Feuer

Da geht er hin, der April, bei gerade mal 7°C Außentemperatur! Es war ein wirklich guter Monat und ich hoffe der Mai nimmt es mir nicht übel, dass ich ihn nicht mit einem traditionellen Maifeuer begrüße. Oh Mann, im letzten Monat ist so irre viel passiert, dass ich einen ganzen Jahresrückblick darüber schreiben könnte – aber das lasse ich bleiben.

Maifeuer

Es ist schon nach acht, aber die vielen dicken violettgrauen Wolken haben gerade einen massiven Stellungsfehler begangen und in der Abwehr klafft eine riesige himmelblaue Lücke. Dadurch ist es noch taghell. Wow, das wär ne prima Einleitung für etwas, das mit Fußball zu tun hat! Eigentlich war ich gestern jedoch wieder in dem Billard-Schuppen in der Stadt mit den Hochhäusern. Torge ist zu Besuch hier, er kommt aus der Marzipanstadt und ist damit offiziell meine erste Bekanntschaft von dort! Na ja, jetzt grad ist er nicht hier, einer seiner Brüder wurde heute konfirmiert und ich habe ihm ganz gentleman-like meine Couch zum Übernachten angeboten. Er ist gestern Abend angekommen und ich konnte mich gleich ganz unkompliziert mit ihm unterhalten. Dann hab ich ihn mir geschnappt und ihn einfach geküsst!

Schnitt!! Nein nein, das ist ganz falsch! Lies das Drehbuch, Lacarian, lies es!

Oh sorry, da ging wohl meine Phantasie mit mir durch, zu dumm. Dann hab ich ihn mir geschnappt und – wir sind Billard spielen gegangen. (Ein Schelm, wer hier auf dumme Gedanken kommt!). Seine Proteste verhallten unregistriert, er murmelte ständig sowas wie „ich kann nicht Billard spielen…“.

Na ja. Es kommt ja beim Billard nicht auf’s Können an, oder?! Es war ein sehr unterhaltsamer Abend und der Laden war gerammelt voll! Wir hatten Glück, dass noch ein Tisch frei war. Ich besorgte ihm einen Stock – pardon – ein Queue und dann ging’s los. Ich denke ich werde öfter mit ihm spielen, es war gut für mein Ego! 😉

Wenn ich ihn auch ziemlich brutal ins kalte Wasser geschubst habe hatten wir beide ziemlich viel Spaß. Wieder bei mir zu Hause unterhielten wir uns noch eine Weile, lachten über eine von diesen Pannenshows im TV und gingen um halb zwei schlafen.

Heute früh musste er um halb acht bei seiner family sein und hat versucht sich davonzuschleichen ohne mich zu wecken. Es sah schon süß aus, wie er sich auf Zehenspitzen an meinem Schlafzimmer vorbeischlich und wie ertappt erstarrte, als er meine geöffneten Augen sah!

Später kommt er wieder, denn er braucht auch heute Nacht meine Couch (die wohl ziemlich unbequem ist… Hm…). Oh, neben meinem Fenster rieselt gerade Asche vom Himmel. Vulkanausbrüche sind hier in der schleswig-holsteinischen Marsch äußerst selten und daher kommt die Asche von dem am nächsten liegenden Maifeuer. Beeindruckende Rauchwolke, ehrlich! Seht selbst und habt einen schönen ersten Mai!

 

Chaosnacht

:: Chaos

Es sieht bei mir ziemlich chaotisch aus im Moment. Nach einem erneuten Billardabend mit zwei Freunden in der Stadt mit den Hochhäusern habe ich noch bis in die Nacht meine Schränke ausgeräumt und sechs Umzugskartons gefüllt. Sie stapeln sich nun im Flur unter dem runden Spiegel. Überall liegen Dinge herum und gerade ist mir beim Verpacken meiner Weingläser das Zeitungspapier ausgegangen. Zum Glück ist heute Mittwoch, da kommt die neue Wochenzeitung. Mein Vermieter hat heute die Kündigung bestätigt. Natürlich besteht er auf die dreimonatige Kündigungsfrist, aber das ist ja auch sein gutes Recht. Jetzt muss ich mich mit seinem Makler in Verbindung setzen für Besichtigungstermine und so weiter. Dazu sollte ich hier dringend so etwas wie Ordnung in das Chaos bringen…

:: Der Traum vom Enni

Vor Kurzem hat sich Enni aus diesem Forum verabschiedet. Gemessen an seinen bisherigen Untertauchaktionen wäre wohl jetzt die Zeit, in der er wieder auftauchen würde. Letzte Nacht habe ich geträumt, er hätte einen neuen Eintrag verfasst. Dummerweise kann ich mich nicht erinnern, was er geschrieben hat… Passend zu diesem Traum kann ich in alter Enni-Manier eine weitere „ZARA“-Entdeckung präsentieren. Woher? Aus Lübeck natürlich!

Lübeck

 

Umzugskultur

Ich bin etwas erschöpft vom Wochenende, daher wird der Eintrag nicht so schrecklich lang. Gestern fand in der Stadt mit den Hochhäusern die „Kulturnacht“ statt, ein Ereignis, das sich in diesem Jahr zum dritten Mal wiederholt. In der ganzen Innenstadt konnte man Darbietungen, bestehend aus Lesungen, Theater, Film und Musik, genießen. Abends war ich zu einer guten Freundin in die Nachbarstadt gefahren. Jess hatte mich eingeladen bei ihr zu übernachten. Bei der Gelegenheit lernte ich auch endlich ihren Freund Alex kennen, der für sie aus Bayern hier in den hohen Norden gezogen ist. Er ist sehr nett, hat was im Kopf, ist friedfertig, und hat ein entspanntes Wesen. Zu fünft zogen wir los und sahen uns zuerst ein „improvisiertes Theater“ an. Eine fünfköpfige Schauspielgruppe aus Hamburg agierte zusammen mit dem Publikum auf der Bühne. Begriffe aus dem Zuschauerraum wurden in das Spiel eingebunden und es wurde eine heitere halbe Stunde. Weiterhin lauschten wir dem Gesang von „Joshua Carson“, der in einem Frisörsalon auftrat sowie einer Jazzgruppe, die Zuhörer in einer Bankfiliale um sich scharte. Zwischen den Darbietungen erfrischten wir uns in einer Cocktailbar ehe wir uns eine Freiluft-Filmvorstellung über eine längst ausgediente Zementfabrik ansahen, die in diesem Jahr dem Erdboden gleichgemacht wird um sie durch einen ganz neuen Stadtteil zu ersetzen. Die Mädchenband „Salut Salon“ rundete unsere Kulturnacht mit einem komödiantischen Streichkonzert ab. Es war nach halb zwei, als wir bei McDonalds einkehrten und uns mit Burgern für den geistreichen Abend belohnten.

Die Nacht verbrachte ich auf einer bequemen Luftmatratze im Gästezimmer bei Jess und Alex. Heute Mittag entstiegen wir den Daunen und begannen den Frühlingstag mit einem reichhaltigen Frühstück. Es war ein wirklich angenehmes Erlebnis! Die zwei sind erst vor Kurzem in das Reihenhaus eingezogen und da bot es sich an, dass ich diverse Umzugskartons für meine Zwecke abstaubte. Vier davon stehen jetzt bereits hinter mir, vollgestopft mit Zeitschriften, Büchern und Krimskrams aus dem Wohnzimmerschrank. Mein Aquarium ist leer, die Fische haben heute Nachmittag bei meiner Schwester und ihrem Zukünftigen eine neue Unterkunft gefunden.

Umzugskultur

 

Überschlag

Diese Woche ist mal wieder eine der schwierigeren. Ich will mich nicht beklagen, aber ich spüre die Anstrengungen deutlich. Langsam lässt die Energie etwas nach. Gestern habe ich mir die Wohnung in der Marzipanstadt angesehen, zwei Freunde haben mich gefahren. Mir hat die Wohnung besser gefallen als ich gehofft hatte und heute morgen habe ich mich entschieden, sie zu nehmen. Wenn ich grünes Licht bekomme, kann ich mit dem Umzug beginnen. Meinen Arbeitsvertrag von der neuen Firma erwarte ich kurzfristig. Dann ist das auch endlich schwarz auf weiß und unter Dach und Fach. Dann kann ich auch die Kündigung für meine derzeitige Firma wirksam unterschreiben. Heute hätte eigentlich mein Prüfungsergebnis kommen sollen, das für den Fortlauf der nächsten zwei Monate von entscheidender Bedeutung ist. Aber mein Postkasten war komplett leer. Wahrscheinlich kommt es erst morgen.

Heute habe ich meinen Vermieter angerufen und ihm erzählt, dass ich kündigen muss. Begeistert war er nicht gerade, klar, aber was soll ich machen? Leider vermietet er in Lübeck keine Wohnungen und damit ist er aus dem Rennen. Jetzt hoffe ich auf einen schnellen Nachmieter, denn der Mietvertrag in der neuen Wohnung beginnt bereits am 15. Mai. Will hier jemand einziehen? Die Aussicht ist toll! 🙂

Vormittag
Nachmittag

Was gäbe ich jetzt gerade nicht alles für zwei Wochen Sonnenurlaub…

 

Onkel Toms Hütte

Manch einer kennt vielleicht den gleichnamigen Fortsetzungsroman aus der Mitte des 19. Jahrhunderts über die Sklaverei in Amerika. Heute, 155 Jahre später, missbrauche ich diesen Titel für mein Tagebuch.

:: Onkel Tom

Darf ich vorstellen, mein Name ist Tom. Mein Nachname? Tut nichts zur Sache. Ich habe eine kleine Schwester – das heißt… so klein ist sie auch schon nicht mehr, in diesem Jahr wird sie 20. Und Ehefrau. Und Mama. Letzteres habe ich heute Mittag erfahren. Mein Handy vibrierte in meiner linken Hosentasche, ich zog es hervor, klappte es auf und las ihren Namen. Als ich mich meldete sagte sie:

„Hi ich bin’s“
„Hi!“
„Naa, wie geht’s?“
„Öhm, ja gut, danke…“

Pause………….

„Und Dir so?“
„Auchgutichbinschwanger!!!“

Sie ist ziemlich happy deswegen, erzählte mir, dass der erste Schwangerschaftstest aus der Apotheke kaputt gewesen sei und sie einen neuen bekommen hätte und das Ergebnis wäre eindeutig! Es ist ein Wunschkind und ich freue mich für sie und ihren Freund – der sich übrigens auch freut. Und damit werde ich wohl in neun Monaten, wenn denn alles gut läuft, zu Onkel Tom.

Ein Bienchen mit Blümchen…

:: Toms Hütte

Etwas sehr voreilig, dieser Titel, aber er passt grad so gut. In dieser Woche schaue ich mir die erste Wohnung in der Marzipanstadt an. Ich bin durch ein Internet-Inserat darauf gestoßen. Nichts besonderes, mit der Wohnung von Angel2 wird sie sicher nicht mithalten können, aber es ist zunächst wichtig, dass ich in Lübeck unterkomme. Wie endgültig das dann sein wird, muss sich noch zeigen. Die ganze Geschichte ist extrem kurzfristig und alles überschlägt sich. Der klare Kopf kommt dann später.

:: Nachtrag ::

Ich hab die Wohnung!!!

 

Live is live

:: Live is live

Dieser alte Megahit von Opus war zwar nicht dabei, aber die Auswahl bei den Radio-Hamburg-Top-817 war dennoch gigantisch! Seit 17 Jahren veranstaltet der Radiosender Nummer eins in Hamburg den „Oster-Megahit-Marathon“. Heute gab es das Finale und damit eine Riesenveranstaltung in Hamburgs Innenstadt! Um 15 Uhr bin ich hier zu Hause abgedampft, hab mich in mein kleines gelbes Auto mit dem kaputten Auspuff gesetzt und bin über die Autobahn geröhrt. Ein paar Stars waren für heute Abend angekündigt, unter anderem Juanes!

:: Die Juanes-Odyssee

Juanes ist einer der Stars, auf die ich mich am meisten freute. Schon vor ein paar Monaten, als Ex-Freund Gerd ihn auf seinem Konzert in Hamburg bewundern konnte, wäre ich gern dabei gewesen. Doch während ich heute Nachmittag noch über den Asphalt donnerte kam die Nachricht über den Sender: Juanes sitzt in Paris fest! Stunden zuvor war er mit einem Linienflug von Miami nach Europa geflogen, aber weil sein Flugzeug Verspätung hatte, verpasste er seinen Anschlussflug in Paris und alle weiteren Maschinen nach Hamburg waren ausgebucht. Sein Auftritt lag nur noch wenige Stunden vor ihm und vor rund 10.000 Menschen, die ihn erwarteten. Was tun? Radio Hamburg startete einen Aufruf an alle Hörer, die Connections zur Lufthansa haben, damit man Juanes doch noch in einer Maschine unterbringen und nach Hamburg fliegen konnte. Weniger als eine halbe Stunde vor dem Start der ausgebuchten Maschine meldete sich dann eine ziemlich aufgeregte Lufthansa-Mitarbeiterin beim Sender, die über ihre Chefin live mit zuständigen Personen in Paris verbunden war. Die Hörer konnten mitfiebern, wie alles in Bewegung gesetzt wurde, um Juanes an Bord einer Maschine zu bekommen. Die Minuten verflogen, die Spannung stieg ins Unermessliche und dann die Erlösung: Juanes hatte einen Platz in einer kleinen Maschine bekommen, die noch auf dem Rollfeld umgekehrt war um ihn an Bord zu nehmen. Aussteigen musste dafür niemand, der Musiker bekam einen Notsitz im Cockpit! Und so erschien er doch gerade noch rechtzeitig zu seinem Auftritt vor der begeisterten Menge!

Es war ganz schön was los vor dem gläsernen Radio-Hamburg-Studio in der Innenstadt. Für das Event waren einige Straßen gesperrt und schon als ich gegen vier Uhr nachmittags eintrudelte war gute Stimmung! Auf der Bühne schmetterte Hamburgs Lotto-King-Karl gerade den HSV-Song „Hamburg, meine Perle“ und den Gesang der Menge konnte ich schon hören, als ich noch am Rathaus vorbeiging. Kühl war es und so zog ich meine mitgebrachte Cardigan unter, damit ich mir keinen Schnupfen einfange. Dann suchte ich mir einen Platz, von dem aus ich ein paar Photos schießen konnte. Es war nicht so einfach, durch all die großen Leute und durch die geschulterten Kinder geeignete Motive zu finden. Aber ein paar hab ich mitgebracht. In der Menge war es dann auch schon bald nicht mehr kalt, weil es so eng war, dass man sich gegenseitig wärmte. Beim Hüpfen und Klatschen ging ich mit der Menge dann so richtig mit und ich genoss Stimmung, Stars, Brezel und ein frisches Alsterwasser.

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Fundsachen

:: Lacarian auf Wohnungssuche

Die Suche nach einer neuen Behausung ist für mich gleichsam die Suche nach einer neuen Heimat. Der Landkreis, den ich verlassen werde, war 29 Jahre lang meine Heimat. Hier wurde ich geboren, hier ging ich zur Schule, von der ersten bis zur 13. Klasse. Ich habe hier sehr viele Dinge erlebt, sehr gute und sehr schlechte. Hier wurde ich zu dem, der ich heute bin.

Schon gestern habe ich mich nach einer neuen Wohnung umgesehen. Aus einem sehr begrenzten Angebot über das Internet habe ich eine ausgewählt, die ich mir schon bald ansehen werde. Dumm nur, dass mein Vermieter offenbar gerade im Urlaub ist. Ich habe voller Tatendrang damit begonnen, den Inhalt meines Wohnzimmerschrankes zu sortieren. Ich habe viel aussortiert und entsorgt. Dabei bin ich auch auf meine Grundschulzeugnisse gestoßen. Das allererste ist schon fast 23 Jahre alt. Bin gespannt, was ich noch alles entdecke…

Lacarians Grundschulzeugnis

 

Der Dönerteller

:: Sonntagsbrötchen

Ich weiß, es ist schon Montag, aber gestern war ein ganz netter Tag. Ich hatte um kurz nach acht Uhr schon ausgeschlafen. Durch die offene Schlafzimmertür konnte ich sehen, wie die junge Sonne meinen Flur mit Licht flutete und draußen vor dem Fenster zogen viele kleine und große schwere Wolken unter dem blauen Himmel entlang. Ich rollte meine Bettdecke beiseite und schwang mich aus den Federn, reckte und streckte mich und lief mit nackten Füßen über den Flur ins gegenüberliegende Bad. Ich hatte die Rasur am Samstag unter den Tisch fallen lassen und bei meinem starken Bartwuchs blickte mich nun ein Yeti mit kleinen Augen aus dem Spiegel an. Also ab mit den Gesichtszotteln! Dann fix unter die Dusche und den restlichen Schlaf abgespült!
Behende und gut gelaunt stolzierte ich dann in die Innenstadt. Sonntagmorgens sind nur wirklich wenig Menschen unterwegs, es war still – abgesehen von Vogelgezwitscher – und nach wie vor sonnig. Als ich um die Ecke zum Zentrum bog fiel mir ein roter Peugeot auf, der ein paar Autos weiter stand. Sah aus wie der Wagen von meinem ersten Ex-Freund Nate. Und er sah dann nicht nur so aus, er war es. Aber von Nate war nichts zu sehen. Ich ging dran vorbei und über den Zebrastreifen zum Bäcker. Beim Bäcker war dann wieder richtig Betrieb und brav stellte ich mich in die Schlange um meine zwei Brötchen zu kaufen. Auf dem Weg zurück nach Hause mit meiner gelbroten Brötchentüte und meinem ergatterten Mohnzopf stand der Wagen immer noch am Straßenrand. Ich dachte mir nichts weiter dabei und genoss zu Hause ein ruhiges Frühstück. Dabei dachte ich darüber nach, dass Nate mich eventuell besuchen kommt, wenn er doch schon in meiner Stadt ist, und ich beschloss, nach dem Frühstück schnell etwas aufzuräumen.

Aber Nate kam nicht. Nachmittags war ich dann nach ziemlich langer Zeit mal wieder bei meiner Family. War wirklich schön, ich hab mich wohl gefühlt und meine Schwester war mit ihrem Verlobten auch dort. Ich war erst abends wieder zu Hause und hab dann nicht mehr wirklich viel angestellt.

:: Nate

In den letzten Tagen habe ich erstaunlich viel an ihn gedacht und heute Abend klingelte dann mein Telefon. Ich war grad von der Arbeit zu Hause und am anderen Ende der Telefonschnur erklang Nates Stimme. Es war einfach ein netter „wie-geht’s-Dir-Anruf“ über den ich mich sehr gefreut hatte. Wir hatten ziemlich viel zu bequatschen, weil wir uns auch schon eine Weile nicht gesehen haben. Am Ende verabredeten wir uns für Freitag zum Essen. Währenddessen überlegte ich angestrengt, was ich heute Abend würde essen können. Meine eigene Küche gab nichts mehr her und ich entschied mich für Currywurst / Pommes vom Imbiss am Markt. Nate schlug mir einen Döner vor. Zehn Minuten später stand ich mit einem frischen Fünf-Euro-Schein aus dem Geldautomaten vor der Tür des ehemaligen Imbiss am Markt – und konnte nicht glauben, dass der dicht gemacht hatte! Nicht nur, dass ich grad nicht wusste, wo ich jetzt Currywurst-Pommes herbekommen sollte, nein der Laden liegt auch noch direkt neben meiner Arbeit und ich hatte nichts mitbekommen!

Zum Glück hat der Dönermann sein Geschäft gleich eine Straßenecke weiter und ich bestellte mir einen leckeren Dönerteller zum Mitnehmen. Auf dem Weg zurück nach Hause kam ich am Markt an dem ehemaligen Kindermodengeschäft vorbei, das vor ein paar Wochen den Betrieb eingestellt hatte. Der Laden lag zwei Häuser in der anderen Richtung neben meiner Firma und das hatte ich sogar mitbekommen. Jetzt ratet mal, welcher Laden da drin neu aufgemacht hat! Der Imbiss am Markt!! Ich musste laut lachen als ich daran vorbeifuhr, meinen Dönerteller neben mir auf dem Autositz!

:: Döner am Telefon?

Zu Hause packte ich den Dönerteller aus der Plastiktüte aus, holte eine Gabel mit blauem Kunststoffgriff aus der Besteckschublade und klappte die Isolierverpackung auf. Herrliche Portion! Und dann klingelte das Telefon. Ich dachte mir, das ist bestimmt U., der ich vorhin eine SMS geschickt hatte. Ich klappte also den Deckel von meinem Abendessen wieder zu und ging ans Telefon. Es war nicht U., es war Holger. Wir hatten schon fast ein halbes Jahr nicht miteinander gesprochen (er wohnt weiter weg) und unsere Telefonate sind regelmäßig sehr ausgeprägt, weil wir uns meistens viel zu erzählen haben. Höflich, wie er ist, fragt er mich als erstes ob ich denn auch Zeit zum Telefonieren hätte. Mir ging durch den Kopf, dass ich sagen könnte ich rufe nach dem Essen wieder an. Fand ich aber blöd. Dann dachte ich, ich könnte ja den Dönerteller mit zum Telefon nehmen… beim Telefonieren essen fand ich aber auch blöd…. Also dachte ich: „Lacarian“ dachte ich „vergiss das Essen!“. Ich freute mich sehr über den Anruf, denn ich oller Telefonmuffel bekomm es sowieso nie hin mal anzurufen. Und so machte ich es mir um halb acht auf dem Sessel vor dem großen Aquarium bequem und plauderte mit Holger, und hörte ihm zu und plauderte wieder. Langsam ging die Sonne unter, die Fische neben mir fanden mich schon längst nicht mehr interessant und bald wurde es dunkel. Und Holger und Lacarian waren immer noch am quatschen. Bis um kurz nach halb zehn. Ich war schon weit in den Sessel eingesunken, als ich den dunkelblauen Telefonhörer auflegte und mir überlegte, ob ich das Essen noch verspeisen sollte oder nicht. Einerseits war es für so eine deftige Mahlzeit schon ziemlich spät, andererseits knurrte mir wirklich der Magen.
Natürlich hat der Magen gesiegt und während ich hier tippe leert sich der mikrogewellte Dönerteller.

Und so werde ich vermutlich mit dem vollen Magen kaum gut schlafen können, allen anderen aber wünsche ich eine entspannte Nacht!

Anstößiges

:: Anstoß

Gestern Abend war ich mit einem sehr lieben Freund unterwegs. Als ich gegen halb sieben von der Arbeit zu Haus war fand ich seine SMS, die er mir schon mittags geschickt hatte. Ich rief ihn also an, denn ich hatte Lust, mit ihm und seiner Freundin Billard in der Stadt mit den Hochhäusern zu spielen. Wir verabredeten uns für halb acht und ich fuhr los, um die beiden abzuholen.
Als ich ankam sah seine Freundin, die auch zu meinen allerbesten Freundinnen gehört, nicht gut aus. Sie hat sich vor ein paar Tagen den Fuß verstaucht, aber ich hatte das Gefühl, dass es nicht nur der Fuß war, bei dem der Schuh drückte. Und tatsächlich kam sie auch nicht mit. Irgendwie herrschte dicke Luft. Also klemmte ich mir ihren Freund unter den Arm und wir fuhren los. Schon auf der relativ kurzen Fahrt sprudelte es aus ihm heraus. Er erzählte mir, was ich vor ein paar Tagen schon von ihr erfahren hatte. Unzufriedenheit, aufgestaute negative Energie, Zukunftsängste, Depressionen und Zweifel an einfach allem. Ich hörte ihm intensiv zu und versuchte seine Ängste so neutral wie möglich zu kommentieren und ihm zu sagen, was ich darüber denke. Wir sprachen über unsere Erfahrungen und über Methoden, alle möglichen Dinge zu verarbeiten. Es tat mir gut ihm zuzuhören, das Vertrauen war toll und ich hoffe, dass es ihm gut tat, mit jemandem darüber zu reden.

Dann erreichten wir den Billardschuppen. Er war gut besucht, von den neun Tischen waren die meisten belegt. Wir entschieden uns für den Tisch hinten rechts in der Ecke. An Ecktischen ist man am ungestörtesten. Die erste Partie gewann er haushoch. Er hat einfach das bessere Auge für dieses Spiel und während er seine vorletzte Kugel im hinteren linken Eck versenkte stocherte ich noch unbeholfen in all meinen Kugeln auf dem grünen Tisch herum. Ich bemerkte, dass er Spaß am Spiel hatte, unabhängig davon, wer gerade den Sieg davontrug. Er lachte und sah einfach fröhlich aus, so wie früher. Wir scherzten, machten Faxen beim Spiel und waren gut drauf. Ach ja, ab der zweiten Runde hatte ich den Dreh auch wieder raus und die Partien liefen von da an sehr viel ausgeglichener. Wenn uns ein „genialer“ (Zufalls-) Treffer gelang, liefen wir mit stolzgeschwellter Brust um den Tisch und ließen uns von imaginären Fans feiern. Manchmal sind Männer eben einfach Kinder….. Zwei Stunden lang übten wir uns in Konzentration und Zielgenauigkeit und genossen eine ganze Menge erfolgreicher Spiele. So richtig zum Quatschen kamen wir dabei allerdings nicht, und als wir wieder in meinem Auto auf dem Parkplatz saßen fragte ich ihn, ob er es eilig hätte, nach Hause zu kommen. Er konnte darauf nur mit „nein“ antworten, sowohl wegen der Art meiner Fragestellung als auch wegen der dicken Luft zu Hause. Und so entschied ich für uns beide in die Cocktailbar zu fahren, in der ich in der letzten Woche schon mit seiner Freundin gesessen hatte. Er war von der Idee offenbar begeistert und so konnte ich auch ihm die Bar zeigen. Wir ergatterten einen großen Tisch auf der Galerie und trotz der relativ lauten Musik konnte man sich gut unterhalten. Während ich bei alkoholfreiem Cocktail blieb löste sich seine Zunge mit jedem Schluck etwas mehr und bald schon steckten wir in tiefgründigen Gesprächen über Religion, Frauen (ja, ich weiß…), Politik und die Schwächen des ganzen Systems. Leider glitt seine Stimmung dabei plötzlich sehr viel schneller ins Bodenlose ab, als ich es hätte auffangen können und mir wurde noch einmal bewusst, dass seine Depressionen über einen größeren Zeitraum gewachsen und tief verwurzelt sein müssen. Ich weiß nicht, ob ich ihm wirklich werde helfen können, aber solche „Männerabende“ sollte ich vielleicht öfter mit ihm unternehmen, damit er sich das alles von der Seele quatschen kann. Ich kenne ihn und seine Freundin schon aus der Schule und sie sind meine langjährigsten und damit besten Freunde. Und so lange sind die zwei auch schon ein Paar. Im Moment haben es beide nicht leicht, keiner weiß, wo sie in einem halben Jahr sein werden, sie stehen beruflich wie privat an einem ungewissen Scheidepunkt, quasi am Anfang. Das bringt für beide unglaublichen Druck und Stress mit sich und auch die besagten Zukunftsängste. Dadurch, dass sie zu zweit sind, müsste eigentlich immer jemand da sein, der den anderen stützt, aber weil beide gerade den gleichen Druck erleiden, fehlt ihnen die Kraft dazu. Jedenfalls ist das mein Eindruck. Ich würde es fatal finden, wenn ihre langjährige Partnerschaft unter diesem Druck zerbrechen würde. In einem halben oder in einem Jahr kann alles durchgestanden sein. Neue Wohnung, neue Jobs, neue Zukunft, neues Leben. Ich hoffe sie haben die Geduld…

:: falsch beraten

Eines meiner Kundengespräche ist heute ziemlich schief gelaufen. Eine Kundin interessierte sich für ein Produkt, das ich noch nicht oft verkauft habe – genaugenommen noch nie. Im Grunde wusste ich aber natürlich, wie es funktioniert. Dachte ich zumindest. Leider haperte es bei meiner Beratung schon an so grundsätzlichen Dingen wie dem Preis. Ich hangelte mich eher schlecht als recht durch das Gespräch mit der kritischen Kundin. Dann stellte sie noch eine spezielle Frage zu dem Produkt und ich antwortete ihr darauf. Es kam zum Verkauf und ich war froh, dass es trotz der Mängel gut ausgegangen war. Und dann… stellte ich im Nachhinein fest, dass ich auf ihre Frage genau die falsche Antwort geliefert hatte. Komplett falsch, so dass das, was sie abgeschlossen hatte, unter Umständen völlig nutzlos für sie sein kann. Da sie weiter weg wohnt konnte ich sie telefonisch noch nicht erreichen und schrieb auf der Stelle einen Brief mit einer Entschuldigung und der Klarstellung sowie dem Hinweis, dass sie zwei Wochen Zeit hat, von dem Vertrag zurückzutreten. Mir war das unglaublich unangenehm und selbst jetzt ist es mir peinlich. Sowas darf natürlich nicht passieren, der Kunde muss sich auf die Informationen verlassen können, die er von seinem Kundenberater erhält. Jetzt erwarte ich, dass mir die Kundin am Montag „den Kopf abreißt“…

:: Musicload

„Katie Melua – nine million bicycles“ – dieser Song hat es mir im Moment besonders angetan. Seit ein paar Tagen schon drehe ich meine Stereoanlage auf, wenn der Song im Radio gespielt wird. Der Song ist klasse und ich finde, da kann ich dann für gute Arbeit auch nen Euro löhnen.

Oh mein Gott, Lacarian wird noch zum Spießer…

 

Malte

Jetzt sieh sich das einer an: wir haben den zweiten April und da draußen regnet es Bindfäden. Vor einem Jahr hatten wir schönes Wetter. Es war nicht heiß oder so, aber die Sonne hat geschienen. Ich hab es selbst nachgeschlagen. Ich war in Hamburg unterwegs und habe einen Haufen Photos gemacht. Und heute?

Zum Glück bin ich nicht schlecht drauf.

Wie Ihr inzwischen wisst, ist rechts von mir mein Wohnzimmerfenster. Ich sitze im sechsten Stock und kann so weit gucken, wie es die trübe nasse Luft zulässt. Dahinter liegen eine Menge Kuhweiden auf Marschboden und noch weiter dahinter die Stadt mit den Hochhäusern, die ich heute natürlich nicht sehen kann. Soviel zur Geographie dieses Sonntages.

Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass ich am Freitag ein absolut erfreuliches Kundengespräch hatte? Ich habe bei dem Gespräch nicht ein Produkt verkauft, aber ich hätte diesem Menschen nur zu gern mein Herz geschenkt! Wow! Meine Kollegin kam zu mir und meinte: „Lacarian, Dein Neun-Uhr-Termin ist da.“ Und ich sagte: „Ja gut, er soll sich schon mal nen hübschen Stuhl aussuchen, ich komme dann gleich.“ Ich wollte was auch immer ich gerade tat noch zuende machen, zwei Minuten oder so, aber als ich den Typen entdeckte, fiel mir wirklich alles aus der Hand! Der Mann sah aus der Ferne absolut blendend aus, aber als ich direkt neben ihm saß – und das war wirklich ziemlich nah, wenn ich so drüber nachdenke – jedenfalls sah er da noch viel besser aus! Und diese Stimme! Dieser Ausdruck in den Augen! Das Lächeln!! Es war sehr angenehm mit ihm zu reden, er hat eine Menge auf dem Kasten, war gut drauf und ziemlich aufgeschlossen, ja sogar richtig interessiert – an dem Thema, zu dem ich ihn eingeladen hatte natürlich. Ich war ziemlich hin und weg von ihm, aber ich glaube ich kann das ziemlich gut verbergen, er hat es wohl nicht mitbekommen. Tja, wir waren ziemlich schnell fertig mit dem, was ich von ihm wollte – klingt das unanständig? – es waren gerade mal 20 Minuten vergangen und ich wollte nicht, dass er schon geht. Er machte den Eindruck, dass er sich nicht unwohl fühlte also schob ich noch einzwei kleine Themen ein um ihn ein wenig zu beschäftigen. Oh Mann, das ist Verzweiflung… Als Verkäufer muss man mit Kunden flirten, wie macht man dem Kunden aber klar, dass es grad nicht der Verkäufer ist, der sich da so bemüht?
Na jedenfalls war’s das. Das Gespräch war super, wäre das ein Vorstellungsgespräch gewesen hätte ich den Job. Und jetzt denke ich die ganze Zeit an ihn. Allein der Klang seines Namens ist schon angenehm, dabei ist er gar nicht so außergewöhnlich.

Im Moment macht mir die Arbeit wirklich Spaß, und wenn dann noch so nette Überraschungen dabei sind, dann lohnt es sich auch, morgens vom Wecker aus dem leeren Bett geworfen zu werden.

Ich liebe den Frühling!!