Abgeschaltet

Pro Tag verbrauchen mein Freund und ich circa neun bis zehn Kilowattstunden Strom. Das Meiste davon geht für Unterhaltungselektronik drauf, also Computer, Konsolen und Fernseher. Einmal pro Monat schalten wir alles ab, was nicht unbedingt sein muss (also alles außer Kühlschrank und Warmwasser).

Jetzt, wo allerorten das Abschalten von Atomkraftwerken gefordert wird, ist es an der Zeit, den eigenen Stromverbrauch noch weiter zu drosseln. Ich glaube, wenn der Bedarf an Strom deutlich reduziert wird, beschleunigt das den Überfluss der Kernenergie. Deshalb schalte ich jetzt viermal pro Monat ab – jeden Montag. Die Küche bleibt kalt, der Rechner aus, der Wagen stehen.

Also: Wie schon Peter Lustig früher am Ende von „Löwenzahn“ so schön sagte: „Abschalten!“

Traummänner

Am Mittwochmorgen lächelt die Frühlingssonne durch die Holzjalousie in mein Schlafzimmer und kitzelt mich aufmunternd in der Nase. Als ich die Augen aufschlage, sitzen grinsend zwei Kater neben meinem Bett und warten mit wachen Augen und aufgestellten Ohren auf mich (oder auf ihr Frühstück). Ich habe immer noch Urlaub, während mein Engel längst wieder in den Arbeitsalltag geschlüpft ist.

Es ist kurz nach neun am Vormittag, als ich mir die vergangene Nacht von der winterblassen Haut dusche und mit dem Pläneschmieden für den Tag beginne. Immer noch muss der Keller dringend entrümpelt werden, damit wieder ein bisschen Platz ist für die Dinge, die wirklich eingelagert werden sollen.

:: Stromspartag
Das bietet sich heute sogar an, denn wir haben mal wieder einen Stromspartag, an dem die Unterhaltungselektronik und jeder unnötige Stromverbrauch abgeschaltet bleiben. Im Urlaub macht das ganz schön was aus, denn an freien Tagen merkt man erst richtig, wie abhängig man zum Beispiel von Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik geworden ist. Mir tut das mal ganz gut, das fördert die eigene Aktivität.

Nach einem kleinen Frühstück und verschiedenen Haushaltsaufgaben wie Geschirrspülen oder Wäschewaschen (da spielt es in Sachen Stromverbrauch schließlich keine Rolle, ob heute oder morgen) wollte ich munter in den Keller und mich frisch ans Werk machen, als ich feststelle, dass meine Nachbarin Nachtdienst hatte und jetzt ihren Schlaf nachholt. Also beschließe ich – wie ärgerlich – den Keller heute nicht aufzuräumen, weil das sicher einigen Krach gemacht hätte, und stattdessen eine Photoausstellung in Hamburg zu besuchen.

:: Photoausstellung „Traummänner“
Da mein Freund in Hamburg arbeitet, bietet es sich an, ihn am Abend gleich mit nach Hause zu nehmen. Und weil man sich nicht so wahnsinnig lange in einer Photoausstellung aufhält (zumindest ist das bei mir so), überbrücke ich die Zeit bis zum Aufbruch mit meiner aktuellen Lektüre.

Um viertel nach drei fahre ich dann – munter (und schief) vor mich hin singend – über die Autobahn in die benachbarte Hansestadt. Mein Navigationssystem leitet mich zielsicher zu den Deichtorhallen. Vor sechs Jahren war ich schon einmal hier zu einer Photoausstellung, damals des Photographen Martin Munkacsi. Heute präsentieren diverse Starphotographen ihre Vorstellungen von Traummännern. Dabei sind die Ergebnisse extrem unterschiedlich, vom tschechischen Engel über Barack Obama bis hin zu Interpretationen des männlichen und menschlichen Daseins, mal angezogen, mal ungezogen. Fünfzig Photographien von bekannten und unbekannten Stars und Nicht-Stars haben mich nach einem Orientierungs- und einem gezielten Rundgang rund anderthalb Stunden beschäftigt. Natürlich finde ich es immer bedauerlich, die Kamera nicht benutzen zu dürfen, um wenigstens ein paar Impressionen der Ausstellung liefern zu können, zum Beispiel:

  • ‚Douglas‘ (Booth) von Horst Diekgerdes (2010)
  • ‚Prague Boys‘ von Ali Kepenek (2006)
  • ‚Barack Obama‘ von Martin Schoeller (2010)
  • ‚Johnny Depp & Tim Burton‘ von Marc Hom (2008)
  • ‚Nude of Alex‘ von Paola Kudacki (2008)
  • ‚Clemens Schick, „Jedermann“‚ von Margarita Broich (2008)

Sämtliche Werke inklusive Informationen sind in einem Buch zusammengestellt, das für 49,99 Euro zu kaufen ist. Aber bei einem Eintrittspreis von 9,00 Euro ist mir das deutlich zu viel. Die Ausstellung hat mir sehr gut gefallen. Allein das Licht bildete einen Wermutstropfen, denn da alle Photos in einem Rahmen mit Glasscheibe hängen, spiegelt sich der sehr helle, weiße Ausstellungsraum und damit das Publikum in allen Bildern wider, was von dem eigentlichen Motiv ein wenig ablenkt. Weniger Licht und dafür Spots auf die Exponate hätte ich wohl besser gefunden.

Nach dem Ausflug in die Welt der Photographie verlasse ich die Deichtorhallen wieder. Draußen ist es mit nur 5°C ziemlich kalt und die Sonne hat sich hinter dicken, grauen Wolken verschanzt. Bis mein Freund Feierabend hat, dauert es noch eine Dreiviertelstunde, und so setze ich mich in meinen Wagen, durchforste mit meinem iPhone die Bildersuche im Internet und ziehe schließlich für ein neues Kapitel erneut meine Lektüre hervor…

Erschossen – ersäuft – vergiftet – verbrannt

Das Jahr 2011 ist noch nicht einmal drei Monate alt und schon geht es als eines der schlimmsten in die Geschichte unserer Welt ein.

Da ist zum Beispiel die arabische Welt. Tunesien, Ägypten, Libyen. Der Norden Afrikas ist in Aufruhr, die Krönung der libysche Staatschef Gaddafi, der mit Kampfflugzeugen gegen sein eigenes Volk vorgeht – und sich dabei im Recht sieht.

Das Leid der Nordafrikaner wiegt schwer, da wird ein weiteres Gewicht in die Waagschale geworfen: Japan, Blüte des technologischen Fortschritts, wird von dem schwersten Erdbeben des Landes seit Beginn der Aufzeichnungen getroffen. Das Epizentrum liegt nur rund hundert Kilometer vor der japanischen Ostküste. Dem Hauptbeben folgt ein gewaltiger Tsunami, der weite Teile des Landes überflutet und ganze Städte mit sich reißt. Ein Mann wird später vom Dach seines Hauses gerettet, das nach der Flutwelle 15 Kilometer weit auf das Meer getrieben wurde.

Durch das Erdbeben werden mehrere Atomkraftwerke an Japans Ostküste schwer beschädigt. Trotz der Notabschaltung kommt es zu katastrophalen Ereignissen in Gestalt von Wasserstoffexplosionen und Kernschmelzen. Am heutigen Tag hat die japanische Regierung bestätigt, dass größere Mengen Radioaktivität in die Atmosphäre entweichen konnten. Zigtausend Menschen wurden rund um die betroffenen Nuklearanlagen evakuiert. Kurzzeitig drehte der Wind, der bis dahin in Richtung Meer wehte, und trieb die radioaktiven Teilchen damit quer über das japanische Festland und auf die Hauptstadt Tokio zu. Jenseits von Tokio wurde nun bereits erhöhte Radioaktivität gemessen.

Doch damit nicht genug. Im Süden des Landes bricht der Vulkan Shinmoedake aus. Er war nach 50 Jahren Ruhezeit erst im Januar wieder aktiv geworden und hat jetzt – vermutlich durch das Erdbeben beschleunigt – Lava und bis zu vier Kilometer hohe Aschewolken ausgespuckt. Die Menschen wurden aufgefordert, die Gegend rund um den Vulkan zu verlassen.

Stündlich gibt es neue Meldungen aus Japan. Aktuell versucht das Land noch, die Atomreaktoren unter Kontrolle zu bringen. Doch selbst die Regierung wird dem Chaos nicht mehr Herr, der japanische Regierungschef wird zitiert mit den Worten „Was zum Teufel ist hier los?“, als er erst aus dem Fernsehen von erneuten Explosionen im AKW Fukushima erfährt.
Auch wenn Japan über 9.000 Kilometer von Deutschland entfernt ist, sind die dortigen Ereignisse mehr als erschütternd. Die Menschen hierzulande sind betroffen und sehr erschrocken. Die Schrecken münden in massiven Protesten gegen die als sicher geltenden deutschen Atomkraftwerke, deren Laufzeit von der schwarz-gelben Bundesregierung erst vor wenigen Monaten verlängert wurde. Heute wurde diese Verlängerung für drei Monate ausgesetzt, um eine Sicherheitsüberprüfung vor dem Hintergrund der Erkenntnisse aus Japan zu ermöglichen. Offiziell soll nun geprüft werden, ob ein massives Versagen der Sicherheitseinrichtungen, wie augenblicklich in Japan, zu den gleichen verheerenden Folgen führen könnte.
Ob dahinter nicht nur eine Hinhaltetaktik zugunsten der anstehenden Landtagswahlen steckt, kann nur gemutmaßt werden. Wut und Angst jedenfalls sind groß. Und was das Thema Sicherheit von Atomkraftwerken betrifft, so galten auch die AKW in Japan bis zum 11. März 2011 als sicher – sogar für starke Erdbeben…

Die Apfelkiste

Unverhofft kommt oft – und bei mir meistens im Urlaub…

An diesem Montag beschloss ich, meinen PC durch ein neueres, leistungsstärkeres Modell zu ersetzen. Schon bei simplen Browsergames oder neueren Spielen (Siedler 7) musste ich die Boxen aufdrehen, damit der Spiel-Sound gegen den übel schnaufenden Lüfter meines DELL XPS ONE ankam. Die Siedler mussten in der geringsten Grafikstufe wuseln, aber selbst das hat mein Rechner nicht mehr hinbekommen. Der Gute genießt jetzt eine Erholungskur und wird dann auf dem Markt wieder an den Mann gebracht.

Im vergangenen Jahr sind wir ja bereits von klassischen Handys auf iPhones umgestiegen. Derzeit ist Apple zudem heiß begehrt, denn das iPad 2 wird – sehr zu meiner Freude – am 25. März in Deutschland zu kaufen sein. Was liegt da näher, sich auch vom PC zu verabschieden und stattdessen meinen Schreibtisch mit einem Mac zu schmücken? Gar nichts. Also habe ich mich ziemlich lange in einem Elektronikmarkt aufgehalten und Preis und Leistung von PC und Mac hin und her verglichen. Letztlich wäre eine PC-Lösung mit einer entsprechenden Leistung inklusive entsprechendem Monitor zwar rund zweihundert Euro günstiger als der Mac gewesen. Aber das habe ich es mich gern kosten lassen.

So ein Wechsel auf Apple ist eine ganz schöne Umstellung. Ich bin ja quasi mit Microsoft Windows aufgewachsen. Bei Apple sieht alles schon ganz anders aus, es dauert eine Weile, bis ich mich einigermaßen zurechtfinde. Taskleiste, Systemsteuerung, Tastenkombinationen, Dateistruktur und sogar das Keyboard sind gewöhnungsbedürftig. Aber die Siedler lieben meinen Mac, meine Browsergames sind auch zufrieden. Und Excel & Co. gibts auch für meine Apfelkiste.