So. Urlaub!

Unser Urlaub beginnt um neun Uhr am Samstagmorgen. Zuerst vibriert mein Handy auf dem Nachttisch neben meinem Bett. Nur Sekunden später fängt Schatzis Handy an zu schreien und wirft uns gewaltsam aus dem Bett. Bis zur Abreise haben wir noch viel zu tun. Katerlos (sie sind seit gestern bei M. und B.) wühlen wir eine Menge Staub auf, damit wir uns bei der Rückkehr in einer Woche auch zuhause fühlen.
Es dauert ziemlich lange bis das Geschirr abgewaschen, das Bad geputzt, der Staub gesaugt und die Koffer, Taschen und Körbe gepackt sind. Zum Glück passte alles völlig unproblematisch in unser neues Auto.

Kaum sind wir losgefahren, schimpft mein Magen über die böswillige Vernachlässigung. Er hat ja recht, immerhin haben wir nicht gefrühstückt. Also halten wir in Bockhorn, um mir bei der ARAL ein Sandwich zu kaufen.

Das Navigationssystem will uns hartnäckig über Kiel schicken. Wir setzen uns jedoch hartnäckiger durch und fahren vor Bad Bramstedt auf die A7, als Navi uns sagt, dass die Strecke Verkehrsbehinderungen enthält, die jetzt nicht mehr umfahren werden können. Nach ungefähr zehn Minuten stoßen wir auf diese Behinderungen. Mit Tempo 150 rasen wir auf ein Stauende hinter einer langgezogenen Kurve zu! Ich bemühe die Bremsen, schalte den Warnblinker ein und hoffe, dass wir rechtzeitig zum Stillstand kommen.

Zum Glück dauert es keine 15 Minuten, dann geht es staufrei weiter. In Flensburg machen wir Rast – wie schon vor zwei Jahren. Der Stadtteil sieht jetzt ganz anders aus als vor zwei Jahren – oder als in unserer Erinnerung. Wir kehren zunächst bei Burger King ein, ehe wir im Einkaufszentrum Kleinigkeiten für das Abendessen besorgen.

Nur einen Katzensprung weiter und wir sind in Dänemark. Zielstrebig führt uns das Navi über die Europastraße 45 bis Kolding und vor dort aus immer Richtung Westen. Der Weg kommt uns länger vor als beim letzten Mal, aber der einzige Unterschied ist, dass die Ferienhausvermietung ihr Büro jetzt außerhalb von Norre Nebel hat. Nachdem wir unterwegs noch für 20 Kronen Brennholz für den Kamin am Straßenrand gekauft haben, holen wir unseren Schlüssel ab. Wieder finden wir in einer Holzbox beim Büro einen Umschlag, auf dem mein Name steht und schon haben wir den Schlüssel.

Und er passt! Wir haben das Häuschen gefunden. Selbe Siedlung wie vor zwei Jahren. Andere Straße, anderes Haus. Die erste Besichtigungsrunde ist etwas ernüchternd. Die Fenster sind so schmutzig, dass man kaum hindurch gucken kann, die Betten haben nur eine Matratze von 140 cm, während wir zwei Laken von je 90 cm mitgenommen haben. Und der Grill… ich werde gleich eine halbe Stunde lang dem gröbsten festverkrusteten Schmutzt in kochend heißem Wasser mit einer halben Flasche Spüli zu Leibe rücken, damit das Rost wieder einigermaßen lebensmittelgeeignet ist.

Bald darauf ist das Auto leergeräumt, die Schränke bestückt und die Kohle zum Leuchten gebracht. Aus einem kleinen Radio klingt ein dänischer Radiosender, während wir Tomaten und Käse schnippeln.

Mücken umsurren uns. Es nervt. Aber wir sind tapfer und genießen den Sonnenuntergang (den wir nicht sehen können, weil ein anderes Ferienhaus im Weg steht). Jetzt liest Schatzi sich die Anleitung für „die Siedler von Catan“ durch. Es ist, als wären wir vor zwei Jahren gar nicht abgereist…

 

Die Picknickdecke

Am Samstag sind U. und W. in unsere Stadt gekommen, um uns zu besuchen. Wieder einmal haben wir uns viel zu lange nicht gesehen. Nachdem wir gestern Abend den Grill angeheizt haben und später todmüde in die Betten gefallen sind, musste mein Freund heute früh aufstehen und zur Arbeit fahren. Zu dritt saßen U., W. und ich am Frühstückstisch. Wie schon gestern gab die Sonne ihr Bestes, nachdem es in der Woche pausenlos geregnet hatte. Nach dem Essen marschierten wir in die Stadt, um von der Petri-Kirche ein paar Photos zu schießen. Das passte zeitlich ganz hervorragend, denn wir trafen Engelchen bald darauf im Balzac, wo wir unseren Füßen eine wohlverdiente Pause gönnten. Nur kurz, nachdem Tg uns nach Hause gefahren hatte, zog es uns schon wieder nach draußen. Wir setzten uns an die Wakenitz und hätten so gern eine Picknickdecke dabeigehabt…

 

Darker Moon

Am Samstag konnte ich zum ersten Mal eine Mondfinsternis beobachten. Keine totale zwar, aber ich konnte deutlich den Schatten der Erde auf der Oberfläche des Vollmonds sehen. Natürlich habe ich meine Kamera draufgehalten. Bis zum Ende habe ich nicht durchgehalten, denn in der Kühle der Nacht zog es mich wieder zurück in die Arme meines Engels.

 

Alle Wetter!

Sturmtief „Christine“ hat Deutschland heute Abend ziemlich durchgerüttelt. Hier in der Marzipanstadt streifte uns nur ein Ausläufer – bedrohlich zwar, aber letztlich harmlos. Während tagsüber die Sonne ungehindert alles in die Knie brutzelte konnte die heiße Luft nicht weg. Und so schwamm ich förmlich durch die frühabendliche Schwüle nach Hause.

Keine drei Stunden später zogen von Westen her bizarre dunkle Wolken heran und verdeckten plötzlich die Sonne. Eilig räumte ich die Tomatenpflanze und die Holzplatten vom Balkon, als auch schon der Sturm losbrach. Die Wespen unter unserem Dach (sie haben das Gift anscheinend überlebt) gerieten in Panik und durch die geschlossene Balkontür sah ich einen Schwarm von an die 100 Wespen, die aufgeregt um die Öffnung schwirrten. Die ersten Blitze, ausdauernd und kraftvoll, zuckten über den schwärzer werdenden Himmel und die Bäume warfen mit Ästen und Zweigen. Als sich Nachbars Regentonne auf und davon machte, wurde ich… etwas unruhig und zog sicherheitshalber schon mal Schuhe an – nur für den Fall.

In Niedersachsen entwickelte sich ein aus dem Sturm ein Tornado, Bahnstrecken wurden gesperrt, in der Bremer Region herrschte vorübergehend „Land unter“ und in Hamburg riss sich ein Containerschiff aus Panama vom Kai los und trieb elbaufwärts, ehe es von sieben Schleppern wieder eingefangen wurde.

 

Never ending story

Da geht es hin, das Wochenende. Es war CSD. Und ich war wieder nicht dabei. Dabei war mein Freund gestern sogar zu Hause. Er hatte seine Schicht getauscht, weil er auf zwei wichtige Postlieferungen wartete. Und nachmittags hatte sich der Vermieter angekündigt, wegen der „Restarbeiten“ und der Wespen. Gestern… war einfach nicht mein Tag.

Der Christopher-Street-Day wird ja immer lange im Voraus angekündigt. Was ich daran so mag sind die vielen bunten Farben und die fröhlichen Menschen, die an diesem speziellen Tag so sein dürfen, wie sie wollen. Bunt, verrückt, ausgelassen, schwul. Je mehr es sind, desto besser. Die vielen aufwändig geschmückten Parade-Wagen mit der lauten Musik, kondomwerfende Nackedeis und viel, viel gute Laune. Dass in diesem Jahr das Wetter auch noch hervorragend war, sorgt nicht unbedingt dafür, dass ich mich besser fühle. Lange geplant, und doch wieder voll verpasst.

Vielleicht war das der Grund für meine schlechte Laune, die gestern nicht nur mir sondern auch Tg zu schaffen machte. Ich bin ihm wohl ziemlich auf den Wecker gefallen. Und wenn ich das schon selber merke, dann muss das wirklich schlimm gewesen sein. Jede Kleinigkeit hat mich auf die Palme gebracht. Ich hatte Kopf- und Nackenschmerzen und war furchtbar aggressiv. Voll neben der Spur.

Heute ist es etwas besser. Schade nur, dass Engelchen davon nichts mitbekommt, denn die getauschte Schicht ist heute. Zuerst hätten wir fast verpennt. Wir wollten um neun Uhr aufstehen, um genügend Zeit fürs Frühstück zu haben. Stattdessen wachte ich um viertel vor zehn auf. Ich rüttelte meinen Liebsten und stammelte etwas von „du hast verschlafen“! Seltsamerweise zeigten alle Uhren im Schlafzimmer unterschiedliche Zeiten an. Irgendwie strange. Es war aber tatsächlich viertel vor zehn, und so hüpfte mein nackter Engel unter die Dusche, während ich vom Schlaf vertrottelt versuchte, Frühstück zu machen. Beim Eierkochen vergaß ich auf die Uhr zu achten und als wir zu allen Schandtaten bereit am Tisch saßen fiel uns auf, dass weder Brot noch aufgebackene Brötchen bereitstanden. Tja, was die Brötchen betraf, so hatte ich die nicht einmal aus dem Schrank geholt geschweige denn den Backofen angeheizt. Also gab es einfach Toast. Egal.

Nicht lange danach verabschiedeten sich die Kater und ich von unserem Schatz. Um etwas Sinnvolles mit diesem Tag anzufangen, schnappte ich mir die Holzfliesen, die einmal den Boden des Balkons bilden sollen und strich sie mit eine Wachs-Öl-Mischung ein. Alle 24 Platten. Und den Tisch. Weil die Sonne vom Himmel brannte und dazu ein guter Westwind wehte, veranstaltete ich die Pinselei auf dem neuen Balkon. Unter mir saß Nachbar Anders und unterhielt sich angeregt mit zwei Gästen. Ich wollte nicht mithören, aber was sollte ich machen. Immerhin machte ich mich von Zeit zu Zeit rumpelnd bemerkbar, indem ich eine Holzplatte geräuschvoll über den Boden schob. Die Kater fanden das sehr spannend. Bald darauf – ich hatte wohl gerade drei Viertel der Platten beschmiert – erhielt Anders schon wieder Besuch. Diesmal war ein kleines Mädchen dabei. Ein wahres Energiebündel! Sie flitzte laufend quer durch seine Wohnung und polterte ausgelassen über den Holzfußboden. Ich konnte sie auf dem Balkon hören, selbst, als sie im Wohnzimmer umherlief. Die Kater fanden das blöd und verzogen sich in ihre Bettchen. Aber ab morgen ist Anders im Urlaub, dann dürfen sie auch wieder flitzen.

Die Bauherren

Ach ja, der Balkon – never ending story! Gestern war ja der Vermieter hier. Er hat irgend so einen Schaum vor das Wespennest gesprüht. Giftigen Schaum. Nach und nach tragen die summenden Tierchen das Zeug ab und tragen es ins Nest. Das wird sie langsam umbringen. Grausame Vorstellung… 🙁

 

Odysseus

Meine heutigen Erlebnisse kurz nach dem Verlassen des viel zu warmen Bettes kann ich noch nicht ganz einordnen… Entweder hatte ich wahnsinnig viel Glück oder eben sehr viel Pech. Aber von vorn.

Das Aufstehen an sich klappte – wie schon seit Tagen (oder sind es schon Wochen?) – nicht so richtig gut. Und so kroch ich wieder einmal schlaftrunken und über einen schnurrenden, weißen Kater stolpernd aus dem Bett. Soweit so gut, nichts Besonderes. Natürlich kein Frühstück sondern gleich ins Bad, während Engelchen noch schlummerte und vermutlich von Eiswürfeln träumte. Raus aus dem Bad, rein in den Anzug und noch schnell den Biomüll aus der Küche mitnehmen. Katerchen zum Abschied streicheln, Schuhe an, Tür zu und Schlüssel vom Schlüsselbrett nehmen. NEIN! Falsche Reihenfolge!

Also rasch geklingelt, denn zum Glück ist mein Freund ja zu Hause. Nichts passiert. Klopf klopf. Nichts passiert. Also krame ich mein Handy hervor und rufe sein Handy an, das neben seinem Bett auf dem Tischchen liegt. Ich habe ein ganz schlechtes Gewissen, als er sich meldet und ich jammernd vor der Tür stehe. Kurz darauf gewährt er mir verschlafen Einlass.

Nicht sehr lange danach zerre ich mein Bike aus dem Fahrradkeller. Ich schiebe es an Nachbars BMW vorbei die Auffahrt zur Straße hinauf und freue mich, dass gerade kein Auto kommt. Ich schwinge mich also auf meinen Drahtesel, um den Radweg auf der anderen Seite zu erreichen. Ich strampele und strampele, und nichts rührt sich. Ein Blick zwischen meine Beine sagt mir, dass die Kette nicht da ist, wo sie hingehört. Also schiebe ich auf die andere Seite, denn inzwischen nähern sich Kraftfahrzeuge aus beiden Richtungen. Ich lächle den Rentner verlegen an, der die Szene beobachtet und mache mich grollend daran, die Kette wieder auf die Zahnräder zu legen. Ein herrlicher Schmierkram. Nach kurzer Zeit gelingt es mir. Jetzt bloß nicht das weiße Hemd berühren… Die Fahrt beginnt. An der ersten Kreuzung habe ich die Grünphase gerade verpasst und ich denke: „Das wird nicht mein Tag…“.

Als ich weiterfahren darf bin ich noch nicht mal auf der anderen Straßenseite angekommen, als eine Kamikaze-Taube im Tiefflug frontal auf mich zuhält. Ihren „aus-dem-Weg!“-Schrei habe ich nicht einmal kommen hören. In allerletzter Sekunde werfe ich mich auf meinen Lenker, gerate gefährlich ins Schlingern und weiche der Taube aus. Kopfschüttelnd fahre ich weiter.

Baustellen. Seitdem ich in der Marzipanstadt wohne, wird die Roeckstraße von Baustellen heimgesucht. Nicht immer die selbe natürlich. Mal hier und mal dort ist etwas gesperrt, umgeleitet und aufgerissen. An der ersten dieser Baustellen ist der Radweg gesperrt und man muss sich den Gehweg mit den Fußgängern teilen. Als ich bemerkte, dass ein Radfahrer auf diesem Weg gerade von vorn kam, blieb ich stehen, denn für zwei von uns ist da kein Platz. Von rechts nähert sich mit hoher Geschwindigkeit eine Radfahrerin mit einem verbeulten Fahrradkorb. Es wäre zum Totalcrash gekommen, wenn ich nicht „VORSICHT!“ geschrien hätte. Ohne Pardon nahm die Frau mit dem Korb wieder Fahrt auf und troddelte dann gemächlich vor mir her.

Nächste Baustelle, nur hundert Meter weiter, ein Bagger hebt irgendwas aus. Frau mit Korb vor mir radelt (immer noch gemächlich) an der Baustelle vorbei. Als ich die Baustelle erreiche, verliert der Bagger einen Gesteinsbrocken, der krachend vor meinem Bike zerspringt. Ich überlege kurz, ob ich einfach nach Hause zurückfahren und mich wieder ins Bett legen sollte.

Wegen meiner kettenverschmierten Finger lasse ich die Stadtbäckerei heute links liegen und fahre direkt in die Firma. Ich schließe mein Rad an, betrete das Gebäude, steige in den Aufzug und drücke auf „3“. Nichts passiert. Ich drücke nochmal. Nichts passiert. Der Aufzug ist kaputt und so stapfe ich – mich fragend, was ich verbrochen habe – vom Keller in den dritten Stock, um eine halbe Stunde später mit sauberen Fingern die Treppen wieder herabzusteigen, zum Bäcker zu laufen und dann die Treppen wieder hochzukraxeln und vor lauter Anstrengung zu vergessen, mich wieder einzustempeln.

Der Rest des Tages lief verhältnismäßig glatt, wenn man von dem rücksichtslosen Vespa- Geisterfahrer auf dem Radweg nach Hause absieht. A propos: Jetzt turnt gerade der Vermieter unten rum. Das Wespen-Spray ist jetzt besorgt, leider kann man das nur spätabends oder frühmorgens anwenden, also, da müsse man dann mal sehen…, sagte seine Frau. Ich sage dazu lieber erst mal: gar nichts.

 

Die Tür zum Balkon

Lange war sie angekündigt, heute endlich wurde sie eingebaut: die Tür zu unserem Balkon! Gestern Abend gegen viertel vor neun teilte uns unser Vermieter mit, dass heute die Handwerker kommen…

Da Tg heute seinen freien Tag hatte, klappte das zum Glück ganz gut. Als ich abends von der Arbeit heim kam, war die Tür schon drin und nur die letzten Staubreste wurden noch beseitigt. Der Rahmen um die neue Tür muss noch aushärten, und für die Restarbeiten macht der Vermieter dann nochmal einen neuen Termin. Die Kater sind derweil sehr beeindruckt und irgendwie verwirrt… Wir haben die Gelegenheit genutzt und das Arbeits- / Esszimmer umgestellt. Gefällt uns jetzt viel besser als vorher!

Fenna und Christian wollen heiraten! Nach monatelanger Funkstille schrieb Fenna uns heute eine E-Mail mit ihren Hochzeitsplänen. Sie heiraten am 08.08.08. Das ist schon ganz schön bald und ich habe prompt zugesagt. Hoffentlich bekommt mein Freund auch frei, sonst muss ich ganz allein hinfahren… Habe mich sehr gefreut, von Fenna zu hören. Dass wir gar keinen Kontakt mehr hatten fand ich ganz schön traurig…

Wo ich gerade dabei bin: Jessi und Alex haben uns ein Foto vom kleinen Felix geschickt! Er habe schon ganz schön an Gewicht und Größe zugelegt, schreiben sie. Außerdem kann er sie schon anlachen. Total niedlich!

 

Schluss mit Lasse

Gestern hatte Lasse seinen Realschulabschluss und zu diesem Ereignis waren Tg und ich eingeladen. Ich machte schon mittags Feierabend und gegen 16 Uhr kamen wir in Schenefeld an. Zwei dicke kichernde Verkehrshelferinnen winkten die ankommenden Autos auf den Sportplatz, und so stellte ich den dunkelblauen Peugeot auf dem Rasen ab. Bald darauf entdeckten wir Bt, Lv, Jo und Dn. Nur Gd und HJ ließen sich Zeit. Gegen kurz vor halb fünf trudelten sie mit Nl ein und zusammen versuchten wir einen Weg in die Sporthalle zu finden.

Es war ein heilloses Durcheinander, niemand wusste, wo wir sitzen dürfen. Irgendwann hatten wir alle irgendwo Plätze gefunden. Nach einem Streit mit Schatzi saß ich ganz allein neben einer hochnäsig dreinblickenden Frau in beigefarbenem Rock. Sicher eine der Mütter…

Um halb fünf ging es los. Das dörfliche Blasorchester pustete in Tuben und Trompeten, nicht harmonisch, aber sehr überzeugt und auf alle Fälle rustikal. Und dann begann das Grauen: die Begrüßung des Direktors! Nachdem er die lieben Schülerinnen und Schüler, die Lehrerinnen und Lehrer begrüßt hatte, folgten pflichtbewusste Begrüßungsworte an den Feuerwehrchef, den Sparkassen-Direktor und alle möglichen kommunalen Spitzen, die sich zur Entlassung der Realschüler in die getäfelte Turnhalle begeben hatten. Der Rektor strahlte dabei eine Begeisterung aus wie ein Faultier am Nordpol. Immerhin konnte er jedes einzelne Wort, das er selbst oder jemand anderes auf seine Vorlage geschrieben hatte, fast fehlerfrei vorlesen.

Das Programm zog ich sich dann kaugummiartig in die Länge. Inzwischen hatte sich Levke auf den leeren Stuhl neben mir gesetzt, und zusammen frotzelten wir über die stümperhaften Darbietungen, die versagende Technik und die Schreib- und Lesekünste der Schülerinnen und Schüler, die schlecht einstudierte Texte ablasen. Von Betonung hat von denen anscheinend noch nie jemand etwas gehört. Nach Kinderchor („Im Frühtau zu Berge“) und Zirkus-AG kam dann zwei Stunden später der Teil, für den wir eigentlich gekommen waren: die Verleihung der Abschlusszeugnisse und die Verabschiedung. Ich packte die Kamera aus und ging weiter nach vorn, um ein schönes Foto von Lasse bei der Übergabe zu machen. Zielen, Blitz aufklappen, fokussieren, warten – was macht denn dieser dicke Mann da? Kann der da mal weg- gehen? Da kommt Lasse… schon ist er beim Rektor, Shakehands -Klick- er geht weiter, bekommt sein Zeugnis -Klick- und schon ist er wieder weg. Ich wage es gar nicht, die Bilder anzusehen, tue es aber trotzdem. Das erste ist nicht nur zu dunkel, nein, ein dicker schwarzgekleideter Mann steht im Bild! Das zweite ist nicht nur dunkel, nein, sondern auch unscharf. Tief enttäuscht gehe ich zu meinem Platz zurück und hoffe, dass es bald zuende ist.

Gegen 19 Uhr war es zuende. Schatzi und ich hatten uns inzwischen wieder versöhnt und nach einem leckeren Abendessen in großer Runde fuhren wir mitternachts nach Hause.

 

Sex Indie City

So. Geschafft! Die erste Hälfte des Jahres ist rum! Und als hätte jemand den Schalter umgelegt waren wir gleich zweimal im Kino! Zuerst gingen wir mit Indie Jones auf die Jagd nach einem außerirdischen Kristallschädel. Eigentlich wollte Tg den Film zuerst nicht sehen. Aber weil wir mit Mr., Bt., Crl. und Mt. unterwegs waren, hat er ihn sich doch angesehen – und fand ihn sogar ganz gut! So richtig ernst nehmen kann man natürlich auch diesen Teil nicht, aber das macht ja gerade so viel Spaß!

Der zweite Film war „Sex and the City“! Carrie und Co. setzten ihren Serienerfolg auf der großen Leinwand fort. Engelchen und ich kauften uns daher in eine der Vorstellungen am späten Sonntagnachmittag. Diesen Gedanken hatten außer uns noch rund zehn weitere Lübecker, die mit uns im großen Saal saßen. Stimmung kam so natürlich nicht auf. Lustig war der erstaunlich lange Film dann trotzdem, wenngleich ich finde, für das Geld hätten sie lieber eine neue Staffel produzieren sollen.

Das Beste an dem Film war eigentlich das beste Stück des geheimnisvollen Gigolos, der in L.A. gleich neben Samantha eingezogen ist. Weil sie aber mit Smith Jarrod liiert ist (zumindest bis kurz vor Ende des Films) muss sie ihre Finger von ihrem sexy Nachbarn lassen. Die Finger, nicht die Augen! So richtig begeistert war ich letztlich nicht von dem Streifen, aber wir werden uns den Film sicher trotzdem kaufen, wenn er rauskommt. Im Regen liefen wir dann vom Kino zurück zu unserem Auto, das eine Straße weiter parkte.

Sonst ist außer viel Arbeit nicht wirklich was passiert. Gestern hatte meine Mum Geburtstag und wir haben kurz gesimst. Heute hat sich Christian H. gemeldet. Er rief auf meinem Handy an, als ich gerade bei der Arbeit war. Er wollte mal hören, wie es mir geht und stellte gratulierend fest, dass ich Arbeit habe. Ach ja… das wusste er ja noch nicht…

Morgen hat Lasse seinen Schulabschluss. Tg und ich sind eingeladen, und ich freue mich schon darauf, alle wiederzusehen. Lange ist unser Besuch noch nicht her, weil Gerda und Hans-Jörg gerade Schwierigkeiten mit ihrem Stromanbieter haben und wir deshalb versucht haben, ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen.

 

Finale!

Bis ins Finale hat es gereicht, doch dann war Schluss für die deutsche Mannschaft. Vize-Europameister nach einem enttäuschenden 0:1 gegen überragende Spanier – immerhin. Auf dem Foto rechts der glückliche und verdiente Sieger Iker Casillas, Torhüter und Kapitän der Rot-Gelben. Spaß hat die Meisterschaft allemal gemacht! Jetzt ist für Tg und mich erst einmal zwei Jahre Fußball-Pause, und dann geht es mit Elan in die nächste Weltmeisterschaft!

Engelchen hat jetzt Urlaub – ganz ohne mich, denn gerade jetzt beginnt auf der Arbeit die Meldeperiode für Groß- und Millionenkredite, für die ich bald zuständig bin. Unser nächster gemeinsamer Urlaub im September führt uns dann ins Ferienhaus nach Dänemark.