Phönixgrün

Normalerweise schreibe ich lieber nichts, als einen Eintrag über das Wetter, wenn nichts interessanteres passiert ist. Aber diesmal hat das Wetter einen sehr angenehmen Effekt…

Wir alle erinnern uns trotz des aktuellen Aprilwetters noch an die ausdauernde Hitze, ja sogar Dürreperiode, die nicht nur unser Land über Wochen in einen Glutofen verwandelt hatte. Kilometerlange Staus auf den Autobahnen zum Strand, überhitzte Bahnreisende und Waldbrände, die russische Atomkraftwerke bedrohen. Nach einiger Zeit haben wir aufgehört, den Rasen hinter dem Haus zu wässern, weil wir nicht mehr gegen die sengende Sonne ankamen. In der Folge verwandelte sich das Gras und bald darauf selbst das widerspenstigste Unkraut überall in verdörrte braune Strunken. Tagsüber ließen wir alle Rollos und Jalousien geschlossen, damit sich unser Heim nicht so aufheizt. Selbst die beiden Kater vermieden zu der Zeit jede unnötige Bewegung.

Aber irgendwann schoben sich rettende dunkle Wolken vor die Sonne und nach ein paar Tagen Anlaufzeit begannen sie damit, die verbrannte Erde mit Regen zu begießen. Zuerst nur wenig, aber dann mehr und mehr. Unsere Straße verwandelte sich in einen reißenden Strom, der Dank funktionierender Kanalisation schnell abfließen konnte. Und nur eine, vielleicht anderthalb Wochen später, als ich wie jeden Morgen auf dem Arbeitsweg am Stadtpark vorüberradelte, konnte ich es sehen: Dort, wo zuvor die Sonne das Gras verbrannt hatte, sprossen überall frische Grashalme aus dem gewässerten Boden. Das Gras bedeckte auf einmal wieder den ganzen Parkboden wie ein leuchtender, grüner Teppich. Frühling – mitten im Sommer!

Cineastische Naherholung

Ich war mal wieder im Kino. Gestern Nachmittag, nach einem stressigen, wenn auch kurzen Arbeitstag, schwang ich mich hinter das Steuer meines blauen Autos und fuhr nach Hamburg. Die Stadt ist quasi so etwas wie mein Wahl-Naherholungs-Ort, und weil ich mich ständig erholen muss, bin ich dort ständig zu Gast.

Die Autobahn war erstaunlich frei, nicht einmal die drei langen Baustellen sorgten für nennenswerte Behinderungen (jedenfalls nicht in meiner Richtung). Und so kam ich etwas früher als verabredet bei meinen Freunden in Ohlsdorf an. Nur wenig später kam auch mein Freund dazu, der ganz in der Nähe arbeitet. Bis zum Filmstart hatten wir noch so viel Zeit, dass wir einen frischen Pizzaboden mit allerlei Köstlichkeiten belegen, backen und auch noch verspeisen konnten. Na gut, zuletzt mussten wir uns schon ein wenig sputen und so eilten wir schnellen Schrittes zur U-Bahn-Station und lösten ein Gruppenticket.

Das Kino war gut besucht, und erst die Snackstände! Es dauerte eine halbe Ewigkeit, bis ich meine überteuerten aber obligatorischen M&Ms in Händen hielt. So präpariert suchten wir uns den hübschesten Ticket-Reißer und gleich darauf unsere Plätze. Wir hatten bereits zehn Minuten der Werbung versäumt und schoben uns im Halb- bis Ganzdunkel durch unsere Sitzreihe, um unsere Plätze ganz in der Mitte einzunehmen.

Der Film hat mich ziemlich überrascht. Ich hatte zuvor von diversen Leuten gehört, der Film sei der Hammer. Er wurde sogar so hoch gelobt, dass ich mir Sorgen um meine Objektivität machte und versuchte, meine Erwartungen herunter zu schrauben (was natürlich nicht wirklich funktioniert). Viele haben den Film bereits zwei oder drei Mal gesehen, und das werde ich wohl auch tun (zumindest ein zweites Mal). Der Film hat mir trotz meiner hohen Erwartungen und trotz DiCaprio (ich mag ihn nicht besonders) sehr gut gefallen. Man muss die ganze Zeit sehr aufpassen, um nicht den Anschluss zu verlieren. Um die vielen, vielen Details und verwobenen Handlungen nachvollziehen und verstehen zu können, bietet sich tatsächlich ein weiterer Besuch an. Der Film hat Überlänge und eine Pause mittendrin. (Ich bin übrigens dafür, dass nach einer Pause die letzten zweidrei Minuten des Films wiederholt werden, damit man sich an das erinnert, was zuletzt passiert ist.)

Das Ende hat mir besonders gut gefallen und hat hier und dort Szenenapplaus bekommen. Wer während des Films aufgepasst hat, erwartet in der letzten Szene die Auflösung einer zentralen Frage…… Sehr empfehlenswerter Film mit Leonardo DiCaprio, Joseph Gordon-Lewitt (Latter Days), Ellen Page (Juno), Cillian Murphy (Batman Begins) und Michael Caine.

 

Filmstars

Durch einen australischen Blogstar wurde ich heute auf einen Film aufmerksam, der hierzulande wohl am 26. August starten soll: Ich & Orson Welles. Es handelt sich einmal mehr um eine klassische Geschichte über ebenso klassische Theater-Liebe. Aber gerade diese klassischen Themen begeisterten mich in diesem Jahr im Kino am meisten.

Der Film spielt in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts. Christian McKay spielt den aufstrebenden Theater-Mogul Orson Welles, der das schauspielerische Talent des jungen Richard (gespielt von Zac Efron) entdeckt. Tja, ehrlich gesagt wollte ich mir die Geschichte nicht vorwegnehmen und habe deshalb keine Ahnung, worum genau es geht. Aber für einen ersten Eindruck reicht ja der Trailer. Den Film werde ich mir auf jeden Fall ansehen.

 

Von Bienen und Blumen

Anlässlich des Christopher-Street-Days in Hamburg hat sich das maulige Wetter der vergangenen Tage besonnen und seine strahlendste Seite gezeigt. Schon beim Aufwachen am frühen Morgen zeichnete sich ein herrlicher Tag ab. Um kurz vor neun Uhr strampelte ich die warme Bettdecke von mir, hüpfte aus dem Bett in die Dusche und versuchte, meinem Dreitagebart eine salonfähige Form zu geben.

Um kurz nach zehn Uhr waren mein Engel und ich schon auf der Autobahn in die benachbarte Hansestadt. Um elf Uhr waren wir mit Will und Rike verabredet und pünktlich um 12 Uhr erreichten wir das hintere Ende der Parade. Die laute Musik war schon an der U-Bahn-Station zu hören gewesen. An den Paradetrucks vorbei drängten wir uns bis an die Spitze des noch stehenden Zuges, um auch alles sehen zu können. Es war ein bunter Reigen aus Drachen, Torten, Fußballern, Polizisten, Pferden (keine echten, natürlich), Bienen und vielem mehr.

Wie in jedem Jahr startete die Parade in der Langen Reihe im Stadtteil Sankt Georg. Es dauerte eine ganze Weile, bis sich die Massen in Bewegung setzten. Wir ließen fast alle Wagen passieren, ehe Engelchen und ich uns einreihten und den langen Marsch begannen. Es war schon fast ein Uhr, als wir den Hauptbahnhof links liegen ließen und es verging nochmal eine halbe Stunde, bis wir den Steindamm beschritten und zu einer Pause in der schattigen Mönckebergstraße angelangt waren. Bis hierher gab es einiges zu sehen, nicht nur Bienchen und Blümchen… Die Pause geriet zuweilen etwas lang, insbesondere, als ein paar Teeniemädchen untereinander einen Kreisch-Wettbewerb veranstalteten. Ehrlich, wer da noch nicht schwul war…

Gegen 16 Uhr erreichten wir den Jungfernstieg, wo wir auch wieder mit Will und Rike zusammentrafen. Respekt übrigens für all die Jungs und Männer in High-Heels! Mir taten in meinen flachen Turnschuhen schon nach der halben Strecke die Füße weh!

Leider blieb uns nicht mehr viel Zeit, weil ich in der Marzipanstadt noch etwas zu erledigen hatte. Das Straßenfest mussten wir also sausen lassen. Und so verließen wir Hamburg wieder über die Autobahn mit jeder Menge Fotos im Gepäck.

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Urlaub

Nach fast einem Jahr ist es endlich wieder so weit: Ich habe Urlaub! Eine Woche zwar nur, aber das ist immerhin ein kleiner Anfang. Blöd nur, dass mein Engel arbeiten muss. Er hatte im Juni Urlaub, als ich nicht konnte und er hat im September Urlaub, wenn ich wieder nicht kann. Erst im November haben wir zwei deckungsgleiche freie zwei Wochen, die wir wie gewohnt an der dänischen Nordsee verbringen werden. Nur mein Hase, ich, prasselndes Kaminfeuer und unendlich viel Ruhe.

Eigentlich wollten wir im September an einem Wochenende in unsere Lieblingsmetropole nach Kopenhagen. Stattdessen haben wir uns gestern einen Fernseher gekauft. Das Schnäppchen bei Marktkauf war leider schon ausverkauft (innerhalb von zwei Stunden…?). Aber weil wir nun unbedingt einen haben wollten, sind wir in einen Elektronikmarkt gefahren und haben uns einen LCD-HD-Fernseher gekauft. Du meine Güte, kann man da Geld lassen!! Ein Vor(Ver)führgerät hat uns richtig heiß gemacht, wenngleich wir wussten, dass wir die Schärfe eines 2.300-Euro-Fernsehers mit unserem Budget wohl nicht erwarten durften.

Den heutigen Urlaubsmorgen habe ich ganz untypisch mit einem klingelnden Wecker begonnen. Ich hatte mich mit meinem Trainingspartner zum Frühsport im Fitnessstudio verabredet. Natürlich erschien mir die Idee heute Morgen um acht Uhr völlig widersinnig, während ich völlig verknubbelt ins Bad stolperte. Nicht mal die Kater wollten mit aufstehen und schlummerten nach einem irritierten Blick einfach weiter. Aber wie immer tat die Bewegung und die Anstrengung wirklich gut (auch, wenn ich auf dem Laufband ziemlich versagt habe).