Der Kampf ums Frühstück

Also die Novembergrippe ist soweit auskuriert. Den verbliebenen und ziemlich hartnäckigen Schnupfen schreiben wir einer hintergründigen Erkältung zu, die angesichts der rasant gefallenen Temperaturen aber auch nicht so richtig überraschend ist. Inzwischen ist der erste Schnee des heranrollenden Winters gefallen, hier in der Marzipanstadt allerdings nur in harmlosem Gekrümel, der sich inzwischen nur noch vor dem eisigen Wind hinter dicken nackten Bäumen versteckt.

Gestern Abend waren wir im Kino, um „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ zu sehen, der schon vor etwas über einer Woche angelaufen ist. Überraschenderweise gibt es den Film noch nicht in 3D zu sehen, offiziell, weil die Version bis zum Kinostart nicht in guter Qualität fertiggestellt werden konnte. Ich glaube ja, dass vor dem nächsten Teil noch eine 3D-Version ins Kino kommt. Und wie ich uns kenne, werden wir auf diesen ziemlich offensichtlichen Trick hereinfallen und ihn uns nochmal ansehen, denn der Film hat uns gut gefallen. Er ist tatsächlich nochmals düsterer geworden. Gemessen daran, was ich aus dem Buch noch kenne, hatte ich das Gefühl, dass sich der Film diesmal sehr eng an der Vorlage orientiert. Vermisst haben wir nichts. Die Produzenten haben sich viel Zeit gelassen, die Geschichte zu erzählen. Obwohl der siebte Harry-Potter-Band in zwei Filme aufgeteilt wurde, hatte schon der erste Teil Überlänge, ohne, dass Langeweile aufkam. Der zweite Teil soll dann im Sommer 2011 in die Kinos kommen und wir freuen uns schon darauf.

Heute Morgen Mittag nach dem Aufstehen knurrte mir der Magen, und weil unser Vorratsschrank nichts mehr hergab, beschlossen wir, in der Innenstadt zu frühstücken. Im CaféArt gibt es ein obergeniales Frühstück mit allem Drum und Dran. Leider war es nicht einfach, dorthin zu gelangen, denn die Marzipanstadt ist nicht sehr autofreundlich und hat ein enormes Parkplatzproblem (genaugenommen ist sie auch nicht besonders fußgänger- und schon gar nicht radfahrerfreundlich…). Na jedenfalls waren heute Mittag alle Parkhäuser in der City belegt, die innenstadtnahen Parkplätze natürlich sowieso besetzt und überhaupt die gesamte Verkehrssituation ein einziger Graus. Wir stellten unser Auto schließlich so weit außerhalb ab, dass wir genauso gut von zu Hause aus hätten laufen können. Aber so ein Spaziergang bei minus drei Grad ist ja auch mal ganz erfrischend. Nach einer geschlagenen Stunde kamen wir im CaféArt an und suchten uns einen Tisch in Heizungsnähe, um unser köstliches Frühstück zu genießen. Das klappte auch ganz gut, Kaffee und Kakao dufteten köstlich, die warmen Brötchen und die Unmengen von Aufschnitt, Marmelade und Honig ließen einem das Wasser im Munde zusammenlaufen. Bis sich zwei Tische weiter zwei Frauen ihre Zigaretten anzündeten. Es dauerte nicht lange, da war der Kaffeeduft verschwunden, und auch jeder andere Wohlgeruch löste sich in blauen Dunst auf. Vermutlich hatten wir den Hinweis übersehen, dass es sich um ein Raucherlokal handelt. Wir beendeten das Frühstück sodann recht schnell und waren bald froh, wieder an der frischen Luft zu sein. Von einem Hinweis auf ein Raucherlokal jedoch fehlte jede Spur. Schade.

Ich finde, eine Ecke zum Rauchen in einem Restaurant ist
wie eine Ecke zum Pissen in einem Pool.

 

Novembergrippe

Das wird ein kurzer Eintrag. Engel und mich hat es umgehauen und solidarisch haben wir uns verkrochen, um unsere Novembergrippe zu kurieren. Gerade kommen wir von der überfüllten Apotheke und haben uns mit Hustenlöser, Halspastillen und Erkältungsbad ausgerüstet. Leider ist ein Treffen mit Freunden am Wochenende dafür ausgefallen. Aber immerhin haben wir jetzt viel Zeit zum Lesen, zu mehr scheint der graue November im Moment eh nicht zu gebrauchen zu sein.

 

Bei den Wikingern

Oh Mann, so eine Urlaubswoche geht ja rasend schnell vorbei… Die vergangene Woche haben wir in einem romantischen, reetgedeckten Ferienhaus an der dänischen Nordsee verbracht. Aufgrund des großen Projektes in meiner Firma konnte ich meinen Jahresurlaub erst so spät nehmen, und so ist der Sommerurlaub zu einem Spätherbst-Urlaub mutiert. Trotzdem haben wir es uns nicht nehmen lassen, uns am Meer einzuquartieren. Und Dank Kamin, Sauna und Whirlpool war uns das nasskalte Wetter sogar fast willkommen.

Wir haben viel Zeit im Haus verbracht. Die Stille war genau, was ich gebraucht habe nach einem hektischen Jahr. Wenn man den Atem anhielt, hörte man nicht das allerkleinste Geräusch. Fast ein wenig beunruhigend, wo wir es doch gewöhnt sind, dass überall immer irgendwelche Geräusche zu hören sind, die wir größtenteils nur noch unterbewusst wahrnehmen. Unser Haus bestand im Inneren fast nur aus Küche, was einer der Hauptgründe war, aus dem wir uns dafür entschieden haben. Wenn wir nicht gerade kochten, aßen oder Spaziergänge machten, spielten wir „Carcassonne“, ein Brettspiel, das wir uns bei unserem üblichen Zwischenstopp in Flensburg gekauft haben.

Die Siedlung um uns herum war nahezu menschenleer, lediglich zwei Häuser in der Gegend waren noch bewohnt. So machte es gar nichts, dass die Buchenhecke, die das Haus als Sichtschutz umrahmte, im Laufe der Woche die meisten ihrer goldgelben Blätter dem Herbst überlassen musste.

An einem der Tage haben wir unseren Drachen ausgepackt und sind an den Strand gefahren. Es war ein ausnahmsweise sonniger Tag mit viel Wind. Da wir in der Marzipanstadt sonst nie Drachen steigen lassen, haben wir uns einen billigen für zehn Euro zugelegt. Der Strand hinter einer ausgedehnten Dünenlandschaft war gut besucht. Ein Sturm war unter der Sonne aufgezogen und peitschte das Meer mit viel Kraft und Getöse auf den Strand. Ich hätte gern ein Foto vom Drachen geschossen, wie er am Himmel steht, nur gehalten von zwei Schnüren. Aber der Sturm hat ihn nach circa einer Minute fachmännisch in seine Bestandteile zerlegt, die daraufhin in Form von großen und kleinen Stangen vom Himmel fielen und rings um uns herum im Sand stecken blieben. Kurz darauf konnten wir auch den flatternden Rest nicht länger oben halten und legten eine ziemliche Bruchlandung hin. Erwähnte ich, dass das Meer aufgewühlt war?

Ebenso schnell, wie der Drache vom Himmel gefallen war, schien die Urlaubswoche zuende zu gehen. Flugs mussten wir die Koffer wieder packen, unser Hab und Gut zusammensammeln und den Heimweg antreten. Es ist immer ein komisches Gefühl zu wissen, dass nur wenige Stunden nach unserer Abreise irgendwelche fremden Leute in „unserem“ Haus wohnen werden. Da hilft nur eines: Wir müssen wieder hin. Vielleicht im April?

Klicke für mehr Bilder.