Winterhauch

Der Winter hat das ganze Land weiter fest im Griff. Überall liegt eine geschlossene Schneedecke, Seen sind zugefroren und auf Flüssen treiben frierende Eisschollen. Bei mir zu Hause ist es derweil mollig warm, während Sturmtief „Daisy“ heulend um die Häuser zieht. Mancherorts werden Erinnerungen an die Schneekatastrophe von 1978 wach, auf Fehmarn zum Beispiel türmen sich Schneeverwehungen bis zu zwei Meter auf und legen das öffentliche Leben auf der „Sonneninsel“ damit ziemlich lahm. Ein Ende des Winters ist wohl noch nicht in Sicht, aber immerhin ist auch erst Januar. Hoffen wir, dass sich das Wetter ein wenig beruhigt, bis mein Engel am ersten Februar seinen neuen Job in Hamburg antritt…

Ich selbst hab in dieser Woche 55 Stunden an meinem Schreibtisch im Büro verbracht – wie üblich am Quartalsbeginn. Und jetzt bin ich froh, dass Wochenende ist.

 

Reset

Als wollte der Schnee, dass das neue Jahr sauber und ordentlich startet, legt er seit den frühen Abendstunden eine glitzernde weiße Decke über die ganze Marzipanstadt. Mal große und mal kleine Flocken fallen aus einer dichten Wolkendecke, die von urbanen Lichtern bizarr erleuchtet wird. Der Silvesterunrat der vergangenen Nacht ist vorübergehend unsichtbar.

Die Silvesternacht haben Engelchen und ich bei Freunden auf der anderen Seite unserer Stadt verbracht. Für das leibliche Wohl war gesorgt, M&B hatten schon den Raclette-Grill angeheizt, als wir um punkt acht Uhr an der Tür klingelten. Mit acht Leuten war die Partyrunde angenehm überschaubar. Mit dem Essen ließen wir uns richtig viel Zeit, anderthalb Stunden ungefähr, bis alle das Besteck streckten und satt und zufrieden waren. Mit einem Gesellschaftsspiel („Nobody is perfect“) vertrieben wir uns die Zeit bis Mitternacht.

Mit Erfolg. Noch bevor das Spiel einen Sieger hervorbringen konnte, wurde es Zeit, den Champagner auf acht Gläser zu verteilen und den Fernseher einzuschalten. Live vom Brandenburger Tor (wo ich vor Jahren einen Silvesterabend verbracht habe) sendete die ARD eine verlässliche Uhr samt Countdown in das behagliche Wohnzimmer unserer Freunde, wo wir uns um punkt null Uhr zuprosteten und einander umarmten. Ein Ritual, das zu pflegen wir jedes Jahr um die selbe Zeit mit Freunden zusammenkommen.

Der Schampus war noch nicht leergetrunken, da rumste und krachte, blitzte und zischte es draußen. Die Stadtbewohner kamen aus ihren Häusern und begrüßten 2010 mit Getöse und viel glitzerndem Lichterzauber. Hunderte Sterne aus Feuerwerk explodierten am Nachthimmel, Fontänen und Feuerräder sorgten für sprühende Atmosphäre am Boden.

Für eine Dreiviertelstunde, dann zwangen uns unsere kalten Nasen wieder hinein, wo wir das Spiel aus dem alten Jahr unbeirrt fortsetzten.

Und da sind wir, im Jahr 2010. Frohes neues Jahr!