Von Bettlern und Königen

:: von bettlern und königen

es ist eine schwäche vieler menschen, ihr wahres gesicht zu verbergen – aus taktischen gründen, aus scham oder aus angst. und es gibt menschen, die verbergen ihr gesicht vor anderen aus gründen der unterhaltung oder zu forschungszwecken. so eine maskerade kann ganz unterschiedlich aussehen. manche benutzen eine tarnung, damit man sie gar nicht sieht, andere blenden durch ein aufgesetztes auftreten und wiederum andere werfen sich in ein komplettes kostüm, um jemand anderes zu sein als sie sind. und noch andere menschen gehen einfach ins internet.

das internet bietet vielfältige möglichkeiten, völlig neue welten zu betreten. hier im schutz der anonymität kann jeder gesichtslose sich jede x-beliebige maske zulegen und eine völlig neue identität annehmen. im internet werden bettler zu königen – und immer öfter auch könige zu bettlern.

warum ist das wohl so? bietet uns das wahre leben nicht mehr genug abwechslung? fühlen sich menschen im wahren leben zu wenig beachtet? wollen wir aus einem schattendasein heraustreten um ein zweifelhaftes potenzial zu entdecken, das wir in der wahren welt nicht entfalten konnten? oder wollen wir einfach eine neue und intensivere art der aufmerksamkeit?

bestimmt gibt es tausende gründe dafür, in eine fremde identität zu schlüpfen. wir bekommen die möglichkeit, uns selbst neu kennen zu lernen und die welt mit anderen augen zu betrachten. daran ist nichts auszusetzen – solange wir damit niemandem schaden. ich habe schon viele beispiele gesehen, wie menschen im internet an der nase herumgeführt werden. und das ist in einigen fällen nicht so harmlos, wie es zunächst klingt. ein gern genutztes medium für die hier angesprochene gruppe von menschen ist das kontaktforum. es gibt tausende solcher seiten im internet, auf denen sich abertausende von menschen tummeln, auf der suche nach freundschaften, nach liebe und zuwendung. nicht selten stellt so manch einer, der das eine oder andere gefühl für sein gegenüber entwickelt hat, nach einiger zeit fest, dass man einem netz aus lügen und falschen wahrheiten auf den leim gegangen ist. mit gefühlen von menschen zu spielen ist verwerflich und untergräbt die würde. noch schlimmer ist es, wenn zu zwecken der erforschung starke gefühle geweckt werden, gefühle wie angst, trauer, hass, freundschaft und liebe. nicht nur einmal habe ich von menschen erfahren, die ganz bewusst und intensiv in diese gefühle gesteuert wurden und die dann feststellen mussten, dass alles heiße luft war. der letzte fall, von dem ich erfahren habe, beruhte auf dem entwürdigenden zweck, eine studienarbeit über die komplexe psyche von menschen im internet zu schreiben. hier wurde eine fiktive person mit einem fiktiven leben geschaffen, einzig mit dem ziel, ein opfer zu finden, das sich in ein perverses spiel mit künstlich erzeugten emotionen einwickeln lässt um es zu studieren. wie eine ratte im laborkäfig. von menschenwürde keine spur.

:: wie es mir geht

ich stehe dieser tage wirklich etwas neben mir. da ist zum beispiel die sache mit meinem dad. die beerdigung wird mitte nächster woche stattfinden und ehrlich gesagt ist mir nicht ganz wohl dabei, eine familie wiederzutreffen, die weit in meiner vergangenheit verstaut ist. tanten, onkel, cousinen und cousins und inzwischen auch nichten und neffen. dinge, die zu regeln sind, von denen ich keine ahnung habe. möglicherweise finanzielle ansprüche, die aus dieser und jener abwicklung entstehen. alles ist irgendwie unsicher. ich kenne mich mit todesfällen in der familie zum glück nicht aus. nun habe ich ein gefühl, als säße ich in einem kleinen boot auf dem meer und erwarte eine große welle, die auf mich zukommt. so ist es, das gefühl der unwissenheit.

dann ist da das gefühl von – was ist es? liebe? freundschaft? ein lieber mensch ist wieder da, der in diesem tagebuch einen eigenen eintrag erhalten hat. doch wir sind noch nicht einen schritt weiter gekommen als noch vor einigen wochen. inzwischen gebe ich mich mit dem zufrieden, was zwischen uns ist: nichts. interesse seinerseits scheint nicht zu bestehen und ich habe immer seltener das bedürfnis, mein interesse in den wind zu schießen. das ist unbefriedigend und entspricht nicht dem, was ich wollte – und im grunde immer noch will.

wenn freunde in schwierigkeiten stecken, ist das immer eine besondere situation. wenn man diesen freunden nicht helfen kann, ist das eine besonders schwierige situation. so etwas beschäftigt mich ebenfalls in diesen tagen und nächten und verstärkt mein gefühl, im moment viele dinge nicht in der hand zu haben. kontrolle ist für mich sehr wichtig, kontrolle über meine gefühle, kontrolle über mein leben, immer eine lösung in aussicht zu haben. im moment gerate ich jedoch stark ins schwimmen, so viele ungeklärte dinge, kleinigkeiten und große sachen, vergangenheit, gegenwart und zukunft, die gerade jetzt aufeinander prallen. scheinbar so wenig zeit für viele wichtige dinge, vieles bleibt liegen, vieles kommt viel zu kurz. aber so sind meine prioritäten: freunde stehen an erster stelle. das war immer so und wird sich nicht ändern.

ein dickes sorry und liebe grüße an meine favs, die im moment ebenfalls zu kurz kommen. und keine sorge, so ein formtief haut den lacarian nicht um!

 

Der Anruf

mein dad hat zwei tage vor mir geburtstag und ist damit wassermann, wie ich. das ist auch schon fast alles, was ich von ihm weiß, denn ich habe ihn vor circa 18 jahren zuletzt gesehen. nach der trennung meiner eltern vor 25 jahren wurde er zum alkoholiker und hat sein leben nie wieder in den griff bekommen. als ich noch klein war, durfte ich ihn anfangs besuchen. alle zwei wochen holte er mich am wochenende zu sich nach hamburg. es waren keine glücklichen wochenenden, denn sobald wir bei ihm angekommen waren, griff er zur flasche. ich war als kind mit der situation ziemlich überfordert, versuchte aber, gute mine zum bösen spiel zu machen, denn ich wusste, wenn das herauskam, würde ich ihn nicht mehr wieder sehen dürfen. ich erinnere mich, wie hilflos er immer war und wie oft er weinte. er war schrecklich einsam.

eines tages stand ich am freitagabend bereit, hatte meine kleine reisetasche für’s wochenende gepackt und wartete auf ihn. ich erinnere mich, dass ich mit legosteinchen spielte und irgendwas unbedeutendes zusammenbaute. aber mein dad kam nicht, um mich zu holen. meine mum wartete ebenfalls und wurde wütend, dass er mich sitzen ließ. inzwischen weiß ich, dass sie das besuchsrecht gerichtlich außer kraft hatte setzen lassen, weil er nicht einmal bei meinen besuchen die finger vom alkohol lassen konnte. sie hatte gehofft, ich würde wütend auf ihn sein, weil er mich scheinbar sitzen gelassen hatte. ich wurde nicht wütend, nur traurig. auch zwei wochen darauf kam er nicht. das ist nun 18 jahre her. ich sah ihn nie wieder. und jetzt ist er tot. vor einer stunde erhielt ich über umwege den anruf von seiner schwester. er lag wohl schon wenige tage in seiner wohnung in hamburg, jetzt hat man ihn gefunden. meine tante versprach, mich anzurufen, wenn der beerdigungstermin feststehen würde. sie fragte, ob ich kommen würde. ich überlegte nicht lange – er war mein dad, auch wenn wir keine persönliche beziehung zueinander hatten.

das fehlen dieser bindung ist wohl der grund, weshalb ich nicht richtig traurig bin. vielleicht kommt das noch… ich kannte meinen dad so gut wie gar nicht, ich weiß nicht mal mehr, wie er ausgesehen hat. dennoch ist es ein seltsames gefühl. ich bin der letzte aus seiner linie, der noch übrig ist, nachdem meine kleine schwester starb, als ich sechs jahre alt war. ein stammhalter bin ich nicht geworden, damit endet diese familie bei mir. irgendwie ist das eine bürde, die mir erst jetzt bewusst wird. zum glück gibt es noch geschwister, die zwar nicht seinen namen aber immerhin einen teil der familie in die zukunft bringen.

 

Große Töne

hab ich gestern geschrieben „der montag kann kommen“? so ein unsinn, jetzt ist der montag da und ich wünschte er würde sich verkrümeln. zum glück scheint schon jetzt die sonne – ist sie überhaupt mal untergangen?? die luft, die durch mein bambusrollo hereinweht ist frisch wie der morgen und auf der bundesstraße, die nicht weit entfernt ist, dringen die ersten geräusche der pendler herein. das vogelgezwitscher hat mich ja gegen vier uhr schon mal geweckt. die aufgestaute hitze vom gestrigen tag scheint in den nächtlich-wolkenlosen himmel entschwunden zu sein, um platz für den heutigen, wiederum sehr heißen tag zu machen.

als mir mein lieblingsradiosender um sechs uhr den neuen tag verkündete, spielte ich mit dem gedanken, ihn einfach um eine stunde zu vertrösten, wie ich es immer tue. aber dazu hätte ich das bett verlassen müssen, denn die stereo-anlage steht nicht in reichweite. also lag ich da, mit nicht mehr bekleidet als ein kleinwenig bettdecke. über mir an der deckenlampe baumelt die hier geparkte discokugel, die nachts für ein paar sterne in meinem schlafzimmer sorgt. vor meinem bett liegt ein kleiderstapel, der dringend zusammengefaltet werden will und auf dem fensterbrett hinter dem bambusrollo freut sich meine topfpflanze auf den sonnigen tag. da fällt mir ein, dass ich sie gestern abend hatte gießen wollen…

vier songs, eine comedy und zwei verkehrsmeldungen später entscheide ich mich dann doch dafür, das bett zu verlassen, bevor ich wieder einschlafe. also hoch mit mir. einmal zum himmel gestreckt, das rollo hochgezogen und das fenster weeeeeeit geöffnet. hmmmm schön diese morgenluft über der stadt. mein flur ist hell erleuchtet, auch hier hin scheint die sonne und wirkt auf meinem laminat wie eine fußbodenheizung. ich tue so, als wäre ich putzmunter und hüpfe in die dusche. es dauert ewig, bis das wasser seine betriebstemperatur erreicht – bin ich denn der erste im haus, der eine dusche genießen will?? tja, und dann, gerade, als ich mein haupt mit shampoo bekleckere, fällt mir der sonnenbrand auf der kopfhaut auf… autsch! so eine kurzhaar-frisur hat nachteile. ich hätte vielleicht doch meinen cordhut aufsetzen sollen, aber der verträgt sich nicht mit meinem iro… also gaaanz vorsichtig haare waschen und am besten lufttrocknen.

jetzt hätte ich gern nen eiskaffee, aber leider leider gibt mein vorratsschrank keinen mehr her. sehr schade. nutella auf’s brot und ab vor den rechner. der mensch im radio hat mir empfohlen, die frühe sonne auf dem balkon zu genießen, aber dazu müsste ich erst die wäsche von der leine nehmen, und das geht mir dann am montagmorgen doch zu weit. also bin ich hier, tippe vor mich hin und wünsche allen einen wunderschönen montag – der eine oder andere hat ja sogar urlaub… lasst mir von dem schönen wetter noch was übrig, ich muss noch zwei wochen arbeiten.

 

Gesangstalente

:: singstar

der wetterdienst versprach bestes für dieses wochenende, und bestes haben wir bekommen. am samstag bin ich zu freunden in unsere landeshauptstadt gefahren und hab bei meiner freundin mk in der studentenbude eingecheckt. die fahrstrecke, quasi von der westküste an die ostküste, ist nicht besonders schön. überall landstraße, so kurvig, dass überholen fast unmöglich ist.

dennoch blieb keine zeit zum entspannen, denn es ging gleich weiter zum grillen bei gemeinsamen freunden. mit sack und pack und nudelsalat marschierten wir einige straßen weiter, es war warm und windig. angekommen in ingas garten, der grill lief schon gut, packten wir unsere mitbringsel auf den gabentisch, versorgten uns mit kühlen getränken und genossen die sonne am brutzelnden grill.

die ganze woche schon hatte ich mich drauf gefreut, nun ging es los. ein bier und ein paar gläser bowle später war es zeit für „singstar“! etwas kribblig war mir ja schon, jetzt hier singen zu müssen, aber egal. es hat sich gelohnt, es machte riesenspaß, auch wenn (oder gerade weil) man viele töne absolut nicht getroffen hat. so sangen wir diverse stücke von dido über madonna bis peter schilling, mal solo gegeneinander, mal im duett – supergeil!

danach waren wir guter stimmung, ausgelassen und fröhlich. beste gelegenheit, die kieler woche zu besuchen. die größte segelveranstaltung der welt kommt jedes jahr mit einem riesenvolksfest daher, die kieler innenstadt brodelte und es waren wahnsinnig viele menschen unterwegs. überall polizei-präsenz, rettungskräfte im bereitschaftsdienst, musik aus allen richtungen und buden und fahrgeschäfte und schiffe. als „kieler woche“-besucher braucht man gutes schuhwerk. wir sind ziemlich viel gelaufen, von bühne zu bühne, von caipirinha zu pina colada. und obwohl kiel knapp hundert kilometer von meinem zuhause entfernt auf der anderen seite von schleswig-holstein liegt, habe ich doch so einige bekannte getroffen. wow. hätte ich nicht erwartet.

:: talent-sunday

am heutigen sonntag war das wetter sogar noch geiler als gestern. die sonne brannte vom blauen himmel und der wind hat deutlich nachgelassen. nachdem ich bei mk mein bündel geschnürt und im wagen vor der haustür verstaut hatte, brachte sie mich zur bushaltestelle, denn ich wollte mit dem 34er bus zum hauptbahnhof fahren, von wo aus ich den weg zur r.sh-bühne auf der kieler woche ansteuerte. der weg war leicht, ich kannte ihn ja vom vorabend. um halb eins erreichte ich die bühne. es war noch menschenleer auf dem platz, on stage fand der erste soundcheck statt. hier wollte ich einen chatfreund treffen, der heute seinen auftritt hatte. ich lief über den platz, aber auf der bühne war er natürlich noch nicht. ich lief noch ein stück weiter auf die tische und bänke zu, die aufgestellt waren. hier saßen nur zwei leute – und einer davon war es. zusammen mit einer freundin gönnte er sich die letzte ruhe vor seinem auftritt. weil wir uns noch nie begegnet waren stellte ich mich kurz vor und war froh, ihn gefunden zu haben, im gewühl der menge wäre das sicher schwer geworden, dachte ich.

Kieler Woche 2005

letztlich war die menge nicht so dicht, wie ich gehofft hatte. an diesem heißen sonntagnachmittag zog es nur wenige in die pralle sonne, die direkt vor die bühne schien. dennoch genoss ich stefans auftritt sehr. er hat eine schöne stimme. zu seinem auftritt waren eine reihe freunde gekommen, zu denen ich leider – wie ich nun mal so bin – keinen anschluss bekommen habe. bin da doch etwas… schüchtern.

etwas erschöpft – nicht zuletzt wegen der enormen sonne (die meine nordische haut immerhin ein klitzekleinwenig gebräunt hat) bin ich gegen sechs uhr heute abend zu hause angekommen, froh, dass das wochenende zwei so schöne tage für mich bereit hielt! da kann der montag ruhig kommen.

Kieler Woche 2005
Kieler Woche 2005 – „talent sunday“
Kieler Woche 2005

p.s.: nach einem frisörbesuch hat mein cordhut jetzt erstmal sommerpause.

 

Regenbogenpower

:: get in touch – das motto

unter diesem motto findet der diesjährige christopher-street-day (csd) in hamburg statt. 22.000 schwule, lesben und heterosexuelle sind trotz des bescheidenen wetters auf die straße gegangen, um zu zeigen, wer sie sind und um für mehr toleranz und gleichberechtigung zu werben. mit 20 event-trucks startet der große umzug und der jährliche höhepunkt der veranstaltung gegen halb eins im hamburger stadtteil st. pauli. ich nehme das dritte mal an einem csd teil, in diesem jahr das erste mal allein, aber davon lasse ich mich natürlich nicht abschrecken. also kamera eingepackt, batterien nachgefüllt und auf geht’s! ich bin spät dran, um zwölf uhr soll die parade starten, um kurz vor zwölf bin ich erst beim tierpark, finde zum glück schnell einen parkplatz und setze mich dann in die u-bahn. einmal umsteigen und schon bin ich am ziel – besser gesagt am start! glück gehabt, die menge ist noch hier und erst als ich eingetaucht bin setzt sich der zug langsam in bewegung. die ersten regentropfen wehen vom himmel, aber mit meinem cordhut macht mir das nix aus. kragen hochgeschlagen, nase in den wind und die stimmung genießen. ich laufe durch die menge von truck zu truck, an jedem donnert aus den kraftvollen boxen andere musik. eines aber haben alle gemeinsam: es wird gelacht und geschrieen und getanzt und gesungen. bunt sind die vielen luftballons, die an den wagen hängen oder durch die gegend fliegen, und bunt sind auch die schrillen leute, die sich für diesen anlass wieder mächtig in schale geworfen haben. farbige federn, viel tütü und mode in allen farben des regenbogens. die vielen junx und mädels haben heute nicht ganz so wenig an wie gewohnt, der kalte juni verdirbt mit gerade mal 13 grad jegliche transparenz.

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:: get in touch – der weltrekord

das motto kommt nicht von ungefähr, heute soll ein in kanada aufgestellter rekord im umarmen gebrochen werden. 5.000 kanadische studenten aus ontario hatten sich gleichzeitig umarmt und halten damit den weltrekord. dieser soll heute gebrochen werden, denn welches ereignis eignet sich besser als der csd?! auf der mönckebergstraße hielt der ganze treck an und radio-hamburg-moderator martin baum koordinierte zusammen mit hamburgs vorzeige-drag-queen „olivia jones“ die massenumarmung. auf kommando fielen sich die menschen auf der straße in die arme und hielten sich zehn sekunden lang fest, während viele viele viele polizisten, die die parade säumten, die umarmungen zählten. die genaue zahl habe ich unter den jubelschreien nicht verstanden (update: 16.000), aber es hat tatsächlich funktioniert, der rekord ist gebrochen und wird im guinnes-buch der weltrekorde aufgenommen!! waaaaaaahnsinn!

tausende umarmungen und eine bratwurst später geht der zug dann weiter durch hamburgs innenstadt. wieder wechsele ich von truck zu truck, tanze mal hier und mal dort zu der musik und genieße die fröhliche und ausgelassene stimmung. der csd in hamburg ist immer einen besuch wert!

 

zuende

:: regenbogen

vorbei ist die melancholie und die schwerfälligkeit des wochenendes. es regnet nicht mehr den ganzen tag, von zeit zu zeit linst die sonne duch das lockere wolkengeflecht und als wollte sich wer mit uns versöhnen verbindet ein regenbogen die erde mit dem himmel.

Versöhnung

:: serienende

eine meiner lieblingsserien ging heute zuende – wieder einmal. und wie schon vor ein paar wochen versuche ich die dvd dazu zu finden. mtv sagt: die gibt’s bei amazon. aber bei amazon hab ich sie nicht gefunden. also hab ich eine mail an amazon geschickt. ich bin jetzt schon auf entzug * zitter *

tja… sonst gibt es gar nicht viel zu erzählen von diesem tag. dass ich früh morgens nicht aus dem bett komme ist ja nichts neues. warum muss das ding auch so furchtbar kuschlig sein?!

die arbeit war anstrengend und abends war ich ziemlich geschlaucht, hätte mich glatt wieder ins bett… – aber das hatten wir ja schon.

ich habe meine erste folge „lost“ gesehen, vielleicht ein verzweifelter versuch, mein allmähliches seriendefizit aufzubessern… etwas zu spät schätze ich, ich glaube, das läuft gar nicht mehr lange, oder…? Branley…?

oh, kürzlich habe ich festgestellt, dass ich im letzten halben jahr sieben kilo zugenommen habe. ich habe diese erschreckende entwicklung zum anlass genommen, meinen bmi auszurechnen – zu lassen. ergebnis: alles ok, oder besser gesagt habe ich nun idealgewicht zu meiner körpergröße. schön und gut, aber zwei dinge machen mir dabei sorgen:

1.: was ist in weiteren sechs monaten?
2.: die kuhle zu meinem bauchnabel wird tiefer.

scheint, als wäre es dringend zeit für eine umverteilung. außerdem ist es dringend zeit, diesen eintrag zu beenden, ehe ich noch mehr unsinn verzapfe. also: abschalten!

 

Regen

nachdem ich meinen letzten, sehr persönlichen eintrag an dieser Stelle nicht veröffentlicht habe soll dieser wieder für alle sichtbar werden. ich bin gerade in melancholischer stimmung und es heißt, dass man darin am besten schreiben kann. mal sehen.

dieser sonntag war von einem einheitsgrau bestimmt, das sich gerade in diesen minuten in ein dunkles violett verfärbt, weil irgendwo weit weit entfernt die sonne verschwindet. wo die wolkendecke lücken hat, mogelt sich die abenddämmerung des himmels hindurch und zeigt ganz deutlich, was wir tagsüber versäumt haben. und morgen ist montag, da geht dann die arbeit wieder los. der gestrige samstag war nicht viel anders. nach dem heftigen freitagabendunwetter hätte ich mir einen erfrischenden und sauberen morgen gewünscht, mit hellem sonnenschein, der uns für das miese wetter vom vortag entschädigt, stattdessen schienen sich die wolken hier besonders wohl zu fühlen. vielleicht waren sie auch einfach nur traurig, denn sie regneten alles ab, was sie hatten. gegen mittag verließ ich erstmals meine wohnung im sechsten stock und lief durch den strömenden regen ein stück die straße hinunter. es dauerte nicht lang, bis ich das wasser auf meiner haut spürte, aber ich lief weiter, rüber zum fluss, den sandweg entlang. es war still, wenn man von den vielen regentropfen absah, die um mich herum zu boden fielen. kein radfahrer fuhr an mir vorbei, die vögel hielten sich im blattwerk der umstehenden bäume verborgen und nicht einmal im seerosenteich an der kurve schien sich leben zu tummeln. lediglich auf der umgehungsstraße, die nicht weit entfernt entlangführte, kämpften sich autos durch das wasser.

als ich später wieder zu hause ankam, war ich völlig durchnässt, aber mit dem ziel war ich ja vor die tür gegangen. tropfend schloss ich meine wohnungstür auf, ließ meine schuhe auf der dicken schwarzen fußmatte stehen. meiner restlichen kleidungsstücke entledigte ich mich im bad. ich ließ heißes wasser in die wanne ein und genoss die wärme, in die ich kurz darauf eintauchte. ich hielt die luft an und tauchte ganz unter. warmes wasser drang in meine ohren und ich hörte nichts mehr bis auf die stille des wassers.
nach dem bad schlüpfte ich entspannt in trockene klamotten. abends dann besuchten mich zwei freundinnen. wir hatten uns eine weile nicht gesehen und daher viel zu reden. das war sehr angenehm. sie hatten vier filme mitgebracht und ich durfte einen auswählen. weil ich drei davon nicht sehen wollte fiel meine wahl auf „das haus am meer“ mit kevin kline und hayden christensen. ich finde den film so wunderschön, dass ich ihn mir noch in der selben nacht bestellt habe und heute abend habe ich ihn gleich ein zweites mal angesehen.

am samstag fand die parade zum christopher-street-day in kiel statt. dummerweise hatte ich den termin verpeilt und war nicht dort. letztlich war das aber auch nicht schlimm, ich habe mit zwei junx gesprochen, die dort waren. erwartungsgemäß war es regnerisch, stürmisch und kalt. bei so einem wetter macht das keinen spaß. ich hoffe auf mehr sonnenschein am 11. juni, dann findet das gleiche in hamburg statt. und am 25. juni dann in berlin. irgendwann wird schon schönes wetter sein.

jetzt ist es um, dieses wochenende. ich hoffe, ihr habt es genossen. euch allen eine wunderschöne woche.