Der vermisste Monat

Der Februar ist schon um – kein Wunder, er hatte ja auch nur 29 Tage. Er war mit ziemlich viel Action vollgestopft, wobei das meiste nicht wirklich zum Niederschreiben gedacht ist. Und so macht es gar nichts, dass ich mich hier einen ganzen Monat lang nicht ausgelassen habe.

Um der Geburtstagsgrippe zu entgehen, strengte ich mich zu Beginn des Monats mächtig an, mich mit Vitaminen und viel Sport zu dopen, was letztlich auch den erwünschten Erfolg brachte. Noch bevor der Monat zur Hälfte rum war, hatte ich meinen 35. Geburtstag mit zwei Partys hinter mich gebracht, die mich auch zwei ganze Wochenenden lang beansprucht haben.

Unter der Woche war ich im Büro ziemlich stark gefordert, wobei ich zwei-drei Fälle liegen habe, die mich ganz schön nerven. Ein- bis zweimal die Woche zum Badminton (was nach wie vor sehr viel Spaß macht), abends noch mit Freunden was essen gehen und dann zu Hause ins Bett fallen. So ging das den ganzen Februar. Meine Kamera kam in diesem Monat so gar nicht zum Einsatz, obwohl es das Wetter das eine oder andere mal durchaus hergegeben hätte.

Hoffen wir auf mehr Zeit für Kreatives im März…

Willkommen Frühling

Einen Vorteil hat der Schnee ja: Es ist endlich mal richtig hell draußen (auch wenn die Helligkeit eher von unten als von oben kommt). Als ich heute MorMittag ganz vorsichtig die Augen öffnete, leuchtete es durch die hölzernen Lamellen der Schlafzimmerjalousie. Auf mir turnte bereits ein schneeweißer Kater, der sich für das ausgefallene Frühstück rächte und einen wirklich fiesen Blick draufhatte, als er es geschafft hatte, mich zu wecken. Es war aber auch wieder spät geworden gestern. So ein Wochenende ist manchmal ziemlich anstrengend.

Nachdem mich der Kater unter den Anfeuerungsrufen seines Bruders aus dem Bett gezerrt hatte, fiel mein Blick auf die kleine Tulpe, die ich vor wenigen Tagen angesichts der Wetterlage hereingeholt hatte:

Etwas widerwillig öffnete ich die Balkontür, um den frischen Tag hereinzuspülen und das kleine Vogelhäuschen mit Sonnenblumenkernen zu füllen. Der weiße Kater nutzte das für einen kleinen Spaziergang im Schnee, der allerdings ziemlich bald beendet wurde.

 

Knirschende Stiefel

Die meisten von uns hatten den Winter wohl bereits abgeschrieben, nachdem er uns bisher allenfalls die Laune verregnet hat. Heute Morgen dann die Überraschung, als ich die Holzjalousie vor der Balkontür lüftete: Es schneite ganz langsame, dicke Flocken, die sich auf Dächern und Gehwegen ganz leise zu weißem Flaum schichteten und auf dem Weg zur Arbeit unter den Stiefeln knirschten.

Lauter Sportsfreunde

Ja, ich weiß: Schon wieder Sport! Neben der Arbeit entwickelt sich das zu meiner Hauptbeschäftigung. Aber das ist ja nicht ganz verkehrt. Gestern war ich das zweite Mal beim Badminton, nachdem meine Bänderdehnung im rechten Fuß (oder was auch immer das war) am Sonntag endlich abgeklungen war.

Ich mach’s kurz heute: Es war mörderisch anstrengend! Eine Kollegin unserer Betriebssportgruppe fragte uns, ob sie ein paar Tipps loswerden darf, sie hat uns spielen sehen. Tja, also, na klar, wieso auch nicht?! Gesagt, getan, und schon wurden wir von ihr aber sowas von über das Spielfeld gescheucht! Links, rechts, zur Mitte, nach vorn, wieder zurück, lange Bälle, kurze Bälle… Am Schluss gesellte sich noch eine vierte Spielerin zu uns, so dass wir unsere frisch erlernten Fähigkeiten gleich einsetzen konnten – mit Erfolg! Letztlich hatten wir einiges gelernt, zum Beispiel, dass man beim Badminton den Ball nicht von ganz hinten aufschlägt, unsere vielen Stellungsfehler (von denen wir ja gar nichts wussten) waren beseitigt und unsere Kondition – na gut, die war für den Abend erstmal dahin. Und obwohl wir nach gut zwei Stunden ziemlich erledigt waren, fühlten wir uns energiegeladen und auch ein bisschen stolz, durchgehalten zu haben.

A propos gesellig. Badminton-Spieler scheinen allgemein sehr nette Leute zu sein. Wenn wir ankommen, werden wir von einigen per Handschlag begrüßt, obwohl wir uns überhaupt nicht kennen. Wir sind einfach lauter Sportsfreunde.

Das Schönste am Sport

Autsch! Einer meiner guten Vorsätze für das frische Jahr hat einen bedeutenden Nachteil: Er verursacht ungeheuren Muskelkater! Am Dienstag habe ich begonnen, Badminton mit meiner Freundin Betty zu spielen. Sie holte mich von der Arbeit ab und wir radelten gemeinsam zum „Johanneum“ in der östlichen Altstadt. Und dann: Flashback! Schon beim Betreten des Sporttraktes der alten Schule empfing mich ein Geruch, der mich in meine eigene Schulzeit zurückversetzte. Die Umkleideräume und die Sporthalle selbst sahen genauso aus, wie damals in meiner Schule – nur älter. In der Halle mit den vielen farbigen Linien auf dem Boden herrschte Hochbetrieb. Ich glaube, es waren zwölf Badminton-Netze gespannt und überall waren Spieler, die den Ball hin- und herschlugen. Ein Feld war noch frei, das nahmen wir uns. Zuerst ließ ich mir die Regeln erklären, ganz grob erstmal um zu wissen, welche Linien unsere waren, von wo man aufschlagen und wo man hinspielen musste. Dann folgte ein lockeres Hin und Her, von dem wir uns Schläger- und Ballgefühl erhofften. Von unserer Spieltechnik ermuntert wurden wir schon bald zu einem Doppel herausgefordert, das wir, die wir schon ziemlich außer Atem waren, gern annahmen. Betty und ich auf der einen und unsere Herausforderer auf der anderen Seite des Netzes begann ein Match, bei dem wir uns sogar ganz gut schlugen. Gewonnen haben wir nicht, aber fürs erste Mal gegen zwei erprobte Spieler war die Niederlage ermutigend knapp. An dieser Stelle hätten wir mit dem beinahe triumphalen Gefühl aufhören sollen, dann wäre es nicht zu dem erniedrigenden zweiten Doppel gegen zwei Anfänger gekommen, die uns sprichwörtlich vom Platz fegten.

Der Muskelkater hatte es eilig und wartete keine zwei Tage, wie sonst, sondern eine halbe Nacht, bevor er es sich bei mir so richtig bequem machte. Schmerzen im Schlag- und im Gegenarm, im Nacken – und im rechten Fuß, bei dem es sich aber eher nach einer Bänderdehnung anfühlte. Beim nächsten Mal sollte ich mich vielleicht mit dem Körpereinsatz etwas zurückhalten. Zwei Tage später, folglich am Donnerstag, stand der reguläre Besuch im Fitnessstudio auf dem Programm. Den guten Vorsätzen folgend (und auf mehr Fitness fürs Badminton hoffend) legte ich mich richtig ins Zeug. Das Aufbauprogramm absolvierte ich unter einem ausgewachsenen Muskelkater – aber tapfer! Während der letzten Male habe ich das Kardio-Programm stets konsequent ausgelassen, was sich am Dienstag dann ja auch deutlich ausgewirkt hat. Das habe ich mir zu Herzen genommen und mich am Ende noch eine halbe Stunde auf dem Fahrrad ausgetobt. 15 Kilometer später fühlten sich meine Beine etwas wackelig, mein Gewissen erleichtert und die Bänderdehnung im rechten Fuß frisch gestärkt an.

Gestern, zwei Tage danach, konnte ich nicht sitzen, stehen oder laufen, selbst liegen tat weh und ich lernte: Das Schönste am Sport ist das Jammern danach.

Entjungfert

Nach dem verkorksten letzten wird dieses sicher ein Jahr der Höhepunkte. Das habe ich schon in der Neujahrsnacht beschlossen, als ich mit Freunden aus der Marzipan- und der Marmeladenstadt auf den fetten Schlussstrich unter der 2011 anstieß. Mehr Aktivität steht auf meinem persönlichen Jahresplan, mehr Ausgleich zur Arbeit, mehr Zeit für mich und meine Kamera – beide haben im letzten Jahr ziemlich viel Staub angesetzt.

Das eine oder andere hat in den ersten beiden Januarwochen noch nicht so ganz funktioniert. Saisonbedingt fällt im Januar zum Beispiel immer unheimlich viel Arbeit an, weil neben dem neuen Jahr auch noch ein frisches Halbjahr und ein neues Vierteljahr beginnt, haufenweise Stichtage also, die jede Menge Arbeit mitbringen. Und so war ich in den letzten Tagen selten vor halb acht zu Hause. Dass die Tage schon wieder länger werden, bekommt man da gar nicht so richtig mit.

Was die Aktivitäten angeht, daran arbeite ich noch. Ich war erst einmal im Fitnessstudio, ansonsten konnte ich mich dank der vielen Arbeit erfolgreich drücken, ohne mein Gewissen allzu schlimm zu belasten. Ab kommendem Dienstag greife ich dann aber zusätzlich zum Schläger. Meine Freundin Betti schlug vor, alle zwei Wochen mit ihr Badminton zu spielen, was meinem guten Vorsatz sehr entgegenkommt. Ich freu mich drauf und war heute schonmal im Internet neue Sportklamotten shoppen.

Der gestrige Samstag hob sich von den vorangegangenen 13 Tagen durch massig Sonnenschein am blauen Winterhimmel ab. Na ja, „Winter“ haben wir schon anders erlebt, von Schnee fehlt nach wie vor jede Spur. Aber immerhin ist es jetzt schön kalt und der lästige Regen hat eine Pause eingelegt. Ich packte also nach dem Aufstehen meine gute Laune, meine Kamera und meinen Freund ein, um meiner Lieblingsstadt einen Besuch abzustatten. Nach einem Zwischenstopp beim Bäcker fliegen wir über die Autobahn nach Hamburg.

Wie so oft führt uns der Weg in die HafenCity. Diesmal lassen wir allerdings Elbphilharmonie und Marco-Polo-Terrassen rechts liegen, denn das kennen wir nun schon. Stattdessen wagen wir uns weiter voran ins Überseequartier. Ich muss gestehen, dass das an mir völlig vorübergegangen ist. Bis zum Sumatra-Haus sind wir bisher gekommen, ahnungslos, dass die HafenCity dahinter bereits weitergeht! Zwischen zwei markanten Gebäuden betreten wir den Überseeboulevard, an dessen Ende die Elbe liegt. Wir sehen Reste der anscheinend pompösen Weihnachtsdekoration. Vorbei an Häusern, deren Namen an Kaffee und Tee erinnern, erreichen wir die uns bislang unbekannte Seite des Sumatra-Hauses. Es ist aus meiner Sicht einer der Vorzüge der HafenCity-Architektur, dass jedes Gebäude von jeder Seite anders aussieht und trotzdem unverwechselbar ist.

Sumatrahaus – Hamburg HafenCity

Überseeboulevard (himmelwärts)

Überseeboulevard (nordwärts)

Überseeboulevard (südwärts)

Zwischen all der modernen Baukunst steht das alte Hafenamt, das mit seiner historischen Architektur einen angenehmen Kontrapunkt bildet. Zur Zeit ist es von Plakaten umhüllt und entzog sich damit meiner Kamera. Während die Nordhälfte des Überseequartiers bereits fertiggestellt und belebt ist, ist der südliche Abschnitt noch komplett im Bau. Am Ende wird er westwärts durch das Kreuzfahrtterminal und ostseitig durch das Wissenschaftscenter flankiert werden, neben Marco-Polo-Tower und Elbphilharmonie weitere Eyecatcher direkt am Wasser.

Nach diesem inspirierenden Ausflug haben wir uns einen Kaffee verdient und besuchen unseren Lieblings-Starbucks am spröden Rödingsmarkt. Hier gönnen wir unseren Füßen und unseren Augen eine Atempause, außerdem können wir uns so ein wenig aufwärmen.

Ein letztes Ziel haben wir noch, ehe wir wieder in die heimatliche Hansestadt zurückkehren. Als ich das letzte Mal vor dem Apple-Store am Jungfernstieg stand, war er noch komplett verhüllt und im Bau. Inzwischen ist er eröffnet und am gestrigen Abend stand ich staunend vor dem gläsernen Laden mit dem großen, leuchtenden Apfel. Als ich den Laden betrat, fühlte ich mich wie ein kleines Kind, das ein Spielzeugparadies betritt. Das erste Mal in einem der legendären Apple-Stores ist schon etwas besonderes. Überall hochmotivierte Verkäufer in blauen Pullis, haufenweise Menschen und überall Glas. Selbst die zentrale Treppe, die das erste mit dem zweiten Ladengeschoss verbindet, ist komplett aus Glas. Ach ja, und Apple-Produkte natürlich. Erstaunlich unauffällig befanden sich gefühlt viel weniger Produkte als Menschen in diesem Geschäft. Ich schnappte mir als erstes ein rotes Ledercover für mein iPad 2. Mein bisheriges ist aus Kunststoff und hellblau, auch schön, aber eben nicht rot. Und nicht aus Leder. Nun gut, die 69 Euro haben mich bisher brav davon abgehalten, es zu kaufen, aber dies ist der Apple-Store!

Apple-Store am Jungfernstieg

Ich habe das lederne iPad-Cover letztlich wieder zurückgelegt, kurz nachdem die Vernunft die Oberhand über die Begierde zurückgewann. Und so gingen wir aus dem Laden, seufzend, ohne etwas gekauft zu haben. Aber egal, wir können ja jederzeit wiederkommen…