Vierzehn

Vierzehnuhrachtundvierzig, nur noch wenige Augenblicke bis wir im Reisezentrum der Bahn unseren Zug nach Kopenhagen reservieren werden! Ich find‘ das irgendwie aufregend!

Vierzehnuhrfünfzig. Morgen ist der erste Dezember. Der siebte Monat beginnt und mein Schatz und ich wohnen offiziell zusammen. Sehr geil!

Vierzehnuhrdreiundfünfzig. Soeben steigt Engelchen in die Dusche. Wieso ich Zeit habe ihm dabei zuzusehen? Ganz einfach: Wir haben heute einen freien Tag! Für mich ist es einfach der Ausgleich für einen geopferten Samstag vor zwei oder drei Wochen. Für uns ist es ein Vorgeschmack auf den Urlaub! Morgen gehen wir beide nochmal arbeiten und dann bleibt der Wecker für zwei volle Wochen stumm! Jippieh!!!

Vierzehnuhrsiebenundfünfzig. Das Frühstück und so liegt hinter uns, drei oder vier Folgen „Sex and the city“ und gerade jetzt höre ich im Radio den ersten Christmas Song 2006.

Vierzehnuhrachtundfünzig. Ich tanze zu meinem Weihnachtsengel unter die Dusche…

 

Piano forte

Obwohl wir erst gegen vier Uhr in der Frühe von der Party zurück waren, wurde ich fast mit Sonnenaufgang putzmunter. Wir hatten viel Spaß und ich entschied ziemlich bald, dass wir den Wagen stehen lassen – das geschah so in etwa zu dem Zeitpunkt als das Wort „singstar“ fiel, also nach einer Viertelstunde etwa. M. hatte am Mittwoch Geburtstag, und als sie die Tür öffnete, erinnerte ich mich, dass ich sie auf der Abschiedsparty der WG kennen gelernt hatte. Anders als auf der WG-Party waren gestern nur neun Leute anwesend, mit der Runde kam ich dann auch viel besser zurecht. Es gab zunächst nach dem allgemeinen Beschnuppern ein paar Partyspielchen. Ich hasse sowas – aber gestern fand ich es einfach genial! Es war sehr gemütlich, das Essen (Chili, Hackbällchen, Gemüse zum Dippen, etc.) war genau richtig und drei Sambuca und ein Becks Gold später trällerten wir gemeinsam ins Mikrofon, was soll’s, sind ja nicht meine Nachbarn…

Mt fuhr uns zum Glück nach Hause. Als wir heute Nachmittag den Wagen abholten, bemerkten wir erst, wie lang der Weg zu Fuß ist… Aber es war ein so schöner Nachmittag, an dem man sich mal ganz in Ruhe ohne stressigen Straßenverkehr die vielen unterschiedlichen Häuser ansehen konnte. Da sind welche dabei, die fast in sich zusammenfallen, dann stehen da Klötze, bei denen wir uns fragten, wie man da wohnen kann. Aber auch sehr schöne Häuser begegneten uns. Fachwerk, Villen und schöne Gärten, große und kleine Häuser mit alten Bäumen und birnenförmigen Erkerdächern. Doch als wir uns der Position meine neongelben Kleinwagens näherten fühlten wir uns plötzlich sehr unwohl. Was gestern noch im Schleier der Nacht verborgen lag, schrie uns jetzt in seiner ganzen Hässlichkeit an! Wohnblocks, zehn-, elf- oder noch mehrstöckig in heruntergekommenstem Zustand, Straßen, aus denen sich selbst Bushaltestellen und ganze Ampelanlagen unlängst verabschiedet hatten. Kurz bezweifelten wir, in der selben Gegend wie gestern Abend zu sein, doch als wir eine Straße weiter abbogen sahen wir mein Auto leuchten. Es stand förmlich in einer Oase, die Häuser waren relativ neu und sehr gepflegt, kaum zu glauben, wie es rundherum aussieht…. Krass!

Auf den Schreck suchten wir wieder motorisiert das Weite und beschlossen, in der Innenstadt ins Kaffeehaus einzukehren. Wir parkten am Fuße der Domkirche und liefen durch die Innenstadt, wo wir uns zum ersten Mal bewusst die meist sehr schönen Gebäude über den Läden ansahen. Als wir kurz darauf die gläsernen Flügeltüren ins Coffilio aufstießen, drang uns der volle Klang eines sehr belebten Kaffeehauses entgegen. Die meisten der runden dunklen Holztische waren belegt, die Angestellten hatten alle Hände voll zu tun. Auch mussten sie sich bemühen, stimmlich gegen den eifrigen Pianisten anzukommen, der den ganzen Raum mit Klang erfüllte. Es war irre gemütlich, drinnen so belebt mit leckerem Cappuccino und meinem Engel auf unserem Lieblingsfensterplatz, während es draußen bereits dunkel war. Die ersten Weihnachtsbeleuchtungen zaubern ein winterliches Ambiente in die Geschäftsstraßen der Innenstadt.

Das ist ein Sonntag nach meinem Geschmack. Da kann die Arbeitswoche ruhig kommen (aber auch nur, weil’s die letzte vor unserem Urlaub ist! Gleich buchen wir ein Hotelzimmer in Kopenhagen *freu*)

 

Eierschale

Eier. Toast. Nutella. Und viel Cappuccino. So lasse ich mir ein Frühstück gefallen. Nur der Engel dazu fehlt heute. Ich habe ziemlich gut geschlafen, und als ich meine Augen öffnete, hatte er auch schon seinen Arm um mich geschlungen. Perfekt, wenn nicht sein Wecker schon gedrängelt hätte. So blieb nicht viel Zeit ehe wir aus den Federn geradewegs in die Dusche sprangen und dann gleich zu seiner Arbeit. Ich hatte es gut, konnte gleich wieder nach Hause. Engelchen hingegen muss bis nachmittags arbeiten – und dabei hatte er soooooo keine Lust! Auf dem Weg zurück ließ ich die Radmuttern meiner Winterreifen nachziehen, damit mich nicht eines dunklen und kalten Tages ein Hinterrad überholt.

Nachdem ich gestern Abend meinen Engel von der Arbeit abgeholt hatte, kehrten wir in meinem Lieblingskaffeehaus ein. Marzipancappuccino und einen Brownie mit doppelt Schokolade! Draußen war es schon dunkel geworden, und vor dem großen Fenster, an dem wir saßen, rollten die Scheinwerfer vorbeifahrender Autos entang. Auf der anderen Straßenseite gibt es ein Meeresfrüchte-Restaurant, das aber nicht sehr einladend aussieht – mal davon abgesehen, dass ich keine Meeresfrüchte mag. Meine Gedanken glitten ein wenig ab und ich stellte mir vor, wie ich so ein Restaurant aufziehen würde. Ich würde das Design grundlegend ändern, schon von außen sieht es wie eine dreckige Kaschemme aus. Auch drinnen scheint nicht viel Esprit zu stecken, was man so von der anderen Straßenseite hinter der Glasscheibe im Kaffeehaus bei Cappuccino und Kuchen sehen kann, wirkt langweilig…

Irgendwann hatten wir zuende genossen und machten uns auf den Weg nach Hause. Der klappernde Briefkasten gab wieder mal nicht mehr her als Werbung und klamme Zeitung, aber immerhin auch keine Rechnungen. Den Rest des Abends verbrachten wir ganz in Ruhe mit dem Einkleben unserer Urlaubsfotos von vor einigen Wochen in ein großes Album.

Jetzt ist mein Frühstück gegessen und der Rest des Tages kann kommen. Heute sind wir zu zwei Geburtstagen eingeladen. Gestern hatte eine liebe Freundin aus der Heimat Geburtstag. Ich Schussel hab natürlich die Karte einen Tag zu spät abgeschickt, aber ganz gegen meine Gewohnheiten hab ich mal nach dem Telefonhörer gegriffen – und sie prompt beim Familienkaffee gestört… *seufz* Ich hasse Telefonieren. Leider hat sie erst Anfang dieser Woche eine Einladung verschickt und Engelchen und ich hatten schon einer seiner Freundinnen zugesagt, die heute Abend hier in der Stadt Geburtstag feiert.

Ich hoffe ich sehe meine Freunde bald mal wieder. Ich vermisse sie alle sehr.

 

filmreif

Loggerheads, Happyfeet, James Bond – der Herbst hat begonnen und mit ihm die Kinosaison! Ich werd mir also bald meinen Engel schnappen und mit ihm einen Filmabend in einem städtischen Kino verbringen. Ganz klassisch mit Popcorn und nem Riesenbecher Cola. Loggerheads werd ich wohl allein gucken müssen, Engelchen mag keine „Schwulenfilme“. *hmpf!* Dafür liebt er Pinguine und „Happy Feet“ ist der ultimative Winter-Pinguin-Film! Seht Euch mal die Trailer an!! Über James Bond muss ich nichts sagen, jeder kennt ihn, die eine Hälfte hasst ihn, die andere liebt ihn. Ich gestehe, für mich war James Bond immer Pierce Brosnan, aber ich bin gespannt auf den Streifen! Die Erwartungen werden ja irre hoch gezerrt – ich lass mich überraschen.

Erst das Vergnügen, dann die Arbeit. Im Moment läuft es ganz rund. Liegt es daran, dass ich bald Urlaub habe? Ich schaffe meine tägliche Arbeit gut weg und bin guter Dinge, dass das auch eine Weile so bleibt. Gestern konnte ich zum Glück wieder ein paar erfolgreiche Verkaufsgespräche führen, das sorgt dann für den Spaßfaktor, besonders, wenn nette Kunden dabei sind. Morgen und nächste Woche noch, und dann bleibt der Wecker für zwei volle Wochen stumm! Kopenhagen, wir kommen!!

 

zielführend

Chaotisch. Aber erfolgreich. So kann man den Arbeitstag beschreiben. So richtig aus dem Bett gekommen sind wir heute früh wieder nicht, mein Hase und ich. Mit vor Schlaf zugekniffenen Augen wankten wir ins Bad, und als wir wieder herauskamen, mussten wir auch schon los. Die morgendliche Zweisamkeit ist jeden Tag schrecklich kurz…

In der Firma wieder einmal minimal besetzt stürtze ich mich in das Gewühl aus Arbeit, die ich gestern Abend unangetastet in den Schrank zurückgelegt hatte. Tagsüber schien sich der Wust nicht wirklich zu verringern, erst am späten Nachmittag hatte ich das Gefühl, dass ich endlich endlich endlich etwas Licht hereinbekäme. So kann ich dann morgen sicher damit beginnen, die Arbeit meiner erkrankten Kollegin anzupacken. Endlich komme ich meinem organisatorischen Ziel etwas näher!

Näher am Ziel bin ich auch nach einem erfolgreichen Kundengespräch. Ich habe kürzlich an einem Seminar zum Altersvorsorgeberater teilgenommen. Ich muss mich jetzt ein halbes Jahr lang profilieren und eine bestimmte Abschlusssumme erreichen. Heute konnte ich mit einem Abschluss ein Drittel meines Solls erfüllen und ich hab für den Rest immer noch fünf Monate Zeit! Sehr geil!

Nun reicht’s aber auch für heute *gääähn*. Ich lege gleich die Füße hoch und mach heut nix mehr!

Nix!

 

Buntes

Feierabend. Den Stress des Tages abschütteln und einfach die Füße baumeln lassen. Das tut gut. Der Tag hatte es in sich…

Mein Wecker hatte gerade den zweiten Versuch unternommen, mich aus dem Bett zu schubsen. Noch einmal umdrehen, die Arme um meinen Engel legen und fünfzehn Minuten Nähe genießen. In solchen Momenten vergehen fünfzehn Minuten wie fünfzehn Sekunden. Nach dem dritten Anlauf gab ich nach und schwang mich müde aus dem Bett. Es sieht chaotisch aus im Schlafzimmer… Hunderttausend Klamotten liegen verstreut herum – im Wäschekorb, auf dem Bügelbrett, auf und unter dem Wäscheständer. Die meisten davon warten darauf, in den Schrank gelegt zu werden…

Müde schleppte ich mich ins Bad und kniff die Augen zusammen, als ich das Licht einschaltete. Natürlich waren wir wieder spät dran, so wie jeden Morgen. Ein Hemd musste noch fix gebügelt, frische Socken aus dem Klamottenstapel gefischt und eine passende und am besten schon gebundene Krawatte musste gefunden werden. Nebenher schnell zwei Toasts in den Toaster und einen Eiskaffee schlürfen. Zähne putzen, Gel ins Haar, Tasche und Engel schnappen und auf geht’s in den Stadtverkehr. Kurz darauf vom Engel verabschieden und weiter zu meiner Arbeit.

Betty ist krank. Ihr wird ein Weisheitszahn herausoperiert und das legt sie für die ganze Woche lahm. Danach folgt eine Woche Urlaub. Für Lacarian bedeutet das: Zu meinem Riesenstapel Arbeit kommt nun noch Bettys Riesenstapel Arbeit… Nach zwei Kundengesprächen habe ich mich heute zurückgezogen, Stapel gesichtet und begonnen sie abzutragen. Am Abend war zwar kaum eine Veränderung zu erkennen, aber ich habe doch einiges geschafft. Morgen geht’s weiter – wenn nichts dazwischen kommt…

Mein Engel ist heute irgendwie abwesend, obwohl er direkt neben mir sitzt. Werd ihn gleich mal knuddeln, damit er mal lächelt. Ansonsten ist der Tag auch schon ziemlich gelaufen. Der Wocheneinkauf ist erledigt, zum Kochen bin wiederum ich zu erledigt. Das war der Tag heute. Zum Glück gibt es morgen einen neuen…