Der Meteor am Nachthimmel

Meine Freundin Tina besuchte uns gestern, um unseren vor Wochen begonnenen Harry-Potter-Marathon fortzusetzen. Teil sechs – Harry Potter und der Halbblutprinz – wanderte also gestern in den Blu-ray-Player und sorgte für Unterhaltung, während wir pausenlos vom reichhaltigen Gemüse-Buffet naschten, das ich wegen der Wärme anstelle eines Menüs servierte.

Nach dem Ende des Films genossen wir die frische Nachtluft bei prallem Vollmond auf unserem Balkon, als ich aus dem Augenwinkel etwas helles leuchten sah. Und da sah ich ihn: einen leuchtenden Fleck im Südwesten, der über den dunklen Himmel zog. Dann zerbrach der Fleck und ließ einen Teil zurück, der schnell verglühte. Kurz danach erlosch auch der Rest und verschwand. So etwas hab ich echt noch nie gesehen! Ich war so überrascht und fasziniert von der nah vorbeifliegenden Riesensternschnuppe, dass ich glatt vergaß, mir etwas zu wünschen!

Verletzt

Zu früh gefreut.

Als mein Freund heute Morgen zur Arbeit musste, konnte ich mich noch nicht aufraffen, aus dem Bett zu steigen. Nach der Stadtrallye, die ich gestern mit meinen Arbeitskollegen veranstaltet habe und nach dem anschließenden Essen auf dem SeaSide-Restaurant-Boot war ich einigermaßen spät zu hause.

Trotzdem war ich um zehn Uhr pünktlich bei Tina. Ich hatte ihr versprochen, beim Bauen ihrer Terrasse zu helfen. Gesagt – getan: Ich schnappte mir die dreißig Platten und schleppte sie vom Hausflur durch Tinas Wohnung in den Garten. Es war Platte Nr. 27, nach der ich die Stufe vom Garten zum Balkon verfehlte und meinen rechten Mittelfinger gegen die Balkonmauer rammte. Das tat weh! Die Hoffnung, dass der Schmerz bald nachlassen würde, erfüllte sich leider nicht. Finger bewegen = Aua! Aber ich bin ja ein echter Kerl, und was tun echte Kerle? Weiterarbeiten! Die Tätigkeiten verlagerten sich einfach mehr und mehr auf die linke Hand. Am frühen Nachmittag war die kleine Terrasse dann fertig. Ich hatte währenddessen Tinas Eiswürfelvorrat für meinen Mittelfinger aufgebraucht.

Nach getaner Arbeit sammelte ich meinen Freund ein, der sich über sein Schichtende freute – und mich dann doch lieber mal zum Krankenhaus fuhr. Die Notaufnahme war zum Glück gerade leer, so dass ich nicht lang warten musste. Ärztin zu Lacarian: „Oh, hat Sie da was gestochen?“ Das Röntgenbild brachte die Erleichterung: Es ist nur eine Prellung. Ist geschwollen und tut ne Weile weh, aber sonst tut sie nichts.

Jetzt hab ich nen hübsch-warmen Verband um den Finger und zwei Schmerztabletten für den Notfall. Und mein Wiedereintritt in den Sport wird sich wohl doch noch um eine Woche verzögern.

Geheilt

So, Schluss mit Jammern, ich bin jetzt geheilt! Will sagen: Mein Tennisarm, der eigentlich ein Mouse-Arm war, ist kuriert. Heute hatte ich die letzte Physio-Therapie-Anwendung, also Massagen von den Fingerspitzen bis zu den Halswirbeln. Zwischenzeitlich hatte ich schon die Hoffnung aufgegeben, dass mein rechter Arm je wieder ganz schmerzfrei sein könnte, immerhin hat der mich über ein halbes Jahr lang gepiesackt.

Tja, und das bedeutet auch, dass ich ab nächster Woche wieder richtigen Sport treiben darf! Ich werde also meinen Badminton-Schläger wieder zur Hand nehmen und endlich wieder loslegen! Jippiiiiieh!

Die missglückte Fotosafari

Es war Samstag, es war sonnig und warm und wie hatten nichts anderes vor, als mein Freund und ich die Kamera einpackten, das Stativ schulterten und uns auf den Weg in die Hansestadt Hamburg machten. Wir hatten die HafenCity mittlerweile ein halbes Jahr nicht besucht und ich brannte darauf zu entdecken, was es alles neues gab! Das Stativ hatten wir mitgenommen, um in der Dämmerung ein paar schöne Aufnahmen zu schießen, vielleicht auch vom Wasserlicht-Konzert auf Planten un Blomen.

Den späten Nachmittag hielten wir erstmal mit ein wenig Bummelei am Jungfernstieg hin. Hollister und Abercrombie – diesmal zwar ganz ohne Warteschlangen – überzeugten uns jedoch nicht, unsere Geldbörsen zu zücken (ist das schon der Geiz angehender Häuslebauer?). Gegen Abend setzten wir uns in die U4, um uns bequem in die HafenCity kutschieren zu lassen. In der vorletzten Station („Überseequartier“) wurden wir (und alle anderen natürlich) aufgefordert, den Zug zu verlassen. Endstation. Da war ich schon ein bisschen irritiert. Im Winter konnten wir immerhin noch eine Station weiter bis zur Uni fahren…

Als wir unendlich viele Stufen später das Tageslicht betraten, war die Enttäuschung groß – hier hatte sich im letzten halben Jahr eigentlich nichts getan. Da, wo ich eine Fortsetzung des Überseequartiers erwartet hatte – wenn auch im Baustadium – lagen nackte Fundamente, geschmückt von Gräsern und Büschen, die die schon lange verwaiste Baustelle erobert haben. Weiter vorn konnten wir die Universität sehen, die im September in Betrieb gehen soll. Von hier sah sie noch arg nach Baustelle aus, also machten wir uns auf den Weg, sie aus der Nähe zu betrachten. Wir passierten den „Magdeburger Hafen“, liefen eine staubige, einsame Straße entlang und erreichten die Uni, die wirklich noch eine reine Baustelle ist, eine gute Viertelstunde später. Die Grünanlagen auf dem Campus sind bereits fertig, der Rest ist noch am werden. Hier entstand dann auch das erste und einzige Foto dieses Tages, das einen immerhin einigermaßen fertigen Teil des Universitätsgebäudes zeigt und es bis in den Beitragskopf geschafft hat.

Ein wenig frustriert und dank des aufkommenden Windes tatsächlich frierend machten wir uns auf den Weg zurück zum Jungfernstieg, um etwas anständiges zu essen. Die Elbphilharmonie, die wir fast unbeachtet links liegen ließen, hat sich augenscheinlich auch nicht weiterentwickelt, das mittlere Dachstück fehlt nach wie vor. Ein prächtiges Abendessen im Block House besänftigte uns dann wieder, und reichlich gesättigt traten wir den Heimweg an, ohne auf die Dämmerung zu warten.