Die Apfelkiste

Unverhofft kommt oft – und bei mir meistens im Urlaub…

An diesem Montag beschloss ich, meinen PC durch ein neueres, leistungsstärkeres Modell zu ersetzen. Schon bei simplen Browsergames oder neueren Spielen (Siedler 7) musste ich die Boxen aufdrehen, damit der Spiel-Sound gegen den übel schnaufenden Lüfter meines DELL XPS ONE ankam. Die Siedler mussten in der geringsten Grafikstufe wuseln, aber selbst das hat mein Rechner nicht mehr hinbekommen. Der Gute genießt jetzt eine Erholungskur und wird dann auf dem Markt wieder an den Mann gebracht.

Im vergangenen Jahr sind wir ja bereits von klassischen Handys auf iPhones umgestiegen. Derzeit ist Apple zudem heiß begehrt, denn das iPad 2 wird – sehr zu meiner Freude – am 25. März in Deutschland zu kaufen sein. Was liegt da näher, sich auch vom PC zu verabschieden und stattdessen meinen Schreibtisch mit einem Mac zu schmücken? Gar nichts. Also habe ich mich ziemlich lange in einem Elektronikmarkt aufgehalten und Preis und Leistung von PC und Mac hin und her verglichen. Letztlich wäre eine PC-Lösung mit einer entsprechenden Leistung inklusive entsprechendem Monitor zwar rund zweihundert Euro günstiger als der Mac gewesen. Aber das habe ich es mich gern kosten lassen.

So ein Wechsel auf Apple ist eine ganz schöne Umstellung. Ich bin ja quasi mit Microsoft Windows aufgewachsen. Bei Apple sieht alles schon ganz anders aus, es dauert eine Weile, bis ich mich einigermaßen zurechtfinde. Taskleiste, Systemsteuerung, Tastenkombinationen, Dateistruktur und sogar das Keyboard sind gewöhnungsbedürftig. Aber die Siedler lieben meinen Mac, meine Browsergames sind auch zufrieden. Und Excel & Co. gibts auch für meine Apfelkiste.

 

Um Leben und Tod

Wow, manchmal fließt die Zeit so schnell dahin, dass mir kaum Zeit bleibt, all die Dinge niederzuschreiben, die mir so begegnet sind. Natürlich will ich trotzdem versuchen, die wichtigsten Ereignisse zusammenzufassen.

Der jüngsten Grippewelle Anfang Februar hatte ich zum Glück ein intaktes Immunsystem entgegenzusetzen. Während mein Freund, von Fieber geschüttelt, die Tage im Bett verbringen durfte, musste ich morgens allein aus dem Bett fallen und zur Arbeit fahren. Inzwischen ist er natürlich gesundet und genießt es, dass die Tage deutlich früher hell und später dunkel werden.

Wir waren mal wieder im Kino. Diesmal haben wir uns „TRON legacy“ angesehen (ich sogar zweimal). Vom Hocker gerissen hat es mich zwar nicht, aber allein der Optik und des Soundtracks wegen lohnt es sich, ins Kino zu gehen – und natürlich wegen Garrett Hedlund.

Nur 3D kann man sich überraschenderweise bei diesem Film sparen, der Effekt war so dezent, dass man ihn auch weglassen kann.

Nur neun Tage nach Februarbeginn hatte ich schon wieder Geburtstag. Es muss wohl das vierunddreißigste Mal gewesen sein, dass Freunde und Familie an diesem Tag an mich dachten und mich zu einem weiteren Jahr beglückwünschten.

Traurig setzte sich der kalte Februar fort, als zwei Tage später die letzte Großmutter meines Engels im Alter von 90 Jahren starb.

„Glück“, wenn man das so nennen mag, hatte eine Woche darauf mein Bruder, der als Soldat seit Ende Januar in Afghanistan stationiert ist. Am späten Vormittag des 18. Februar erhielt ich eine SMS, in der er schrieb, es sei etwas passiert, aber es gehe ihm gut. In den Nachrichten las ich daraufhin, ein afghanischer Soldat sei in dem Feldlager durchgedreht und habe um sich geschossen… In einem halben Jahr erst erwarten wir meinen Bruder von seinem Einsatz zurück. Das werden verdammt unruhige Monate.

In nicht ganz einem halben Jahr wollen mein Engel und ich mit drei Freunden nach Amsterdam. Zu diesem Zweck haben wir kürzlich ein Hotel gebucht. Hotelbuchungen via Internet kennen wir zwei bisher nur von unseren Kopenhagen-Aufenthalten, da hat das alles richtig gut funktioniert. Bei dieser Buchung ist alles etwas anders. Die Zimmer können nicht mehr storniert werden (vor der Buchung hieß es, sie könnten nicht mehr kostenfrei storniert werden). Nur zwei Tage nach der Buchung wurde meine Kreditkarte mit einem rätselhaften Teilbetrag belastet, obwohl in der Buchungsbestätigung steht, ich müsste direkt im Hotel bezahlen (also erst im Juni…). Auf die Antworten des Hotels Victorie bin ich gespannt, obwohl auch die inzwischen seit drei Tagen auf sich warten lassen…

Nach dem Städteurlaub zu fünft in Amsterdam freuen mein Engel und ich uns auf eine ruhige Woche in einem dänischen Ferienhaus. Nur er, ich und der Grill.

Soviel zu den wichtigsten Ereignissen des Februars. Außerdem zieht noch unsere Nachbarin aus dem Erdgeschoss aus. Sie hat uns gefragt, ob wir ihre Wohnung haben möchten. Die Wohnung ist dabei nicht interessant für uns, wohl aber der Keller, der ist nämlich deutlich größer als unserer. Unser Krempel stapelt sich bereits vor unserem Bretterverschlag. Der hätte in dem freiwerdenden Raum dreimal Platz – und zusätzlich könnte ich meine Eisenbahn unterbringen, die immer noch unter unserem gläsernen Esstisch auf Aufmerksamkeit hofft. Mein Vermieter bat auf meine Anfrage vor zwei Wochen um zwei Tage Bedenkzeit. Wann die wohl um sind…?

Engelchen und ich arbeiten jetzt noch eine Woche, und dann genießen wir unseren ersten Urlaub. Der Februar war so anstrengend, dass wir die Auszeit beide gut gebrauchen können.

 

Der Schmuddelmonat

Gerade, wenn es auf meinen Geburtstag zugeht, neige ich zu erhöhter Grippeanfälligkeit. Daher muss ich mich derzeit enorm vorsehen, denn die Vorzeichen sind alles andere als gut. Mein Engel schnieft eifrig vor sich hin und das schmuddelige Februar-Wetter macht das nicht besser. Wenn ich mir den Regen vor meinen Fenstern ansehe, der vom Sturm gepeitscht fast waagerecht an unserer Wohnung vorbeifliegt, dann freue ich mich schon sehr auf einen baldigen Frühling, die Krokusblüte im Stadtpark und junges Grün an den Bäumen. Auch unsere beiden Stubentiger sitzen sehnsuchtsvoll an der Balkontür und betrachten das Sauwetter argwöhnisch.

 

Rapunzel

Na, endlich kommt ein wenig Farbe in den Januar! Wir waren heute Nachmittag das erste Mal in diesem Jahr im Kino und haben gleich einen Volltreffer gelandet. Disney hat mit „Rapunzel“ wieder einmal ein Glanzstück abgeliefert. Ich muss zugeben, dass mir die Geschichte bislang völlig unbekannt war. Natürlich wusste ich, dass es um ein Mädchen in einem Turm mit wahnsinnig langem Haar geht und den Ausspruch „Rapunzel, lass Dein Haar herab!“ habe ich auch schon mal gehört – aber wieso sie so langes Haar hat und für wen sie es herablassen soll – keinen Schimmer.

Disney erzählt das alte Märchen bildgewaltig, romantisch, farbenprächtig und sehr phantasievoll. Die Animationen sind kunstfertig und die Musik absolut disneylike. Die Figuren sind lebendig dargestellt und die Tiere einfach zum Knuddeln! (Wahrscheinlich wünscht sich nach dem Film jedes Kind ein Chamäleon…)

Die gelungenen 3D-Effekte haben auf den optischen Genuss nochmal eine Schippe draufgelegt. Als zum Beispiel tausende von Himmelslaternen in den Himmel steigen, kann man die eine oder andere von ihnen scheinbar anfassen. Da finde ich es richtig schade, dass man in der Marzipanstadt aufgrund des Flugverkehrs keine Wunschlaternen mehr steigen lassen darf.

Der Film hat sich also auf jeden Fall gelohnt. Wer ihn noch sehen will, sollte sich beeilen. Der Saal war nahezu leer, also wird Rapunzel wohl schon bald aus den Kinos verschwunden sein…

 

Vorgeschmack

Tja, schade. Das Wochenende liegt schon wieder in seinen letzten Zügen. Aber in was für welchen! Hier in der Marzipanstadt an der Ostsee hat man uns heute mit einem Vorgeschmack auf den Frühling beglückt!

Mein Engel und ich haben ziemlich lange geschlafen, bis uns das Tageslicht und zwei muntere Kater am späten Sonntagvormittag aus dem Bett scheuchten. Kurz darauf verließ ich das Haus, dick eingemummelt in Winterjacke, Mütze, Schal und Handschuhe, um uns frische Brötchen zu jagen. Aber dann empfing mich draußen eine herrliche Luft, die sich warm anfühlte und tatsächlich nach Frühling duftete. Ich atmete tief ein! „Lass Dich bloß nicht täuschen!“, rief mir ein Nachbar zu, der gerade um die Ecke kam. „Ich glaube, das war’s noch nicht mit dem Winter.“ Leider glaube ich auch nicht, dass das schon alles gewesen sein soll. Die Erinnerungen an den letzten Winter sind ja noch nicht so alt und Frühlingsanfang Mitte Januar, nee.

Gegen 16 Uhr gab die Sonne nochmal ihr Bestes und tauchte unsere Wohnung in goldenes, fast flüssiges Licht. Wir beeilten uns, die Kamera mit Akkus zu bestücken und uns auf den Weg an die Trave zu machen, um die letzten Sonnenstrahlen einzufangen.

Leider waren wir zu spät dran, denn als wir das Gewässer erreichten, war die Sonne bereits tief hinter die noch nackten Bäume gesunken, wo wir von ihr nur noch einen roten Schimmer ausmachen konnten…

 

Rumms & Ratsch

Der Auftakt in das noch junge Jahr ist alles andere als gelungen. Die „2011“ fühlt sich noch gar nicht richtig vertraut an, fast wie eine Zukunft, die zu betreten ich noch gar nicht bereit bin. Und das ist seltsam, fühlt sich doch die erste Woche gar nicht anders an als die letzten Wochen des gerade zurückgelassenen Jahrzehnts. Aber vielleicht ist das gleichzeitig der Grund, denn der Abschluss eines wirklich anstrengenden und Kräfte zehrenden Jahres, der Neubeginn mit frischer Kraft und Zuversicht, ist mir bislang nicht geglückt.

Der heutige Morgen war symptomatisch für diesen Jahresauftakt. Ich wurde von einer Kurzmitteilung geweckt, weil ich am Abend zuvor mein Handy nicht auf stumm geschaltet hatte. Es war sechs Uhr zwanzig heute früh, als mir ein Kollege mitteilte, er könne wohl nicht zur Arbeit kommen, weil in seinem Ort die Straßen gesperrt waren. Wegen Eisregens. Nur wenige Minuten später stellte mein Freund fest, dass die Marzipanbusse aus dem selben Grund vorübergehend den Betrieb eingestellt hatten. Das bedeutete einen Fußmarsch für uns beide – für den einen zum Bahnhof, für den anderen nur bis in die Innenstadt. Als ich das Haus verließ, begann der Regen sich bereits in Schnee zu verwandeln. Ich machte mich auf den Weg zu meinem Auto, das ich vor Tagen nur wenige Häuser entfernt abgestellt hatte und in dem noch meine Handschuhe lagen. Auf halbem Weg zum Wagen griff ich in meine Hosentasche, um den Autoschlüssel hervorzuholen, als ich auf eisglattem Gehweg den Halt verlor. Ehe ich mich’s versah, lag ich auf der Seite. Es machte gleichzeitig Rumms und Ratsch. Das Rumms spüre ich noch jetzt an Knie und Ellenbogen. Das Ratsch war meine Hosentasche, die sich entlang der Naht nun das halbe Hosenbein herunterzieht. Ich musste also wieder zurück und mich umziehen, bevor ich mich mit vielen anderen Leuten humpelnd auf den Weg in die Altstadt machte.

Der Arbeitstag trug wirklich nicht zur Besserung meiner angeschlagenen Laune bei. Im Gegenteil. Jeder einzelne Tag dieser Woche schaffte es, den vorangegangenen an Gemeinheit zu überbieten, und den Gipfel wird diese Woche wohl morgen erleben. Wie sehr ich mir wünsche, dass bereits Freitagabend wäre!

Die nächste Woche hat fünf neue Arbeitstage im Gepäck. Da wird bestimmt alles wieder besser…

 

Weg mit dem Speck

Ich finde es Jahr für Jahr erstaunlich. Die Vorfreude auf die Festtage wird so ausgiebig zelebriert. Vier Wochen vor dem Fest beginnt bereits der Countdown in deutschen Wohnzimmern, der Einzelhandel jauchzt und frohlockt, Last Christmas ist zu einem Volkssport darum geworden, wer dem Song am längsten entkommt und selbst das Weihnachtswetter spielt eifrig mit.

Und dann ist plötzlich alles vorbei. Die Musik ist raus, die Deko verschwindet, bei manchem fliegt sogar schon das Bäumchen aus der guten Stube. Zurück bleibt der Winter, der gerade erst in Fahrt kommt und die ersten Silvestervorbereitungen.

Wer den angesammelten Speck der Weihnachtsschlemmertage bis zum Silvestermenü loswerden will, der mache es mir einfach nach: Ein paar Tage schwere Grippe mit schlimmem Husten, garstigem Schnupfen und Schmerzen vom Scheitel bis zur Sohle können den Appetit schon ziemlich zügeln. Ein paar Tage nur Obst und Gemüse, viel schwitzen und inhalieren und schon ist es, als hätte es Weihnachten gar nicht gegeben…


Inzwischen geht es mir teilweise schon besser. Das Fieber hat sich in Wohlgefallen aufgelöst, ich kann mich wieder bewegen und muss nicht mehr nach drei Schritten eine Pause einlegen. Ich erinnere mich nicht, mich in den letzten zehn Jahren so schlecht gefühlt zu haben wie an diesem Montag. Natürlich war das der Tag, an dem ich mich unbedingt zum Arzt schleppen musste. Obwohl ich den Wagen genommen habe, fühlte ich mich am Ende, als hätte ich einen fünftausend-Meter-Lauf hinter mir. Zu verdanken habe ich das wohl der jüngsten Schwester meines Hasen, die mich am ersten Feiertag mit aggressiven Grippe-Viren bombardiert hat. Danke schööön.

Ich wünsche natürlich allen beste Gesundheit (zur Not bleibt der Speck eben, wo er ist) und einen erfreulichen Rutsch ins Jahr 2011!