JITTERS – SCHMETTERLINGE IM BAUCH

© Salzgeber & Co. Medien GmbH

© Salzgeber & Co. Medien GmbH
(Originaltitel: Órói)
Diese DVD ist im Handel erhältlich.

Gut zu wissen:

Meine Punkteverteilung:

  • Regie: Baldvin Z
  • Musik:
  • Spieldauer: 1:33:15
  • Darsteller:
    Atli Óskar Fjalarsson
    Haraldur Ari Stefánsson
    Hreindís Ylva Garðarsdóttir Holm
    Birna Rún Eiríksdóttir
    Elías Helgi Kofoed-Hansen
    María Birta Bjarnadóttir
  • erschienen: 24.04.2012
  • Sprachen: isländisch
  • Untertitel: deutsch
  • FSK: 12
  • Gestaltung: 2 von 5
  • Unterhaltung: 5 von 5
  • Struktur: 4 von 5
  • Darsteller: 4 von 5
  • Story: 3 von 5
  • Emotion: 5 von 5
  • Gesamtwertung: 5 von 5

 

Worum gehts?

In ‘Jitters’ lernen wir Gabriel kennen, einen 16-jährigen Isländer, der England bereist. Während des dreiwöchigen Aufenthalts teilt er sich ein Zimmer mit Markus. Die beiden unterschiedlichen Jungs lernen einander kennen. Markus ist lebensfroh und versucht, den stillen Gabriel mitzureißen. Gemeinsam tauchen sie schließlich in das Nachtleben ein, wo es zu einem romantischen Moment und zu einem Kuss kommt.

Wieder zurück in Island gerät Gabriel in Streit mit seiner kontrollsüchtigen Mutter, die umso weniger von ihrem Sohn erfährt, je mehr sie sich in sein Leben zu drängen versucht. Gabriels beste Freundin ist Stella. Sie lebt bei ihrer Großmutter, die ebenfalls einen Hang zu übermäßiger Kontrolle hat und das depressive Mädchen in den Wahnsinn treibt. Wir treffen außerdem Greta, ein strebsames Mädchen, das ihren Vater kennen lernen möchte und Gabriels besten Freund, der nichts als Mädchen und Partys im Kopf hat.

Mitten im größten Chaos, als die Gefühle in Trümmern liegen und die Welt aus den Angeln gerät, lässt Gabriel seinem Leben freien Lauf, bekennt sich zu Markus und bietet seiner Mutter und allen anderen die Stirn.

 

Wie wars?

Da ich weder einen Trailer gesehen noch mir die Inhaltsangabe durchgelesen hatte, bin ich ohne Erwartungen an diesen Film herangegangen. Die Coverabbildung gibt ja auch nicht besonders viel her. Der Film beginnt in England und ich war froh, dass der Film in englischer Sprache gedreht wurde. Nur wenige Minuten später erfuhr ich, dass Gabriel nur auf einer Reise ist. Mit Markus spricht er auch gleich isländisch und ich bin auf die deutschen Untertitel angewiesen. Dank des unaufgeregten Tempos ist das aber kein Problem. ‘Jitters’ ist schön gefilmt. In Rejkjavik, wo wir uns nach England aufhalten, gibt es für meinen Geschmack nicht viel zu sehen. Meistens halten wir uns in Wohnungen auf, oder begleiten Stella zur Arbeit in einen kleinen Shop. Als Zuschauer fühlte ich mich die ganze Zeit mitten drin. Die Emotionen und Stimmungen werden nicht nur durch die Musik und die Geschichte oder durch die tollen Schauspieler transportiert, sondern auch durch die geschickt eingesetzte Optik.

Die Story als solche empfinde ich eher als durchschnittlich, keinesfalls schlecht, aber eben auch nicht wirklich neu: Zwei Jungs verlieben sich, haben mit Schwierigkeiten zu kämpfen, die Eltern der Figuren sind schwierig, es gibt die totale Katastrophe und am Ende kriegen sie sich oder sie kriegen sich nicht. Dass die meisten Katastrophen gar nichts mit der Beziehung von Gabriel und Markus zu tun haben, schiebt die Story wieder ein bisschen aus dem Mittelfeld. Unterhalten hat sie mich allemal. Sie ist sehr ernst, kein bisschen klamaukig, mit viel Emotionen, die mich auch schon mal zu Tränen gerührt hat. Aber auch unterschwellig erotisch und prickelnd, spannend und mit einer Vielfalt an Figuren.

‘Jitters’ ist ein toller Film, von dessen unscheinbarem Cover man sich nicht täuschen lassen sollte.

Am Ende ist alles gut

Heute Morgen hatte ich einen Traum. Ich erinnere mich nur noch an die letzten Minuten, in denen ich meinen Schreibtisch aufräumte, meine halbfertigen Arbeiten in den Schrank sperrte und nach einem langen Arbeitstag endlich Feierabend hatte. Direkt nach diesem süßen Gedanken klingelte mein Wecker.

Hab ich erwähnt, dass ich Urlaub hatte? Und dass ich seit zwei Wochen bereits wieder arbeite? Es ist in der Zwischenzeit ein bisschen was passiert, von dem ich aber gar nicht alles aufschreiben möchte. Träume werden auf die lange Bank geschoben, die Familie wird wichtiger. Ach, das klingt dramatisch, ist es aber nicht. Die letzten Wochen kosteten einfach viel Energie, auch bei der Arbeit. Da bin ich abends froh, wenn ich von der Couch direkt ins Bett plumpsen und den Tag zurücklassen kann.

Den Christopher-Street-Day in Hamburg haben wir mangels jeglicher Energie sausen lassen und waren heilfroh über einen außerplanmäßig komplett freien Samstag, an dem wir uns um nichts und niemanden kümmern mussten. Das Telefon wurde mundtot gemacht, die Jalousien blieben unten – einen Tag ohne alles, bitte!

Wer bei mir regelmäßig liest, der hat in den letzten Wochen wieder einmal festgestellt, dass es meinem Blog an Regelmäßigkeit mangelt. Das ist grundsätzlich ja kein Problem, ich hab eben nicht jeden Tag etwas zu erzählen. Die jüngste Durststrecke geht allerdings auf Apples Kosten. Wie das? Mit meinem Tablet-PC kann ich mittlerweile so ziemlich alles abdecken, was an täglichem Web-Surfing so anfällt. Von Finanzen über E-Mails bis hin zu Nachrichten aus aller Welt, den neuesten YouTube-Clips und dem Lesen meiner Blogstars kann ich alles vom Büro oder der heimischen Couch aus erledigen, ohne dafür mein Computermonster im Arbeitszimmer hochfahren zu müssen.

Nur bloggen, das geht einfach einfacher auf dem großen Rechner – jedenfalls, wenn es ein bisschen nach was aussehen soll. Und weil der in letzter Zeit selten eingeschaltet wird, bleibt auch die Blog-Küche von Zeit zu Zeit kalt.

So. Von allem ein bisschen heute. Ich werd’ mich schon bald wieder mit meinem dicken Buch ins Bettchen verziehen, links und rechts einen Kater und mich tierisch darüber freuen, dass morgen Freitag ist.

Ach, einen Filmtipp wollt ich ja noch loswerden. Vor zwei Tagen sahen Engelchen und ich uns “Best Exotic Marigold Hotel” an. Ich war zugegeben ein wenig skeptisch, das Cover gefiel mir nicht und der Titel ist nicht sehr einprägsam. Ich hab mich dennoch überreden lassen und bin im Nachhinein froh drum, denn der Film gehört zu den wirklich besten, die ich in letzter Zeit gesehen habe! Nur ganz kurz, worum es geht:
Sieben in die Jahre gekommene Briten reisen unabhängig voneinander, einander unbekannt und aus den unterschiedlichsten Gründen nach Indien und checken im “Best Exotic Marigold Hotel” ein. Sie sind ziemlich erschüttert, weil das Hotel in natura so gar nicht wie im Hochglanzprospekt aussieht. Erst allmählich und mithilfe des umwerfenden Charmes des jungen (und zum Schreien komischen) Hotelmanagers Sonny gelingt es den Damen und Herren, die Schönheit und die Geheimnisse des Hotels und ihres eigenen Lebens zu entdecken. Ein anrührender, witziger und liebevoller Feelgood-Film, den ich reinen Herzens empfehlen kann.