Rapunzel

Na, endlich kommt ein wenig Farbe in den Januar! Wir waren heute Nachmittag das erste Mal in diesem Jahr im Kino und haben gleich einen Volltreffer gelandet. Disney hat mit „Rapunzel“ wieder einmal ein Glanzstück abgeliefert. Ich muss zugeben, dass mir die Geschichte bislang völlig unbekannt war. Natürlich wusste ich, dass es um ein Mädchen in einem Turm mit wahnsinnig langem Haar geht und den Ausspruch „Rapunzel, lass Dein Haar herab!“ habe ich auch schon mal gehört – aber wieso sie so langes Haar hat und für wen sie es herablassen soll – keinen Schimmer.

Disney erzählt das alte Märchen bildgewaltig, romantisch, farbenprächtig und sehr phantasievoll. Die Animationen sind kunstfertig und die Musik absolut disneylike. Die Figuren sind lebendig dargestellt und die Tiere einfach zum Knuddeln! (Wahrscheinlich wünscht sich nach dem Film jedes Kind ein Chamäleon…)

Die gelungenen 3D-Effekte haben auf den optischen Genuss nochmal eine Schippe draufgelegt. Als zum Beispiel tausende von Himmelslaternen in den Himmel steigen, kann man die eine oder andere von ihnen scheinbar anfassen. Da finde ich es richtig schade, dass man in der Marzipanstadt aufgrund des Flugverkehrs keine Wunschlaternen mehr steigen lassen darf.

Der Film hat sich also auf jeden Fall gelohnt. Wer ihn noch sehen will, sollte sich beeilen. Der Saal war nahezu leer, also wird Rapunzel wohl schon bald aus den Kinos verschwunden sein…

 

Vorgeschmack

Tja, schade. Das Wochenende liegt schon wieder in seinen letzten Zügen. Aber in was für welchen! Hier in der Marzipanstadt an der Ostsee hat man uns heute mit einem Vorgeschmack auf den Frühling beglückt!

Mein Engel und ich haben ziemlich lange geschlafen, bis uns das Tageslicht und zwei muntere Kater am späten Sonntagvormittag aus dem Bett scheuchten. Kurz darauf verließ ich das Haus, dick eingemummelt in Winterjacke, Mütze, Schal und Handschuhe, um uns frische Brötchen zu jagen. Aber dann empfing mich draußen eine herrliche Luft, die sich warm anfühlte und tatsächlich nach Frühling duftete. Ich atmete tief ein! „Lass Dich bloß nicht täuschen!“, rief mir ein Nachbar zu, der gerade um die Ecke kam. „Ich glaube, das war’s noch nicht mit dem Winter.“ Leider glaube ich auch nicht, dass das schon alles gewesen sein soll. Die Erinnerungen an den letzten Winter sind ja noch nicht so alt und Frühlingsanfang Mitte Januar, nee.

Gegen 16 Uhr gab die Sonne nochmal ihr Bestes und tauchte unsere Wohnung in goldenes, fast flüssiges Licht. Wir beeilten uns, die Kamera mit Akkus zu bestücken und uns auf den Weg an die Trave zu machen, um die letzten Sonnenstrahlen einzufangen.

Leider waren wir zu spät dran, denn als wir das Gewässer erreichten, war die Sonne bereits tief hinter die noch nackten Bäume gesunken, wo wir von ihr nur noch einen roten Schimmer ausmachen konnten…

 

Rumms & Ratsch

Der Auftakt in das noch junge Jahr ist alles andere als gelungen. Die „2011“ fühlt sich noch gar nicht richtig vertraut an, fast wie eine Zukunft, die zu betreten ich noch gar nicht bereit bin. Und das ist seltsam, fühlt sich doch die erste Woche gar nicht anders an als die letzten Wochen des gerade zurückgelassenen Jahrzehnts. Aber vielleicht ist das gleichzeitig der Grund, denn der Abschluss eines wirklich anstrengenden und Kräfte zehrenden Jahres, der Neubeginn mit frischer Kraft und Zuversicht, ist mir bislang nicht geglückt.

Der heutige Morgen war symptomatisch für diesen Jahresauftakt. Ich wurde von einer Kurzmitteilung geweckt, weil ich am Abend zuvor mein Handy nicht auf stumm geschaltet hatte. Es war sechs Uhr zwanzig heute früh, als mir ein Kollege mitteilte, er könne wohl nicht zur Arbeit kommen, weil in seinem Ort die Straßen gesperrt waren. Wegen Eisregens. Nur wenige Minuten später stellte mein Freund fest, dass die Marzipanbusse aus dem selben Grund vorübergehend den Betrieb eingestellt hatten. Das bedeutete einen Fußmarsch für uns beide – für den einen zum Bahnhof, für den anderen nur bis in die Innenstadt. Als ich das Haus verließ, begann der Regen sich bereits in Schnee zu verwandeln. Ich machte mich auf den Weg zu meinem Auto, das ich vor Tagen nur wenige Häuser entfernt abgestellt hatte und in dem noch meine Handschuhe lagen. Auf halbem Weg zum Wagen griff ich in meine Hosentasche, um den Autoschlüssel hervorzuholen, als ich auf eisglattem Gehweg den Halt verlor. Ehe ich mich’s versah, lag ich auf der Seite. Es machte gleichzeitig Rumms und Ratsch. Das Rumms spüre ich noch jetzt an Knie und Ellenbogen. Das Ratsch war meine Hosentasche, die sich entlang der Naht nun das halbe Hosenbein herunterzieht. Ich musste also wieder zurück und mich umziehen, bevor ich mich mit vielen anderen Leuten humpelnd auf den Weg in die Altstadt machte.

Der Arbeitstag trug wirklich nicht zur Besserung meiner angeschlagenen Laune bei. Im Gegenteil. Jeder einzelne Tag dieser Woche schaffte es, den vorangegangenen an Gemeinheit zu überbieten, und den Gipfel wird diese Woche wohl morgen erleben. Wie sehr ich mir wünsche, dass bereits Freitagabend wäre!

Die nächste Woche hat fünf neue Arbeitstage im Gepäck. Da wird bestimmt alles wieder besser…