Tierischer Nachwuchs

Heute Mittag starten wir einen Besuch bei Schatzis Familie. Durch unseren Umzug sind wir lange beschäftigt gewesen und haben sie daher schon ein paar Wochen nicht mehr gesehen. Der heutige Besuch jedoch dient einem ganz bestimmten Zweck: Wir bekommen Nachwuchs! Na ja, nicht in herkömmlichem Sinne natürlich. Wir bekommen zwei kleine weiße Baby-Kätzchen. Sie sind erst vier oder fünf Wochen alt, aber weil es auf dem Hof so viele Katzen gibt, kümmert sich die Mutter nicht mehr richtig um die Kleinen. Heute schauen wir sie uns an und dann nehmen wir das Geschwisterpaar mit nach Hause. Das wird aufregend. Die sind noch sooo klein! Mein Aquarium habe ich ja meinem Bruder und seiner Frau geschenkt, das wäre für den Altbau-Fußboden sicher zu schwer gewesen. Aber so kleine Fellkugeln…

Wir haben gestern schon einen Start-Einkauf in der Zoohandlung getätigt. Welches Futter, welcher Schlafplatz, welches Streu und so weiter. Nur auf Namen konnten wir uns noch nicht einigen… Hat jemand ’ne Idee?

Und hier sind die zwei:

Willkommen zu Hause.

 

Anfang und Ende

Ein Müllwagen schickt von der Straße laute Geräusche reinigender Betriebsamkeit herauf. Es ist Mittag, die Mai-Sonne steht im Zenit und lässt die Vögel verstummen. Wenn ich an eines der hohen Fenster trete wünschte ich, der Garten, der zu unserer neuen gemeinsamen Wohnung gehört, wäre schon ansatzweise fertig. Aber noch liegt dort unten eine tote Baustelle und wartet auf fleißige Hände. An der Hauswand lehnt eine große Zimmerpflanze, die erst zurechtgestutzt werden muss, ehe sie Zutritt in unsere Gemächer erhält. Um sie herum wächst Unkraut, ein Sandhaufen und ein abbruchreifer Unterstand mit Asbestdach. Ein tiefes Loch verletzt den leblosen Boden. Große, schwere Betonringe sind dort eingelassen, wo später das Regenwasser ablaufen soll.

Tapetenwechsel

Die ersten beiden Wochen dieses Monats haben wir noch in der alten Wohnung verbracht, die es in einem ganzen Jahr nicht geschafft hat, sich wie ein richtiges Zuhause anzufühlen. Das, was sie nicht fertig brachte, gelang der neuen Wohnung binnen weniger Tage. Es sind Restarbeiten, die wir in der ehemaligen Behausung im Keller eines Mehrfamilienhauses zu erledigen haben, bevor wir sie endgültig los sind. Aber nichts zieht mich wirklich dorthin. Kleinkrempel, Regale und allerhand Zeugs, das irgendwie für eine wohnliche Atmosphäre sorgen sollte, sind im neuen Heim überflüssig. Wir haben hier schon alles, was wir brauchen. Fast alles.

In dieser Woche habe ich vom Tod des Claudius erfahren. Auch, wenn ich seine Texte nicht aufmerksam verfolgt habe, macht es mich traurig zu wissen, dass er nicht mehr weiterschreiben kann. Keine Photos mehr, keine Aquarelle, keine Weisheiten, keine Lebensfreude. Bleibt die Gewissheit, dass er so viele Menschen berührt hat. Er hat sie inspiriert, getröstet und aufgebaut.

 

Zimmer mit Aussicht

Es duftet herrlich, wenn man die Fenster weit öffnet und den nahen Frühling zu sich herein lässt! Vorfreude schon, als die hellen Sonnenstrahlen durch die Jalousien in unser Schlafzimmer fielen und unter der Nase kitzelten. Das Licht hatte sich seinen Weg hindurch gesucht und spielte so munter mit dem jungen Morgen, dass ich nicht einmal meine Augen öffnen musste um den Frühling zu spüren. Ein zufriedenes Lächeln breitete sich von einem Ohr zum anderen aus und ich schob mich behutsam unter der Bettdecke hervor. Auf Zehenspitzen schlich ich an meinem Engel vorbei, der noch friedlich schlief. Nebenan schob ich den Riegel beiseite, der mich noch von der hellen Frühlingsluft trennte und sog den Morgen in mich auf.

Auf der anderen Seite des Hauses gab sich die Sonne am hellblauen Himmel größte Mühe die frisch heimgekehrten Zugvögel bei ihrer Konzertprobe zu unterstützen. Immer wieder wechselten die kleinen Tierchen die Plätze, schwangen sich von Baum zu Baum und manch einer flog ganz woanders hin, dort, zwei Straßen weiter, wo Engel und ich uns gestern Abend dem Traum nach einer neuen Wohnung hingaben.

Moltkestraße

Die Altbauten, direkt an einem der beiden Flussläufe dieser Stadt, lassen schon von außen erkennen, wie prächtig es sein muss, dort zu wohnen. Kunstvolle Eingangstüren, große Fenster und große Balkone, dazu großzügige Räume – das lädt zum Träumen und Verweilen ein. Leider war nichts frei und das einzig freie Gebäude sah äußerlich ganz schön aus, doch wenn man hinter die frische Farbe auf der Außenwand blickt wird der Grund erkennbar, aus dem das gesamte Gebäude leersteht… Wir bogen in eine kleine Seitenstraße und entdeckten eine der wohl spießigsten Wohngegenden, die diese Stadt zu bieten haben muss. Gehegte und gepflegte Vorgärten, geschmückt mit frischen Blumen, in Teddybärenform geschnittenen Buchsbäumen, schicken Autos und Architektenhäusern, jedes Grundstück und jedes Haus so prachtvoll beleuchtet, dass man daran ablesen konnte, wie unwichtig Strompreise in dieser Straße sind. Auf einem der Grundstücke war sogar der Rasen frisch gemäht.

Nachdem wir uns über jedes einzelne Haus ausgelassen hatten machten wir kehrt und liefen träumend noch einmal die Straße entlang, die auch aus „Sex and the city“ stammen könnte…

Gerade heute haben wir einen interessanten Artikel im Netz gelesen, nachdem eine siebte Staffel der Erfolgsserie im Gespräch sein solle. Man hätte den vier Hauptdarstellerinnern bereits hohe Summen geboten, wenn sie sich für eine weitere Staffel noch einmal vereinen. Ich war ganz aufgeregt, als ich das las. Bis ich zum Ende des Artikels kam und feststellte, dass er schon vor zwei Jahren geschrieben worden war…

Jetzt ist der Sonntag bereits in den frühen Nachmittag fortgeschritten und in wenigen Minuten werde ich meinen Engel zur Arbeit fahren. Damit ist das Wochenende dann auch so gut wie vorbei.

Sei’s drum, wir freuen uns schon auf unseren Urlaub übernächste Woche. Wie schon im Dezember geht es mit der Bahn in die dänische Hauptstadt. Das Hotel ist gebucht, der Zug reserviert – nur noch die Woche überstehen und Koffer packen.

*freu*

 

Bauchgefühl

Wenn die Geburtstagsparty des Ex-Freundes Deines Freundes ansteht, so kann das durchaus zu Kopfschmerzen führen…

Als ich gestern am frühen Abend auf dem Bett lag, um ein kleinwenig vorzuschlafen – man bedenke, ich habe die Zwanziger vor vier Wochen verlassen! – pochte ein hämmernder Schmerz hinter der rechten Schläfe und nach einem ewigen Hin und Her verkündete ich zerknirscht und mit schlechtem Gewissen, dass ich wohl besser zu Hause bleiben sollte. Das gefiel meinem Hasen überhaupt nicht und fast wortlos warf er mir den Fehdehandschuh vor die Füße, den ich verärgert aufhob! Ich schob die Kopfschmerzen beiseite und kurz darauf traten wir in die Kälte der klaren Nacht. Die Windschutzscheiben der parkenden Autos waren beschlagen und würden sicher noch gefrieren.

Es war nicht weit, Mz wohnt mit seinem Freund nur einige Häuser entfernt. Wortlos liefen wir die stumpfe, knarzende Holztreppe die zwei Stockwerke durch das gelbe Treppenhaus hinauf. An der Wohnungstür begrüßte uns zuerst der Golden Retriever. Ein goldiges Kerlchen! Die Party war schon in vollem Gange, wir waren etwas spät dran. Weil ich mich über meinen Hasen geärgert hatte und mit Kopfschmerzen auf die Party gegangen war nahm ich mir vor, mich heute so richtig zu betrinken. Da kommt das Kind im Manne wieder durch… Das Buffet war zum Glück noch sehr reichhaltig. Wir labten uns an Kasseler, Hackbällchen und Salaten und legten damit eine ordentliche Grundlage. Vom Essen besänftigt war ich schon sehr bald überhaupt nicht mehr sauer und hielt in der Rechten meines Liebsten Hand und in der Linken das erste Bier.

Ich trinke fast nie, und wenn, dann nur wenige Dinge, weil ich das meiste nicht mag (was aus mehreren frühen Erfahrungen mit dem einen oder anderen Getränk hervorgeht). Im Gepäck hatte ich eine Flasche Sambuca, nichts geht über Sambuca! Nach dem Bier und ein paar Sauren hielt ich den Sambuca dann auch für kalt genug und teilte mit Söhnke. Herrlich! Das geht runter wie nichts! Nach ein paar davon und ein wenig mehr Sauren ging es mir ziemlich gut. Kopfschmerzen? Vielleicht morgen früh… Zwischendurch gab es dann noch ein paar Brotstücke, sicher ist sicher. Auch mein Hase war schon ziemlich doon.

So gut gelaunt verflog die Zeit bis ich plötzlich sehr müde wurde. Ich hatte meinen Engel auf dem Schoß und merkte deutlich, dass ich nichts mehr trinken durfte. Kurz darauf verabschiedete ich mich und wankte zufrieden nach Hause. Die Kälte konnte mir nichts mehr anhaben und ein Glück für mich, dass an der Auffahrt zu unserem Heim die Hausnummer vorn an der Straße steht…

Als mein Schatz viel viel später zu mir unter die Bettdecke krabbelte erinnerte ich mich nur daran, dass ich vorhin ins Bett geplumpst war. Augenblicklich waren wir lallend in ein munteres Gespräch vertieft, an dessen Inhalt ich mich längst nicht mehr erinnern kann. Dann schliefen wir aneinandergekuschelt ein.

Die Kopfschmerzen blieben heute aus – jedenfalls bei mir. Meinem Hasen ging es gar nicht gut. Und dass er nachmittags arbeiten musste machte es nicht wirklich besser. Zum Glück gelang es ihm, seinen Dienstbeginn etwas nach hinten zu verschieben. Jetzt sitze ich im Schein meiner alten Schreibtischlampe bei einer heißen Pizza und warte auf seinen Feierabend. Noch eine Stunde. Und morgen beginnt meine neue Arbeitswoche.

 

News

Jetzt sieh sich das einer an: Es ist schon wieder viel zu lange her um die Ereignisse der letzten Wochen angemessen wiedergeben zu können…Schatzi ist grad bei der Arbeit und da nutze ich die Gelegenheit zum Schreiben, nachdem mich der Postbote brutal aus dem Bett geklingelt hat.

Es fehlt immer noch der Rest in meinem Urlaubseintrag, aber den schreibe ich nicht heute. Den Jahreswechsel haben Torge und ich in Hamburg bei Freunden verbracht. Fondue ist bei mir eine Ewigkeit her, aber ist ja sooooo lecker! Mit Fondue, Photosession und über dies und jenes quatschen haben wir die Zeit vertrieben, bis es Zeit für die S-Bahn war, die uns an die Landungsbrücken zum großen Feuerwerk bringen sollte. An der S-Bahn-Station war natürlich ganz schön was los. Kiddies und solche, die schon längst keine mehr sein sollten, werfen Böller die Treppen hinab in die Station. In der engen Halle war das ein verdammt unangegenehmer Spaß für Ohren. Nachdem wir mit der Bahn ein paar Stationen zurückgelegt hatten gab es eine „dramatische“ Durchsage vom Zugführer: Die Station „Landungsbrücken“ sei vom Bundesgrenzschutz wegen Überfüllung gesperrt worden, die Fahrgäste könnten schon jetzt den Bahnsteig nicht mehr verlassen, der Zug würde daher an der Station und auch an den darauffolgenden nicht anhalten. Wir mussten also schnell umdisponieren und stiegen kurz darauf am „Jungfernstieg“ aus, um uns stattdessen das Alster-Feuerwerk anzusehen. Auch hier explodierten Böller in der Stationshalle – doch das war gar nichts im Vergleich mit dem, was wir nun hörten und sahen! Das Alsterufer war von Menschen gesäumt, deren einziges Lebensziel es zu sein schien, so viel Lärm und Explosionen wie möglich in so kurzer Zeit wie möglich zu erzeugen! Der Lärm war ohrenbetäubend und wir beschlossen, uns zu den Leuten auf der anderen Straßenseite zu stellen und das Spektakel aus scheinbar sicherer Distanz zu betrachten. Das neue Jahr war noch zwanzig Minuten entfernt, doch das Feuerwerk über der Alster war schon in vollem Gange. Ein offizielles jedoch schien es – auch zur Mitternacht – nicht zu geben.

Weil die zunehmend betrunkeneren Leute (betrunkener als wir *g*) die Richtung ihrer Raketen und Feuerbälle abnehmend unter Kontrolle hatten, weil es regnete und uns die Getränke ausgegangen waren machten wir uns bald wieder auf den Weg zurück in die warme und trockene Bude unserer Freunde.

Nach einem guten Frühstück am ersten Januar verabschiedeten Schatzi und ich uns am Nachmittag und fuhren wieder nach Hause.

Was ist noch passiert? Ach ja! Ich bin ja Onkel geworden!! Angelina ist am 20.12.2006 auf die Welt gekommen und sie ist ja so niedlich! *strahl* Sie hat uns mit meinen Eltern und ihrer Mama am zweiten Weihnachtstag besucht. Sie ist noch so klein, guckt ein bisschen gelangweilt und hat ständig Hunger. Seht mal:

Klein-Angie, 17 Tage nach ihrer Geburt