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Die erste Monatshälfte ist gerade rum. Die ersten beiden Wochen verbrachte ich viele Tage mit dem Meldewesen. Ich erschien morgens in aller Frühe im Büro und war erst abends recht spät wieder zu Hause. Die Arbeit ist im Moment spannend wie inhaltsreich, und trotzdem bin ich abends froh, wenn ich mich im Dunkeln auf mein weißes Bike schwinge und heimwärts radele. In der vergangenen Woche war mein Terminkalender schon ziemlich voll – so voll, dass ich abends kaum mehr zum Lesen der „Märchen von Beedle dem Barden“ komme, die mir mein Freund zu Weihnachten geschenkt hat…

Montagabend stand der nächste Zahnarztbesuch auf dem Programm. Nachdem in der Woche zuvor der Doc mit den blauen Augen schon eine Füllung in der oberen Zahnreihe erneuert hatte, waren diesmal zwei Reparaturen an Zähnen im Unterkiefer fällig.

Am Dienstag war ich bei Mt zum Möbel Aufbauen verabredet. Er hat seine erste eigene Wohnung in der Marzipanstadt bezogen und nach und nach trudeln gerade die ersten Möbel ein. Bevor wir uns daran machten, ein Highboard für die Unterhaltung zusammen zu zimmern, musste Licht her. Zu diesem Zwecke brachte ich vier Lampen an die Decken dunkler Räumlichkeiten und sorgte für Erleuchtung. Das Möbelstück im Anschluss verhielt sich zunächst störrisch, konnte unseren geschickten Handwerkerhänden dann aber nicht entkommen. Stattdessen hielt es uns bis weit in die Nacht auf. Spaß hat es trotzdem gemacht und am Ende war es sogar fast fertig, wenn sich nicht die blöde Tür geweigert hätte, sich schließen zu lassen. Ratlos saß ich vor dem Möbel, schraubte mal hier und mal dort, bis ich aufgab und der Tür den Sieg überlassen musste.

Erst am nächsten Tag gelang es Mt, durch einfaches Austauschen zweier Türen, das Highboard zu bezwingen. Am Mittwochabend traf sich unsere Abteilung im Bolero, einer Cocktailbar gleich gegenüber unserer Firma. Bei aller Gemütlichkeit, gutem Essen und fruchtigen Mixgetränken war ich vom Vorabend so müde, dass ich nicht sehr lange durchhielt und mich bald verabschiedete. Das war auch gut so, denn schon am Donnerstag folgte die nächste Verabredung. Während mein Engel unermüdlich schuftete, holte mich Mt fürs Kino ab. Tg hatte an ‚Twilight‘ kein Interesse, und so fuhren wir allein.

An den Snackständen warteten lange Schlangen, und so verzichteten wir auf Knabberkram und beschlossen, nach der Werbung den Eisverkäufer zu bemühen. Auf dem Weg zu meinem Platz tippte mich plötzlich jemand an. Ich drehte mich um und blickte in das strahlende Gesicht von Bettina. Es war so schön, sie wiederzusehen, dass wir uns gleich für irgendwann nächste Woche zum Essen verabredeten.

Über den Film wusste ich fast nichts, bis auf den Hauptdarsteller, den ich schon aus Harry Potter IV kannte, und dass es um Vampire gehen sollte. Mir gefiel der Film so gut, dass ich kaum erwarten kann, ihn auf DVD oder Blu-Ray zu kaufen. Mir gefiel die einfache Geschichte, die stimmungsvollen Bilder, der schöne Soundtrack und die bis zum Ende geführten Handlungsstränge. Außerdem fand ich die Hauptdarsteller klasse. Die erotische Spannung im Wechselspiel mit der Anspannung angesichts tödlicher Gefahr war deutlich spürbar. Und so fand ich den Film, der – so hieß es – eher für weibliche Zuschauer konzipiert war, außergewöhnlich erfrischend.

Jetzt ist Samstag, und während ich zum Klang von ‚Claire De Lune‘ von Debussy diese Zeilen schreibe, wartet schon der Abwasch auf mich, damit wir heute Abend guten Gewissens mit Freunden bowlen können.

 

Neues Jahr, neues Glück

Das erste Wochenende im neuen Jahr kommt trübe daher. Der versprochene Schnee ist ausgeblieben und kalter Regen tropft stattdessen aus den dunkelgrauen Wolken. Das rhythmische Platschen auf der nassen Straße ist beruhigend. Ermüdend. Einschläfernd.

Ich bin allein. Bis auf die gelegentliche Gesellschaft zweier Kater, die sich für ein bisschen Futter mächtig ins Zeug legen, hänge ich in der dunklen Stille meinen Gedanken nach und kann mich auf nichts Bestimmtes konzentrieren. Ein Bus fährt am Haus vorbei und zerteilt Wasserpfützen in schreiende Hälften, die dann beleidigt vom Radweg zurück auf die Straße fließen. Auf der anderen Seite der Stadt sitzt mein Freund im Büro und wartet auf seinen Feierabend.

Morgen, wenn ich meinen Arbeitstag hinter mich gebracht habe, statte ich meinem Zahnarzt einen Besuch ab. Nachdem die Wurzelbehandlung im Dezember erfolgreich abgeschlossen werden konnte, folgen nun einige kleinere Reparaturen, bis wieder alles im Reinen ist.