Bei den Wikingern

Oh Mann, so eine Urlaubswoche geht ja rasend schnell vorbei… Die vergangene Woche haben wir in einem romantischen, reetgedeckten Ferienhaus an der dänischen Nordsee verbracht. Aufgrund des großen Projektes in meiner Firma konnte ich meinen Jahresurlaub erst so spät nehmen, und so ist der Sommerurlaub zu einem Spätherbst-Urlaub mutiert. Trotzdem haben wir es uns nicht nehmen lassen, uns am Meer einzuquartieren. Und Dank Kamin, Sauna und Whirlpool war uns das nasskalte Wetter sogar fast willkommen.

Wir haben viel Zeit im Haus verbracht. Die Stille war genau, was ich gebraucht habe nach einem hektischen Jahr. Wenn man den Atem anhielt, hörte man nicht das allerkleinste Geräusch. Fast ein wenig beunruhigend, wo wir es doch gewöhnt sind, dass überall immer irgendwelche Geräusche zu hören sind, die wir größtenteils nur noch unterbewusst wahrnehmen. Unser Haus bestand im Inneren fast nur aus Küche, was einer der Hauptgründe war, aus dem wir uns dafür entschieden haben. Wenn wir nicht gerade kochten, aßen oder Spaziergänge machten, spielten wir „Carcassonne“, ein Brettspiel, das wir uns bei unserem üblichen Zwischenstopp in Flensburg gekauft haben.

Die Siedlung um uns herum war nahezu menschenleer, lediglich zwei Häuser in der Gegend waren noch bewohnt. So machte es gar nichts, dass die Buchenhecke, die das Haus als Sichtschutz umrahmte, im Laufe der Woche die meisten ihrer goldgelben Blätter dem Herbst überlassen musste.

An einem der Tage haben wir unseren Drachen ausgepackt und sind an den Strand gefahren. Es war ein ausnahmsweise sonniger Tag mit viel Wind. Da wir in der Marzipanstadt sonst nie Drachen steigen lassen, haben wir uns einen billigen für zehn Euro zugelegt. Der Strand hinter einer ausgedehnten Dünenlandschaft war gut besucht. Ein Sturm war unter der Sonne aufgezogen und peitschte das Meer mit viel Kraft und Getöse auf den Strand. Ich hätte gern ein Foto vom Drachen geschossen, wie er am Himmel steht, nur gehalten von zwei Schnüren. Aber der Sturm hat ihn nach circa einer Minute fachmännisch in seine Bestandteile zerlegt, die daraufhin in Form von großen und kleinen Stangen vom Himmel fielen und rings um uns herum im Sand stecken blieben. Kurz darauf konnten wir auch den flatternden Rest nicht länger oben halten und legten eine ziemliche Bruchlandung hin. Erwähnte ich, dass das Meer aufgewühlt war?

Ebenso schnell, wie der Drache vom Himmel gefallen war, schien die Urlaubswoche zuende zu gehen. Flugs mussten wir die Koffer wieder packen, unser Hab und Gut zusammensammeln und den Heimweg antreten. Es ist immer ein komisches Gefühl zu wissen, dass nur wenige Stunden nach unserer Abreise irgendwelche fremden Leute in „unserem“ Haus wohnen werden. Da hilft nur eines: Wir müssen wieder hin. Vielleicht im April?

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Es gibt viel zu tun

Dieser Blog hat ein wenig Staub angesetzt, seit ich ihm zuletzt – wenn auch mit hitziger Feder – einen Eintrag hinzugefügt habe. Die vergangenen Wochen verhielten sich auch ziemlich ruhig. Meine Arbeitszeiten haben sich wieder auf über zehn Stunden pro Tag ausgedehnt und zu Hause fiel ich meistens erschöpft auf die Couch. Hinzu kommt die alles verschluckende Dunkelheit, die in jedem Jahr früher hereinzubrechen scheint. Der Oktober indes kommt nass und kalt daher, zuletzt mit Sturm und sogar vereinzelten Schneeschauern (hab ich gehört). Dabei kommt es mir so vor, als hätten wir den langen Winter gerade erst hinter uns.

An diesem Wochenende haben Engelchen und ich auch gleich viel zu tun. Da wir am kommenden Samstag unseren gemeinsamen Jahresurlaub antreten, bleibt nicht mehr viel Zeit, um die Wohnung herzurichten, eine Packliste zu schreiben, die Unterbringung der Kater in die Wege zu leiten und das Auto reiseklar zu machen. Am morgigen Sonntag bekommt es seine Winterpuschen. Dazu besuchen wir unseren Freund Nate in der Stadt mit den Hochhäusern. Am Montag wird das ESP repariert, das passiert dann allerdings in der Fachwerkstatt. Und dann ist er wieder fit. Heute noch besuchen wir zwei Freunde auf der anderen Seite der Marzipanstadt. Wir bauen den Reisekratzbaum für unsere beiden Racker auf, den wir gestern gekauft und ins Auto gestopft haben. Der Abend wird sich dann – so ist es geplant – mit Spiel und Spaß weiterentwickeln.

Ach ja: In der nächsten Woche, knapp vor unserer Reise, bekomme ich noch eine neue Brille. An einem der verregneten letzten Nachmittage habe ich einen Sehtest gemacht. Der Optiker hat festgestellt, was ich schon länger bemerkt hatte: Meine Sehkraft hat in den letzten zwei Jahren deutlich nachgelassen. Nach den vielen Monaten, die ich am Bildschirm verbracht habe, ist das aber auch kein Wunder. Und so habe ich mir also gleich eine neue Brille ausgesucht, die hoffentlich bis zum kommenden Freitag da ist.

Hey, gerade bekomme ich eine SMS von meiner Packstation. „How to train your dragon“ ist angekommen – mein Film des Jahres! Auf Deutsch heißt der Film „Drachenzähmen leicht gemacht“, aber alle gucken immer komisch, wenn ich von dem Film mit diesem Titel erzähle… Egal. Ich werde jetzt schnell unter die Dusche springen, meinen Engel aus dem Bett kitzeln und dann geht das betriebsame Wochenende los…

Deutschland 21?

Mein Blog ist kein politischer und soll möglichst auch keiner werden. Was sich in Stuttgart zurzeit zuträgt, finde ich allerdings überaus beunruhigend. Die Diskussion um ein Bahnhofsprojekt in einer Stadt, die rund 700 Kilometer entfernt ist, berührt mich eigentlich nicht besonders. Von einem neuen Bahnhof, der Baden-Württemberg voran bringen soll, habe ich in Schleswig-Holstein nicht mehr und nicht weniger als die meisten in Deutschland. Aber wie der Wille vieler tatsächlich davon betroffener Menschen mit Füßen getreten, mit Tränengas bespritzt, mit Wasserkanonen beschossen und von der Polizei niedergeknüppelt wird, ist ein unhaltbarer Zustand. Und dass die Mächtigen unseres Staates im Namen des Volkes rohe Gewalt für angemessen und erforderlich halten, um Widerstand zu brechen und ihren Willen durchzusetzen, ist erbärmlich und aus meiner Sicht kriminell. Sich damit zu beruhigen, dass die Bürger durch „Aufklärung“ über das umstrittene Projekt bis zu den Landtagswahlen in Baden-Württemberg in einem halben Jahr „überzeugt“ werden können, ist nun blanker Hohn. Welche Art von Aufklärung soll das sein, die den Bürgern in Stuttgart das Projekt Stuttgart 21 näher bringen könnte? Aufklärung kann es höchstens für den Rest der Republik geben, denen ein Bahnhof in Stuttgart reichlich egal sein kann, die sich aber fragen müssen, was ihre eigene Meinung noch Wert ist, wenn sie eines Tages gebraucht wird. Und so demontiert sich eine weitere deutsche Partei im Namen des Volkes.

 

Federweißer und Zwiebelkuchen

Der Sommer scheint vorüber. Fast jeden Tag dieser Woche ist es dem Wetter gelungen, mich zu veräppeln. Ich blickte morgens aus dem Fenster, bewunderte den blauen Sommerhimmel mit unschuldigen weißen Schäfchenwolken, trat fünf Minuten später unten aus der Tür und stand im Regen – ohne Regenklamotten. Oder es regnete, als ich aus dem Fenster sah und ich zwängte mich in meine Regenkleidung, die unterwegs von der Sonne in eine Sauna verwandelt wurde…

Da der Herbst somit eingeläutet zu sein scheint, hat auch die Traubenernte begonnen. Zeit also für eine schöne Tradition, die in diesem Jahr von uns zum ersten Mal begangen wird: Frischer Federweißer und selbstgebackener Zwiebelkuchen. Zu diesem Anlass hatten wir zwei Freunde eingeladen. Den Federweißen aus dem Rheinland habe ich unter der Woche schon gekauft. Am Freitag besorgte ich alles Nötige für einen frischen Zwiebelkuchen und machte mich am frühen Abend ans Werk. Zuerst einen Hefeteig, der mir so gut gelungen ist wie selten (gutes Rezept!). Dann machte ich mich über ein Pfund Zwiebeln her, das ich heulend in kleine Würfel zerlegte und anschließend in der Pfanne dünstete. Als ich das ziemlich kleine Häufchen Zwiebeln in der Pfanne liegen sah, vermischt mit etwas Mehl, zog ich mir eine Jacke über und fuhr erneut zum Supermarkt, um einen fertigen Zwiebelkuchen als Reserve zu kaufen…

Um kurz nach acht trafen unsere Freunde ein. Der Kuchen war bereits im Ofen und verbreitete im Haus einen köstlichen Duft von gebratenen Zwiebeln und Speck. Der Federweiße, mit dem wir kurz darauf anstießen, war unglaublich fruchtig und prickelnd. Und obwohl auf der Flasche ein Alkoholgehalt von elf Volumenprozent angegeben ist, schmeckte das Getränk wie Traubenschorle. Lecker – aber tückisch! Und dann schrillte der Küchenwecker und nur eine Dreiviertelstunde später war der Zwiebelkuchen verputzt. Er ist mir zum Glück gut gelungen und die kleine Zwiebelmenge hat sich Dank Sahne und Eiern zu einer anständigen Menge vergrößert, so dass alle satt geworden sind, ohne den Fertigkuchen aus dem Kühlschrank holen zu müssen.

Zwiebelkuchen – eine Tradition beginnt

 

 

 

Märchenhaft

Schwerin ist von der Marzipanstadt nicht weit entfernt. Eine Autostunde, um einigermaßen genau zu sein. Plakate wiesen mich schon seit Wochen auf eine Veranstaltung unter dem Motto „Gartenromantik“ hin, die quasi den Abschluss des Schweriner Gartensommers bildet. Obwohl ich ein großer Gartenfan bin und soooooooo gern selbst einen eigenen hätte, haben wir die großartige Blütenpracht des Schweriner Sommers leider versäumt.

Es ist der Geburtstag meines Engels, den wir nicht eingepfercht in unserer Wohnung verbringen wollen. Nach dem Frühstück entschließen wir uns daher, Schwerin unseren ersten Besuch überhaupt abzustatten, um einen romantisch-botanischen Tag zu zweit zu verbringen. Unterwegs begegnen uns herausgeputzte Dörfer, deren Bewohner bekleidete Strohpuppen an die neue Straße gestellt haben. Ein Stück weiter grinst uns ein großes Strohschwein zu. Offenbar ist hier etwas im Busch, das entfernt an ein Erntedankfest erinnert, wenngleich es dafür eigentlich noch zu früh ist. Das ganze Dorf scheint auf den Beinen zu sein.

Nach einer Stunde erreichen wir Schwerin. Ich bin noch nie dort gewesen. Zunächst sieht es aus, wie jede andere Stadt auch: Eine große Straße liefert den Fernverkehr an, gesäumt von mal mehr und mal weniger uralten Häusern, dazwischen Autos ohne Ende und Verkehrsschilder, die einem die Sicht nehmen. Aber dann entdecke ich eine Straßenbahn, die aus einer der Seitenstraßen um die Ecke biegt, und sofort steigt die Stadt auf meiner Interessantheits-Skala mächtig an. Straßenbahnen faszinieren mich ungemein. Nicht technisch gesehen, natürlich, aber aus unerklärlich nostalgischen Gründen. Sie verbinden funktionale, moderne Städte mit der „guten alten Zeit“, die ich zwar nicht miterlebt habe, die aber in meiner Phantasie stets etwas Strahlendes, etwas Goldenes verströmt. Dieser Eindruck wurde durch das helle Sonnenlicht verstärkt, das die Stadt und seine historische Architektur mit etwas Märchenhaftem übergoss.

Die Straßenbahn, die auf Rasen zu fahren scheint, führt uns direkt zum Schloss, das mit seinen verspielten Türmchen und Zinnen am Schweriner See aufragt. Dort liegt das Ziel unseres heutigen Ausflugs, und so manövrieren wir unser blaues Auto auf einen der zahlreichen Parkplätze und machen uns auf die Socken. Je näher wir dem Schloss kommen, desto mehr erinnert es an ein Märchenschloss und fast erwarten wir einen Drachen, tief unten im Verließ, der einen sagenumwobenen Schatz bewacht oder königliche Reiter, die über die Brücke an uns vorbei preschen.

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Aber die Reiter sind Fahrradtaxen und das Schloss beherbergt keine Königsfamilie sondern den mecklenburgischen Landtag. Und so beginnen wir zunächst mit einer Runde um das Schloss, um die vielen Winkel und Spielereien zu betrachten und die kleinen Gärten zu bewundern, die liebevoll gestaltet und auf mehreren Ebenen in das Schlossgelände arrangiert worden sind. Da das Schloss selbst auf einer Insel liegt, ist das Areal trotz seiner Größe doch irgendwann begrenzt, und als wir uns den eigentlichen Schlossgarten ansehen wollen, stellen wir enttäuscht fest, dass das Gelände zugunsten einer Veranstaltung eintrittspflichtig abgesperrt ist. Da sich hinter der Absperrung mittelalterliche Aufführungen verbergen, die heute nicht unser Interesse finden, drehen wir einfach noch eine Runde um das Schloss, essen ein Eis und beobachten eine Braut, die die historische Kulisse für das Hochzeitsfoto ausgewählt hat.

Als die Sonne sich allmählich in die Hände dicker Wolken begibt, die hinter dem Schloss aufgezogen sind, machen wir uns langsam auf den Rückweg, bewundern noch einmal die Straßenbahn und sind bald wieder zurück in der Marzipanstadt. An unseren runden Füßen können wir spüren, dass wir tagsüber doch ein ganzes Stück gelaufen sind und sinken – flankiert von zwei schnurrenden Katern – erschöpft auf die rote Couch.

 

Phönixgrün

Normalerweise schreibe ich lieber nichts, als einen Eintrag über das Wetter, wenn nichts interessanteres passiert ist. Aber diesmal hat das Wetter einen sehr angenehmen Effekt…

Wir alle erinnern uns trotz des aktuellen Aprilwetters noch an die ausdauernde Hitze, ja sogar Dürreperiode, die nicht nur unser Land über Wochen in einen Glutofen verwandelt hatte. Kilometerlange Staus auf den Autobahnen zum Strand, überhitzte Bahnreisende und Waldbrände, die russische Atomkraftwerke bedrohen. Nach einiger Zeit haben wir aufgehört, den Rasen hinter dem Haus zu wässern, weil wir nicht mehr gegen die sengende Sonne ankamen. In der Folge verwandelte sich das Gras und bald darauf selbst das widerspenstigste Unkraut überall in verdörrte braune Strunken. Tagsüber ließen wir alle Rollos und Jalousien geschlossen, damit sich unser Heim nicht so aufheizt. Selbst die beiden Kater vermieden zu der Zeit jede unnötige Bewegung.

Aber irgendwann schoben sich rettende dunkle Wolken vor die Sonne und nach ein paar Tagen Anlaufzeit begannen sie damit, die verbrannte Erde mit Regen zu begießen. Zuerst nur wenig, aber dann mehr und mehr. Unsere Straße verwandelte sich in einen reißenden Strom, der Dank funktionierender Kanalisation schnell abfließen konnte. Und nur eine, vielleicht anderthalb Wochen später, als ich wie jeden Morgen auf dem Arbeitsweg am Stadtpark vorüberradelte, konnte ich es sehen: Dort, wo zuvor die Sonne das Gras verbrannt hatte, sprossen überall frische Grashalme aus dem gewässerten Boden. Das Gras bedeckte auf einmal wieder den ganzen Parkboden wie ein leuchtender, grüner Teppich. Frühling – mitten im Sommer!

Cineastische Naherholung

Ich war mal wieder im Kino. Gestern Nachmittag, nach einem stressigen, wenn auch kurzen Arbeitstag, schwang ich mich hinter das Steuer meines blauen Autos und fuhr nach Hamburg. Die Stadt ist quasi so etwas wie mein Wahl-Naherholungs-Ort, und weil ich mich ständig erholen muss, bin ich dort ständig zu Gast.

Die Autobahn war erstaunlich frei, nicht einmal die drei langen Baustellen sorgten für nennenswerte Behinderungen (jedenfalls nicht in meiner Richtung). Und so kam ich etwas früher als verabredet bei meinen Freunden in Ohlsdorf an. Nur wenig später kam auch mein Freund dazu, der ganz in der Nähe arbeitet. Bis zum Filmstart hatten wir noch so viel Zeit, dass wir einen frischen Pizzaboden mit allerlei Köstlichkeiten belegen, backen und auch noch verspeisen konnten. Na gut, zuletzt mussten wir uns schon ein wenig sputen und so eilten wir schnellen Schrittes zur U-Bahn-Station und lösten ein Gruppenticket.

Das Kino war gut besucht, und erst die Snackstände! Es dauerte eine halbe Ewigkeit, bis ich meine überteuerten aber obligatorischen M&Ms in Händen hielt. So präpariert suchten wir uns den hübschesten Ticket-Reißer und gleich darauf unsere Plätze. Wir hatten bereits zehn Minuten der Werbung versäumt und schoben uns im Halb- bis Ganzdunkel durch unsere Sitzreihe, um unsere Plätze ganz in der Mitte einzunehmen.

Der Film hat mich ziemlich überrascht. Ich hatte zuvor von diversen Leuten gehört, der Film sei der Hammer. Er wurde sogar so hoch gelobt, dass ich mir Sorgen um meine Objektivität machte und versuchte, meine Erwartungen herunter zu schrauben (was natürlich nicht wirklich funktioniert). Viele haben den Film bereits zwei oder drei Mal gesehen, und das werde ich wohl auch tun (zumindest ein zweites Mal). Der Film hat mir trotz meiner hohen Erwartungen und trotz DiCaprio (ich mag ihn nicht besonders) sehr gut gefallen. Man muss die ganze Zeit sehr aufpassen, um nicht den Anschluss zu verlieren. Um die vielen, vielen Details und verwobenen Handlungen nachvollziehen und verstehen zu können, bietet sich tatsächlich ein weiterer Besuch an. Der Film hat Überlänge und eine Pause mittendrin. (Ich bin übrigens dafür, dass nach einer Pause die letzten zweidrei Minuten des Films wiederholt werden, damit man sich an das erinnert, was zuletzt passiert ist.)

Das Ende hat mir besonders gut gefallen und hat hier und dort Szenenapplaus bekommen. Wer während des Films aufgepasst hat, erwartet in der letzten Szene die Auflösung einer zentralen Frage…… Sehr empfehlenswerter Film mit Leonardo DiCaprio, Joseph Gordon-Lewitt (Latter Days), Ellen Page (Juno), Cillian Murphy (Batman Begins) und Michael Caine.

 

Filmstars

Durch einen australischen Blogstar wurde ich heute auf einen Film aufmerksam, der hierzulande wohl am 26. August starten soll: Ich & Orson Welles. Es handelt sich einmal mehr um eine klassische Geschichte über ebenso klassische Theater-Liebe. Aber gerade diese klassischen Themen begeisterten mich in diesem Jahr im Kino am meisten.

Der Film spielt in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts. Christian McKay spielt den aufstrebenden Theater-Mogul Orson Welles, der das schauspielerische Talent des jungen Richard (gespielt von Zac Efron) entdeckt. Tja, ehrlich gesagt wollte ich mir die Geschichte nicht vorwegnehmen und habe deshalb keine Ahnung, worum genau es geht. Aber für einen ersten Eindruck reicht ja der Trailer. Den Film werde ich mir auf jeden Fall ansehen.

 

Von Bienen und Blumen

Anlässlich des Christopher-Street-Days in Hamburg hat sich das maulige Wetter der vergangenen Tage besonnen und seine strahlendste Seite gezeigt. Schon beim Aufwachen am frühen Morgen zeichnete sich ein herrlicher Tag ab. Um kurz vor neun Uhr strampelte ich die warme Bettdecke von mir, hüpfte aus dem Bett in die Dusche und versuchte, meinem Dreitagebart eine salonfähige Form zu geben.

Um kurz nach zehn Uhr waren mein Engel und ich schon auf der Autobahn in die benachbarte Hansestadt. Um elf Uhr waren wir mit Will und Rike verabredet und pünktlich um 12 Uhr erreichten wir das hintere Ende der Parade. Die laute Musik war schon an der U-Bahn-Station zu hören gewesen. An den Paradetrucks vorbei drängten wir uns bis an die Spitze des noch stehenden Zuges, um auch alles sehen zu können. Es war ein bunter Reigen aus Drachen, Torten, Fußballern, Polizisten, Pferden (keine echten, natürlich), Bienen und vielem mehr.

Wie in jedem Jahr startete die Parade in der Langen Reihe im Stadtteil Sankt Georg. Es dauerte eine ganze Weile, bis sich die Massen in Bewegung setzten. Wir ließen fast alle Wagen passieren, ehe Engelchen und ich uns einreihten und den langen Marsch begannen. Es war schon fast ein Uhr, als wir den Hauptbahnhof links liegen ließen und es verging nochmal eine halbe Stunde, bis wir den Steindamm beschritten und zu einer Pause in der schattigen Mönckebergstraße angelangt waren. Bis hierher gab es einiges zu sehen, nicht nur Bienchen und Blümchen… Die Pause geriet zuweilen etwas lang, insbesondere, als ein paar Teeniemädchen untereinander einen Kreisch-Wettbewerb veranstalteten. Ehrlich, wer da noch nicht schwul war…

Gegen 16 Uhr erreichten wir den Jungfernstieg, wo wir auch wieder mit Will und Rike zusammentrafen. Respekt übrigens für all die Jungs und Männer in High-Heels! Mir taten in meinen flachen Turnschuhen schon nach der halben Strecke die Füße weh!

Leider blieb uns nicht mehr viel Zeit, weil ich in der Marzipanstadt noch etwas zu erledigen hatte. Das Straßenfest mussten wir also sausen lassen. Und so verließen wir Hamburg wieder über die Autobahn mit jeder Menge Fotos im Gepäck.

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