Ein Blog zieht um

So. Vorbei ist das Baustellenleben! Mein Blog hat ein neues Zuhause, und auch wenn noch nicht alle Kisten ausgepackt sind, nicht alle Links angemalt wurden und es hier und da noch nach frischer Farbe riecht…:

 

Lacarian.com heißt jetzt Lacarian.de

 

Wenn Engel laufen

Sonntagmorgen bedeutet bei mir meistens entspanntes Aufwachen, den Tag in Ruhe beginnen, irgendwann frühstücken – daheim oder auswärts und den lieben langen Tag einfach nichts tun bis zum Umfallen.

Heute wurde ich zwar nicht von Kölner Volksmusik geweckt, wie gestern. Einen Weckruf gab es dennoch, und der Sonntagvormittag im Bett fiel aus. In unserer schönen Marzipanstadt fand ein City-Lauf statt, an dem wir zwar nicht selbst teilnehmen wollten, uns aber aufrafften, zumindest anfeuernd zuzusehen. Da sich mein Engel demnächst selbst joggend martern möchte, war das eine gute Gelegenheit zu einer Vorschau. Das Wetter kam uns dabei sehr zugute und der junge Oktober zeigte sich von seiner goldenen Seite.

Die Innenstadt war für die Läufer für den Autoverkehr weitgehend abgesperrt worden, wodurch der Spaziergang zum Rathausmarkt entsprechend entspannt war. Wir trafen einige von Engelchens neuen Arbeitskolleginnen plus Anhang und stellten uns bald an der Strecke auf. Lang mussten wir nicht warten, als schon die ersten Läufer – noch mit einem Lächeln im Gesicht – an uns vorüberzogen.

Nachdem alle Läufer das Ziel erreicht hatten, machten wir uns langsam wieder auf den Weg zurück. Beim Bäcker noch eine heiße Schokolade getankt und dann durch die herbstlichen Straßen wieder nach Hause. Nicht zu früh, denn schon konnte sich das herrliche Wetter nicht mehr halten und fing an zu regnen.

Mein Freund hat heute für sich beschlossen, tatsächlich mit dem Laufen zu beginnen. Ich hab das vor Jahren ja auch mal gemacht und festgestellt, dass ich einfach kein Läufer bin. Beim ersten Mal werde ich ihn dennoch begleiten – wer weiß, vielleicht macht es mir mit ihm ja Spaß…

Landflucht

Ich bin ja in einer etwas größeren Kleinstadt an der Elbe aufgewachsen, bevor meine Familie die Stadt verließ und auf’s Land zog. Sobald ich die Füße unter meinen eigenen Tisch stellte, kehrte ich dem traditionellen Dorfleben den Rücken. Spröde Traditionen, nur eine einzige geduldete Religion – und natürlich war ich der einzige Schwule.

Familienbesuche sind immer ein Stück weit Rückkehr ins Dorf, wenn auch nur für kurze Zeit. Kein Problem, es sei denn…

Am Samstag wurde mein süßer Schlaf rüde unterbrochen von kölnischen Volksliedern. Ja wirklich. Sie waren Teil einer Radiosendung über Köln, die mich mitten aus ich weiß nicht was holte. Ich hörte bereits die Dusche rauschen, mein Freund war also schon aufgestanden und ich vergrub mich unter meinem Kopfkissen, um den Tag noch ein paar Minuten hinzuhalten.

Nur ungefähr eine Stunde später waren wir schon unterwegs in Engelchens Heimatdorf. Der letzte Besuch ist tatsächlich schon einige Zeit her. Wir mussten uns beeilen, denn der Festumzug zum Erntedankfest sollte pünktlich um halb zwölf beginnen, und mangels Fertigstellung der Ost-West-Autobahn sind wir dorthin in der Regel fast zwei Stunden unterwegs – wenn wir gut durchkommen.

Kamen wir am Samstag natürlich nicht. Schuld war das Outlet-Dorf an der Autobahn, die uns immerhin ein Stückchen mitnimmt. Die Abfahrt zum Outlet war ziemlich begehrt und die beiden sowieso immervollen Fahrspuren komplett verstopft. Nach der Autobahn dann rüde Rentner, die eine Autokaravane hinter ihrem silbergrauen Golf herziehen und die man wegen der tausend Kurven durch die Wälder und Dörfer nicht überholen kann (was manche aber nicht davon abhält, es dennoch zu versuchen).

Wir kamen gerade noch rechtzeitig an, um dem großen Festumzug aus über zwanzig Traktoren beizuwohnen. Die alten und neuen Landmaschinen waren bunt geschmückt mit Maiskolben, Blumen, Getreide und Kürbissen und wurden von Spielmannszügen, Pferden, von Feuerwehren und Polizei begleitet.

So weit, so gut. Als alle Wagen an uns vorüber paradiert waren, bewegten sich die Dorfbewohner in aufkommendem Regen zum Sportplatz, wo zuerst der Bürgermeister eine schnulzig-traditionelle Rede von seinen Zetteln ablas, die wichtigsten Vertreter der Ortspolitik begrüßte, die Landwirte nicht wirklich erwähnte und im Anschluss auch noch an die Dorfpastorin übergab, die – man möchte brechen – eine monotone und selbstverständlich christliche Andacht abhielt, um Gott für die Nahrungsmittelproduktion zu danken, dann noch alle aufforderte, das Vater-Unser zu beten, gemeinsam das erste Lied von den verteilten Handzetteln zu singen und am Ende auch noch Gottes pauschalen Segen entgegenzunehmen. Danke sehr!

Der Rest des Tages gestaltete sich weniger traditionell und dafür zum Glück sehr viel familiärer. Engelchens jüngste Schwester ist volljährig geworden und folgt damit ihren vier Geschwistern im Abstand weniger Jahre. Zu diesem Anlass waren alle Geschwister vereint, es gab einen Geburtstagskuchen, auf dem der Platz für die Kerzen allmählich enger wird…

 

Alles nach Plan

Draußen sieht es schon wie schwarze Nacht aus. Aber hinter den Fenstern der Häuser gegenüber leuchten noch Kerzen, Stehlampen und Fernseher. Es ist Freitagabend, und während sich die einen wohl durch die Stadt treiben lassen liegen andere unter der Wolldecke gemütlich auf der Couch, links den Liebsten, rechts ein Glas Wein, während sich draußen ein zwölf Grad kalter Herbst in die Baumkronen einnistet, um die Blätter rot und gelb zu bemalen.

Ich hab jetzt Wochenende, während mein Freund in seinem neuen Job morgen arbeiten muss. Immerhin arbeitet er jetzt seit zwei Wochen wieder in der Marzipanstadt und muss nicht mehr jeden Tag zweimal zwei Stunden pendeln. Manchmal ist es auch von Vorteil, seinen Job zu verlieren. Wie ich mich kenne, werde ich morgen erst einmal ausschlafen und dann ausgiebig frühstücken, bevor ich mich an den Samstags-Groß-Putz machen muss. Morgen Abend haben wir zwei Freunde zu uns zum Essen eingeladen, sozusagen als Dankeschön, dass sie während unseres Urlaubs unsere beiden Kater beherbergt haben.

Das Menü an sich ist zum Glück nicht so aufwändig, dass ich dafür den ganzen Tag würde in der Küche stehen müssen – was in unserer winzigen Küche auch kein Vergnügen wäre. Da wünsch ich mir doch manchmal den großzügigen Platz unseres Ferienhauses…

Seit Jahren schon wandern meine Beiträge aus meinem Blog zusätzlich in jeweils ein Fotobuch pro Jahr. Es ist schön, meine Erlebnisse auch in der Hand halten und durch die Seiten blättern zu können. Weil das Jahr an diesem Wochenende bereits das dritte Viertel komplettiert, wird es Zeit, sich Gedanken um die diesjährige Gestaltung zu machen. Deshalb habe ich im Laufe der Woche bereits angefangen, das Layout festzulegen, Fotos auszuwählen und die ersten Texte anzuordnen. Ich freue mich jetzt schon darauf, es fertigzustellen und die Produktion zu beauftragen – was naturgemäß frühestens im Januar des nächsten Jahres stattfinden kann. 2012 wird dann das sechste Jahr, das ich schon in ein Buch gebannt habe.

 

Fremdgänger

Am 12. September stellte Apple sein neues Flaggschiff vor: Das iPhone 5. Wie viele andere Menschen auch habe ich lange gespannt gewartet und mich gewundert, dass das Unternehmen in diesem Jahr alle anderen namhaften Anbieter an sich hat vorbeiziehen lassen. Steckte Kalkül dahinter? Oder ist Apple nach Steve Jobs Tod wie gelähmt?

Um das herauszufinden und um uns eines besseren belehren zu lassen haben wir am Tag nach der Veröffentlichung unser Ferienhaus vorübergehend hinter uns gelassen und sind dorthin gereist, wo es Zugang zu einem WLAN gibt: Esbjerg. Jeder einen Burger mümmelnd lud ich die sogenannte Keynote auf mein iPad herunter, also die vollständige Aufzeichnung der Apple-Veranstaltung. Das dauerte eine Weile, denn der öffentliche Internet-Zugang im dänischen Esbjerg war nicht unbedingt der schnellste…

Die Keynotes sehe ich mir immer gern an, sie sind gut gemacht und können mich immer wieder begeistern.

Doch diesmal nicht. Das neue iPhone hat mich ziemlich enttäuscht, was zum Einen an der langen, Erwartungen schürenden Wartezeit und zum Anderen an Konkurrenzprodukten lag, die einfach mittlerweile das iPhone überholt haben. Apple hat natürlich wieder eine Menge Innovationen in sein neues Produkt gepackt. Sie haben die Technik noch kleiner gemacht, die Verarbeitung der Geräte sei so präzise wie bei einer Schweizer Uhr. Aber was sich äußerlich getan hat, hat meine Erwartungen bei Weitem nicht erfüllt. Sie haben das Gerät einfach etwas länger gemacht, so dass eine weitere Vierer-Reihe Apps auf das Display passt. Die Sprachsteuerung ist nicht neu, und während ich gehofft hatte, dass sich Siri jetzt durch einen Sprachbefehl angesprochen fühlt (wie andere Unternehmen das bereits anbieten), muss man hier nach wie vor auf dem Display einen Button drücken, um es zu aktivieren. Die Karten-App ist jetzt ein Navigationssystem, da waren andere Anbieter aber auch schneller. Und als Gimmick kann man jetzt ganz einfach Panorama-Fotos erstellen. Ui, toll…

Ich hatte mir ein breiteres (nicht längeres) Display gewünscht, um das Tippen auf der kleinen Tastatur zu erleichtern. Eine sprach-aktivierende Spracherkennung, damit ich das iPhone beim Autofahren einfach verwenden kann (oder es einfach rufen kann, wenn ich es mal wieder verlegt habe). Ganz ehrlich, ein Panorama-Foto-Tool ist für mich keine Innovation, die ich von Apple gewöhnt bin.

Und so kam es, dass ich mir gestern ein Fremdprodukt bestellt habe. Und habe ich deshalb ein schlechtes Gewissen? Ein bisschen schon. Aber um das iPhone zu kaufen, reicht es nicht mehr, dass es von Apple ist.

In zwei Jahren sprechen wir uns wieder.

 

Stopp

Als ich heute Morgen von meinem Freund geweckt wurde, tat mir noch immer jeder Knochen weh, den ich habe. Schuld ist mein entflammter Ehrgeiz, der mich am Donnerstagabend beim Badminton antrieb. Drei Stunden nonstop war vielleicht doch ein bisschen doll…

Aber das macht nichts, ich habe immerhin eine ganze Woche Zeit, mich davon zu erholen, denn wir haben Urlaub!

Halten wir kurz inne und erinnern uns an den Katzenjammer vom Vorjahr, als wir unseren Urlaub abbrechen mussten…

Das genügt. Wir sind frohen Mutes, dass das in diesem Jahr nicht wieder vorkommt und wir bis zum Schluss unser reetgedecktes Ferienhaus bewohnen dürfen.

Mit dem Plan, diesmal viel früher loszufahren, um nicht erst am Abend anzukommen, sind wir am heutigen Samstag gegen halb zwölf abgefahren. Wir mussten zur A7, um dann immer Richtung Norden bis nach Flensburg zu fahren, wo unser Zwischenstopp geplant ist. Wir fuhren also quer durch die Marzipanstadt, rauf auf die A20 – und quasi sofort in den ersten Stau, der uns eine knappe Stunde gekostet hat! Danach lief es zum Glück flüssig, jedenfalls bis hinter Schleswig, wo wir eine weitere Stunde unfreiwillig einem Stau opfern mussten…

Unseren Aufenthalt in Flensburg reduzierten wir dann auch auf ein Minimum, nur kurz einen Happen essen und dann die letzten frischen Lebensmittel einkaufen.

Zwei Stunden später hatte die Ferienhausvermietung ihr Büro natürlich längst geschlossen, was allerdings kein Grund ist, das Wochenende im Auto zu verbringen. Schlüssel und Unterlagen kann man sich vertrauensvoll aus einer Box nehmen, die am Gebäude hängt.

 

Inzwischen ist es fast 21 Uhr. Die Sonne ist bereits untergegangen und mein Freund holt gerade frische Pizza aus dem Ofen. Der erste Tag war schon ganz schön anstrengend und Dank aller Hindernisse sind wir keineswegs früher als sonst in unser Domizil eingezogen…

 

Haute couture

Gestern mussten wir unseren Alltagsstress mal wieder kompensieren. Üblicherweise passiert das beim Shoppen, denn das klappt einfach am besten.

Für unsere Shopping-Tour hatten wir uns diesmal etwas besonderes vorgenommen, nicht zuletzt, weil mein Freund in der kommenden Woche Geburtstag hat. Durch die Presse geisterte vor Kurzem, dass die Läden rund um Abercrombie und Hollister in Hamburg die Nase voll hätten. Und die Ohren auch. Warum das so ist, wollten wir uns live ansehen und setzten uns am frühen Samstagnachmittag ins Auto.

An der Zapfsäule bekam ich erstmal einen Schreck. Als ich das letzte Mal tanken musste, war der Spritpreis noch 15 Cent pro Liter günstiger! Das ist aber auch schon ein paar Wochen her. Davon ließen wir uns aber natürlich nicht abhalten und standen eine knappe Stunde später auf dem Rathausmarkt in Hamburg. Von hier aus hatten wir die Wahl, entweder mit Hollister in der Europa Passage oder mit Abercrombie bei der Alten Post zu beginnen. Eigentlich wollten wir ja auch nur mal gucken (und schnuppern). Wir wandten uns rechts herum und wühlten uns durch Menschenmassen in die Europa-Passage. Dass ausgerechnet gestern auch noch das Alstervergnügen stattfand, konnten wir ja nicht ahnen… Lange suchen mussten wir in der riesigen Shopping-Mall dennoch nicht. Hollister befindet sich im ersten Obergeschoss und zeichnet sich auf den ersten Blick besonders dadurch aus, dass zwei Reihen Menschen vor seiner Tür auf Einlass warten. Die Schaufenster bestehen aus Monitoren, auf denen vermutlich die kalifornische Küste mit gut gebauten Surfern zu sehen ist. Den Eingang immerhin konnten wir im Vorbeigehen sehen. Zwei super-altmodische Sessel unter einem Kronleuchter, schummriges Licht, Musik und ein verlockender Duft – ach ja, und ein gutaussehender, freundlich lächelnder Türsteher, der dafür sorgt, dass sich nie zu viele Kunden auf einmal in dem Laden aufhalten und sich gegenseitig auf die Füße treten.

Anstatt uns einzureihen trollten wir uns zunächst wieder und machten uns auf die Suche nach Abercrombie & Fitch. Die grobe Position kannten wir, den Rest sollte unser Pfadfindergeist erledigen. Der scheint bei meinem Freund ausgeprägter zu sein als bei mir, denn er entdeckte den Laden zuerst. Wobei, auch hier sahen wir als erstes die Schlange an Menschen, die geduldig wartete. Außen am Gebäude deutet nicht viel mehr als ein gusseisernes Firmenschild auf das hin, worauf sich all diese Leute hier freuen. Einen leichten Duft konnte wir ebenfalls vernehmen, als wir am Eingangsportal vorbeigingen. Auch hier regelt ein niedlicher Türsteher den Verkehr, während hinter ihm ein halbnacktes Männermodel damit beschäftigt ist, sich mit Fans ablichten zu lassen.

Weil uns auch hier die Schlange zunächst zu lang war, schlenderten wir wieder auf den Rathausmarkt, der ja zum Glück in Reichweite liegt, und stärkten uns mit einer Grillwurst, ehe wir beschlossen, Butter bei die Fische zu geben und Nägel mit Köpfen zu machen. Wir reihten uns vor Abercrombie ein und waren überrascht, wie schnell es doch voran ging. Dann tauchten wir ein in das Halbdunkel des altehrwürdigen Gebäudes, baten das Model nicht um ein Foto und versuchten, uns zu orientieren. Das Interieur ist sehr dunkel, vom Fußboden über die Regalwände bis zur Decke ist alles in schwarz-braun gehalten. In den Regalen leuchten dafür umso farbenfroher T-Shirts, Hoodies, Pullover, Unterwäsche, Mützen und mehr. Man möchte glauben, dass jedes Einlegefach von einem eigenen Spot angestrahlt wird. Alles ist tadellos aufgeräumt und nach Farben und Größen geordnet. Der Laden besteht aus verschiedenen Räumen, die alle in etwa gleich groß sind. Die Musik ist angenehm laut, man kann sich durchaus noch gut verständigen. Und überall trifft man motivierte Verkäufer, die noch dazu richtig gut aussehen (als wäre das Absicht…). Sie sind nicht aufdringlich, aber immer hilfsbereit. Nachdem wir uns einen Überblick verschafft hatten, machten wir uns gezielt auf die Suche. Neue Shirts brauchten wir eigentlich sowieso, und jetzt, wo der Herbst beginnt, kann ja auch eine zusätzliche Jacke nicht schaden. Unterwäsche kann man ja auch nie genug haben. Preislich bewegt man sich bei A&F ja eher auf gefährlichem Terrain, weshalb wir aufpassen mussten, nicht zu herzhaft zuzulangen. Man kann fühlen, dass die Stücke den größten Teil ihres Preises wert sind. Mein Freund und ich sind seit über sechs Jahren zusammen und damals besaß er ein T-Shirt von Abercrombie, das ich noch heute trage.

Mit zwei Tüten, ein wenig benebelt vom Store-Duft und ziemlich gut gelaunt liefen wir zum dritten Mal über den Rathausmarkt, um nun auch Hollister – Abercrombies kleiner Schwester – einen Besuch abzustatten. Es war tatsächlich noch voller geworden in der Europa Passage, als wir uns ans Ende der Warteschlange stellten. Auch hier dauerte es aber nicht lange, bis wir den Laden betreten durften. Er unterscheidet sich doch recht stark von Abercrombie, wie ich nach dem direkten Vergleich feststellte. Er ist tatsächlich etwas heller, die Musik ist anders, der Duft ebenfalls. Der Store ist nicht so groß und auch nicht so aufgeräumt. Hier liegen Kleidungsstücke auch mal auf dem Boden, ein Tisch ist komplett zerwühlt, Damen- und Herrensachen sind nicht strikt getrennt, wie bei A&F – etwas, das ich überhaupt nicht leiden kann. Hier gingen wir nach kurzer Zeit dann auch nur mit einer Tüte wieder heraus.

Beide Läden waren durchaus eine Erfahrung, die wir gern gemacht haben. Warum sich Nachbarläden so aufregen, können wir gut verstehen. Allerdings nicht wegen des Duftes oder der Musik, die draußen wirklich nur ganz schwach wahrnehmbar sind. Vielleicht stören sich die Nachbarn eher an dem Andrang, der vor ihrer Tür leider fehlte…

Für den in einer Woche anstehenden Urlaub (und wohl auch für die Zeit danach) sind wir klamottentechnisch erstmal wieder ausgestattet. Das muss auch so sein, denn am Ende des Tages sah meine Kreditkarte ganz schön abgenutzt aus…

Teufelszeug!

Na toll! Mitten im höchsten Hochsommer, Temperaturen jenseits der 30 Grad bei Sonnenschein von früh bis spät – liegt Lacarian krank im Bett.

Klimaanlagen sind so böse!

Wobei… Es ist jetzt kurz nach halb elf und langsam wird es hier unter dem Dach ganz schön warm…

 

Nordish by nature

Hört Ihr das? Wenn Ihr ganz still seid? … Vermutlich nicht, denn hier ist es unschlagbar ruhig. Wenn man den Atem anhält, ist es fast ein bisschen unheimlich. Heute ist schon Montag. Gestern haben wir den lieben langen Tag einfach nichts gemacht. Na ja, bis auf Einkaufen (das kann man hier auch sonntags). Ansonsten haben wir uns jeder in ein Buch verkrochen und alles um uns herum vergessen. Ich lese ja nach wie vor (seit Monaten) „Der Junge, der Träume schenkte“. Gestern bin ich endlich mal ein bisschen vorangekommen. Ich möchte die Geschichte so gern mögen, aber irgendwie werden wir noch nicht so richtig warm miteinander. Aber das kann ja noch kommen, ich hab es grad erst zur Hälfte gelesen.

Abends hab ich uns dann in der geräumigen Küche ein leckeres Putenragout zubereitet. Wahnsinn, wie viel Spaß das Kochen wieder macht, wenn man richtig Platz hat (und einen Geschirrspüler!). Zum Essen haben wir uns ganz ohne Etikette auf das Sofa gelümmelt und den „Tatort“ aus Kiel angesehen. Der war ziemlich unheimlich, und weil es ja schon relativ früh dunkel wird, war das mit der Stille dann vorübergehend doch nicht mehr so toll…

Den Whirlpool haben wir heute nicht hochgefahren, nachdem wir am Tag davor für fast zehn Euro Öl verbraucht haben, um das Ding über viele Stunden aufzuheizen. Für eine knappe Stunde baden lohnt sich das wirklich nicht.

Wie immer sind die restlichen Tage rasend schnell verflogen. Aufregendes ist nichts passiert (zum Glück!). Das Wetter war uns nicht so richtig grün, aber wenngleich wir ein bisschen darauf gehofft hatten, haben wir nicht wirklich damit gerechnet. Und so blieb es die Woche über zumeist stürmisch, regnerisch und mit vorübergehend elf Grad ganz schön kalt. Das ist der Grund, weshalb wir uns jedes Jahr für dieses schöne Haus entscheiden, denn darin lässt sich noch so nordisches Wetter einfach gut aushalten.

 

Am Ende ist alles gut

Heute Morgen hatte ich einen Traum. Ich erinnere mich nur noch an die letzten Minuten, in denen ich meinen Schreibtisch aufräumte, meine halbfertigen Arbeiten in den Schrank sperrte und nach einem langen Arbeitstag endlich Feierabend hatte. Direkt nach diesem süßen Gedanken klingelte mein Wecker.

Hab ich erwähnt, dass ich Urlaub hatte? Und dass ich seit zwei Wochen bereits wieder arbeite? Es ist in der Zwischenzeit ein bisschen was passiert, von dem ich aber gar nicht alles aufschreiben möchte. Träume werden auf die lange Bank geschoben, die Familie wird wichtiger. Ach, das klingt dramatisch, ist es aber nicht. Die letzten Wochen kosteten einfach viel Energie, auch bei der Arbeit. Da bin ich abends froh, wenn ich von der Couch direkt ins Bett plumpsen und den Tag zurücklassen kann.

Den Christopher-Street-Day in Hamburg haben wir mangels jeglicher Energie sausen lassen und waren heilfroh über einen außerplanmäßig komplett freien Samstag, an dem wir uns um nichts und niemanden kümmern mussten. Das Telefon wurde mundtot gemacht, die Jalousien blieben unten – einen Tag ohne alles, bitte!

Wer bei mir regelmäßig liest, der hat in den letzten Wochen wieder einmal festgestellt, dass es meinem Blog an Regelmäßigkeit mangelt. Das ist grundsätzlich ja kein Problem, ich hab eben nicht jeden Tag etwas zu erzählen. Die jüngste Durststrecke geht allerdings auf Apples Kosten. Wie das? Mit meinem Tablet-PC kann ich mittlerweile so ziemlich alles abdecken, was an täglichem Web-Surfing so anfällt. Von Finanzen über E-Mails bis hin zu Nachrichten aus aller Welt, den neuesten YouTube-Clips und dem Lesen meiner Blogstars kann ich alles vom Büro oder der heimischen Couch aus erledigen, ohne dafür mein Computermonster im Arbeitszimmer hochfahren zu müssen.

Nur bloggen, das geht einfach einfacher auf dem großen Rechner – jedenfalls, wenn es ein bisschen nach was aussehen soll. Und weil der in letzter Zeit selten eingeschaltet wird, bleibt auch die Blog-Küche von Zeit zu Zeit kalt.

So. Von allem ein bisschen heute. Ich werd‘ mich schon bald wieder mit meinem dicken Buch ins Bettchen verziehen, links und rechts einen Kater und mich tierisch darüber freuen, dass morgen Freitag ist.

Ach, einen Filmtipp wollt ich ja noch loswerden. Vor zwei Tagen sahen Engelchen und ich uns „Best Exotic Marigold Hotel“ an. Ich war zugegeben ein wenig skeptisch, das Cover gefiel mir nicht und der Titel ist nicht sehr einprägsam. Ich hab mich dennoch überreden lassen und bin im Nachhinein froh drum, denn der Film gehört zu den wirklich besten, die ich in letzter Zeit gesehen habe! Nur ganz kurz, worum es geht:
Sieben in die Jahre gekommene Briten reisen unabhängig voneinander, einander unbekannt und aus den unterschiedlichsten Gründen nach Indien und checken im „Best Exotic Marigold Hotel“ ein. Sie sind ziemlich erschüttert, weil das Hotel in natura so gar nicht wie im Hochglanzprospekt aussieht. Erst allmählich und mithilfe des umwerfenden Charmes des jungen (und zum Schreien komischen) Hotelmanagers Sonny gelingt es den Damen und Herren, die Schönheit und die Geheimnisse des Hotels und ihres eigenen Lebens zu entdecken. Ein anrührender, witziger und liebevoller Feelgood-Film, den ich reinen Herzens empfehlen kann.