Film: Geography Club

Abbildung mit freundlicher Genehmigung der cmv-Laservision. Dieser Film ist im Handel erhältlich.

© cmv-Laservision. Abbildung mit freundlicher Genehmigung.
Dieser Film ist im Handel erhältlich.

Gut zu wissen:

Meine Punkteverteilung:

  • Regie: Gary Entin
  • Musik:
  • Spieldauer: 1:19:30
  • Darsteller:
    Cameron Deane Stewart
    Meaghan Martin
    Justin Deeley
    Ana Gasteyer
    Alex Newell
  • erschienen: 2014
  • Sprachen: Amerikanisch
  • Untertitel: Deutsch
  • FSK: 12
  • Gestaltung: 5 von 5
  • Unterhaltung: 4 von 5
  • Struktur: 4 von 5
  • Darsteller: 3 von 5
  • Story: 3 von 5
  • Emotion: 3 von 5
  • Gesamtwertung: 3,4 von 5

 

Worum gehts?
(Nachfolgender Abschnitt enthält wesentliche Handlungselemente des Films!)

Russell ist Schüler an der Goodkind Highschool. Er sieht gut aus, ist gut in der Schule, trotzdem bodenständig und hilfsbereit. Auf einem Schulausflug verguckt sich Russell in Kevin, den süßen Football-Quarterback. Der flirtet mit Russell, aber nur, wenn es keiner sieht. Es knistert ganz heftig zwischen den beiden, aber Kevin hat schreckliche Angst, jemand könnte herausfinden, dass er schwul ist. Russell hat mit der Heimlichtuerei anfänglich kein Problem. Seine konservativen Eltern haben bereits ambitionierte Pläne für das Leben ihres Sprösslings und er ist ebenfalls nicht scharf darauf, entdeckt zu werden. Dummerweise werden sie mitten in einer berauschenden Knutscherei erwischt und befürchten, dass alles herauskommt. Tatsächlich aber werden sie in die als Geographie-Club getarnte schwul-lesbische Selbsthilfegruppe in Klassenraum 327 eingeladen. Doch Kevin hat die Hosen voll und schickt Russell vor.

Nach einem verkorksten Wochenende mit seinem besten Freund und zwei willigen Mädchen findet Russell überall in der Schule Flyer, auf denen er als „Homo Nummer 1“ angeprangert wird. Da beschließt er, in die Offensive zu gehen und überredet die Selbsthilfegruppe zu einem gemeinsamen Coming-Out, damit sich all die anderen Schwulen und Lesben der Schule ihnen anschließen können. Damit setzt er Kevin natürlich die Pistole auf die Brust und stellt ihn vor die Wahl. Rein oder raus.

Und wie war’s?

Zunächst einmal fand ich es toll, endlich wieder einen richtigen Spielfilm gefunden zu haben. Die letzten Filme, die ich gesehen habe, waren eher künstlerisch wertvoll und darin auch richtig gut, aber nicht wirklich unterhaltsam.

„Geography Club“ verdient sicher keinen Oscar, weder für beste Schauspieler noch für das beste Drehbuch oder sonstwas. Die Aufmachung erinnert ein bisschen an „American Pie“. Locker, jugendlich, spritzig, bunt und laut. Die Geschichte wartet mit einigen Klischees auf (das homophobe Footballteam, der hasenfüßige Quarterback, der Klassen-Loser, die verschmähte Verehrerin), lässt dafür aber auch einige weg (es gibt keine dominante Mutter, keinen Amok-Lauf, keinen Selbstmord).

Leider ist die Geschichte so schnell, dass dem Zuschauer kaum Zeit bleibt, das Geschehen angemessen zu verarbeiten. Als der Abspann nach nicht einmal anderthalb Stunden über den Fernsehschirm gleitet, bin ich noch längst nicht bereit für das Ende. Die Entwicklung ist so rasant und unausgeschöpft, dass der Film nicht viele Gelegenheiten erhält, mit dem Zuschauer zu flirten. Das macht es schwierig, alle Ereignisse angemessen nachzuempfinden und Emotionen zu transportieren.

Die Leistung der meisten Darsteller ist gut. Russells bester Freund wirkt zwar etwas hölzern, aber als überzeugter Hetero soll das vielleicht so. Wie in den allermeisten amerikanischen schwulen Spielfilmen kommen die Frauen nicht besonders gut weg. So müssen wir uns hier mit der ziemlich spleenigen Öko-Biolehrerin und den oberflächlichsten Highschool-Tussis abmühen. Außerdem gibt es ein paar Außenseiter-Lesben, aber letztlich keine ernstzunehmenden Kandidatinnen und keine besonders hervorstechenden Schauspielerinnen.

Technisch gibt es an „Geography Club“ nichts zu mäkeln. Der Film ist schön fotografiert und die Musik solide. Filmisch sind mir – bis auf die schon erwähnte Geschwindigkeit – keine Schwächen aufgefallen.

Die Story ist zwar nicht so richtig ausgefallen. Umso erstaunlicher, dass man sich hier trotzdem noch überraschen lassen kann. Auch, wenn das jetzt leider nicht so klingt, fand ich den Film doch ziemlich gut. Nicht hervorragend, aber schön. Ein Highschool-Film eben, den man sich gern mal angucken kann.

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