Donnerwetter

Am Freitagabend war es mit dem herrlichen Wetter vorerst vorbei. Zum Glück hatte ich noch am Morgen die Krokuswiese im Stadtpark besucht, denn am Abend brach ein Donnerwetter über die Marzipanstadt herein! Na ja, ich gebe zu, das klingt dramatischer, als es war. Aber weil wir schon seit Monaten kein Gewitter mehr hatten, war ich tief beeindruckt. Aber weil mich Gewitter immer tief beeindrucken, heißt das auch nichts… Kurz gesagt: Es hat geschüttet wie aus Eimern und seit Silvester hat der Himmel nicht mehr so ein Feuerwerk erlebt.

Heute ist übrigens der 18. Geburtstag meines jüngsten Bruders.

*HAPPY BIRTHDAY, DENNIS!*

Gemein, dass man ihm durch die Zeitumstellung eine Stunde davon geklaut hat!

Abgesehen davon war das Wochenende bis zum heutigen Abend ereignislos. Wir haben uns zumeist von der Couch aus von den Strapazen der Woche erholt. Nur heute Abend haben wir uns mal vor die Tür getraut und sind ins Kino in die Innenstadt gefahren. Heute haben wir uns „Drachenzähmen leicht gemacht“ angesehen. Dreamworks hat sich für diesen Film mächtig ins Zeug gelegt und das hat sich gelohnt. Neben „Avatar“ ist der Film von null auf hundert in die Riege meiner Lieblingsfilme eingeschlagen! Tolles Erzähltempo, super animierte Figuren, was für’s Herz, was mit ordentlich Wumms, toller Soundtrack und das ganze in 3D. Wieder mal ein gelungener Kinoabend! Den Film kann ich auf jeden Fall empfehlen. Schade nur, dass der Saal mit rund 20, vielleicht 30 Leuten alles andere als gefüllt war…

 

Der Frühling hat’s eilig

Es ist erst zwei oder vielleicht drei Wochen her, dass ich bei minus acht Grad von der Marzipan- in die Landeshauptstadt gefahren bin. Schneeberge zierten die Straßenränder und Seen wie Flüsse waren von einer dicken Eisschicht überzogen. Das ist jetzt vorbei. Seit einer Woche herrschen zweistellige Temperaturen und die Sonne gibt ihr bestes. Die Winterjacke ist in der hintersten Schrankecke verstaut. Mütze, Schal und Handschuhe sind in der Winterkiste verschwunden. Seit zwei Tagen ist auch endlich mein weißes Fahrrad mit einem neuen Hinterreifen versehen, so dass sich mein Arbeitsweg wieder um 20 Minuten reduziert hat. Und so radele ich morgens, wenn die Sonne bereits ihre Kraft entfaltet, am Stadtpark vorbei, der zur Zeit wieder von tausenden Krokusblüten beherrscht wird. Junge Bienen hüpfen von gelben zu lilafarbenen zu weißen Blütenkelchen und Vögel balzen in den knospenden Baumkronen um die Wette. Heute Abend ist starker Regenfall vorhergesagt, der dem Blütenmeer vielleicht ebenso schnell den Garaus macht, wie es aus dem Boden geschossen ist. Der Frühling hat es diesem Jahr besonders eilig…

Krokusblüte

rain on the rocks

Jetzt, da der Winter langsam auf dem Rückzug ist und der bunte Kalender an der Wand baldigen Frühling prophezeit, während im Stadtpark Krokusspitzen die Vorhut der Frühblüher bilden und die Sommervögel dem Süden ungeduldig die kalte Schulter zeigen, jetzt gehe ich Eislaufen…

Lacarian an the rocks

Am Samstag bin ich nach einer recht schlaflosen Nacht am frühen Morgen aufgestanden und ins Büro gefahren. Nach zwei Fachseminaren in der letzten Woche war viel Arbeit liegengeblieben, und so nutzte ich den ruhigen Vormittag, um einiges aufzuarbeiten. Gegen Mittag stieg ich in den Bus der Linie 11 und fuhr wieder nach Hause, wo mein Engel grad von einer gemeinen Erkältung geplagt wird. Ich überließ ihn bald der fürsorglichen Obhut zweier schläfriger Kater und fuhr mit meinem montebello-blauen Auto über die Autobahn nach Hamburg. Unterwegs ergoss sich der eine oder andere kalte Schauer aus dicken grauen Wolken und wollte mir die Vorfreude aufs Eislaufen vermiesen. Ich ignorierte die Anzeichen und drückte aufs Gas. In Hamburg angekommen wurde ich herzlich von den entmutigten Blicken meiner Freunde empfangen. Fest entschlossen machten wir uns dennoch bald zu dritt auf den Weg, teilten uns ein Neun-Uhr-Ticket und stiegen auf der Mönckebergstraße wieder aus. Der Nieselregen von kurz zuvor legte sich mächtig ins Zeug und putzte sich zu einem prasselnden Landregen heraus. In zwei großen Geschäften für Unterhaltungselektronik und einem bonbonrosafarbenen Café stellten wir uns für eine Weile unter, noch unsicher, ob wir noch so fest entschlossen wie am Anfang waren. Nach zuckersüßen Heißgetränken waren wir endlich so weit: Wir verließen das Café, verschlossen die Augen vor dem Regen und stiefelten dick eingemummelt zur nächsten U-Bahn.

Selbst, als wir in unsere Schlittschuhe geschlüpft waren und erste unsichere Schritte auf das weiße Eis taten, waren uns die Nieselwolken, die stürmisch an den Flutlichtern vorbeiwehten, ziemlich egal. Die winzigen Sprühregentröpfchen kristallisierten auf der gefrorenen Fläche, und als wir bald engelsgleich dahinglitten, glitzerten sie wie winzige Diamanten zu unseren Füßen. Wegen der üblen meteorologischen Vorzeichen hatten wir zum Eislaufen jede Menge Platz, denn die meisten Hanseaten wärmten sich lieber am heimischen Herd. Luschen! Nach anderthalb zugegeben recht wackeligen Stunden waren wir fix und fertig und tauschten die Schlittschuhe wieder gegen flache Stiefel. Weil es nach einer Viertelstunde auf dem Eis zu regnen aufgehört hatte, waren wir froh, dass wir so entschlossen gewesen waren. Es hat wirklich Spaß gemacht (auch wenn mir heute, am Tag danach, wirklich alles wehtut!). Gegen halb eins oder so löste ich die Kater bei der Krankenpflege ab, bevor ich kurz darauf in tiefen Schlaf dahinglitt…

 

Ab mit dem Kopf!

Wenn die Herz-Königin mal wieder jemanden den Kopf kostet, ist sie übel gelaunt. Und eigentlich ist sie das immer. Wir waren schon wieder im Kino (müssen wohl die Durststrecke der letzten Monate kompensieren). „Alice im Wunderland“ ist eine Geschichte, die ich schon seit meiner Kindheit kenne (so, wie vermutlich die meisten). Heute Abend kam sie in einer Aufmachung von Tim Burton daher, dem amtierenden Meister der skurrilen Kuriositäten. Leider, leider lief der Film im Marzipan-Kino nicht in 3D (wie doch die Ansprüche wachsen…). Umgehauen hat er uns alsdann auch nicht, geschweige denn uns zu Sprachlosigkeit hingerissen. Wie für Burton üblich, ist der Film stilistisch auf die künstlerische Spitze getrieben, eine gehörige Portion „Spleen“ vermischt mit fein säuberlich hergerichtetem Bühnenbild und natürlich ein ganzer Wald von Burton-Bäumen.

Auf Seiten der Schauspieler gab es keine Überraschungen. Burton-Gattin Helena als „Die Herz-Königin“ war ebenso von der Partie wie Burton-Chamäleon Johnny als „Der Hutmacher“. Auch musikalisch ging er kein Risiko ein und griff auf seinen bewährten Hofkomponisten Elfman zurück. Die bislang unbekannte Darstellerin der „Alice“, Mia Wasikowska, erinnerte an Gwyneth Paltrow.

Insgesamt ein gewollt überzeichneter Film mit einer bekannten Story und einer glänzenden Helena Bonham Carter. Unser Urteil: Einmal ansehen und dann: Ab mit dem Kopf!