch arg nach Baustelle aus, also machten wir uns auf den Weg, sie aus der Nähe zu betrachten. Wir passierten den „Magdeburger Hafen“, liefen eine staubige, einsame Straße entlang und erreichten die Uni, die wirklich noch eine reine Baustelle ist, eine gute Viertelstunde später. Die Grünanlagen auf dem Campus sind bereits fertig, der Rest ist noch am werden. Hier entstand dann auch das erste und einzige Foto dieses Tages, das einen immerhin einigermaßen fertigen Teil des Universitätsgebäudes zeigt und es bis in den Beitragskopf geschafft hat.

Ein wenig frustriert und dank des aufkommenden Windes tatsächlich frierend machten wir uns auf den Weg zurück zum Jungfernstieg, um etwas anständiges zu essen. Die Elbphilharmonie, die wir fast unbeachtet links liegen ließen, hat sich augenscheinlich auch nicht weiterentwickelt, das mittlere Dachstück fehlt nach wie vor. Ein prächtiges Abendessen im Block House besänftigte uns dann wieder, und reichlich gesättigt traten wir den Heimweg an, ohne auf die Dämmerung zu warten.

Ansichtssachen

Der gestrige Samstag hatte es in sich. Zunächst fuhren wir am frühen Nachmittag über die Autobahn nach Hamburg, um John und Becky einzusammeln. Ursprünglich wollte ich unbedingt ins Museum für Hamburgische Geschichte. Wie wir leider feststellen mussten, schließt das Museum täglich schon um 17 Uhr – außer sonntags, was ich ziemlich blöd finde. Weil wir keine Lust hatten, durch die Ausstellungen zu rennen, entschieden wir uns kurzerhand für die Alternative: Eine Fotoausstellung in den Deichtorhallen. Das Haus der Photographie war zuletzt 2011 mein Ziel gewesen, wo ich mir Interpretationen von Traummännern ansehen durfte. Leider darf man in der Ausstellung selbst keine Fotos schießen. Nachdem wir mit der U-Bahn angereist waren und das letzte Stück durch eisige Kälte liefen, löste Becky unsere Tickets für nach wie vor 9 Euro pro Person. Da die bisherige Ausstellung der Fotografien von Albert Watson verlängert und sich gleichzeitig seit gestern die Räumlichkeiten mit einer weiteren Ausstellung teilt, vermischen sich die Eindrücke, zumal es keine wirkliche optische Trennung gab. Während Watson Aufnahmen von Prominenten aus Musik und Film inszenierte, stellen sieben weitere Fotografen ihre Werke in der Reihe „Gute Aussichten – junge deutsche Fotografie“ aus, die mal abstrakt, mal nachdenklich, erschütternd und anmutig daherkamen.

Als wir die Ausstellung nach einer guten Stunde wieder verließen, war die Dämmerung bereits über die Stadt hereingebrochen und verhüllte alles mit einem intensiven Blauschleier. Wir hatten noch ein weiteres Ziel an diesem Nachmittag, bevor wir uns auf die Jagd nach etwas Essbarem machen wollten: Die U4! Die U-Bahn-Linie 4 führt direkt in die HafenCity und ist erst vor kurzem eröffnet worden. Dabei interessierten mich zwei Dinge ganz besonders: Die beiden neuen Haltestellen und die neuen Züge. Letzteres blieb uns leider verwehrt, weil der neue DT5 außer zu Testzwecken noch nicht im öffentlichen Schienennetz unterwegs ist. So fuhren wir also vom Hauptbahnhof aus im DT4 zunächst zur Haltestelle „Überseequartier“ und waren – aufgrund verwirrender Auskünfte – gespannt, ob der Zug noch eine Station weiter fahren würde. Diesmal hatten wir Glück, die U-Bahn setzte sich in Bewegung und fuhr wenig später in die wohl designstärkste Haltestelle ein, die Hamburg derzeit zu bieten hat: „HafenCity Universität“. Alle Fahrgäste verließen hier den Zug, weil die Strecke noch nicht weitergeht. Am auffälligsten in dieser Station sind die Lichtcontainer, die an der Decke hängen und wechselnde Farben an die Wände werfen. Die Wände selbst bestehen aus waagerechten Rechtecken in Bronzeoptik, was der Station ein edles Aussehen gibt, wie ich finde. Wenn man die Treppen hinaufsteigt, gelangt man links und rechts zu Aussichtsplattformen, deren Glasfronten einen Einblick in die gesamte Haltestelle gewähren.

Wir stiegen weitere Stufen hinauf, um zu sehen, wo genau wir uns eigentlich befanden. Es hatte zwischenzeitlich zu schneien begonnen und war überdies auch noch vollständig dunkel geworden. Das machte aber gar nichts, denn als wir an der Oberfläche ankamen, waren wir von Baustellen umgeben. Auf der größten davon steht ein Gerippe aus mehreren Stockwerken, aus dem noch in diesem Jahr die Universität werden soll.

Weil es hier oben so schrecklich ungemütlich war, tauchten wir wieder unter, um den nächsten Zug zurück zu nehmen. An der Station „Überseequartier“ verließen wir die U4 erneut, um uns auch diesen Neubau anzusehen. Mit der letzten kann diese hier nicht mithalten. Sie ist hauptsächlich in Blautönen gehalten und wird künftig besonders für Besucher des Cruise-Centers interessant sein. Der Weg an die Oberfläche war hier ziemlich weit, drei Stockwerke mussten wir überwinden, um uns auch hier den Schnee um die Nase pusten zu lassen. Wie schon an der Uni waren wir auch hier von Baustellen umzingelt, die im Dunkeln gespenstisch verlassen dalagen. Weiter vorn konnten wir deutlich den Marco-Polo-Tower und ein Stück weiter rechts das Sumatra-Haus ausmachen. Das Überseequartier, dem die Haltestelle ihren Namen verdankt, ist auf dieser Höhe noch nicht fertiggestellt.

Allmählich knurrte uns vieren doch deutlich der Magen. Mit dem Zug machten wir uns auf den Weg zurück, um bei „Jim Block“ in der Fuhlsbütteler Straße Burger zu essen. Beim kleinen Bruder des Steak-Riesen „Block House“ bin ich zuvor nie gewesen, war vom Ambiente aber ziemlich angetan, mit dem es sich – wenngleich ebenfalls ein Schnellrestaurant – von den üblichen Burger-Ketten abhob. So gesättigt an Eindrücken und mit einigermaßen vollen Mägen endete bald darauf unser Besuch in Hamburg. Durch dichtes Schneegestöber krochen wir über die Autobahn zurück in die Marzipanstadt und freuten uns auf einen entspannten Sonntag.

IKEA ist Schuld!

Die Marzipanstadt bekommt einen eigenen IKEA. Das ist eigentlich nicht neu, die Pläne gibt es schon seit Jahren und haben sich schlussendlich gegen den massiven Widerstand durchgesetzt, der für diese Stadt symptomatisch ist. Aus Platzgründen siedelt sich das blau-gelbe Möbelhaus inklusive eines Skandinaviencenters natürlich nicht auf der historischen Altstadtinsel sondern eher rändlich an. Sehr zum Missfallen der innerstädtischen Kaufleute, die IKEA bereits die Vorschussschuld an sinkenden Käuferzahlen und infolge dessen Umsatzrückgängen geben. Das ist auch der Hauptgrund, aus dem die Planungen so lange blockiert wurden.

Mein Freund und ich sind heute Abend einer spontanen Eingebung gefolgt und haben unsere schöne Altstadt aufgesucht. Den Weihnachtsmarkt, der erst nach morgen abgebaut und für ein Jahr in der Weihnachtskiste verstaut wird, kann ich zwar nicht mehr sehen, aber daran kommt man derzeit eben nicht vorbei. Auf der Suche nach Plüschpuschen (ja, wirklich) steuerten wir zunächst ‚Wicky‘ an. Der Laden ist bekannt für allerlei Krimskrams, den zwar eigentlich niemand braucht (zum Beispiel lila-blinkende Heiligenscheine, Pimmelnudeln oder nippelige Tittenbecher), bei dem man aber trotzdem immer irgendwas findet. Immer. Nur nicht die richtigen Plüschpuschen. Na egal. Wir zogen weiter. Einige Geschäfte auf dem Weg sind verwaist, die dunklen Schaufenster mit Aufklebern und ausgelutschten Kaugummis dekoriert. Karstadt hingegen ist noch immer über und unter mit miooonen Lichtern geschmückt und hält erbittert am Weihnachtsgeschäft fest! Plüschpuschen suchten wir hier allerdings nicht mehr. Stattdessen sind wir – völlig unbeabsichtigt – in der DVD-Abteilung gelandet um uns die erste Staffel von „Misfits“ zu kaufen. Allerdings ist die Serienabteilung bei Karstadt ein schlechter Witz, weshalb wir gleich darauf weiterzogen zum ‚Pressezentrum‘. Die haben eigentlich alles. Eigentlich. „Misfits“ war jedoch weder zu finden noch bekannt, erst nach einiger Recherche bot man uns an, die DVD zu bestellen. Bestellen können wir sie allerdings selbst, und das sogar günstiger und hochauflösend. Ein wenig gefrustet angesichts all dieser Konsum-Enttäuschungen machten wir uns auf den Rückweg, untersuchten ‚Deichmann‘ auf Plüschpuschen, die uns zwischenzeitlich wieder eingefallen waren, und kamen mit einem Paar Winterstiefeln wieder heraus… Dann noch kurz zu ‚Esprit‘ – warum auch immer. Die Herrenabteilung, die anfangs das erste Obergeschoss belegte, ist inzwischen so weit zusammengeschrumpft, dass sie kaum noch der Rede wert ist. Als wir direkt nebenan ’s.Oliver‘ einen Besuch abstatten wollten, wurden wir schon am Eingang begrüßt mit „Wir schließen in zwei Minuten!“. Wir machten also auf dem Absatz kehrt, liefen an drei Kiffern vorbei, die sich am Ende eines Durchgangs einen Joint drehten, trabten eine mit Glassplittern übersäte Betontreppe hinunter und steuerten den Bezahlautomaten am Parkhaus an. Dieser unverschämte Kasten verlangte sodann vier Euro Parkgebühr von uns, die wir zähneknirschend in seinen Schlitz fallen ließen. Immerhin günstiger als Busfahren, das hätte uns beide insgesamt knapp zehn Euro gekostet.

Geschäfte, denen es am richtigen Sortiment und an Kunden mangelt, Geschäfte, die schon längst nicht mehr da sind und Verkäufer, die ihre Kunden nicht mit „Kommen Sie, rein, da haben Sie aber Glück gehabt!“ begrüßen sondern mit „Wir schließen gleich!“. IKEA sollte sich schämen, sobald es gebaut und eröffnet ist. Nicht zuletzt für seine kostenlosen Parkplätze.

Freud und Leid der Winterzeit

Es war gestern Nachmittag, als handtellergroße Schneeflocken vom Himmel schwebten, ganz langsam, aber sehr zahlreich. Im Nu hatten sie alle Dächer der Marzipanstadt in Beschlag genommen. Auf der Straße blieben Menschen stehen und blickten in den Himmel hinauf, bestaunten die Wolken, die sich so ungewohnt spendabel zeigten.

Die weiße Pracht hatte die Stadt schnell im Griff und nur allmählich bemerkten die Bewohner, dass ihnen das, was gerade noch von oben kam, unlängst den Heimweg erschwerte. Das historische Kopfsteinpflaster mutierte zu glitschigen Hindernissen und die Radwege verschwanden unter einer widerspenstigen Schneedecke. Wie in jedem Jahr gelang es der städtischen Administration nicht, dem plötzlichen Winter ausreichend Personal entgegenzustellen, um die Verkehrswege rechtzeitig von der weißen Pracht zu befreien. Und so war es tatsächlich eine halsbrecherische Entscheidung, heute Morgen wider besseren Wissens das Fahrrad zu benutzen. Auf die Busse kann man sich ja leider nicht verlassen, das musste ich gestern zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen erfahren, als ich mit einer Horde Berufstätiger eine halbe Stunde lang klappernd an der Haltestelle stand, ohne, dass auch nur ein einziger Bus vorbeigekommen wäre.

Jetzt steht mein Drahtesel in der Firma, denn nach dem heutigen Bummel auf dem maritimen Weihnachtsmarkt hab ich mich doch lieber von meinem Freund auf vier Rädern abholen lassen. Inzwischen habe ich mich fast jeden Tag ins bunte Treiben gestürzt und kann bald Rostbratwurst, Burgunderbrötchen, Crêpes und Muzen nicht mehr sehen. Nur schöne Fotos sind mir bisher nicht gelungen. Da muss ich wohl nochmal hin…