Verstecke

:: Sehr übersichtlich

Gestern Abend gab es ein gemeinsames Essen mit allen Kollegen und den letzten Ehemaligen meiner Filiale. Eine Geldprämie aus dem Vorjahr lockte uns in ein nobles Restaurant beim Wahrzeichen meiner Stadt.

Während Tomate-Mozzarella als Vorspeise ganz nach meinem Geschmack war, konnte ich den toten Garnelen der Hauptspeise nicht viel abgewinnen. Und auch die Panacotta zum Nachtisch konnte nicht begeistern. Kein perfektes Dinner also, und noch dazu ein Abschiedsessen der Kollegen, die unser Team in diesen Tagen verlassen.

Ab Montag werde auch ich wieder arbeiten. Ich kann mich ja nicht ewig verstecken.

 

:: Soll das alles sein?

Die Sonne hingegen glaubt, sich ewig verstecken zu können. Eingepackt in einen Pulli und mit kalten Händen sitze ich am Rechner, während draußen bei Temperaturen knapp über zehn Grad schwere Wolken kalte Tropfen fallen lassen und der Sommersonne ein sicheres Versteck bieten.

 

:: Die unschuldigen Kater

Cricket und Neelix – unsere beiden Katerchen – toben für ihr Leben gern in der Wohnung herum. Sie springen, rennen, rutschen und jagen einander. Heute Morgen kamen die beiden wieder aus dem Wohnzimmer gestürmt. Der Graue voran und der Weiße hinterher, was die Tatzen hergaben! Dann machte es laut KLIRR und PLATSCH und schon ergoss sich der Inhalt ihres Trinknapfes über den Dielenfußboden im Flur. Cricket war entsetzt und schaute mich mit seinem leichten Silberblick gänzlich unschuldig an und begann, dass Wasser schnell vom Boden aufzulecken, während sich Neelix in sicherer Entfernung zum Malheur neben der Kommode versteckte und verstohlen um die Ecke linste. Als ich dann mit einem Tuch den Boden trockenwischte, sprang Cricket auf, um mir zu helfen und wollte gar nicht mehr aufhören, selbst, als das ganze Wasser längst aufgewischt war… Er ist wirklich sehr gewissenhaft!

 

Kapitel

Heute war es mein Engel, der die Nestwärme unseres großen Metallbettes als erstes verließ. Unfähig, mehr als ein Auge gleichzeitig zu öffnen legte ich mir sein zurückgelassenes Kissen über die Ohren und wühlte mich von der Bettdecke frei. Nur in Shorts gekleidet schlummerte ich wieder ein, während draußen die Sonne schon hoch am Himmel stand und vor der Schlafzimmertür die beiden Kater einen Freudentanz aufführten, als sie Engelchen erblickten. Die beiden haben bis spät in die Nacht wild getobt, weil auch wir zwei noch recht lange wach waren. Umso länger konnten sie am Morgen schlafen. Sicher hat auch der Besuch beim Tierarzt am gestrigen Tag dazu beigetragen. Ihr Lieblingsdoktor ist grad im Urlaub, und stattdessen mussten sie die neugierigen Finger einer Ärztin erdulden, die beharrlich untersuchte, ob die zwei auch vollwertige Jungen sind. Sie musste bei dem einen zwar etwas länger drücken und fühlen, aber letztlich gab sie zu, dass alles vorhanden ist. Na dann.

Wenig später vernahm ich Topfgeklapper in der Küche. Das klang verdächtig nach Frühstück. Und tatsächlich erschien ein Engel wenig später am Bett und begrüßte mich seeehr herzlich.

Noch während des Frühstücks kam piepsend eine SMS und nahezu zeitgleich eine eMail herein. Wir wussten beide, was das bedeutet: Harry Potter hat unsere Packstation erreicht! Als das Frühstück beendet hatten, trödelten wir scheinbar absichtlich herum, um die Vorfreude auf den siebten Band noch so lange wir möglich auszukosten. Ich rasierte mir die Zwei-Tage-Bartstoppeln aus dem Gesicht, entledigte mich der Shorts und ließ mich in der Dusche genussvoll beregnen. Erst nachdem ich wieder vollständig angezogen war, machten wir uns auf den Weg durch den sehr sonnigen Spät-Vormittag zu unserer Packstation.

Jetzt lesen wir abwechselnd Kapitel für Kapitel. Natürlich habe ich die deutsche Ausgabe schon vorbestellt, aber ich kann unmöglich bis Ende Oktober warten. So begann Schatzi mit Kapitel eins, und als er fertig war, las ich es. Das gleiche taten wir mit dem zweiten Kapitel. Während er sich gerade durch das dritte schlägt, habe ich ein wenig Zeit für diese Zeilen.

Das ist ein entspannter Samstag. Zumindest so lange, bis wir aufräumen und putzen müssen, denn morgen mittag kommt meine Family zu Besuch, um sich unsere neue Wohnung anzusehen.

Allen Lesern ein schönes Wochenende!

 

Differenzen

Etwas gerädert von gerade mal zwei Gläsern Weißwein öffnen sich meine müden Augen und richten sich auf die Schäfchenwolken, die draußen vor dem Fenster vorbeifliegen. Der Himmel, der sie trägt, ist hellblau und es scheint ein weiterer sehr warmer Tag zu werden. Auf meiner anderen Seite liegt Engelchen und atmet schlafend gleichmäßig ein und aus. Nachdem wir gestern aus heiterem Himmel nach einer klitzekleinen Meinungsverschiedenheit auf Abstand zueinander gegangen waren, kuschelte ich mich beim Aufwachen an ihn. Aber er war so spät ins Bett gekommen, dass er noch nicht aufwachen will.

Also schwinge ich meinen Hintern aus dem Bett, strecke mich zum Himmel und steige dann in die Morgendusche. Kaltes Wasser rinnt an mir herunter, das tut gut. Kurz darauf fühle ich mich schon viel besser und kann die beiden Katerchen in die Arme schließen. Inzwischen ist sich mein Engel des verwaisten Bettes und der fortgeschrittenen Tageszeit bewusst geworden und hat mich mit einem Guten-Morgen-Schmatzer begrüßt.

Der Tag beginnt.

 

Nach der Dusche…

… ist vor der Dusche. Das geht, weil heute mein erster Urlaubstag ist! Wie es sich für einen ersten Urlaubstag so gehört, habe ich bisher noch nichts getan, außer mittags bei Sonnenschein zu frühstücken und mich dann mit einem Buch in die Sonne zu legen. Abgesehen davon ist es sowieso für fast jede Art der Bewegung zu heiß.

Weil mein Engel auch grad Urlaub hat, scheucht er „Paper Mario“ durch irgendwelche Dungeons in der wii, und die Katerchen haben ja sowieso jeden Tag Urlaub und haben sich heute ob der Temperaturen einfach platt auf den Boden gelegt, während ein großer Ventilator die Raumluft verwirbelt.

Gestern Abend, als es nicht mehr ganz so heiß war, haben wir uns den neuen Potter-Film angesehen. Bis zur Pause war ich mäßig mitgerissen, aber danach ging es mächtig zur Sache. Wir schauen ihn uns sicher noch einmal an.

Am Wochenende feierte meine Mum ihren 50. Geburtstag und wir waren natürlich eingeladen. Sie hatte all ihre Lieblingsnachbarinnen und Lieblingsnachbarn eingeladen, allesamt komische Leute (aber ich muss sie ja nicht mögen). Es war eine laute und feucht-fröhliche Party – nicht unbedingt nach meinem Geschmack, aber was soll’s, meine Mum hat sich gefreut. Wir blieben über Nacht und schliefen in dem ehemaligen Zimmer meines jüngsten Bruders, der inzwischen in die nächstgrößere Räumlichkeit nebenan gesiedelt ist, nachdem mein zweiter Bruder letztes Jahr ausgezogen war. Meine Schwester war auch da. Ihrer kleinen Tochter geht es grad nicht so gut, sie ist erkältet und bekommt auch noch die ersten Zähne. Daher sah auch meine Schwester etwas matt aus.

Dieser Tage werden wir (hoffentlich) endlich den Keller der alten Wohnung räumen und dann endlich die alte Wohnung abgeben. Mich nervt es total an, dass ich die immer noch habe!

Gestern rief ich meine beste Freundin an. Sie fuhr grad mit ihrem Schatz in der Hamburger S-Bahn an die Elbe und die Kommunikation verlief entsprechend kompliziert. Es geht beiden grad nicht so gut (wenn ich es richtig verstanden habe) und es wird Zeit, dass wir uns bald wieder treffen. Am kommenden Wochenende vielleicht, das wäre schön. Es gibt immer so viel zu erzählen.

So, jetzt geh ich zurück in den Raum mit dem Ventilator, denn viel mehr kann ich schon nicht ausziehen. *Luft zufächel*