Verbindungen

Mit der Vorweihnachtszeit verbindet man ja so manches. Weihnachtsmärkte, Geschenke shoppen, mioonen von bunten Lichtern und vieles mehr. Meine Weihnachtsfeier habe ich schon am Nikolaustag hinter mich gebracht, am letzten Freitag folgte die von meinem Engel. Firmensitzbedingt reisten wir dazu in die schöne Hauptstadt. Berlin haben wir ja zuletzt 2007 erlebt, wenngleich wir damals nicht viel Zeit zum Bestaunen hatten.

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Ein Haus in den Dünen

In der Küche stehen bereits die frischen Zutaten für das heutige Abendessen. Ein Topf Petersilie, Zwiebeln, Tomaten, daneben Salz und Pfeffer. Ein Stückchen weiter liegt das große schwarze Induktionsfeld, auf dem sämtliches Kochgeschirr Platz hätte. Rechts von der offenen Küche knackt Holz in den lodernden Flammen des Kamins, der für behagliche Wärme sorgt. Durch eines der vielen bodentiefen Sprossenfenster des Ess- und Wohnbereiches blicke ich auf die Dünen, die das Haus umgeben. Lange Gräser wiegen sich im Wind, der von der See ins Landesinnere strömt und Regenwolken verdecken den größten Teil des blauen Himmels. Sieben Grad, wärmer wird es da draußen heute nicht werden. Hier haben wir Ruhe und Zeit. Nur für uns. Den Alltag haben wir hinter uns gelassen, den Lärm unserer Stadt, die täglichen Pflichten, die kleine Wohnung.

Das Steinhaus mit dem noch hellen Reetdach wurde erst in diesem Jahr fertiggestellt und hat vor uns nur eine handvoll Mieter kennen gelernt und macht einen dementsprechend unverbrauchten Eindruck. Noch bis einschließlich Freitag können wir hier ausspannen, bevor wir am Samstagvormittag wieder zurück in die Marzipanstadt fahren.

 

Der Block

Welchen Titel verpasst man einem Blogeintrag, wenn man sich monatelang nicht hat blicken lassen? Bevor mich diese Frage weiter umtreibt, fange ich mal an zu schreiben, denn sonst wird das wieder nichts.

In den letzten Monaten war ich gleichzeitig zu faul zum Schreiben, litt an einer Schreib- und einer Leseblockade. Vermutlich hingen beide irgendwie miteinander zusammen, denn nachdem ich gestern Abend seit Monaten das erste Buch vollständig gelesen habe, juckt es mich auch wieder in der Fingern und endlich klappern sie wieder auf meiner Tastatur.

Natürlich ging auch das wahre Leben in der zweiten Jahreshälfte weiter. Die Pläne, in wenigen Jahren ein eigenes Haus zu bauen, sind konkreter geworden und momentan tue ich wirklich alles dafür, dass das auch realisiert werden kann. Ich entwerfe und verwerfe, wälze Kataloge, spare und rechne, suche und besichtige und lasse mich inspirieren. Je konkreter die Pläne und die Aussichten werden, desto weniger heimisch fühle ich mich in unserer derzeitigen kleinen Altbau-Wohnung. Ich kann es also kaum erwarten, bis es endlich losgeht. Zeithorizont: Noch gut drei Jahre.

In den letzten Monaten habe ich mich nicht nur aus meinem Blog zurückgezogen. Selbst meine besten Freunde haben mich kaum bis gar nicht zu Gesicht bekommen, während aus einem tollen Sommer mittlerweile ein stürmischer Herbst geworden ist.

Bald gibts hier wieder mehr zu lesen. Unter anderem weitere Bücher und Filme.

Der Meteor am Nachthimmel

Meine Freundin Tina besuchte uns gestern, um unseren vor Wochen begonnenen Harry-Potter-Marathon fortzusetzen. Teil sechs – Harry Potter und der Halbblutprinz – wanderte also gestern in den Blu-ray-Player und sorgte für Unterhaltung, während wir pausenlos vom reichhaltigen Gemüse-Buffet naschten, das ich wegen der Wärme anstelle eines Menüs servierte.

Nach dem Ende des Films genossen wir die frische Nachtluft bei prallem Vollmond auf unserem Balkon, als ich aus dem Augenwinkel etwas helles leuchten sah. Und da sah ich ihn: einen leuchtenden Fleck im Südwesten, der über den dunklen Himmel zog. Dann zerbrach der Fleck und ließ einen Teil zurück, der schnell verglühte. Kurz danach erlosch auch der Rest und verschwand. So etwas hab ich echt noch nie gesehen! Ich war so überrascht und fasziniert von der nah vorbeifliegenden Riesensternschnuppe, dass ich glatt vergaß, mir etwas zu wünschen!

Verletzt

Zu früh gefreut.

Als mein Freund heute Morgen zur Arbeit musste, konnte ich mich noch nicht aufraffen, aus dem Bett zu steigen. Nach der Stadtrallye, die ich gestern mit meinen Arbeitskollegen veranstaltet habe und nach dem anschließenden Essen auf dem SeaSide-Restaurant-Boot war ich einigermaßen spät zu hause.

Trotzdem war ich um zehn Uhr pünktlich bei Tina. Ich hatte ihr versprochen, beim Bauen ihrer Terrasse zu helfen. Gesagt – getan: Ich schnappte mir die dreißig Platten und schleppte sie vom Hausflur durch Tinas Wohnung in den Garten. Es war Platte Nr. 27, nach der ich die Stufe vom Garten zum Balkon verfehlte und meinen rechten Mittelfinger gegen die Balkonmauer rammte. Das tat weh! Die Hoffnung, dass der Schmerz bald nachlassen würde, erfüllte sich leider nicht. Finger bewegen = Aua! Aber ich bin ja ein echter Kerl, und was tun echte Kerle? Weiterarbeiten! Die Tätigkeiten verlagerten sich einfach mehr und mehr auf die linke Hand. Am frühen Nachmittag war die kleine Terrasse dann fertig. Ich hatte währenddessen Tinas Eiswürfelvorrat für meinen Mittelfinger aufgebraucht.

Nach getaner Arbeit sammelte ich meinen Freund ein, der sich über sein Schichtende freute – und mich dann doch lieber mal zum Krankenhaus fuhr. Die Notaufnahme war zum Glück gerade leer, so dass ich nicht lang warten musste. Ärztin zu Lacarian: „Oh, hat Sie da was gestochen?“ Das Röntgenbild brachte die Erleichterung: Es ist nur eine Prellung. Ist geschwollen und tut ne Weile weh, aber sonst tut sie nichts.

Jetzt hab ich nen hübsch-warmen Verband um den Finger und zwei Schmerztabletten für den Notfall. Und mein Wiedereintritt in den Sport wird sich wohl doch noch um eine Woche verzögern.

Geheilt

So, Schluss mit Jammern, ich bin jetzt geheilt! Will sagen: Mein Tennisarm, der eigentlich ein Mouse-Arm war, ist kuriert. Heute hatte ich die letzte Physio-Therapie-Anwendung, also Massagen von den Fingerspitzen bis zu den Halswirbeln. Zwischenzeitlich hatte ich schon die Hoffnung aufgegeben, dass mein rechter Arm je wieder ganz schmerzfrei sein könnte, immerhin hat der mich über ein halbes Jahr lang gepiesackt.

Tja, und das bedeutet auch, dass ich ab nächster Woche wieder richtigen Sport treiben darf! Ich werde also meinen Badminton-Schläger wieder zur Hand nehmen und endlich wieder loslegen! Jippiiiiieh!

Die missglückte Fotosafari

Es war Samstag, es war sonnig und warm und wie hatten nichts anderes vor, als mein Freund und ich die Kamera einpackten, das Stativ schulterten und uns auf den Weg in die Hansestadt Hamburg machten. Wir hatten die HafenCity mittlerweile ein halbes Jahr nicht besucht und ich brannte darauf zu entdecken, was es alles neues gab! Das Stativ hatten wir mitgenommen, um in der Dämmerung ein paar schöne Aufnahmen zu schießen, vielleicht auch vom Wasserlicht-Konzert auf Planten un Blomen.

Den späten Nachmittag hielten wir erstmal mit ein wenig Bummelei am Jungfernstieg hin. Hollister und Abercrombie – diesmal zwar ganz ohne Warteschlangen – überzeugten uns jedoch nicht, unsere Geldbörsen zu zücken (ist das schon der Geiz angehender Häuslebauer?). Gegen Abend setzten wir uns in die U4, um uns bequem in die HafenCity kutschieren zu lassen. In der vorletzten Station („Überseequartier“) wurden wir (und alle anderen natürlich) aufgefordert, den Zug zu verlassen. Endstation. Da war ich schon ein bisschen irritiert. Im Winter konnten wir immerhin noch eine Station weiter bis zur Uni fahren…

Als wir unendlich viele Stufen später das Tageslicht betraten, war die Enttäuschung groß – hier hatte sich im letzten halben Jahr eigentlich nichts getan. Da, wo ich eine Fortsetzung des Überseequartiers erwartet hatte – wenn auch im Baustadium – lagen nackte Fundamente, geschmückt von Gräsern und Büschen, die die schon lange verwaiste Baustelle erobert haben. Weiter vorn konnten wir die Universität sehen, die im September in Betrieb gehen soll. Von hier sah sie noch arg nach Baustelle aus, also machten wir uns auf den Weg, sie aus der Nähe zu betrachten. Wir passierten den „Magdeburger Hafen“, liefen eine staubige, einsame Straße entlang und erreichten die Uni, die wirklich noch eine reine Baustelle ist, eine gute Viertelstunde später. Die Grünanlagen auf dem Campus sind bereits fertig, der Rest ist noch am werden. Hier entstand dann auch das erste und einzige Foto dieses Tages, das einen immerhin einigermaßen fertigen Teil des Universitätsgebäudes zeigt und es bis in den Beitragskopf geschafft hat.

Ein wenig frustriert und dank des aufkommenden Windes tatsächlich frierend machten wir uns auf den Weg zurück zum Jungfernstieg, um etwas anständiges zu essen. Die Elbphilharmonie, die wir fast unbeachtet links liegen ließen, hat sich augenscheinlich auch nicht weiterentwickelt, das mittlere Dachstück fehlt nach wie vor. Ein prächtiges Abendessen im Block House besänftigte uns dann wieder, und reichlich gesättigt traten wir den Heimweg an, ohne auf die Dämmerung zu warten.

Ich könnt schon wieder

Hansa Park

Zugegeben: So richtig lange ist mein Urlaub noch nicht her. Aber ehrlich gesagt könnt ich glatt schon wieder! Wie immer schiebe ich die Schuld auf das Wetter, dass ich mich nicht so richtig aufraffen kann, einen neuen Tag zu beginnen. Es ist natürlich entweder zu heiß (nur für’s Protokoll: In den letzten Wochen stieg das Thermometer auf über 30 Grad!) oder es ist grau und regnerisch, so wie heute. Wenigstens dem kleinen Streifen Blumen im Vorgarten gefällt es.

A propos Vorgarten: Ich habe den Countdown eingeläutet für unser eigenes Häuschen. Er zählt zwar von immerhin rund vier Jahren ganz langsam abwärts, aber dann sollte es losgehen – und zwar dringend. Immerhin will das ganze ja bis zur Rente abbezahlt sein. Derweil bin ich – der ganz früher mal Architekt werden wollte – schon fleißig am Entwerfen.  Ob wir’s in vier Jahren wirklich schaffen, weiß ich noch nicht, aber die Vorfreude bis dahin ist auch schon was tolles.

Ein bisschen wie Urlaub war es auch am vergangenen Wochenende. Mit meinem Engel und seinen Arbeitskollegen nebst Anhang und Kindern besuchte ich den Hansa Park an der Ostsee. Mein letzter Besuch dort ist ungefähr dreißig Jahre her und ich erinnere mich nur noch, dass ich damals eine Heidenangst hatte – und mit der Wildwasserbahn gefahren bin. Der Hansa Park ist ja nicht weit weg von hier, und um kurz nach zehn Uhr trafen wir uns alle auf dem Parkplatz. Der Ticketpreis von 25 Euro ist zwar auf den ersten Blick ziemlich happig. Aber wenn man mit dem Betrag über den Rummel geht, kommt man vergleichsweise nicht weit. Für das gemeinsame Mittagessen hatten alle etwas mitgebracht, so dass wir nichts kaufen mussten. Das Wetter war an jenem Sonntag ziemlich durchwachsen, kräftige Regenschauer wechselten sich mit sengender Sonne ab, die mir einen Sonnenbrand auf dem Kopf bescherte, wo der natürliche Bewuchs allmählich seinen Dienst einstellt.

Der Tag im Freizeitpark war ziemlich schön, aber auch so anstrengend, dass ich vier Arbeitstage brauchte, um mich von den Strapazen (und dem Sonnenbrand) zu erholen! Trotzdem: Das machen wir mal wieder!

Gute Aussicht

Wenn ich rechts von mir aus dem Fenster schaue, dann sehe ich massenhaft Grün. Nachdem der Frühling vor wenigen Wochen seinen lang ersehnten Durchbruch hatte, ging alles ganz schnell. Die Krokuswiese im Stadtpark stand binnen zwei Tagen in voller weißer, gelber und violetter Blüte und segnete anderthalb Wochen später auch schon wieder das Zeitliche. Die Temperaturen kletterten deutlich über 20 Grad und ich musste schon zwei mal den Rasen sprengen.

Heute sind es fast 20 Grad weniger. Es ist empfindlich kühl draußen, riesige Wasserpfützen laden zum ausgelassenen Hineinspringen ein und ein energischer Wind fegt durch das kräftige Laub der alten Linden, die unsere ganze Straße säumen. Statt Shorts und T-Shirt kam heute die dicke Jacke wieder zum Einsatz, als ich nachmittags zur mittlerweile neunten Physio-Therapie-Anwendung in die Innenstadt fuhr. Meinem Arm geht es schon deutlich besser, aber so lange der nicht hundertprozentig in Ordnung ist, traue ich mich noch nicht, den Schläger wieder zu schwingen. Den Therapeuten, der sich heute überaus engagiert um meinen rechten Arm kümmerte, kannte ich noch nicht. Die Behandlung war ganz schön schmerzhaft, aber wer jammert und wehklagt, wenn die Hände, die einen traktieren, einem so schönen Mann gehören?!

Mit meinem eigenen schönen Mann fahre ich übermorgen in den Urlaub. Morgen Abend übergeben wir unsere beiden Kater in die fürsorglichen Hände unserer Freunde auf der anderen Seite unserer Stadt. Am Freitag werden wir dann früh aufstehen und uns – wie jedes Jahr – auf den Weg an die Nordsee in Dänemark machen. Diesmal haben wir uns ein Strandhaus nördlich vom Ringkøbing Fjord gemietet. Das Wetter dort sieht momentan leider nicht viel besser aus, als hier, was uns vermutlich den Sommer-Teil unseres „Sommer-“ Urlaubs etwas vermiesen wird. Aber damit muss man eben rechnen. Nächstes Jahr versuchen wir es mit Italien, ganz untypisch für uns. Darauf freue ich mich schon jetzt.