Wie durch ein Wunder

Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Verlages.

Gut zu wissen:

Meine Punkteverteilung:

  • Autor: Ben Sherwood
  • Land: USA
  • Verlag: Heyne
  • Seiten: 319
  • Erzählform: Er-Form
  • erschienen: 2004
  • ISBN: 9783453503854
  • gelesen: 22.11.2010 – 04.12.2010
  • Gestaltung: 4 von 5
  • Orthographie: 4 von 5
  • Ausdruck: 3 von 5
  • Unterhaltung: 4 von 5
  • Struktur: 4 von 5
  • ø Lesevergnügen: 3,8 von 5
  • Gesamtwertung: 4 von 5

Originaltitel: The death and life of Charlie St. Cloud
Originalverlag: Bantam Dell
Aus dem Amerikanischen von Birgit Moosmüller

 

Eigentlich dachte ich, ich lese „Wie durch ein Wunder“ als Lektüre für Zwischendurch, weil mich „Tintentod“ noch nicht so richtig gefesselt hatte. Natürlich habe ich als bekennender Efron-Fan das Buch wegen des Covers gekauft und auch weil mich der Klappentext nicht komplett abgeschreckt hat.

Für einen Lückenfüller ist die Geschichte zu umfangreich. Nicht besonders anspruchsvoll zwar, aber auch zu schade, um es einfach so wegzulesen. Wenn mich ein Buch fesselt, dann passe ich meine Lesegeschwindigkeit den Dialogen und der Stimmung an. Beides hat in diesem Fall ein gemächliches Tempo. Ben Sherwood legt Wert auf die Location und seine Eigenarten. Die Geschichte von Charlie St. Cloud spielt in einem Fischerort in den USA, und dort meistens auf dem Friedhof. Charlie ist Friedhofsgärtner, seit er seinen zwölfjährigen Bruder Sam nach einem schrecklichen Autounfall vor fünfzehn Jahren beerdigen musste. Während beide Brüder damals im Sterben lagen, versprachen sie sich gegenseitig, einander nie im Stich zu lassen. Doch nur Charlie hat den Unfall überlebt und widmet seitdem jeden Tag seines Lebens dem Versprechen, das er seinem Bruder gegeben hat. Dieses Versprechen zwischen Leben und Tod ist der Grund, weshalb Charlie den Geist seines jüngeren Bruders sehen und mit ihm sprechen kann. Anfangs hat man ihm Medikamente gegen seine Wahnvorstellungen gegeben und ihn erst in Ruhe gelassen, als er behauptete, die Visionen hätten aufgehört. Als Friedhofsgärtner hat er über die Jahre viele Beerdigungen miterlebt und viele Geister verstorbener Seelen getroffen. Aber nur sein Bruder ist in der sogenannten Zwischenwelt geblieben, denn auch er hält sein Versprechen. Gemeinsam spielen die beiden jeden Abend Baseball auf dem Friedhof. Sam fragt seinen Bruder über Mädchen aus, denn da er ja immer zwölf Jahre alt bleibt, ist er auf die Erfahrungen seines Bruders sehr neugierig.

Doch dann lernt Charlie die toughe Tess kennen, die eine Weltumsegelung plant und eines Tages auf dem Friedhof am Grab ihres Vaters steht. Sie ist ziemlich lädiert, weil sie bei einer Testfahrt mit ihrem Boot „Querencia“ in einen schlimmen Sturm geraten ist. Auch Tess fühlt sich in Gegenwart des jungen Friedhofsgärtners Charlie wohl und die beiden verlieben sich ineinander. Tags darauf ist der Fischerort in Aufruhr, weil Wrackteile der „Querencia“ angespült wurden und Tess vermisst wird…

Das Buch kümmert sich rührend um die Funktion der Tränendrüsen. Schon der Unfall der beiden Brüder am Anfang ging mir ziemlich ans Herz. Im weiteren Verlauf lernen wir Charlies Gefühlswelt kennen, die er sorgfältig hinter einem Schutzschild verbirgt. Nur Tess gelingt es, in seine Welt einzudringen und sein Versprechen ins Wanken zu bringen. Der Aufbau ist im Großen und Ganzen nachvollziehbar, für meinen Geschmack sind die meisten Kapitel mit teilweise nur drei Seiten zu kurz. Der Stil ist sehr einfach und leider auch sehr vorhersehbar. Der Autor gibt sich keine Mühe, Andeutungen zu verpacken, im Gegenteil, er winkt ständig mit Zaunpfählen, so dass man nur noch nachlesen muss, was man eigentlich schon weiß. Da hätte ich mir mehr Spielraum gewünscht.

Das Buch bekommt vier von fünf Punkten, weil es mich trotz der Vorhersehbarkeit berührt und unterhalten hat.

 

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