Buch: Zwei Jungs im Sommer

Jay Bell erzählt die Geschichte von Benjamin „Ben“ Bentley. Ben ist ein schwuler Teenager. Er lebt bei seinen Eltern in Texas und besucht die Highschool. Dass er schwul ist, ist zu Hause kein Drama. In der Schule muss er sich die zu erwartenden Gemeinheiten seiner Mitschüler gefallen lassen. Zum Glück hat er Allison, seine beste Freundin.

Gut zu wissen:

Meine Punkteverteilung:

  • Autor: Jay Bell
  • Land: USA
  • Verlag: Bruno Gmünder
  • Seiten: 304
  • Erzählform: Er-Form
  • erschienen: 2014
  • ISBN: 9783867877756 (e-book: 9783867878036)
  • gelesen: 2016 (20.03. – 26.03.)
  • Einbandgestaltung: 5 von 5
  • Orthographie: 2 von 5
  • Ausdruck: 3 von 5
  • Unterhaltung: 5 von 5
  • Struktur: 5 von 5
  • Gesamtwertung: 4,1 von 5

Titel der Originalausgabe: Something Like Summer
Aus dem Amerikanischen von Peter Peschke

 

Worum geht’s?

Schon im ersten Kapitel erfahren wir von einem Jungen in Bens Nachbarschaft. Ben stalkt ihn heimlich, indem er sich so oft es geht dort aufhält, wo sein Schwarm regelmäßig joggen geht. Die Joggingschuhe sind blau, daher wissen wir, dass er auf dem Buchcover zu sehen ist.

Einige Zeit später fährt Ben ihn mit seinen Inline-Skates über den Haufen und Tim, wie sein Unfallopfer heißt, lässt sich von ihm nach Hause bringen. Ben darf für eine Weile seinen Pfleger spielen. Dabei kommen sich die Jungs näher.

Ab hier wird gespoilert!

Bis hierher ist die Geschichte nicht überraschender, als in den meisten schwulen Liebesromanen. Tim ist eigentlich hetero, fühlt sich aber sehr zu Ben hingezogen. Weil das keiner wissen darf, hält er an seiner Freundin fest, die ihn aber nicht wirklich ranlässt. Für Ben geht das in Ordnung, bis die beiden mitten in der Nacht bei einem Techtelmechtel auf einem Spielplatz von der Polizei „erwischt“ werden. Sie können fliehen, aber für Tim war diese Beinahe-Enthüllung zu viel und er lässt Ben aus Angst abblitzen. Ben ist tief verletzt und eine Klärung scheint unmöglich.

Zeitsprung. Nach seinem Highschool-Abschluss wechselt Ben nach Chicago aufs College. Glücklich ist er nicht, keine Liebschaft, die er eingeht, kann sich mit der Intensität messen, die er mit Tim empfunden hat. Bis er Jace kennenlernt. Der Flugbegleiter ist nur wenige Jahre älter als Ben. Bei ihm fühlt er sich zu Hause, sicher, geliebt und ohne sich verstecken zu müssen. Sie sind das perfekte Paar. Bis Ben die Uni wechselt und mit Allison eine WG zurück in Texas gründet. An der neuen Uni begegnet er Tim wieder. Erwartungsgemäß gerät alles aus den Fugen, denn die Gefühle zwischen den beiden sind kein bisschen kleiner geworden. Im Gegenteil, Tim ist inzwischen geoutet und setzt alles daran, ihre Geschichte fortzusetzen. Doch Ben liebt auch Jace und steckt wirklich in der Klemme. Er spricht mit Jace offen über Tim und es kommt, wie es kommen musste: Jace erwischt die beiden bei einem Kuss. Ben bricht die Affäre, die bis dahin keine war, sofort ab und entscheidet sich für Jace. Eine Freundschaft mit Tim aufrechtzuerhalten scheint unmöglich, denn nur Freundschaft ist es nicht, was die beiden füreinander empfinden. Jace ist bei allem Verständnis nicht bereit, Ben mit Tim zu teilen, auch eine Dreier-Beziehung kommt für ihn nicht in Frage. Alles zerbricht, als Tim eine abscheuliche List anwendet, um Jace und Ben auseinanderzubringen. Ben flüchtet sich zu Tim, er muss sich nicht mehr entscheiden. Als Ben dahinterkommt, was Tim getan hat, ist es aus zwischen ihnen. Jace verzeiht ihm und die beiden verbringen viele wunderschöne Jahre miteinander und heiraten später in Paris.

Doch das Glück zerbricht plötzlich, als Jace stirbt. Ben trauert volle zwei Jahre, sein Leben ist völlig aus den Fugen geraten und er wünscht sich nur noch, zu sterben, um wieder mit seinem Mann zusammen zu sein.

Schließlich gelingt es Allison, Ben wieder aufzubauen und den Kontakt zu Tim wiederherzustellen. Ihm soll es gelingen, das zerbrochene Herz von Ben wieder gesund zu pflegen.

Und wie war’s?

Ich bekomme schon feuchte Augen, wenn ich nur die Zusammenfassung schreibe. Dieses Buch hat mich viel tiefer berührt, als ich es erwartet hätte. Natürlich war mir klar, dass die Geschichte zwischen Ben und Tim nicht nach der Hälfte des Buches zuende sein kann, denn dann hätte das Cover sicher eine andere Abbildung erhalten. Und dennoch war ich gefesselt und begierig darauf, zu erfahren, was die perfekte Beziehung zu Jace wohl unweigerlich zerstören würde. Am Ende war ich unheimlich traurig und auch mein Herz fühlte sich gebrochen an, trotz des letztlich vorhandenen happy ends.

Noch ein paar Worte zur Wertung:

Die Cover-Abbildung hat mich dazu animiert, das Buch zu kaufen. Die Illustration stammt übrigens vom Ehemann des Autoren und zeigt eine der Szenen des Buches. Dank der blauen Schuhe ist Tim deutlich zu erkennen, während der andere natürlich Ben ist.

Der Orthographie sind leider nur zwei Punkte geblieben, weil mir auf 304 Seiten zehn Schreibfehler aufgefallen sind.

Dem Ausdruck habe ich zwei Punkte abgezogen, weil die Sprache sehr einfach und keine besondere schriftstellerische Leistung ist. Dem Unterhaltungswert schadet das nicht. Ich brannte darauf, das Buch weiterzulesen, wann immer ich es aus der Hand legen musste. Auf gut 300 Seiten hat mich der Autor nicht verloren, alles war gut nachvollziehbar. Daher auch kein Abzug an der Strukturwertung.

Die vier Punkte, die es insgesamt geworden sind, drücken gut aus, wie mir das Buch gefallen hat. Ich kann es uneingeschränkt zum Kauf empfehlen. Im Amerikanischen gibt es übrigens noch weitere Bände, die bisher offenbar aber nicht übersetzt worden sind.

08.09.2017: Oh mein Gott! Das Buch ist verfilmt!!! 

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