Rekreation

Dass selbst ein Faulenzertag anstrengend sein kann, hatten wir auch nicht gedacht. Am Dienstag blieben wir ausnahmsweise zu Hause, spielten Brettspiele, lasen in unseren mitgebrachten Büchern und lagen kartenschreibend in der Sonne. Erst am späten Nachmittag setzten wir uns ins Auto und fuhren in die nächste Stadt, um unsere Vorräte aufzufüllen. Als wir uns den kleinen Ort dann näher ansehen wollten, da war er auch schon zuende. Gab also nicht viel zu sehen. Auf dem Rückweg hielten wir bei dem kleinen Laden an, der vom Ferienhaus nur einen halben Kilometer entfernt liegt. Hier sprach man unsere Sprache und wir kauften sieben Briefmarken, um dann die Karten in die Postkasse zu werfen.

Abends stellten wir uns in die Küche, um abseits vom Grill etwas zu kochen. Das Kaminfeuer wollte nicht so richtig brennen und erschöpft von den Anstrengungen des Tages fielen wir um kurz nach 22 Uhr ins weiche Bett.

Ein fauler Tag musste sein.

 

Der weiße Sand von Hvide Sande

Na ja, so weiß ist der Sand da gar nicht. Freunde von mir hatten uns den Leuchtturm empfohlen, also fuhren wir in diesen kleinen Ort direkt an der Nordsee. Zunächst kletterten wir durch die Dünen und erreichten den Strand dahinter. Es war gerade Ebbe, aber weit mussten wir bis zum Wasser nicht laufen.

Hvide Sande – „weißer Sand“

Am Strand lagen viele Steine und wenige Muscheln. Viel Betrieb war hier nicht. Wir hielten uns hier ziemlich lange auf und fuhren dann auch direkt wieder ins Ferienhaus. Die Sonne macht einen hier schnell müde. So viel Licht und Wärme sind wir gar nicht mehr gewöhnt…

So weiß war der Sand gar nicht…
… aber schön war’s.

 

Esbjerg, Blåvand und das Kaminfeuer

Ganz anders als am Tag zuvor leuchtete uns der blaue Himmel an diesem Sonntag mitten ins kleine Schlafzimmer. Ich lag auf dem Rücken, blinzelte und starrte an die hohe Decke, durch deren Mitte sich der selbe Balken zog, der auch den Rest des hellhölzernen Ferienhauses trug. Links von mir konnte ich durch das bis zum Boden reichende Fenster nach draußen sehen. Die Sonne schien hell und wenig Wind bewegte die Gräser, die rund um unser Grundstück wuchsen. Rechts von mir hörte ich die ruhigen Atemzüge meines Engels. Gleichmäßig, so wusste ich, dass er noch schlief. Stille Zufriedenheit lag an diesem Morgen in dem hellen Schlafzimmer.

Unser Ferienhaus

Als wir nach dem Aufstehen feststellten, dass die Sonne noch an den Temperaturen arbeitete, beschlossen wir, doch drinnen am Esstisch zu frühstücken. Die Sitzgruppe aus dunklem Massivholz fügte sich als harmonischer Kontrast in die Ausstattung unseres Domizils ein. Durch die breite Fensterfront konnten von drinnen das Ferienwetter betrachten und dabei ganz gemütlich frühstücken.

Französische Autos dominieren das Bild auf dänischen Straßen, und das liegt nicht etwa daran, dass in Frankreich die Sommerferien begonnen hätten. Auf dem Weg ins dänische Esbjerg kamen uns unzählige Citroën, Renault und Peugeot entgegen. Viel Verkehr jedoch herrschte nicht auf den Straßen.

Weit entfernt vom heimatlichen Verkehrstrubel erreichten wir Esbjerg. Es mag am Wochentag gelegen haben, dass die Stadt so ausgestorben wirkte. Einen Parkplatz zu finden war nicht sehr schwer, und auch in der Innenstadt waren wir die meiste Zeit über allein. Schöne Gebäude – neue und alte – mischten sich innerorts mit Baracken, die von den Bewohnern scheinbar fluchtartig verlassen worden waren. Die Farbe war von den Außenwänden geblättert, hinter den toten Fensterscheiben reckten sich skurrile pflanzliche Überreste der Sonne zu und niemand beachtete mehr die stummen Geschichten, die die verstaubten Bilder an den Wänden erzählten.

Esbjerg | Bahnhof

Das Bahnhofsgebäude sah dagegen fast spielerisch aus. Ein Gebäude der Neuzeit im Stil des Altertums. Mit Türmen und Zinnen, verspielten Steinen und immerhin ein wenig Lebhaftigkeit lud dieser Ort zum kurzen Verweilen ein. Ansonsten gab der Ort an diesem Tag nicht viel von sich preis, und so besorgten wir in einem deutschen Supermarkt angesichts des schönen Wetters ein paar Grillutensilien und trollten uns dann wieder.

Auf dem Weg zurück ins Ferienhaus bogen wir auf halber Strecke links ab und fuhren nach Blåvand. Dieser Ferienort direkt an der Nordsee brummte nur so vor Trubel. Wir schlichen mit meinem neongelben Auto durch eine Touri-Fußgängerzone, die derart belebt war, dass man Acht geben musste, um niemanden zu überfahren.

Strandwetter in Blåvand

Kurz dahinter erreichten wir die Dünen. Die Sonne gab sich viel Mühe, aber so am Meer ist es dann doch sehr frisch und windig. Kinder und Väter ließen bunte Drachen steigen, während die Muttis die Szene mit der Kamera festhielten oder die Kinderhaut mit Sonnenmilch vor der Sonne zu schützen versuchten. Mein Engel und ich liefen ein Stück am Wasser entlang, auf dem das Sonnenlicht Milliarden Diamanten funkeln ließ. Die Seeluft verursachte ein stärker werdendes Hungergefühl, so dass wir nach Erreichen der Betonbunker im Sand den Rückweg antraten.

In dieser Gegend schien alles gleich auszusehen. Die Straßen sind von guter Substanz und hin und wieder durchquert man ein kurzes Waldstück. Links und rechts der Strecke liegen Maisfelder und Antikläden. Diese geographische Egalität führte dazu, dass ich schon bald nicht mehr wusste, ob wir in die richtige Richtung fuhren. Nachdem mein Engel den Durchblick behielt und uns sicher wieder in bekannte Gefilde führte, fühlten wir uns dann auch nach einem Tag so ortskundig, dass wir einfach drauflos fuhren. Klar, hier kommt gleich die Bank, bei der wir bei der Anreise Geld abgehoben hatten, da ist der Supermarkt, der sonntags geöffnet hat, da ist das Ferienhausbüro. Nachdem wir den Ort wie tags zuvor durchfahren hatten und eine Weile geradeaus gefahren waren erreichten wir Ortschaften, die uns beunruhigend unbekannt vorkamen. Nach dem dritten von ihnen beschlossen wir, umzukehren und mussten stillschweigend eingestehen, dass wir uns verfahren hatten.

Alles halb so wild, bis auf den Hunger hatten wir es ja nicht eilig und sechs bis acht Kilometer später entdeckten wir dann auch das Schild, an dem wir vorher hätten abbiegen müssen. Vermutlich stand vorhin ein Auto davor, so dass wir es nicht hatten sehen können…

Wieder im heimischen Ferienhaus kramten wir die Grillwurst und die Hühnerbrust aus dem Kühlschrank und schütteten ein Kohlentürmchen auf. Gefühlte drei Stunden später – der Mond hing mittlerweile rot-glühend über den Tannen – war das Fleisch dann genießbar und wir setzten uns gierig an den längst gedeckten Tisch. Als unser mörderischer Hunger dann gestillt war, testeten wir den Whirlpool. Für meinen Geschmack war er zwar etwas klein und ziemlich laut, aber gemütlich war’s…

Gemütlichkeit entstand auch, als wir vor dem Kamin saßen, in dem zwei Holzscheite vor sich hinglimmten… Erst als sie in sich zusammenfielen, merkte ich, dass ich eingeschlafen sein musste. Es war ein anstrengend-schöner Tag…

 

Anreise

Chaos bestimmte das Bild, einen Tag vor unserer Abreise. Wir hatten bisher keine Zeit auch nur eine Tasche zu packen – geschweige denn, uns Gedanken darüber zu machen, was wir mitnehmen sollten. Bevor wir von zu Hause losfuhren, versuchten wir, ein wenig Ordnung in das Vorurlaubschaos zu bringen, was uns dann auch einigermaßen geglückt ist.

Wir sind unterwegs.

Samstag Mittag ließen wir unsere Stadt hinter uns und fuhren ziemlich genau nordwärts. Nur in Flensburg machten wir Rast, um vor dem Überschreiten der nördlichen Bundesgrenze noch eine Stärkung zu uns zu nehmen. Der Burger-König kam da wie gerufen. In dem Laden war irre viel los und die Bedienungen schienen allesamt ein wenig überfordert und liefen scheinbar planlos und missmutig durch die Gegend. Mit einem Doppelcheeseburger, Pommes und Cola im Magen ging es dann euphorisch weiter über die Autobahn. Ungebremst fuhren wir auf der Autobahn in Dänemark ein, hielten auf derselben Strecke immer geradeaus auf Kolding zu. Dieser Ort scheint ein Dreh- und Angelpunkt des Landes zu sein – zumindest, was den Autobahnverkehr betrifft. Nachdem wir immer genau nach Norden gefahren waren, setzte sich unsere Fahrt von da an genau nach Westen fort – natürlich wieder über die Autobahn.

Bewölkt war es, und die Wolken wurden dunkler und schwerer, je näher wir der dänischen Nordseeküste kamen. Es war inzwischen wohl 16 oder 17 Uhr und nur wenig Licht drang durch die schwere Wolkendecke, die sehr tief über uns zu hängen schien. Unser erstes echtes Ziel war die Ortschaft Nørre Nebel, wo wir die Schlüssel und die Wegbeschreibung zum Ferienhaus erhalten sollten. Als wir in den Ort einfuhren, entdeckten wir gleich eine Bank, und weil wir vergessen hatten, uns dänisches Bargeld zu besorgen, benutzten wir flugs den Automaten. Wie ist eigentlich der Umrechnungskurs? Ich glaube, zu DM-Zeiten war es 1:4, das heißt, es müsste jetzt ungefähr 1:8 sein. Kurz darauf erreichten wir das Büro unseres Ferienhausvermieters. Da die Damen und Herren schon Wochenende hatten, bedienten wir uns der Schlüsselbox an der Rückseite des Gebäudes. Glücklicherweise fand ich einen Umschlag mit meinem Namen darauf – seltsames Gefühl, in einem anderen Land in einem Holzkasten seinen Namen zu finden… In dem Umschlag fanden wir den Schlüssel – und eine handgeschriebene Botschaft in gebrochenem Deutsch. Unser Ferienhaus wäre leider noch nicht fertig gebaut und man hätte uns daher eines der gleichen Bauart zur Verfügung gestellt. Gespannt machten wir uns mithilfe der Wegbeschreibung auf, um dieses Häuschen zu finden. Es dauerte auch gar nicht so lange, bis wir in dem Neubaugebiet für Ferienhäuser ankamen. Und tatsächlich sah das Haus genau so aus wie das, was wir ursprünglich gemietet hatten. Wir gingen hinein und staunten über die geschmackvolle Einrichtung und die Geräumigkeit. Es machte richtig Spaß, das Auto zu entladen und die mitgebrachten Lebensmittel in die Küchenschränke zu sortieren.

Aahhh… Urlaub. 🙂

Etwas erschöpft von der Autofahrt erkundeten wir das Gelände und den nahegelegenen Strand. Kalt war es an diesem ersten Abend, als wir bei Kerzenschein eines unserer Spiele auspackten und bis spät in die Nacht das Urlaubsfeeling genossen…

 

Die Kraft der Sonne

Der junge Septemberhimmel hat heute eine bunte Mischung für meine Stadt im Gepäck. Der Himmel – so fad bewölkt, dass mein Körper sanfte Schatten auf das Bett wirft, auf dem ich sitze – lässt unregelmäßig die Sonne durchscheinen. Mit mal mehr und mal weniger Kraft wärmt sie meinen nackten Oberkörper. Trotz des fortgeschrittenen Jahres und des letzthin an Präsenz mangelnden Sommers sind die Sonnenstrahlen noch schön warm. Vielleicht die Vorhut für unseren Urlaub in der kommenden Woche?

Mein Engel hatte gestern seinen 28. Geburtstag. Es gab nicht viel Brimborium. Lecker Frühstück, ein Geschenk und den Schokoladenkuchen, den ich am Sonntag schon gebacken hatte, weil ich Schokolade einfach nicht widerstehen kann. Tagsüber trudelte die eine oder andere SMS für ihn ein – und die eine oder andere eben nicht. So gesehen ein ganz normaler Geburtstag. Inzwischen haben wir begonnen, seine Möbel aus dem WG-Zimmer zu holen und in unserer ab ersten Dezember offiziell gemeinsamen Wohnung zu meinem Inventar zu stellen. Gestern war der Schreibtisch dran, was uns zum Anlass gereichte das Arbeitszimmer endlich mal aufzuräumen, meine letzten Umzugsreste auszupacken und den Raum damit fertig zu stellen.

Vor ein paar Tagen schickte ich heimlich einen Brief an meine Vermieter mit der Bitte, mir einen neuen Mietvertrag für meinen Engel und mich zu schicken. Ich hatte gehofft, den neuen Vertrag bis zum Engelsgeburtstag im Briefkasten zu haben um ihn damit zu überraschen, aber leider war bis gestern nichts in der Post.

Nächste Woche ist es endlich soweit. Urlaub! Das Ferienhaus in Dänemark ist gebucht, die Kamera geladen und urlaubsreif sind wir beide allemal. Wenn es auch nur eine Woche wird, so freuen wir uns doch tierisch auf die Erholung. Also: Bitte Daumen drücken für schönes Wetter!

 

Sandworld

Gestern war ich mit meinem Engel auf der Sandworld in Lübeck-Travemünde. Vor drei Jahren war ich schon einmal dort und es hatte mir damals sehr gut gefallen. Na und weil sie jetzt quasi um die Ecke liegt konnte ich es mir nicht nehmen lassen ihr in diesem Jahr einen Besuch abzustatten.

Das Wetter war den ganzen Tag über unbeständig. Als mich mein Ex-Freund Nate am Nachmittag anrief fielen dicke fette Regentropfen vom Himmel, die auf dem Rasen vor meinem Wohnzimmerfenster explodierten. Zwischendurch lugte die Sonne immer mal wieder durch. Als ich am frühen Abend meinen Schatz von der Arbeit abholte entschieden wir spontan, dass das Wetter nun gut genug wäre und machten uns auf den Weg.

Bald darauf kamen wir in Travemünde an. Um zur Sandworld zu gelangen muss man mit der Fähre über das Wasser fahren. Wir lösten unsere Tickets, setzten über und marschierten dann in Richtung Strand, wo das Event nun schon zum fünften Mal stattfindet. Vorbei an einem Yachthafen mit unzähligen Schiffen, vorbei an Anglern, die still Ihre Ruten ins Wasser hielten und vorbei an wirklich riesigen und meist skandinavischen Schiffen, die den Hafen der Stadt passierten. Als wir nach einem langen Fußmarsch um eine Kurve bogen konnten wir das abgezäunte Gelände schon sehen. Wir zeigten am Eingang unsere Tickets vor und traten in die Zirkus-Welt, dem Motto der Sandworld 2006.

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Mittlerweile war das Wetter herrlich geworden. Die Wolken hatten sich davon gemacht und die Sonne stand schon sehr tief. Wir besahen uns die aufwendigen Sandskulpturen, hielten überall die Kamera drauf und bewunderten die Kunstwerke, die mittlerweile seit einigen Wochen hier stehen und großer Hitze und dicken Regentropfen standhalten mussten. In weniger als einem Monat ist dann erst einmal wieder alles vorbei. Dann werden die Skulpturen zerstört und die Spuren dieses Ereignisses werden sich zerlaufen, bis zum nächsten Sommer.

Als wir wieder zum anderen Ufer übersetzten gab es noch eine Begegnung der riesenhaften Art. Ein gewaltig großes Schiff querte unsere Fähr-Passage und fuhr nur wenige Meter an unserem Transportmittel vorbei. Wir staunten ehrfürchtig, als wir die riesigen Stahlwände hinaufschauten, die sich im Dunkeln gewaltsam vor uns den Weg durch das Wasser pflügten. Eindrucksvoll!

Überwindungen

Lesen ist schon toll, wenn man sich überwindet. Noch vor meinem Umzug hat mir eine liebe Freundin einen Stapel Bücher geliehen (danke Jessi), die zu lesen ich bisher keine rechte Lust hatte. Aber vorhin, als dunkle Wolken die Sonne verschluckten und Regen auf mein offenes Fenster im Schlafzimmer prasselte, legte ich mich auf mein Bett mit dem sommergelben Bezug, rückte die zwei Kopfkissen zurecht und schlug die erste Seite auf. „Oskar und die Dame in Rosa“ steht auf dem Einband und Eric-Immanuel Schmitt hat es geschrieben. Wovon es handelt, möchte ich nicht verraten, denn es wirkt bestimmt am besten, wenn man ahnungslos an das Buch herangeht. Ich bin zwar leicht hinzureißen, aber nur ausgewählte Bücher schaffen es, mich in Tränen aufzulösen. „Oskar und die Dame in Rosa“ ist sehr einfach geschrieben und die 105 Seiten lassen sich bequem in kürzester Zeit durchlesen.

Lesender Lacarian

Es gewittert, heute am ersten August. Das Wetter scheint verärgert, dass mein Schatz heute, genau drei Monate nach dem ersten Kuss, arbeiten muss. Als ich mittags Feierabend hatte und zu Hause ankam fand ich eine handgeschriebene Notiz. Er war bereits auf dem Weg zur Arbeit. Ich sprang aus den Arbeitsklamotten, schlüpfte in etwas Bequemeres und brauste mit meinem etwas zu groß geratenen Bike hinterher. Erst am Ende der Strecke, als ich mich schon fast wieder auf den Weg zurück machen wollte, traf ich ihn. Das war ein schöner Moment, wie er um die Ecke bog und mich entdeckte. Er ließ sich nicht anmerken, dass er bestimmt ziemlich überrascht war mich zu sehen. Ich begleitete ihn die übrig gebliebenen Meter zur Arbeit. Ein paar Minuten blieben uns noch. Wir setzten uns auf eine Holzbank, teilten eine Flasche Wasser und brummelten darüber, dass wir gleich schon wieder getrennt würden.

Danach saß ich über eine Stunde beim Frisör. So als männlicher Bankangestellter habe ich nicht sonderlich viel Spielraum bei der Gestaltung meines spärlicher werdenden Haupthaares, lediglich Länge und ein wenig hell und dunkel liegen im Repertoire. Dennoch dauerte es eine halbe – ach was sag ich – eine ganze Ewigkeit bis das Werk vollbracht war. Und der Preis war riesig! Eigentlich kann ich jetzt dreieinhalb Monate nicht mehr zum Haareschneiden gehen! Es kostet so schon jedesmal Überwindung, aber irgendwann kann ich mit den Zotteln einfach nichts mehr anfangen. Gel soll sie in Form bringen, stattdessen stehen sie in alle möglichen Richtungen und wenn ich noch mehr Gel nehme kann ich auch gleich italienische Arien schmettern. Also war es heute wieder soweit. Ich bin auch ganz zufrieden – zumindest bis zur Gel-Feuertaufe morgen früh…

 

Wort zum Sonntag

Jetzt, wo sich der Tag langsam dem Ende neigt wie eine Weide zum Wasser möchte ich noch ein Worte in meinem Blog loswerden – auch wenn heute nicht wirklich viel passiert ist.

Früh am Morgen hab ich meinen Engel im Bett liegen gelassen und bin aufgestanden, hab eine frische Dusche genossen und mich auf den Weg ins Einkaufszentrum gemacht, um etwas Leckeres zum Frühstück zu besorgen. Diese Idee hatte auch noch eine ganze Menge anderer Leute und so war es voll wie immer. Ursprünglich wollte ich ja nur Brötchen kaufen, aber als ich an der Kasse stand hatte ich den ganzen Arm voller Dinge für ein gutes Frühstück.

Als ich wieder zu Hause ankam, schlief Torge noch immer, wachte aber auf, als ich ins Schlafzimmer kam. Verpennt guckte er mich an und ich kündigte lächelnd das Frühstück an. Bald darauf saßen wir zusammen am Frühstückstisch, während sich draußen die Sonne durch die Wolken mogelte. Die Luft war immer noch sehr warm und durch den Regen der vergangenen Nacht extrem schwül.

Noch ist mein Schatz bei der Arbeit, aber jeden Moment müsste er nach Hause kommen. Nachmittags haben wir den Wocheneinkauf hinter uns gebracht und als er sich zur Firma aufmachte loggte ich mich in die Welt von Warcraft ein. Ich mag diese Online-Spiele nicht, aber dieses ist einfach… geil. Ich schlage mich als Paladin durch, schließe mich mal mit dem einen und mal mit dem anderen Online-Spieler zusammen um die Gegner zu schlagen. Es macht Spaß – und süchtig!

Morgen hat Torges Mum Geburtstag, und das heißt, dass wir uns wieder auf den Weg in die alte Heimat machen. Vielleicht besuchen wir noch zwei Freunde von mir, wenn sie denn zu Hause sind. Für heute ist erst einmal Schluss.

Gute Nacht!

 

Tierischer Spaß

Wieder einmal haben wir Hamburg besucht. Wir sind am Samstag in aller Frühe so gegen neun Uhr aus dem Bett gekrochen. Duschen, stylen, ein gutes Frühstück und dann ab auf die Autobahn. Wir hatten Glück, die Gegenrichtung führt zum Strand. Wie es da aussah, kann man sich ja denken. Unsere Bahn hingegen war so frei wie der junge Tag. Nachdem mein neongelber Kleinwagen vor Kurzem eine umfangreiche Reparatur genossen hat, rauschten wir nun über den Asphalt.

Erklärtes Ziel für diesen sonnigen Samstag war Hagenbecks Tierpark. Während ich mein Auto jetzt regelmäßig auf der anderen Seite Hamburgs abstelle, fuhren wir mit der U-Bahn durch die Stadt, passierten letztlich die nach dem Zoo benannte Haltestelle und lösten unsere Tickets.

Mein letzter Zoobesuch liegt schon eine ganze Weile zurück. Schade, dass ich das einzige Kinderfoto von mir, das vor über 20 Jahren dort entstand, gerade nicht finden kann…
Es war wieder einmal ein sehr heißer Tag. Mein Schatz und ich durchstreiften den Park, vorbei an Elefanten und Tigern, Ziegen und Alpakas. Wir bestaunten Präriehunde, die wiederum Bisons beobachteten. Pinguine wurden gerade gefüttert, als wir am Gehege entlangspazierten. Die Tiere im neuen Affenhaus waren froh über die Klimaanlage, die wenigstens ein wenig Kühlung lieferte.

Verpasst haben wir für diesen Spaß allerdings den CSD in Lübeck… Na ja, nächstes Mal. Und Hamburg hat ja auch noch einen.

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gehaltvoll

Heute ist ein schöner Tag! Meine erste Gehaltsabrechnung ist ins Haus geflattert und ich kann ohne Übertreibung sagen: Der Wechsel hat sich deutlich gelohnt! Aber gut, ich hab auch einiges mehr an Arbeit als vorher. Die Arbeit macht Spaß, auch wenn ich abends froh bin wieder zu Hause zu sein und morgens (wie immer) nicht aus den Federn komme.

Meine nackten Füße patschen nach wie vor über den kalten Flurboden ins Bad, das jetzt nicht mehr gegenüber meinem Schlafzimmer liegt, sondern rechts davon. Auch heute früh, nachdem mich mein Wecker aus dem Schlaf gerüttelt hat, musste ich mich widerwillig aus den Armen meines Liebsten „befreien“ um die Geister der Nacht mit kaltem Wasser zu verscheuchen. Den Weg zur Arbeit trat ich kurz darauf dann auch allein an, Torge musste erst später los. Also quälte ich mein kleines neongelbes Auto durch den Stadtverkehr. Vor zwei Tagen erst hat es eine ziemlich umfangreiche Reparatur in der Werkstatt erleiden müssen – na ja, leiden musste eher ich…
Jetzt schnurrt er wieder wie ein Kätzchen (obwohl… er hat noch nie wie ein Kätzchen geschnurrt…).Ich war viel zu spät dran heute Morgen und steckte – wie sollte es anders sein – natürlich im Stau vor einem der Kreisverkehre fest. Na gut, Stau ist dort jeden Morgen, aber ausgerechnet heute begann der Stau fast vor meiner Haustür! Ich ärgerte mich zeitweilig, dass ich nicht einfach das Rad genommen hatte…

Der Arbeitstag ging heute meist schnell vorbei. Ich habe mich nach der Mittagspause eine Stunde lang zurückgezogen um Liegengebliebenes aufzuarbeiten, aber mehr als die Hälfte davon liegt jetzt immer noch… Langsam kommt aber Routine in die täglichen Arbeiten und die Chancen stehen gut, dass ich bald schneller arbeiten kann.

Vor kurzem war ich mit Torge in Hamburg. Seit Wochen schon versuchen wir uns das allabendliche Wasserlichtkonzert in den Parkanlagen von Planten un Blomen anzusehen, wir haben es bisher nicht geschafft. Wir waren entweder zu spät oder wir hatten irgendwas anderes vor. Aber egal, bestimmt sind die Spiele wieder bis in den September hinein zu bewundern. Am kommenden Samstag nehmen wir den nächsten Anlauf.

Immerhin konnte ich ein paar Photos beim letzten Mal schießen. Da wir abends unterwegs waren hatte Torge mein Kamerastativ geschultert und so zogen wir durch die sehenswerte Innenstadt und ergatterten einige schöne Aufnahmen.

Ein Blick über die Alster.
… und in die Fleete.
Der Jungfernstieg.
Ein Hotel an der Alster.