Zauberhafter Herbst

Auch wenn ich diese Tage und Wochen wie Frühling empfinde sagt mir mein Kalender, dass wir Herbst haben. Und nicht nur der! Wenn ich erst auf die Uhr und dann nach draußen schaue, dann weiß ich, was der Kalender meint. Es dunkelt bereits um acht Uhr abends. Gerade noch rechtzeitig konnte ich also ein neues Bild auf die Memory-Card meiner Kamera zaubern, bevor die Nacht alles wieder unter ihrem dunklen Mantel verbirgt.

Herbst in meiner kleinen Stadt

Wenn ich aus den Fenstern meiner Eckwohnung im sechsten Stock blicke, kann ich warm erleuchtete Wohnzimmer in all den vielen verschiedenen Häusern sehen, die dort unten stehen. In manchen wird sicher grad zu Abend gegessen, in anderen versammelt sich die Familie grad vor dem Abendprogramm des Fernsehers und wiederum andere Bewohner meiner Stadt üben sich grad in Kreuzworträtseln bei einer Tasse heißem Tee oder stecken ihre Nase in die letzten Seiten eines spannenden Romans, der noch zuende gelesen werden muss, bevor die Pottermanie in den nächsten Tagen wieder alle verzaubert. Schon jetzt ist der pfiffige Zauberlehrling wieder einmal Werbeträger Nummer eins in den Geschäften, sei es beim Photographen, im Bastelgeschäft und ganz besonders natürlich im Buchladen. Und wenn die Post zur samstäglichen Mitternacht das Lesefieber verbreitet, wird sicher so manch weiteres Fenster des nachts schwach beleuchtet sein, wenn kleine und große Leseratten das eine oder andere „lumos!“ vor sich hinmurmeln.

Während also alle Welt – mich eingeschlossen – der magischen Welt entgegensieht, freue ich mich zunächst auf das kommende lange Wochenende in bester Gesellschaft.

Einen zauberhaften Abend wünscht…

Lacarian!

 

Schwarz-weiß

So, nach dem Tag brauchte ich erst mal Erste-Hilfe-Currywurst-Pommes! Der Arbeitstag war derart stressig, dass ich auf der Stelle ins Bett plumpsen könnte.

Es begann schon als ich auf der Arbeit ankam: Wie angekündigt wurde unsere Filiale übers Wochenende umgestaltet, der geschlossene Tresen geöffnet und vier sogenannte Servicepoints erstellt. Sieht nett aus. Das Gesicht meiner Kollegin war so lang, dass ich glaubte, sie müsste ein megaschlechtes Wochenende gehabt haben. Aber nicht doch, sie hatte einfach an allem etwas auszusetzen. Die neue Aufteilung gefiel ihr nicht, die Technik sei zu kompliziert und sowieso wär das alles total doof! Als die weiteren Kolleginnen ankamen wurden sie gleich mit Gezeter empfangen und ließen sich vom Gemaule der offensichtlich menstruierend-schimpfenden Rohrspatzes anstecken. Wow! Geile Zicken-Stimmung am Montagmorgen, genau was so ein Durchschnitts-Lacarian braucht!

Personalengpässe, Einweisungsdefizite der neuen Kassiererin, Ausfall der Technik und die Inkompetenz einiger innerer Abteilungen rundeten das Gesamtbild eines abscheulichen Montages ab.

Jetzt warte ich nur noch auf meinen Engel, denn das Telefonat mit ihm ist das einzig erkennbare Highlight dieses Tages, und darauf freue ich mich schon seit ich meine Augen das erste mal geöffnet habe. Am Freitag sehe ich ihn wieder, und dann gleich bis Montag! Da jubelt das Herz. Wir haben viele schöne Dinge vor am Wochenende… *träum*

Ich hoffe, Ihr hattet einen schöneren Wochenstart! Gute Nacht wünscht

Lacarian.

 

Meine Wahl

:: Lehrgangsbeginn

Gestern war ein wunderschöner Tag. Nicht nur, dass das Wetter traumhaft schön war. Gestern begann zum Beispiel endlich mein lang geplanter Lehrgang an der Akademie in Kiel. Eine Stunde früher als sonst wochentags verließ ich zerknittert mein Bett, stellte brummelnd fest, dass die Sonne noch nicht aufgestanden war und stellte mich zuallererst unter die Dusche, um den Schlaf der vergangenen Nacht wegzuspülen. Ich wusste, dass dies ein wundervoller Tag werden musste, denn wenn ich mit dem Unterricht fertig wäre, würde ich meinen Schatz wiedersehen.

Um zehn nach sieben verließ ich meine Wohnung im sechsten Stock, trug meine Umhängetasche mit viel zu vielen Sachen drin und meine Kamera bei mir, als ich unten an der Straße von der Fahrgemeinschaft abgeholt wurde. Zu dritt fuhren wir in die Stadt mit den Hochhäusern, wo wir in ein anderes Auto umstiegen. Der Wagen war vielversprechend… Golf IV, tiefergelegt, phätte Puschen, helle Ledersitze, Multimediaanlage im Cockpit! Wow! Dass auch der Fahrer nicht zu übersehen war, hat mich ja zum Glück nicht mehr nervös zu machen! Mit rasanter Geschwindigkeit und einigen flotten Pferden unter der Haube düsten wir nach Kiel. Viel zu schnell zwar, aber in dem Wagen machte das einen Heidenspaß! Mit 220 km/h sahen die überholten LKWs auf der Autobahn aus, als würden sie parken! Wahnsinn.

Viel zu früh kamen wir natürlich in der Akademie an und mussten fast eine Stunde warten, bis es losging. Wir sicherten uns gute Plätze und machten uns dann in guter alter Manier gegenseitig nervös. Nach meinem Blick auf den ausgehängten Stundenplan verbreitete ich die schlechte Neuigkeit, dass wir gleich heute bis um halb vier würden bleiben müssen. Das passte eigentlich keinem, und mir schon gar nicht, denn ich wollte Gerd am Nachmittag beim Turniertraining zuschauen… Wie sich dann herausstellte war der Plan mittlerweile geändert worden und der erste Tag sollte – genau wie alle anderen auch, nicht länger als bis 13:30 Uhr gehen. Jubel!! Der Lehrgangsbeginn war sehr entspannt, die Dozentin lud nach den Formalien erst mal alle Teilnehmer auf einen Kaffee in die Kantine ein. Sehr nett! Der Unterricht beschäftigte sich dann bei ihr mit Gesetzestexten. Erstaunlicherweise hat sie das so gut gemacht, dass es sogar mir Rechtskundemuffel Spaß gemacht hat!

:: Wartezeit

Pünktlich nach Feierabend rief ich sofort meinen Engel an, damit er mich abholen konnte. Doch als ich gerade mein Siemens CF62 aufklappte, fiel mir die SMS auf, die er mir zwischenzeitlich geschickt hatte. Seine Schwester war mit seinem Wagen unterwegs und würde erst gegen 15 Uhr zurückkommen… Ich rief ihn an, war so froh seine Stimme zu hören und wir verabredeten, dass er sich melden würde, wenn der Wagen wieder da wäre. Ich verbrachte die Wartezeit mit einer heißen Schokolade in der Kantine, machte mit Sack und Pack einen ausgedehnten Spaziergang zum nächsten Supermarkt, wo ich einer lieben Freundin ein Geschenk kaufte, weil sie Geburtstag hatte und lief dann wieder zurück zur Akademie. Noch eine halbe Stunde bis 15 Uhr. Ich setzte mich auf die Steinstufen vor dem Gebäude in die Sonne, neben mir plätscherte Wasser eine vorgegebene Bahn hinunter und hinter mir stand ein kleiner Rotahorn. Die Sonne lachte vom blankgeputzten blauen Himmel und es war schön warm. Um kurz nach drei rief Gerd mich an und sagte, er würde nun losfahren und in einer halben Stunde bei mir sein. Die Akademie ist etwas versteckt, und so trottete ich gemächlich zur großen blauen Tankstelle, die direkt an der Hauptstraße liegt, um dort auf ihn zu warten. Bald erschien sein schwarzer Kleinwagen und gemeinsam fuhren wir zu einem Zwischenstopp an die Ostsee, bevor wir uns auf den Weg zu mir nach Hause machten.

:: Geburtstag

Meine Freundin Rike hatte Geburtstag und war dafür von ihrer Diplomarbeit aus dem südlichen Niedersachsen in den Norden zurückgekehrt. Für abends waren wir verabredet, was ich als Gelegenheit nutzte, um sie und ihren Freund mit Gerd bekannt zu machen. Ich hatte das Gefühl, dass sich die drei auf Anhieb verstehen würden, und glücklicherweise behielt ich recht. Gemeinsam machten wir eine große Pizza, tranken Rotwein und plauderten über dieses und jenes. Es war ein gemütlicher Abend mit einer leckeren und ziemlich dick belegten Pizza.

Irgendwann gingen die beiden wieder und Gerd und ich waren allein. Wir legten einen Film ein („Beautiful Thing“) und machten es uns auf meiner großen blauen Couch so richtig gemütlich, ehe wir irgendwann schlafen gingen. Die Nacht war wieder wundervoll, und heute Morgen beim Aufwachen wussten wir, dass wir noch viel Zeit hatten. Erst mittags stand der Abschied an, und so hatten wir Gelegenheit zum Ausschlafen, Kuscheln und Frühstücken. Es läuft wirklich ganz hervorragend zwischen uns und ich bin sehr glücklich, ihn zu haben.

:: Wer die Wahl hat…

… der macht Kreuzchen! Nach Gerds Abreise schnappte ich mir meinen Wahlschein, zog mir eine Jacke über und lief die Straße hinunter zum Wahllokal unserer Stadt. Überall waren Menschen unterwegs und noch bevor ich das Lokal erreichte, erhielt ich eine liebe SMS von meinem Schatz. Schnell zwei Kreuzchen gemacht und schon war ich fertig. Bin mal gespannt, wie die Wahl ausgeht. Jetzt sitze ich hier und schreibe diesen Eintrag zuende. Ich freue mich schon diebisch auf das nächste Wochenende. Schon am Freitag werde ich meinen Freund wieder in die Arme schließen können, wenn auch nur für ein paar Stunden. Bis dahin sind es noch ein paar Tage, in denen ich jede freie Minute an ihn denken werde.

Ich bin verliebt.

 

Endlich zweisam!

Musik: Nada Surf – Blonde on blonde

:: 3, 2, 1… meins!

Wo fange ich diesmal wieder an? Am besten am 29.08.2005 um 13:05 Uhr! Oder besser noch am 28.08.2005! An dem Tag eröffnete ich ein neues Profil in einem schwulen Webforum. Ich hatte eine Seite gefunden, die weit weniger oberflächlich und weniger auf Sex reduziert ist als die meisten anderen, die ich kenne. Am selben Tag noch erhielt ich eine Nachricht von Timmi. Timmi fand mein Profil interessant und „beklagte“ sich, dass ich wohl noch kein Gästebuch eingerichtet hätte, weil er so gern was hineinschreiben wollte. – Ach ich muss ein Gästebuch freischalten? – Also legte ich eines an und war überrascht und erfreut, dass ich gleich am nächsten Tag um 13:05 Uhr einen Eintrag hatte, aber nicht von Timmi sondern von Gerd! Es war ein ganz unverbindliches „Hallo“, weil sich Gerd am selben Tag wie ich in dem Forum angemeldet und bemerkt hatte, dass auch ich aus Schleswig-Holstein komme. Na und weil ich das „Hallo“ und sein Profil sehr nett fand, schrieb ich einen Gegeneintrag in sein Buch. Das war der Anstoß für viele Chats, die wir seitdem hatten. Es knisterte darin und wir waren uns auf Anhieb so sympathisch, dass wir beschlossen uns so schnell wie möglich zu treffen.

:: Gewerbegebiet, 14 Uhr

Unser erstes Date sollte am Samstag, 10. September 2005 um 14 Uhr stattfinden. Verabredet waren wir in einer hübschen Ostseestadt, ganz neutral, auf dem Parkplatz eines kleinen Industriegebietes. Zufällig hatte mich meine Mum zwei Tage vorher gebeten, Fotos von ihrem Wohnwagen auf dem Campingplatz in diesem Ort zu machen, und zwar vormittags! Ich sagte: „Klar! Das trifft sich hervorragend!“ und so fuhr ich schon morgens dorthin. Im Vorwege erzählte ich Gerd von meinem kleinen neongelben Auto und er nannte mir die Marke seines schwarzen Kleinwagens, damit wir schon mal ein erstes Erkennungszeichen hatten. Auf dem Weg durch die Ostseestadt kam mir dann auch gleich ein solches Fahrzeug entgegen und mein Puls beschleunigte sich! Ich konnte aber den Fahrer nicht erkennen. Bis ich beim Campingplatz eintraf begegneten mir allerdings noch zwei von diesen Autos und ich dachte mir, die scheint es hier häufiger zu geben…

Ich erreichte den Campingplatz, konnte auch bald die Fotos schießen und dann rückte der Zeitpunkt immer näher… ich war so aufgeregt!! Um zwanzig nach eins rief ich Gerd an und sagte, dass ich noch ca. 15 Minuten bräuchte bis zum Treffpunkt, und er wollte dann auch gleich losfahren, von wo auch immer. Ich fuhr also wieder über die große, dichtbefahrene Hauptstraße mit den vielen Ampeln und den vielen Autos, als mir irgendwann der schwarze Kleinwagen vor mir auffiel… Ich dachte mir nicht viel dabei, der Typ hinterm Steuer – zumindest das, was ich erahnen konnte… das schien nicht so sehr von den Fotos abzuweichen, die ich von ihm hatte… Ich fuhr weiter hinterher und dachte: Mal sehen wo er hinfährt! als mein Handy piepste und ich eine SMS von ihm erhielt: „Ich glaub ich seh Dich schon, …“. Am vereinbarten Kreisverkehr nahm er auch tatsächlich die dritte Ausfahrt ins Gewerbegebiet und ich fuhr einfach hinterher, bis er in einer Sackgasse anhielt. Mein Herz schlug wie wild! Er stieg aus, ich stieg aus. Mein erster Gedanke: Er ist echt!! Nach den Mogeleien der letzten Wochen war das meine größte Sorge gewesen. Er sah mich an und wir umarmten uns zur Begrüßung, waren beide etwas nervös. Schwatzend stiegen wir in mein Auto um, ließen seinen Wagen geparkt und fuhren nach seinen ortskundigen Anweisungen zum Ostsee-Strand. Es wehte ein kraftvoller und frischer Seewind an diesem sonnigen Tag, während wir durch weichen Sand und über große Steine stiegen, immer weiter und weiter, vorbei an windschiefen, bunten Holzhäusern, die direkt am Strand stehen, vorbei an einem alten Mann, der hinter einem Einkaufswagen mit vermutlich all seinen Habseligkeiten saß. Rechts von uns ragte die Steilküste hoch über die Ostsee und an einer Stelle konnten wir hinaufklettern. Von dort oben hatten wir einen tollen Blick hinunter auf die Bucht, in deren windgekräuseltem Wasser sich die Sonnenstrahlen spiegelten. Wir liefen nun oben entlang, durch Büsche und Sträucher folgten wir einem Trampelpfad entlang der schönen Aussicht, immer noch in Gespräche vertieft, bis wir irgendwann unsere Füße spürten und uns an den Rand der Klippe setzten, die Beine herunterbaumeln ließen und uns ausruhten.

:: Eiskaffee mit Seeblick

Den Rückweg traten wir direkt durch den Wald an, der bis an den Rand der Klippen führte. Auf dem Weg zurück zum Auto kamen wir an einem Café vorbei, und weil uns nach einer kleinen Stärkung war, machten wir Rast, setzten uns auf die Terrasse und hatten erneut einen wunderschönen Blick hinunter auf die Ostsee, während jeder von uns ein großes Glas Eiskaffee schlürfte. Ich rückte meinen Stuhl näher an Gerd heran und so konnten wir uns ungestört unterhalten, bis wir dann endgültig zurück zum Auto gingen.

:: Das Glück dieser Erde…

…liegt bekanntermaßen auf dem Rücken der Pferde. Und weil sich die Zeiger auf Gerds Armbanduhr behende der sechs näherten, wurde es für ihn Zeit, zwei seiner „Pflegepferde“ von der Weide zurück in den Stall zu bringen. Wir fuhren also mit seinem kleinen schwarzen Auto ein paar Orte weiter und hielten auf einem großen Gestüt. Hier war alles aufgeräumt und wunderschön angelegt, mit großen Stallgebäuden und holzumzäunten Trainingsplätzen für die Turnierpferde. Gerd führte mich zu einer der hinteren Weiden, wo zwei große Pferde grasten. Als sie unsere Schritte hörten hoben sie ihre wuchtigen Köpfe, erkannten Gerd und trabten zu uns an den Zaun, ließen sich tätscheln und artig an die „Leine“ nehmen.

Während wir zu viert den Weg von der Weide zu den Stallungen zurücklegten beäugten mich die großen Tiere misstrauisch. Weil nicht beide Pferde gleichzeitig durch die Stalltür passen, drückte mir Gerd kurzentschlossen die Leine des einen in die Hand und verschwand mit dem anderen im Stall. „Mein“ Pferd wartete zunächst geduldig, schaute mich dann fragend an und ging einfach hinterher… ich beschloss keinen Widerstand zu leisten und folgte brav an der Leine – immerhin war das Pferd hier der Fachmann… Es kannte den Weg in seinen Stall, lief hinein und bediente sich sogleich am frischen Futtertrog, als Gerd ihm das Zaumzeug (nennt man das so?) abnahm und von außen die Tür verriegelte.

Dann zeigte er mir auch den Rest des Hofes und führte mich ein wenig herum, ehe wir beschlossen, etwas essen zu gehen. Zur Auswahl standen in der schönen Stadt diverse Restaurants, von chinesisch über griechisch, deutsch oder italienisch oder haste nich gesehen… Chinesisch klang gut und Gerd empfahl mir ein Restaurant am Strand, das wir auch kurzerhand aufsuchten. Wir bekamen einen Tisch ganz hinten durch, Gerd setzte sich an die Wand und ich ihm gegenüber. Während er einen wundervollen Blick auf das Wasser hatte, genoss ich meinerseits die tolle Aussicht. Hinter mir saßen vier junge Leute – zwei Mädels, zwei Junx – die fröhlich lachend ein Geburtstagsessen zelebrierten.

:: Sushi, Ente und Virgin Coladas

Es war Buffet-Tag im chinesischen Restaurant, und weil wir beide das noch nie mitgemacht hatten, wollten wir das probieren. Nach dem Vorsüppchen kosteten wir allerlei Köstlichkeiten, von Fisch über Rind und Huhn bis hin zu Schwein, Ente und Truthahn, garniert mit Champignons, Gemüse, Reis und gebratenen Nudeln und diversen Saucen. Es war ein Fest, das wir mit einer bunten Dessert-Zusammenstellung abrundeten – im wahrsten Sinne des Wortes!! Wir waren also gut gesättigt, als wir bei hereingebrochener Dunkelheit zu einem erneuten Spaziergang aufbrachen, der uns am Hafen entlang führte, durch kleine liebevolle Gassen mit alten Häusern, vorbei an Bars, die zu dieser Stunde den meisten Umsatz machten. Bisher verlief der Tag und der Abend mehr als perfekt!

Nach dem reichhaltigen Essen schlug Gerd vor, in der Nähe eine Cocktailbar aufzusuchen – wieder am Strand! Das klang hervorragend und ich war natürlich gleich einverstanden, zumal ich Cocktails sowieso sehr gern mag! Es war gar nicht weit und wir gingen hinein. Tolle Atmosphäre, schöne Stimmung und viele Leute. Zu viele Leute, denn eine der Kellnerinnen erklärte uns, dass leider grad kein Tisch frei wäre. Also trollten wir uns zunächst wieder, liefen die Straße entlang und endlich, endlich! wagte ich es mal, Gerd in den Arm zu nehmen und einfach mal herzlich zu knuddeln! Dann legte er seinen Arm um mich und wir liefen bei nächster Gelegenheit runter zum Strand. Es wehte immer noch ziemlich kräftig vom Wasser her und in der Dunkelheit war die schäumende Gischt der Wellen zu sehen, die sich am Strand brachen. Ganz in der Nähe zum Strandaufgang standen Strandkörbe. Alle waren natürlich verschlossen, aber das hinderte uns nicht, zwei davon so zusammenzustellen, dass sie uns den kühlen Wind vom Halse hielten. Wir setzten uns dahinter in den Sand und kuschelten uns aneinander, ich legte meinen Kopf an Gerds Schulter und er legte seine Arme um mich. So umschlungen schauten wir in die Sterne am Nachthimmel, sahen stumme Blinklichter über uns fliegender Flugzeuge und hinter uns hörten wir das Rauschen des Meeres. Es war perfekt!

Später dann standen wir wieder auf, gingen den Aufgang hinauf und schütteten den Sand aus unseren Schuhen, bevor wir zur Cocktailbar gingen und einen freien Tisch fanden. Weil wir beide noch fahren mussten blieb es natürlich bei lecker-fruchtigen alkoholfreien Cocktails. Ich genoss seine Anwesenheit und seine Nähe, schaute ihm tief in die wunderschönen Augen und genoss einfach sein süßes Lächeln…

Dann gingen wir zurück zu unseren Strandkörben und kuschelten uns wieder aneinander, gaaaaanz lange – bis um zwei Uhr. Gerd musste dummerweise am Sonntag arbeiten und so taten wir gut daran, den Tag nun ausklingen zu lassen. Wieder leerten wir unsere Schuhe aus und gingen Hand in Hand zurück zu seinem Auto, mit dem er mich ins Gewerbegebiet zurückfuhr, wo mein gelber kleiner Wagen geduldig auf mich wartete. Mit einem Kuss verabschiedeten wir uns, ich musste ihm versprechen mich zu melden, wenn ich angekommen wäre und so beflügelt fuhr ich von der Ostküste zurück an meine Westküste. Was für ein wundervoller Tag!

:: Fortsetzung

Am Sonntag erwachte ich morgens um 07:28 Uhr durch das Vibrieren meines Handys, das sich seltsamerweise noch in meiner rechten Hand befand. Eine superliebe SMS sorgte dafür, dass der Tag mit einem breiten Lächeln und einem glücklichen Herzen begann! Elfeinhalb Stunden später konnte ich meinen Schatz dann auch schon wieder in die Arme schließen, denn nach der Arbeit hatten wir verabredet, dass er zu mir kommt – und über Nacht bleibt! Ich war ja soooooo happy! Als ich seinen Wagen ankommen sah stürmte ich die Treppen der sechs Stockwerke hinunter, lief auf ihn zu und umarmte ihn. Er war ebenso glücklich mich zu sehen und drückte mir noch auf dem Parkplatz einen Schmatzer auf!

Der Abend mit ihm wurde von der Nacht mit ihm noch übertroffen und irgendwann waren wir Arm in Arm eingeschlafen. Das nächste, was ich hörte, war mein Wecker am Montagmorgen und das nächste was ich spürte, war sein Guten-Morgen-Kuss. Ich schlug die Augen auf und er war tatsächlich noch da, ich war einfach nur selig! Zum Glück hatte ich den Wecker so gestellt, dass wir noch ein bisschen voneinander hatten, ehe wir um halb acht gemeinsam das Haus verließen, er zu seiner Arbeit fuhr und ich zu meiner schwebte.

Jetzt ist Mittwoch und dann trennt uns nur noch der Donnerstag und der Freitag, bis wir uns wiedersehen. Ich kann es kaum erwarten! Zum Glück beginnt am Samstag mein langgeplanter Lehrgang, der mich 26 Wochen lang jeden Samstag nach Kiel an die Ostküste führt.

Von dort aus ist es nur noch ein Katzensprung!

 

Wellen

:: Wellen des Lebens

Manchmal schlagen die Wellen des Lebens so hoch, dass man nicht über sie hinaussehen kann. Manchmal ist das sogar schön. Dann lass ich mich von ihnen treiben, ohne genaues Ziel, ohne, dass ich nach der Richtung schauen muss.

Irgendwann kommt man sicher irgendwo dort an, wo alles irgendwie neu und aufregend aussieht…

In letzter Zeit lerne ich viele Menschen im Internet kennen, den einen mehr den anderen weniger. Und kommt es mir nur so vor oder wird im Netz mehr denn je gelogen und phantasiert? Da tauchen plötzlich nette Typen auf, man unterhält sich ausgiebig über dieses und jenes, aus dem Chat wird ein Flirt und aus dem Flirt die Hoffnung, dass da vielleicht mehr draus werden könnte. Doch wenn es ernst wird, fällt plötzlich die Maske und ein fadenscheiniger Schleier tritt an ihre Stelle. Was bewirkt das? Dass ich mich kaum mehr auf Internet-Bekanntschaften einlasse, ohne nicht ein hohes Maß an Zurückhaltung und Misstrauen an den Tag zu legen. Schade.

:: Thema der Woche

Das Gesprächsthema dieser Tage ist natürlich die Hurrikan-Katastrophe in den USA. Nicht einmal die Brücken-Panik-Katastrophe in Bagdad mit noch mehr Toten konnte das Top-Thema überflügeln. – liegt das eventuell an der Informationspolitik? Alle Welt schaut auf die hochentwickelte Weltmacht USA, die zwar einen irakischen Bunker in einer Überseeentfernung von rund 13.000 km mit einer Genauigkeit von einem Meter zu treffen vermögen, die aber bei einer Naturkatastrophe im eigenen Land wie gelähmt erscheinen und nicht imstande sind, die eigene Bevölkerung rechtzeitig mit Nahrung und Wasser zu versorgen. Erst jetzt greifen die Maßnahmen, die eigentlich für die Folgen massiver Terroranschläge entwickelt wurden. Sportstadien werden „kurzerhand“ zu Flüchtlingslagern, in denen Menschen monatelang versorgt werden können. Opfer sind vor allem arme, schwache und farbige Menschen, die New Orleans nicht rechtzeitig verlassen konnten. Sie leiden und sterben, weil trotz der lange vorhergesagten Katastrophe lediglich passiv evakuiert wurde.

Ist trotz alledem das Kyoto-Protokoll für George W. Bush irgendwie dringlicher geworden? Nicht einmal ansatzweise. Für den Mann, der gnädigerweise seinen heißgeliebten Urlaub abgebrochen hat, gibt es keinen kausalen Zusammenhang zwischen der größten US-amerikanischen Naturkatastrophe und dem in Übersee nach wie vor fehlenden Klimaschutz.

Was folgt ist eine Welle der Hilfsbereitschaft und der Empörung.