Aussichten

:: tarzan, garfield und finding forrester

gestern war es also so weit: das ersehnte erste treffen nach unseren ausgiebigen chatgesprächen. mit fortschreitender tageszeit wurde ich immer ein stückchen aufgeregter. nicht übermäßig, aber so ein kribbeln schien sich von der magengegend bis zu den haarspitzen zu bewegen. ich habe sehr pünktlich feierabend gemacht. zu hause bin ich unter die dusche gehüpft, hab meine klamotten gebügelt, meine haare gestylt und dann war ich soweit. viertel nach fünf.

18 uhr hatten wir ausgemacht, und ich hatte noch ein klein wenig zeit, muss ja nur knapp 20 minuten fahren. unkonzentriert wagte ich noch einen streifzug durchs netz, hatte die uhr fest im blick und war froh, als ich endlich losfahren konnte. ich prägte mir die wegbeschreibung ein, griff nach dem rotwein und fuhr mit dem aufzug ins erdgeschoss, lief zu meinem kleinen auto und fuhr in die stadt mit den hochhäusern.

es ging sehr schnell. schon nach kurzer zeit waren die zwanzig minuten um und damit sämtliche schonzeit bis zum zusammentreffen. nach einmal falsch abbiegen stand ich am vereinbarten treffpunkt am ende einer sackgasse, zückte mein handy und rief ihn an. er verstand kein wort, die verbindung war grottenschlecht, trotz (oder wegen?) des sendemastes, der nur ein stückchen weiter stand. weil es knapp vor 18 uhr war, hatte er jedoch verstanden und keine zwei minuten später kam er auf mich zu. jetzt war ich so aufgeregt, dass ich meine umgebung kaum mehr wahrnahm und mein blick nur noch zwischen ihm und meinem gelben auto hin und her huschte. das licht um mich herum begann zu rauschen, ich hätte genauso gut auf dem gipfel eines berges stehen können. umständlich kramte ich meine tasche aus dem wagen, stand in der wagentür und rief ihm ein „hallo“ entgegen. er näherte sich immer noch und die ersten gedanken kehrten zurück: er ist sehr attraktiv! als er mich erreichte umarmten wir uns freundschaftlich und begannen sogleich mit einem kurzen gespräch über handys und sendemasten, während ich meine hosen- und jackentaschen nach meinem wagenschlüssel absuchte. ich war mir sicher, ihn mitgenommen zu haben und entdeckte den schlingel, wie er schweigend im zündschloss steckte, wo ich ihn zurückgelassen hatte.

mit jedem schritt, den wir gemeinsam auf sein haus zumachten, ließ ich ein wenig von der übermäßigen aufregung zurück. wir plauderten über die gegend, die gebäude, die nachbarn, über alles mögliche. als er die tür aufschloss hörte ich drinnen musik und einer seiner beiden kater kam mir entgegen. groß und flauschig und neugierig… ich hockte mich zu ihm runter und strich sanft über sein weiches fell. der kater beschnupperte mich und beschloss, dass ich mit dem streicheln fortfahren dürfte. ich legte meinen cordhut auf einen kleinen tisch, parkte meinen schlüssel darauf und zog jacke und schuhe aus. es ist ein wirklich schönes haus, auch wenn ich noch nicht mehr als den flur gesehen hatte. ein zweiter kater kam mir entgegen. dieser hatte fast orangefarbenes fell und ich wusste, dass er garfield heißt.

wir setzten uns zunächst in sein wohnzimmer. es war groß und übersichtlich, dezent dekoriert, sehr hell und durch die fensterfront konnte ich einen kleinen, grünen garten sehen. die wand gegenüber seiner couch war frei, nur ein flacher schrank stand daran. wir unterhielten uns eine ganze weile, kraulten seine schnurrenden kater und einigten uns schnell auf ein abendessen. für den einkauf der zutaten fuhren wir zwei läden in der nähe an und begannen einen gemütlichen freitag-abend-einkauf. wenn auch das gemüse nicht wirklich frisch war bekamen wir doch alles, was wir brauchten.

in der küche konnten wir während des gemüseschneidens unsere gespräche fortsetzen. es war gut, dabei etwas zu tun zu haben, pausen kann man dadurch wunderbar überbrücken, auch wenn ich mit gesprächspausen kein problem habe, solange sie nicht am telefon stattfinden.

nach dem leckeren – und letztlich sehr gesprächreichen essen, machten wir es uns mit unseren weingläsern wieder zwischen den katern auf der couch bequem, während an die leere wand gegenüber musikvideos projiziert wurden. coole sache!

den vorschlag zu einem verdauungsspaziergang nahm ich gern an und so wanderten wir um einen see herum, der in dieser wunderschönen gegend gleich um die ecke lag. es dämmerte ganz allmählich und unter den bäumen am wasser wurde es fast dunkel. wir liefen vorbei an kleinen stegen, die im wasser lagen. auf einem von ihnen schwieg ein angler vor sich hin und behielt seine rute im blick. wir liefen weiter über den sandigen weg, umrundeten das gewässer und machten einen weiteren schlenker, ehe wir zum haus zurückkehrten.

ich glaube, wir haben uns über eine ganze anzahl von themen unterhalten. ich hoffe, ich habe nicht zu viel gequasselt. später am abend entschieden wir, uns einen film anzusehen. unser ähnlicher film- und schauspielergeschmack kam uns dabei sehr zu hilfe und aus seiner wirklich umfangreichen sammlung wählten wir „finding forrester“. ich kannte den film noch nicht und ich mag matt damon und sean connery. es war nur das englische original da, aber das machte nichts. es ist ein wirklich sehr sehr schöner film, kurzweilig und fesselnd. kater tarzan fand das wohl eher nicht, denn er war zwischen uns eingeschlafen, streckte alle viere von sich und zuckte von zeit zu zeit im schlaf. während die story voranschritt wunderten wir uns, dass matt damon nicht mitzuspielen schien und kamen zu dem schluss, dass die filmdatenbank ihn deshalb ausgespuckt hatte, weil der regisseur von „finding forrester“ auch der regisseur von „good will hunting“ war. am ende hatte damon dann aber doch eine kleine rolle, es war wie ein bonbon, das gereicht wurde und ein „ahaaaaaa“-effekt.

es war natürlich längst stockfinster draußen. nach dem film machten wir uns über die spätsendungen im tv lustig, schalteten durch lächerlich dubiose seelsorge- und astrologie-shows, blieben mal hier und mal dort hängen und ich war mir nicht sicher, ob ich nun gehen sollte oder nicht. einerseits fand ich seine gesellschaft sehr angenehm, andererseits wollte ich nicht einer dieser unhöflichen gäste sein, die nicht wissen, wann es zeit für „gute nacht“ ist. ich weiß nicht, ob ich die kurve gekriegt habe, um zwei uhr war ich zu hause.

ich bin leider nicht in der lage, ein fazit aus dem abend zu ziehen – oder ist das vielleicht gut so? was ich weiß ist, dass es mir sehr gefallen hat und ich gern darauf aufbauen würde. welchen eindruck ich nun bei ihm hinterlassen habe, kann ich allerdings nicht einschätzen.

 

Begegnungen

:: frühjahrsmüdigkeit

in den letzten tagen spielt sich nicht so furchtbar viel ab bei mir – zumindest wenn man es mit meinen aktivitäten der letzten wochen vergleicht. mir scheint grad der antrieb zu fehlen. der antrieb und das liebe geld, jawohl. bei all dem spaß muss ich erkennen, dass ich ihn besser dosieren sollte, denn sonst ist der geldbeutel leer, wenn ich gerade so richtig in fahrt komme. und so bleibt mir zur zeit nichts anderes übrig, als mich meiner alljährlichen frühjahrsmüdigkeit hinzugeben. erst gestern, als mich die anspannung der arbeitswoche losließ, fiel das, was von mir übrig blieb, wie ein stein auf mein blaubezogenes futonbett und ich war volle drei stunden außer gefecht gesetzt. und was passiert, wenn ich wieder aufwache? klar, mein kreislauf kommt nicht wieder so richtig in schwung und alle aktivitäten für den abend kann ich vergessen. wenn ich dann irgendwann wieder schlafen gehe, kreisen meine vielen tausend gedanken um viele tausende von themen, die ich nicht so einfach abschütteln kann. ich konnte also nicht einschlafen…

:: nervosität teil I

ich bin angespannt. nicht erst seit heute, sondern seit ein paar tagen schon. das hat diverse gründe, zwei davon kann ich ja vielleicht mal aufschreiben, denn vielleicht sind das die wichtigsten. der eine hat mit meiner vergangenheit zu tun, und der andere…

mein ex-freund hat für heute abend unseren alten freundeskreis zu sich eingeladen, zu dem ich nun mal nach wie vor gehöre. die einladung kam vor einer woche, und bevor ich es mir anders überlegen konnte, sagte ich zu. ich freue mich darauf, keine frage, aber es hat mich mal wieder dazu veranlasst, über manche dinge nachzudenken, zum beispiel über meine einstellung zu seinem neuen freund, für den Nate vor nunmehr acht monaten unsere beziehung abrupt beendet hatte. die liebe zu meinem freund war seinerzeit so wahnsinnig groß, dass ich mir nicht vorstellen konnte, ihn dafür zu hassen, dass er mich verließ um eine andere richtung einzuschlagen als die, die wir zusammen gegangen waren. auf meine eigene, unbeholfene art kämpfte ich um seine liebe, aber alles, was ich erhalten konnte, war unsere freundschaft. viele rieten mir, den hass, den ich eigentlich verspüren müsste, herauszulassen, um nicht daran zu ersticken. aber meine liebe zu Nate war so stark, dass der hass jemand anderen traf. und welches bessere ziel hätte es geben können, als seinen neuen freund? jeder fehler, den er machte, nährte meinen hass und es brauchten nicht viele fehler zu sein. eigentlich war es nur der eine: er war mir in den rücken gefallen, als ich seine hilfe am meisten gebraucht hatte. von da an entlud ich all den hass und all die negativen gefühle auf diesen mann. plötzlich war er für das ganze ausmaß meines leidens verantwortlich. es ging mir dadurch vielleicht nicht besser – aber eben auch nicht schlechter.

vor kurzem machte er einen weiteren fehler, aber als ich meinen hass nach sieben monaten erneut schüren wollte, merkte ich, dass er verflogen war, ohne dass ich es gemerkt hatte.

mein ex-freund hat für heute abend unseren alten freundeskreis zu sich eingeladen und ich habe angenommen, ohne zu zögern. ich weiß nicht, ob sein neuer freund auch da sein wird, aber ich denke es ist an der zeit, den gips abzunehmen um zu sehen, ob der bruch verheilt ist. bei dem gedanken an die kreissäge, die den gips aufschneiden könnte, habe ich ein mulmiges gefühl, ich bin nervös, weil ich nicht weiß, wie ich mich verhalten soll und werde, ob ich mich überhaupt verhalten sollte.

:: nervosität teil II

anderer mann, andere nervosität, andere richtung. vor genau einer woche habe ich in den weiten des internets einen mann kennengelernt, den ich nach stundenlangen gesprächen schätzen gelernt habe. sogar sehr. ich weiß, dass ich mich leicht hinreißen lasse und natürlich habe ich nicht die leiseste ahnung, wohin mich das führt. das ist aufregend. wir werden uns demnächst wohl treffen, immerhin wohnt er ganz in der nähe. ich bin nervös. wir kennen uns nur aus dem chat, kennen rein äußerlich nicht mehr als das, was das profilbild über uns aussagt – oder auch nicht aussagt. was mich so fasziniert ist die flut von gemeinsamkeiten. wir mögen die gleiche musik, gleiche serien, gleiche filme und gleiche schauspieler aus den gleichen gründen. wir haben eine ähnliche vergangenheit. was mich weiterhin fasziniert ist das bislang ungekannte interesse einer fremden person – an mir. er erscheint so engagiert und bemüht, ohne dabei plump oder aufdringlich zu wirken, im gegenteil, es scheint so leicht und selbstverständlich zu funktionieren, dass es mir beinahe angst macht. angst vor allem vor dem moment, an dem wir uns begegnen, an dem das bild, dass im chat von mir entstanden sein könnte, von meinen unzulänglichkeiten zerstört werden könnte. auf einmal fühle ich mich hässlich, dumm und unbeholfen. ich habe nicht gelogen oder in unseren gesprächen versucht, aus mir etwas anderes zu machen als ich bin. aber was, wenn die person, die er sich vorstellt, gar nicht so ist wie ich? ich werd’s sicher bald herausfinden, so oder so.

Silbermond-Konzert

:: « 1, 2, 3 »

endlich der 15. april 2005, endlich feierabend! es ist freitagabend. der puls steigt, schnell noch ein letztes mal die silberne scheibe ins laufwerk schieben, die boxen aufdrehen und die arbeitsklamotten gegen eine turbodusche eintauschen. danach meine bequemen lieblingsklamotten aus dem korb mit der gewaschenen wäsche fischen, mit dem dampfbügeleisen drüberrasen.
zack – den gürtel schließen – und fertig. fehlt noch etwas styling-gel für die haare und schon kann’s losgehen.

ich drücke den fahrstuhlknopf für das erdgeschoss, als mir das ticket einfällt, das seit wochen an der pinwand hängt. eine etage tiefer steige ich aus und renne die zwei treppen wieder hoch.

:: « immer am limit »

um 19 uhr ist einlass im pahlazzo und genau eine stunde früher komme ich am haus meiner freundin u. an. ich parke meinen neongelben kleinwagen auf dem grünstreifen. u. isst noch gemütlich die reste ihrer pizza, als ich an der tür klingle. wie es sich gehört, lässt sie sich nicht aus der ruhe bringen, während ich insgeheim doch wie auf kohlen sitze, denn wir müssen noch 60 km fahren. aber die konzerterfahrung bringt sie mit, also verlasse ich mich mal drauf. gegen zwanzig nach sechs sitzen wir dann im auto, ich rase mit 170 km/h über den highway und wir erreichen um kurz vor sieben uhr den zielort. pahlen nennt sich das hier, mitten in der provinz. vor dem pahlazzo schiebt sich eine ziemlich große menschenschlange vorwärts richtung eingang. wir suchen uns einen parkplatz und laufen die zwei straßen zurück, um uns einzureihen. die schlange führt um die ecke, vorbei an einer tankstelle. besonders schnell geht es nicht, aber die menge ist ausgelassen und fröhlich. noch hinter uns reihen sich zahlreiche andere konzertbesucher ein. unsere direkten hintermänner sind schon etwas lustig, sind die ganze zeit am quasseln und fühlen sich mit ihren 18 oder 19 jahren unheimlich erwachsen, als sie einander erklären, dass sie bestimmt die einzigen überachtzehnjährigen hier sind. wie auf kommando drehen u. und ich uns zu ihnen um, um diese infame unterstellung sofort richtig zu stellen. dass wir beide 28 sind, binden wir ihnen dann aber nicht auf die nase…

:: « passend gemacht »

um vielleicht ein paar erinnerungsphotos einzufangen haben wir eine einwegkamera mitgenommen, die u. in ihrer tausend-taschen-konzert-hose versteckt, falls wir am eingang kontrolliert werden. als die schlange um die ecke biegt, können wir bereits sehen, dass die leute abgetastet werden. schon verschwindet die kamera eine tasche tiefer und als wir dran sind und abgetastet werden, kommen wir unbehelligt hinein.

als unsere tickets entwertet sind, suchen wir nach der garderobe, laufen etwas planlos hin und her und können sie nicht finden. als wir jemanden fragen, der aussieht, als würde er sich auskennen, sagt er uns, wir müssten wieder zurück, durch die ticketkontrolle wieder raus, dann rechts und dort können wir unsere jacken abgeben… wir kommen uns unwissend und dumm vor, was sich jedoch ändert, als sich hinter uns eine schlange von leuten bildet, die ebenfalls wieder raus müssen, um zur garderobe zu gelangen. erleichtert, dass uns die ticketfritzen mit den entwerteten karten wieder reinlassen, hören wir bereits die letzten klänge der ersten vorband, inzwischen ist es wohl halb acht oder so.

Konzertticket

:: « du und ich »

wir betreten die konzerthalle, orientieren uns kurz und arbeiten uns weiter nach vorn durch, als auch schon die zweite vorband mit dem etwas seltsam klingenden namen EL*KE angekündigt wird. EL*KE besteht aus drei jungs, die ursprünglich aus der gegend, jetzt aber aus berlin kommen. sie sind laut und wild, aber schlecht klingt es nicht und schon bald haben sie die menge soweit gelockert, dass der typische norddeutsche seine steifheit vergisst und ordentlich abgeht.

:: « verschwende deine zeit »

unter diesem titel steht die ganze silbermond-tour. nachdem die vorbands ihre auftritte beendet haben, kann es endlich losgehen. in einer kleinen pause besorge ich etwas kaltes zu trinken, denn es ist sehr warm in der halle und wir sind uns sicher, dass es noch um einiges heißer werden würde.

es wird dunkel. die musik startet. ein spotlight bahnt sich an uns vorbei seinen weg durch die dunkelheit, und als unsere blicke ihm folgen, entdecken wir silbermond-sängerin stefanie, die rechts hinter uns über der bar auf einer plattform steht und den ersten song anstimmt, während die jungs auf der bühne langsam in blauem licht auftauchen. cool!

nach ihrem ersten song hoch oben über unseren köpfen begrüßt die charismatische zwanzigjährige ihre fans und kündigt ihren weg durch die menge bis zur bühne an. gesagt, getan und begleitet von bodyguards rennt sie mitten durch die fans bis zur bühne. die luft vibriert vor euphorie und als der nächste song ausbricht, gibt es für die ich-weiß-nicht-wievielen konzertbesucher kein halten mehr. jeder, der den text einigermaßen draufhat singt mit. erstaunlich, dass aus all den schiefen sangeskünsten in der masse dann alles so perfekt klingt! silbermond haben eine enorme energie und spielen, was das zeug hält. die lautstärke ist angenehm am limit und lässt sich grad noch ohne gehörschutz gut aushalten. bis auf wirklich wenige hartnäckige besucher (wie zum beispiel zwei etwas mürrisch dreinblickende mädels rechts vor uns) sind wirklich alle fans voll in ihrem element und zeitweise habe ich das gefühl, die menge würde zu einem einzigen vereinten fan verschmelzen! wahnsinnsgefühl. was gänsehautfeeling bedeutet, erfahre ich im wahrsten sinne des wortes, denn der sound lässt die feinen härchen auf meinen armen vibrieren, die musik fließt einfach durch uns hindurch. geil!

:: « a stückl heile welt »

song für song geht die konzerthalle total ab, wir singen, hüpfen, springen, lachen, schreien, tanzen und schwitzen und ich fühle mich saugut mitten drin. in einer kurzen pause hilft uns drummer andreas mit einem einfachen und witzigen spiel über die geographie der provinz den puls wieder etwas herunterzufahren. das gilt wohl nicht für ihn, denn er meint, er sei doch ganz schön nervös. die band hat jedoch eine so geile bühnenausstrahlung, dass man bei keinem von ihnen unangenehme nervosität spürt – sie sind einfach total gut drauf und haben eine unglaublich gewinnende art!

dann verabschieden sie sich irgendwann, das licht geht aus es wird still auf der bühne – aber nicht im publikum! alle klatschen, schreien „zugabe“ und nachdem die band das wohl eine weile genossen hat, gehen die spots wieder an, die e-gitarren und der drummer geben alles und die stimmung kocht über! natürlich war das noch nicht das ende, immerhin fehlen ja auch noch ein paar songs, unter anderem das flaggschiff symphonie. und so geht es weiter. stefanie lässt sich von der menge auf händen durch die halle tragen – ich hab sie angefasst! – es ist echt überwältigend! treffend bemerkt sie bei ihrer rückkehr auf der bühne, dass „ihr alle mindestens genauso sehr schwitzt wie ich“.

:: « symphonie »

irgendwann geht dann leider auch das schönste konzert zu ende. auch wenn ich persönlich schon meine arme deutlich spüren konnte, ich hatte so viel spass, dass es ruhig noch weiter hätte gehen können. glücklich und lachend lagen u. und ich uns in den armen, schlenderten noch einmal zur bar mit dem süßen barkeeper – ups, den hab ich noch gar nicht erwähnt – um unseren flüssigkeitshaushalt wieder etwas aufzufüllen. in aller kürze: der keeper war eine echte sahneschnitte!

überglücklich taumelten wir dann aus der halle, holten unsere jacken an der garderobe ab und liefen quasselnd und lachend die zwei straßen zu meinem wagen zurück. kurz entspannen, den puls wieder runterfahren und dann machten wir uns auf den heimweg – diesmal allerdings nicht mit 170 sachen.

es war mein erstes konzert und es war eine hammergeile symphonie! das hat total gerockt, dudes!

 

olé!

:: café au lait

heute früh konnte ich die augen wieder öffnen und die richtung meiner blicke selbst bestimmen. nur ein vernachlässigbar kleiner rest des gestrigen unwohlseins ist verblieben, so dass ich um neun uhr hochmotiviert mein bett verließ. nachdem ich die groben bartstoppeln aus meinem gesicht verbannt und eine wohltuend heiße dusche genossen habe, wagte ich ein kleines frühstück – nicht zuviel natürlich, damit sich der geplante brunch auch lohnte.
mit dem auto über die autobahn bis zum tierpark – ihr kennt den weg inzwischen. mit der u-bahn fuhr ich geradewegs bis zum borgweg, taperte wieder an die oberfläche und schlug die mir bekannte richtung zum café feelgood ein, das nicht weit von der u-bahn-station liegt. ich betrat das in blau- und orangetönen gehaltene lokal, verschaffte mir beim schließen der eingangstüre einen überblick über die gäste und wählte den gleichen tisch in der ecke, den ich schon letzte woche mit eli geteilt hatte. natürlich war er heute nicht hier, ist inzwischen sicher schon in einer anderen großen stadt in europa unterwegs. vielleicht lag es am wetter, dass heute wesentlich mehr tische zur auswahl standen und der geräuschpegel deutlich niedriger lag. aber das tat meinem restlichen schwindelgefühl ganz gut. ich stellte mir ein menü zusammen, bestehend aus brötchen, müsli, ei und fruchtsaft und genoss es in aller ruhe in angenehmer atmosphäre. nachschlag war jederzeit möglich und schon bereute ich das – wenn auch nur kleine – frühstück zu hause. egal. nebenbei packte ich meinen roman aus der tasche und fühlte mich sauwohl. den abschluss bildete über eine stunde später ein café au lait.

:: olé, olé olé olé!

als ich satt und zufrieden das café verließ regnete es. meinen schirm hatte ich aus purer bequemlichkeit im auto gelassen, aber mein cordhut verhinderte schlimmere feuchte unfröhlichkeiten und frohen mutes lief ich über die große kreuzung zurück zur u-bahnstation. um 14:30 uhr war ich im nächsten café verabredet, im café gnosa. die ankommende bahn war ziemlich voll, nur ein einzelner platz war noch frei. mir gegenüber saß ein junger paps mit seinem knirps auf dem schoß. der kleine war vielleicht zwei oder drei jahre alt – na eher drei. sein daddy zeigte ihm die vielen dinge, an denen wir auf dem weg zum hauptbahnhof vorbeifuhren. enten, einen teich, einen see und lauter so zeugs. jede station wurde nach einem gong von einer netten frauenstimme angekündigt, und als sie die haltestelle „st. pauli“ ankündigte, stimmte der kleine ein fröhliches „olé, olé olé olé!!“ an. der papa, stolz wie oscar, grinste bis über beide ohren und der halbe waggon applaudierte. erlebnis bahn!

:: oh là, là!

am hauptbahnhof angekommen, stieg ich die kaputte rolltreppe hinauf, wo schon die ruhigen klänge der bahnhofsmusik zu hören waren. natürlich regnete es noch immer, und nicht nur das, die intensität nahm noch zu. aber nach einem klasse frühstück kann mich ja nichts erschüttern. schnurstracks in die „lange reihe“, vorbei an etlichen regenbogenbeflaggten etablissements, vom schwulen- und lesbenfreundlichen restaurant über den imbiss an der ecke bis zum hotel und schließlich zu meinem lieblingscafé am ende. trotz des wetters saßen ein paar hartgesottene unter der markise im freien, und als ich durch die tür ging, war auch klar, wieso: es war unverschämt voll! in dem sehr schmalen gang hatte sich bereits eine warteschlange gebildet für die begehrten plätze im hauptraum am ende. das fand ich problematisch, denn dieses café war der treffpunkt für mein date. glücklicherweise war inmitten des trubels im eingangsbereich ein platz an einem zwei-personen-tisch frei. ich vergewisserte mich, dass er niemandem gehörte und ließ mich nieder. der typ mir gegenüber blätterte in einer zeitschrift, am nebentisch saßen vier boys, aufgeregt und fröhlich plappernd und zwei von ihnen händchen haltend. ich orderte einen cappucino, weil ich dem im gnosa einfach nicht widerstehen kann. ich zuppelte meinen roman aus der tasche und versuchte, in dem lärm zu lesen. hoffnungslos, also legte ich das buch beiseite. mein tischgegenüber zahlte und sofort fragte mich ein älterer hund mit herr – nein andersrum, ob der platz nun frei sei. ich bejahte und die beiden ließen sich nieder. der mann bestellte ein stück kirschkuchen und einen kräftigen schwarzen tee.

bald darauf und pünktlich wie die maurer kitzelte mein handy in der hosentasche. ich zahlte hektisch, packte meine sieben sachen und verließ das café, das für uns beide sowieso nicht genug platz bot. ich stellte mich in einen hauseingang, während es unablässig regnete, als ich tino entdeckte. oh là, là! ein wirklich süßer kerl! wir kannten uns nur aus wenigen gesprächen im chatroom und orientierten uns anhand der bilder im profil. aber wir erkannten uns (nicht im biblischen sinne natürlich) und entschieden, das gnosa später noch mal zu besuchen. wir liefen plappernd im regen nebeneinander her zum hauptbahnhof, eigentlich ohne genaues ziel, weil keiner von uns nun genau wusste, wo man bei diesem scheißwetter in hamburg hingehen kann. die „g-bar“ hatte noch geschlossen, nach imbiss an der ecke stand keinem von uns der sinn und so kamen wir unter dem schützenden dach des hauptbahnhofes an. zusammen gingen wir in einen buchladen und während tino nach einem fachbuch stöberte nutzte ich die gelegenheit, nach einem neuen roman zu suchen: „ein zuhause am ende der welt“ ist der titel des buches zum kürzlich verpassten film mit colin farrell. ich fand und zahlte und schon waren wir wieder raus. sonntags einkaufen ist toll! nach einer großen runde durch die großzügige ladenpassage des bahnhofes schlenderten wir immer noch plappernd zurück in die lange reihe.

es war nicht wesentlich leerer geworden, aber wie der zufall es wollte, wurden just in dem moment zwei plätze an einem vierertisch frei, die wir kurzerhand in beschlag nahmen. und so floß der nächste cappucino, während ich mehr von tino, dem soldaten, erfuhr.

bald darauf hieß es leider auch schon abschied nehmen, die zeit war wie im fluge vergangen. am bahnhof verabschiedeten wir uns mit einer umarmung, und während er sich auf den weg zu seiner kaserne machte stieg ich beschwingt und fröhlich mit dudelnder bahnhofsmusik wieder in den untergrund hinab.

inzwischen bin ich längst zuhause, werde mir gleich eine portion spaghetti machen und mit den videoaufzeichnungen des heutigen fernsehprogramms ein schönes halbes wochenende ausklingen lassen.

 

geschwindelt

:: alles dreht sich

erinnert ihr euch an dieses „ich-schlag-die-augen-auf-ding“, dass ich manchmal benutze um zu erklären, dass der letzte traum zuende gegangen ist? gut. es ist heute früh wieder passiert. unglücklicherweise hat meine routine, mir die bilder an meinen wänden anzusehen, ein eigenleben entwickelt und die wände um mich herum drehten sich so schnell, dass mir ganz übel wurde. ich machte die augen kurzerhand wieder zu, aber das war auch nicht besser, denn die dunkelheit drehte sich noch viel schneller… irgendwas stimmte ganz und gar nicht und ich war mir sicher, gestern nichts alkoholisches getrunken zu haben, denn diese vermutung liegt am nächsten. ich versuchte aufzustehen, schaffte es irgendwie und gelangte taumelnd ins bad. nach einem heftigen schweißausbruch und einem kaum zu zügelnden verlangen den thron zu umarmen entschied ich mich, doch am besten wieder ins bett zu fallen… das war ganz leicht: einfach umfallen.

gegen ein uhr mittags gingen meine augen wieder auf und vorsichtig testete ich meine schwindelfreiheit. anscheinend war es schon etwas besser geworden – was zweifellos vorteilhaft war, weil ich noch einige dinge aus dem supermarkt brauchte. es hat geklappt, auch wenn ich mich im laden echt beeilt habe, um schnell wieder in meine sicheren vier wände zu kommen. seitdem sitze ich auf der couch und habe mir die hochzeit von charles & camilla im ersten angesehen und salzstangen zu knabbern. für den royal glamour fiel ja leider meine samstagsserie aus, also was blieb mir anderes übrig?!

morgen steht ein weiterer sonntagsbrunch in hamburg an und so etwas wie ein kleines date am nachmittag. na mal sehen, was daraus wird. ich schleppe mich jetzt wieder auf meine blaue couch zurück und hoffe, dass ich morgen wieder fit bin.

tja, schönes wochenende.

 

Weltreise

:: 09:00
die sonne lacht erneut in mein schlafzimmer und macht das aufstehen auch an diesem sonntagmorgen zu einem angenehmen erlebnis. kräftig recken und strecken, strampelnd die bettdecke beiseite schieben und aus dem bett springen, dabei fast auf allen vieren landen, weil mein kreislauf anscheinend nicht ganz so schnell ist wie ich. der samstag hat mir so gut gefallen, dass ich in gedanken die fürs und widers eines erneuten ausfluges nach hamburg durchspiele, doch allen widers zum trotz beschließe ich es zu tun. in den u-bahnstationen hatte ich plakate zur ausstellung der „welt des tibetischen buddhismus“ entdeckt, und weil mich das thema sehr interessiert war dies eines meiner wichtigsten ziele des tages.

:: 09:30
ungewöhnlich schnell habe ich alle morgenaktivitäten erledigt und sitze in meinem sonnengelben auto. die erste etappe endet an der tankstelle. kurz vollgetankt und auf geht’s! herrlicher sonnenschein, im radio drehe ich ‚greendays’ ‚boulevard of broken dreams’ lauter und habe freie fahrt auf der autobahn, immer geradeaus…

:: 10:20
wie schon gestern um diese zeit erreiche ich den tierpark, und wie gestern um diese zeit ist hier der bär los. einen unterschied zu samstag gibt es jedoch: ich bekomme hier zum ersten mal keinen parkplatz. ich muss erst den halben zoo umfahren, bis ich eine winzige parklücke finde, die sonst niemand haben will, und meinen wagen hineinquetsche. weil ich nun ziemlich weit von der mir so gut bekannten u-bahnstation entfernt bin, frage ich die nächstbesten leute, die in ihrem vorgarten blumen pflanzen, wo die nächste station ist. ‚sind sie zu fuß??’ fragt der mann und erklärt mir den weg, den ich ja bereits kenne… an der nächsten bushaltestelle schaue ich auf den plan und freue mich, dass der nächste bus nicht nur in zwei minuten fährt, sondern dass der mich auch noch dorthin bringt, wo ich sonst mit der u-bahn hingefahren wäre. und so sehe ich von der gegend zum ersten mal wesentlich mehr als nur den untergrund. in einer straße wimmelt es nur so von hübschen jungs und ich schreibe mir einfach mal den straßennamen auf – nur so für alle fälle. ich fahre durch große und kleine straßen, vorbei an historischen gebäuden und solchen, die’s noch werden wollen. und all das unter strahlendem sonnenschein.

:: 10:50
insgesamt eine halbe stunde später laufe ich eine ziemlich große straße entlang, halte immer auf den von überall sichtbaren fernsehturm zu und finde mich um kurz nach elf mitten in der öffentlichen gartenanlage wieder, die sich ‚planten un blomen’ nennt. stein-, rosen-, englische und japanische gärten wirken zu dieser jahres- und tageszeit erfrischend jungfräulich. kinder hüpfen über steinplatten, die in einem flachen wasserbecken liegen, an dessen ende sie mit einem letzten sprung von ihren eltern wieder aufgefangen werden. die vielen knospenbehangenen bäume wirken noch seltsam bizarr, ganz ohne laub, vor dem blauen himmel und vor dem immer im hintergrund leuchtenden weißen fernsehturm.

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die sonne erwärmt die umgebende luft inzwischen spürbar und die grünen wiesen laden zu einem gemütlichen picknick unter freunden ein.

:: 12:05
das feelgood in hamburg ist ein nettes kleines café, bei schwulen sehr beliebt und sonntags ideal zum brunchen. für 8 euro 50 kann man sich an kaltem und warmem buffet bedienen.
in gesellschaft des jungen neuseeländers eli, der gerade auf städtereise durch europa ist, geniesse ich ein anregendes und interessantes sonntagsbrunch. viel zeit habe ich leider nicht mehr, denn zur eröffnung der schon benannten ausstellung muss ich um …

:: 13:00
… beim völkerkundemuseum in der rothenbaumchaussee sein, was ich auch gerade so schaffe. etwas abgehetzt erreiche ich eine gruppe von leuten, die alle die steinstufen zum museum hochsteigen. viele von ihnen haben eine einladung in der hand, sind bestimmt von einem buddhistischen zentrum hier in hamburg, während ich noch nicht einmal den eintrittspreis kenne. plötzlich stehe ich selbst mitten drin und hinter mir wird die tür geschlossen, als auch schon der museumsdirektor die eröffnungsrede hält. er macht das gut, erklärt, wozu die ausstellung da ist, wie lange wie viele leute an der umsetzung gearbeitet haben und was man sich dabei gedacht hat, woher die exponate kommen und so weiter. ein buddhistischer mönch erzählt noch ein bissel was und als eine frau doktor sonstwie mit ihrer vier-seiten-rede fertig ist, gibt es applaus… weil es nach einer stunde endlich losgeht. die türen zu den ausstellungsräumen werden geöffnet und als sich die menge etwas lichtet, entdecke ich auch die kasse. in diesem moment vibriert mein handy in der hosentasche und mit einer sehr guten freundin mache ich eine uhrzeit für ein treffen am abend aus. dann löse ich brav mein ticket und gehe in die ausstellung. ich hätte doch mein stativ für die kamera mitnehmen sollen, denn dort drinnen war es so schwach beleuchtet, dass wegen der langen belichtungszeit die meisten photos aus dem handgelenk alles andere als scharf geworden sind.

in der verwinkelten ausstellung halte ich mich eine stunde auf, ehe es mich wieder ans tageslicht zieht. ich setze mich auf die sonnenbeschienenen steinstufen vor dem museum und krame meine getränkeflasche aus meiner tasche. aaaah, das ist erfrischend!

:: 15:00
es ist warm, fast 20 grad im schatten. mein buch über buddhismus im gepäck, das ich mir von zu hause mitgenommen habe, schlendere ich durch die stadt, fahre mit der u-bahn eine station und steige wieder aus. es zieht mich wie schon gestern an die alster. heute bin ich anscheinend an einem anderen ufer unterwegs, denn der blick über das wasser unterscheidet sich von dem gestrigen. ich laufe eine ganze weile am wasser entlang und bin dabei nie allein. die promenade ist voll von menschen, von denen mindestens die hälfte ein eis in der hand hält und die andere hälfte an mir vorbeijoggt. ich entdecke die amerikanische botschaft und suche mir alsdann ein stilles plätzchen, wo ich mich setzen, meine füße ausruhen und ein wenig in meinem buch blättern kann. am fuße eines baumes lasse ich mich nieder und nur zwei ungeniert poppende bläßhühner lenken mich noch etwas ab…

:: 16:00

um das vorhin ausgemachte treffen am abend rechtzeitig einzuhalten entlaste ich meinen hintern eine stunde später von dem auf dauer unbequemen sitzplatz auf der baumwurzel, packe das buch zurück in meine tasche und mache mich auf die suche nach der nächsten u-bahnstation. wiederum laufe ich ein ganzes stück um die alster herum, halte die linse meiner kamera mal in diese mal in jene richtung und steige bald tief in den untergrund hinab, wo mich die nächste bahn zurück zum tierpark bringt. diesmal fährt mich kein bus zu meinem auto, aber auf die paar kilometer fußmarsch kommt es auch nicht mehr an.

:: 17:00
brav wartet mein kleines auto in der selben parklücke auf mich, in der ich es stunden zuvor vertrauensvoll zurückgelassen hatte. ich lasse mich in den bequemen autositz fallen, manövriere mich zurück auf die straße und komme eine knappe stunde später zu hause an.

:: 18:00
eigentlich wollte ich mich etwas frisch machen, stattdessen lande ich schnurstracks wieder im internet. und was nur ein kurzer blick werden sollte entwickelt sich schnell zu einem chat mit einem lieben freund aus berlin und zwei anderen junx, die ich erst kurz zuvor kennengelernt hatte. am ende drängt natürlich die zeit wieder, so dass ich mich beeilen muss, um pünktlich zu sein. ich beschließe den wagen stehenzulassen, ganz nach dem grundsatz ‚don’t drink and drive’, und im vergleich zu meinem tageslaufpensum ist es diesmal nur ein katzensprung und ich komme pünktlich um 19:00 uhr bei meinen freunden an. der abend ist wirklich schön, wir essen gemeinsam, plaudern und vergnügen uns mit einer modernen version von ‚trivial pursuit’. stünde nicht der arbeitsreiche montag vor der tür, wäre um mitternacht sicher noch nicht schluss gewesen mit einem wirklich tollen wochenende.

 

Jammerlappen

:: poisson sans boisson est poison

mit diesem merksatz, der übersetzt « fisch ohne getränk ist gift » heisst, hat unser französisch-lehrer uns die drei ähnlich klingenden vokabeln eingetrichtert. gestern habe ich im eigenen leibe erfahren, dass er unrecht hatte. zu den jubiläumsfeierlichkeiten eines arbeitskollegen wurde ein cocktail gereicht, der aus gewöhnlichem kümmel und einem appetitsilt besteht. appetitsilt? diese kleinen eingelegten fische aus der dose? man stelle sich also ein kurzes glas vor, gefüllt mit dem klaren kümmel, obenauf fettaugen, darin der fisch. das getränk schimpft sich jammerlappen und nun weiß ich auch wieso. es ist widerlich, wenn der fettige fisch am ende der zunge die kehle im kümmel hinabschwimmt. brrrrrrrrrrr

die party war dennoch sehr lustig. der von der belegschaft einstudierte song war zwar etwas holprig, aber das tat der stimmung nur gut. gegen halb vier heute früh wankte ich nach hause, um gegen neun wieder aufzustehen…

:: u-bahn-ersatzverkehr

mit einem alten wehrdienstkameraden war ich heute zum mittagessen in hamburg verabredet. um neun verließ ich erstaunlich munter mein sonnenbeschienenes bett und machte mir ein kleines frühstück. kurz ein paar klamotten unters bügeleisen geworfen, ab in die dusche und um zehn war ich abfahrbereit. über die bundesstraße und die autobahn bis direkt zur u-bahnstation am tierpark. heute früh war dort irre viel los, weil viele leute das traumhafte wetter für einen zoobesuch nutzten. glücklicherwiese fand ich den einzig freien parkplatz weit und breit, in den nur mein winzig kleines auto hineinpasste.

mit dem tagesticket für die hamburger bahnen fuhr ich dann ein paar stationen. schon im radio nach dem aufstehen hatte ich erfahren, dass vor meiner zielstation am gleis gebaut wird und ich daher zwei stationen vorher auf den bus umsteigen musste. die organisation kann ich nur loben, das klappte wie am schnürchen. information, wegweiser, timing, alles perfekt. so kam ich eine halbe stunde vor der vereinbarten zeit am treffpunkt an und lief deshalb ein wenig durch die gegend. als ich zur haltestelle zurückkam wartete mein guter freund christian bereits. quatschend und lachend liefen wir ein gutes stück, besuchten den stadtpark, in dem bäume und sträucher zahlreiche knospen bilden und wo ziemlich viele menschen einen spaziergang machten oder jogger an uns vorüberhechelten. vorbei am planetarium mit seinem eindrucksvollen gebäude, über eine ziemlich windige wiese bis zu einem kleinen badesee, wo wir uns etwas ausruhten. inzwischen war es halb eins und unsere mägen machten sich endlich bemerkbar, als wir ein chinarestaurant in der nähe ansteuerten.
der rest des tages war sehr gemütlich und beinhaltete eine kleine rundtour, die die landungsbrücken, die mönckebergstraße und das alsterufer einbezog. gegen acht uhr abends war ich dann wieder zu hause und konnte endlich meine schuhe ausziehen. meine armen füße mussten heute ziemlich leiden. aber das macht nichts, es war ein herrlicher tag.

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