Wie bewerte ich einen Film?

In meiner Filmsammlung bewerte ich ausschließlich Filme mit schwuler Thematik (schwul, nicht pornographisch). Natürlich sehe ich auch jede Menge anderer Filme, um die es hier aber nicht gehen soll.

Filmwertung

Bei Filmen ist es so ähnlich wie bei Büchern, die ich lese. Ich sehe Filme, die einen hohen künstlerischen Anspruch haben, aber ich sehe auch schnulzige Lovestories, sozialkritische Filme und Komödien. Bei mir stehen Filme aus Hollywood und aus Hintertupfingen einträchtig nebeneinander.

Wie bei den Büchern geht es mit der offensichtlichen Gestaltung los. Ist die Aufmachung ansprechend? Passt die Coverabbildung zum Film? Ist der Titel gut gewählt? (Die meisten Filme in meinem „schwulen“ Filmregal stammen nicht aus Deutschland, und aus unerfindlichen Gründen wird bei uns ganz oft noch ein deutscher Untertitel zum Titel erfunden. Die fließen nicht in die Bewertung ein.)

Den größten Einfluss hat natürlich die Art, wie mich die Geschichte berührt und unterhält. Emotionen, egal ob Freude oder Traurigkeit, Wut oder Sehnsucht, sind der Katalysator, durch den der Film zu mir durchdringt.

Die Leistung der Darsteller spielt ebenfalls eine große Rolle. Jede Emotion geht unweigerlich den Bach runter, wenn sie unglaubwürdig gespielt ist. Um sie zu transportieren gehören Sprache, Mimik und Gestik sowie das Spiel mit anderen Personen zu dem Leistungsspektrum eines guten Bühnenspiels. Spult ein Darsteller nur seinen Text ab, entsteht keine Chemie zwischen den agierenden Personen und die Handlung kommt nicht authentisch rüber.

Kitsch und Klischees sind etwas schwieriger zu bewerten. Sie sind oft Bestandteil in Filmen mit schwulen Themen. Beides kann eine Geschichte aufwerten. Die Dosierung ist der entscheidende Faktor. Ein bisschen Kitsch hat noch nie geschadet, es sorgt dafür, dass man sich an den Schauplätzen und mit den Figuren wohlfühlt. Klischees begünstigen eine gewisse Identifikation mit der Handlung. Beides kann den Film aber auch empfindlich stören und muss daher gut dosiert sein.

Schließlich muss noch die Technik stimmen. Schnitte, Bilder, Kamerabewegung und natürlich die Musik. Gut komponierte und gespielte Filmmusik hebt das Erlebnis gleich auf eine höhere Stufe.

Meinem persönlichen Geschmack geschuldet haben es Filme mit einem Happy End leichter, eine gute Bewertung zu erhalten. Eine Garantie oder ein Muss ist das aber nicht. Feelgood-Movies, also Filme, die einen emotional so pushen, dass man sich hinterher richtig gut fühlt, sehe ich am liebsten. Und wie bei den Buchbewertungen gibt es auch hier immer einen persönlichen Zusatzfaktor, der die Bewertung noch kippen kann.

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