Spannendes

Tempus fugit – auch im Juli. Der Sommermonat ist vorüber und hat dabei keine sehr gute Arbeit geleistet. Heute ist es regnerisch, bewölkt und windig. Genau so war es den ganzen Juli über. Aber das ist schon in Ordnung, solange sich das Wetter bis zu unserem Urlaub entspannt. Nur noch zwei Wochen arbeiten, dann ist es soweit!

Was ist außer Scheißwetter noch so passiert im Juli? Mein Bruder hat sich anscheinend kurzzeitig dazu durchgerungen, der Knechtschaft seiner Beziehung ein Ende zu setzen. Geklappt hat es leider nicht, denn irgendwie hat ihn seine „Freundin“ wieder – ja, was eigentlich? Um den Finger gewickelt? Erpresst? Bedroht? Keine Ahnung. Er hat jedenfalls den Schwanz eingezogen und ist wieder zu ihr gekrochen. Sagt meine Schwester. Immerhin scheint er sich unseren Eltern gegenüber wieder besser zu benehmen, das bringt hoffentlich ein wenig Entspannung in die Familie.

Ach ja, wir haben übrigens längst „Harry Potter und der Halbblutprinz“ im Kino gesehen! Das hab ich fast vergessen zu erwähnen. Mit meinem Engel war ich am Premierentag im Kino (nachdem er zunächst versehentlich in Leipzig reserviert hatte). Der Kinosaal war nicht unbedingt sehr groß, aber der Film hat auch so Riesenspaß gemacht. Und er war proppevoll – also der Saal und der Film! Aus dem nächsten Band will Warner Bros. ja zwei Teile machen. Ich finde, das hätten sie mit diesem locker genauso machen können. Eigentlich würde ich den Film gern nochmal im Kino sehen, aber vermutlich warten wir doch wieder auf die BluRay.

Wenn übermorgen der August erst einmal begonnen hat, wird es mit der Ruhe im Haus wohl vorüber sein, denn nachdem der Professer das Weite gesucht hat, zieht am Samstag eine alleinerziehende Frau mit drei Kindern in die Erdgeschosswohnung. Prophylaktisch habe ich mich schonmal von dem Garten draußen verabschiedet und liebäugele wieder einmal mit einer neuen Wohnung. Nachdem mich der Vermieter vorgestern wieder einmal dreist gefragt hat, wann ich denn mal wieder den Rasen mähen würde, ist das Maß schon wieder über alle Maßen voll. Er scheint mich wohl für eine Art Haus-Azubi zu halten…!

Weil ich mich von dem Garten hinter dem Haus schon verabschiedet habe, war ich von der Idee, mit M. zusammen einen Kleingarten zu mieten, schlichtweg begeistert. Am letzten Sonntagnachmittag fuhren Engelchen und ich daher zu ihr und B. Mein Freund war nicht wirklich begeistert (gelinde gesagt), weil er Kleingärten für das Höchstmaß an Spießigkeit hält, das man in Deutschland finden kann. Natürlich hat er nicht ganz Unrecht, die größte Gruppe von Kleingärtnern scheint auch heute noch aus neugierigen bierbäuchigen Rentnern zu bestehen, die die Höhe der Nachbars-Hecke mit dem Bandmaß kontrollieren und mit neunmalklugen „Tipps“ nicht hinterm Berg halten. In einen Kleingarten will ich aber keinen Liegestuhl stellen und mich den ganzen Tag in der Sonne braten, sondern Gemüse anbauen. Unsere Tomatenpflanzen in unserem kleinen Beet sind riesig geworden, der Kürbis auf dem Balkon muss regelmäßig eingefangen werden und auch die Erdbeerpflanzen brauchen dringend mehr Platz.
Zu viert fuhren wir also am Sonntag zu einer Kleingartenanlage in der Ziegelstraße (Schatzi sagte vorher was von der Friedenstraße). Dort sollte M. einen Kleingarten mit allem drum und dran geschenkt bekommen.

Als wir ankamen, empfing uns ein Wildgarten, unförmig und mit einer Bretterbude, die nur noch von gutem Willen zusammengehalten wurde. Bäume, mehr tot als lebendig, glotzten aus dem krautigen Boden. Hier war ein Loch gebuddelt und mit Unkraut aufgefüllt worden, dort war Erde aufgeschüttet und ebenfalls mit Unkraut überwuchert. Tatsächlich saßen gegenüber zwei Rentner, die misstrauisch herüberäugten und genau verfolgten, was da gespielt wurde. Tg’s Blick sprach Bände, aber das war gar nicht nötig. Nachdem der Kleingarten quasi am Arsch der Welt für mich war, hätte das Grundstück wirklich etwas hermachen müssen, um mich trotzdem zu begeistern. So aber wären Monate kontinuierlich harter Arbeit nötig gewesen, um den Boden überhaupt urbar zu machen. Problematisch daran: ich wäre gar nicht erst dorthin gekommen, denn mit dem Fahrrad ist es zu weit weg und den Wagen braucht Tg für die Arbeit. Für mich stand also fest, dass dieser geschenkte Gaul wertlos war. Zum Glück sahen B. und M. das ebenso.

Ach, einen hab ich noch: am vergangenen Wochenende war ich mit den Kollegen aus meinem Büro golfen – na ja – swingolfen.
Der Golfball ist weich und die Schläger sind größer – damit man auch mal trifft. Als wir den Golfplatz erreichten (ich hatte Nina und Maria abgeholt) goss es wie aus Eimern! Erst um punkt zehn Uhr, als es losgehen sollte, verzogen sich die Wolken und ließen den ganzen Tag lang nichts mehr herausregnen. Das Golfen an sich war verdammt anstrengend. Nach der Hälfte der 18 Löcher hätten wir gut und gern Schluss machen können. Aber natürlich hielten wir durch (der eine mehr, der andere weniger). Spaß hat es allemal gemacht, und abends fiel ich förmlich aus allen Wolken, als Tg sagte: „Du bist ja total verbrannt…!“ Weil das Wetter erst so schlecht war, hatte ich mit allem gerechnet, aber nicht mit einem schlimmen Sonnenbrand!

Der ist zum Glück inzwischen fast verschwunden. Für den Juli soll es das gewesen sein. Am ersten August besuchen wir Tg’s Familie, weil seine Mum heute Geburtstag hat. Außerdem ‚entkommen‘ wir so dem ersten Einzugstag der neuen Nachbarin und ihrer drei Kinder. Das wird noch spannend…

Swingolf…

… swingen und golfen.

 

family affairs

Am Samstag stand Familienbesuch ins Haus. Endlich besuchten uns mein Bruder Mark mit seiner Frau und seinen beiden Kindern. Tyler, der jüngste, ist am 14. April auf die Welt gekommen und am Samstag sahen wir ihn zum ersten Mal. Zwar ist er nicht mehr wirklich winzig, aber trotzdem total knuddelig! Und ziemlich gut gelaunt obendrein! Wenn man ihm direkt in die Augen sieht und mit ihm spricht, dann lächelt er einem die Sonne ins Herz! Und Julie – Tylers inzwischen große Schwester, ist noch lebhafter geworden! Das kleine Mädel legte eine Energie an den Tag, mit der man kaum mithalten konnte! Erstaunlich, dass Kater Neelix seine helle Freude an ihr hatte. Die beiden haben sich gegenseitig wieder und wieder durch unsere Wohnung gejagt.

Als Julie gerade wenige Wochen alt gewesen war, habe ich meinen Bruder und seine Frau zu einem Ausflug an das Holstentor mitgenommen, um schöne Fotos zu machen. Das wiederholten wir nun mit Tyler, der davon aber – wie Julie vor zwei Jahren – so gar nichts mitbekommen hat. Er schlief tief und fest in seinem Kinderwagen. Die kleine Julie hingegen fühlte sich draußen total wohl und rannte und tobte auf dem Vorplatz zum Lübecker Wahrzeichen.

Allmählich zogen Wolken über den bislang meist blauen Himmel, und so ließen wir das historische Tor bald hinter uns. In der Innenstadt suchten wir ein wenig Abkühlung bei einem Eis, bevor wir uns auf den Rückweg machten. Nach einem Einkauf bereiteten Mark und ich das Abendessen vor, während Tg noch im Büro schwitzte. Wie so oft, wenn Gäste da sind, zückte ich den Wok, der auch heute mangels Grillwetter herhalten musste.

Nicht lang nach dem Abendessen wurde es für die junge Familie Zeit aufzubrechen. Die Dämmerung setzte bereits ein, Julie wurde ruhiger und Tyler hatte auf Familienbesuch auch keine Lust mehr. Cricket, unser weißer Kater, machte drei Kreuze, als die kleinen Kinder wieder weg waren und er sich erleichtert aus seinem Versteck trauen konnte. Es war schon fast Mitternacht, als unsere Besucher zu Hause angekommen waren.

Weit weniger gute Neuigkeiten gab es am selben Tag von meinem zweiten Bruder Dennis. In den tiefsten Tiefen seiner Pubertät gehen zur Zeit alle wilden Pferde mit ihm durch, und er gerät mehr und mehr auf eine ziemlich schiefe Bahn. Meine Eltern sind verzweifelt und kommen nicht an ihn ran, aber auch meine anderen Geschwister machen sich große Sorgen um ihn. Die Schauergeschichten, die meine Schwester mir am Telefon erzählte, ließen mich in der darauffolgenden Nacht nicht einschlafen. Eine Lösung wollte mir dennoch nicht einfallen. Seine Zukunft scheint ihm egal, er ist seiner „Freundin“ offenbar vollkommen hörig und unseren Eltern begegnet er mit offener und inzwischen gewalttätiger Grausamkeit. Was oder wer genau hinter dem Verhalten meines jüngsten Bruders steckt, bleibt für den Rest der Familie bislang im Verborgenen. Verstehen kann ihn in diesem Zustand keiner von uns. Und solange er niemanden an sich heran lässt, kann ihm niemand helfen. Richtig übel an der Sache ist, dass ich weiß, wie sehr meine Mum darunter leidet. Sie hat das alles schon mit meiner Schwester mitmachen müssen. Das alles macht mich im Moment sehr traurig.

Lesestoff

Am heutigen Samstagmorgen war ich schon früh wach. Neben mir hörte ich das regelmäßige Atmen meines Freundes und auf dem Schrank lag der eine und neben dem Bett der andere Kater, schlafend. Neben mir, auf dem Nachtschränkchen, wartete der Roman, den ich vor zwei Tagen gekauft hatte.

Leise drehte ich mich unter dem dünnen Bettbezug auf die Seite, griff nach dem Buch und schlug die Seite auf, die ich gegen Mitternacht mit einem Foto markiert hatte. ‚In einem Leben wie diesem‚. Ich hatte schon fast die Hälfte der 310 Seiten gelesen. Wie schon der Vorgänger handelt der Roman von dem Belgier Adrian, der 1910 als Einwanderer nach New York kam und sich nur mit dem, was er am Leibe trug, in der neuen Welt mit einer fremden Sprache zurechtfinden muss. Im zweiten Band, den ich heute Morgen zur Hand nahm, geht sein mühevoll aufgebautes Leben in New York wie auch die Beziehung zu seinem Freund Jack komplett den Bach runter. Weil ich das Buch nicht weglegen konnte, habe ich es heute Morgen zuende gelesen. Während ich immer darauf wartete, dass endlich die glückliche Wendung eintritt, ließ mich das Buch nach dem Ende erschüttert und aufgewühlt zurück…

Am Ende des Buches bleibe ich zurück mit dem unbedingten Wunsch nach einem weiteren Teil, der erzählt, wie es mit Adrian und den anderen weitergeht. Hat sich Adrian wirklich entschlossen, New York und seine Freunde zu verlassen? Bis jetzt gibt es leider keine Fortsetzung…

Ganz anders verhält es sich mit unserem Urlaub an der dänischen Nordseeküste, denn dieser erfährt in wenigen Wochen auf jeden Fall eine Fortsetzung. Gerade heute haben Engelchen und ich uns noch eimal den Katalog angesehen, um die Vorfreude auf das Ferienhaus zu nähren.
Morgen besuchen uns Tyler und Nate. Zuletzt haben wir mit den beiden Star Trek im Kino gesehen. Zu diesem Ereignis im Hamburger CinemaxX hatte Nate uns eingeladen. Morgen statten sie uns in der Marzipanstadt einen Besuch ab. Aus dem geplanten Erdbeerpflücken in Warnsdorf wird aber wohl nichts, weil für morgen wieder viel Regen angekündigt ist. Aber wir werden uns auch so gut unterhalten, vielleicht einen Film einwerfen und abends gemeinsam Pizza backen.

Danach ist dann auch schon wieder Montag. Das Meldewesen ist wieder einmal vorüber und jetzt ist Zeit, alles aufzuarbeiten, was in den vergangenen zwei Wochen liegen bleiben musste…