Kinderbuch: Snöfrid

Copyright: Arena Verlag GmbH

Gut zu wissen:

 

 
  • Autor: Andreas H. Schmachte  
  • Land: Deutschland
  • Sprache: Deutsch
  • Verlag: Arena Verlag GmbH
  • Seiten: 240
  • Erzählform: Er-Form
  • erschienen: 2016
  • ISBN: 9783401705811
  • gelesen: 2017
   

Ich bin ja gerade 40 geworden. Aber so richtig erwachsen bin ich wohl immer noch nicht. Sicheres Zeichen: Mein Freund schenkte mir ein Kinderbuch. Immerhin trägt eine der Figuren darin seinen Namen.

Worum geht’s?

Die Hauptfigur ist ein so genannter Snöfrid. Das ist ein Wesen, das wie die Kreuzung aus einem Hamster und einem Biber aussieht. Es gibt nicht sehr viele Snöfride, und deshalb ist „Snöfrid“ auch gleich sein Name. Er lebt allein in einer sehr kleinen Höhle im Wiesental. Er spricht nicht viel, pflegt keine sozialen Kontakte, hat am liebsten seine Ruhe und liebt Haferbrei.

Als er im Wald Brennholz sammelt, rettet er versehentlich ein Feenmännchen. Bald darauf findet sich Snöfrid in einem Abenteuer wieder, dass er nie im Leben erwartet hätte: Eine Prinzessin wurde entführt und aus unerfindlichen Gründen soll Snöfrid genau der Richtige sein, um sie zu retten. Also macht er sich auf einen langen und beschwerlichen Weg, begegnet Wurzelmännchen, großen Vögeln, einem Wiesel und einem dummen Troll und muss dafür immer weiter gen Norden. Am Ende erwartet ihn aber eine ziemliche Überraschung.

Und wie war’s?

 

Erstaunlich. Die Erzählstimme in meinem Kopf hatte die Stimmen von mehreren bekannten Hörspiel- und Synchronsprechern. Die Geschichte hat mich gut unterhalten. Sie erinnert ein bisschen an den kleinen Hobbit oder ähnliche Geschichten, in denen sich jemand auf eine lange Reise machen muss, um etwas sehr Wichtiges zu erledigen. Die Figuren sind interessant und lustig, von Snöfrid über Arp, Wurp und Herp, Teutwart und Frau Lundby bis zu Prinzessin Gunilla. Die Orte, an die wir Snöfrid begleiten, sind schön beschrieben; an manchen möchte man sich niederlassen und andere möchte man gern schnell hinter sich bringen.

Andreas H. Schmachtl schreibt sehr präzise, sprachlich sehr fein und überlässt für mein Gefühl nichts dem Zufall. Sein Erzählstil ist kindgerecht, aber nicht albern. Der Zielgruppe wird er sehr gerecht, indem er immer rechtzeitig Vergangenes wieder aufgreift, bevor wichtige Details wieder vergessen werden. Die 30 Kapitel sind gerade lang genug, um einen Reiseabschnitt ausführlich zu beschreiben, aber nicht so lang, dass sie den Umfang einer Gute-Nacht-Geschichte übersteigen. Wenn es angebracht ist, holt der Autor die Leser (oder Zuhörer) dort ab, wo er sie zurückgelassen hat („Wir waren gerade da und da, erinnert Ihr Euch?“). Auf jeden Fall kann man diese Geschichte sehr gut vorlesen.

Die schöne Geschichte illustriert der Autor selbst auf jeder Seite mit vielen liebevollen Zeichnungen, die immer zu der aktuellen Szene oder dem Abschnitt passen. Das ist toll, so kann man den kleinen Zuhörern immer auch ein paar niedliche optische Eindrücke mitgeben.

Ich habe ja leider keine eigenen Kinder und weiß nicht, in welchem Alter sie welche Auffassungsgabe haben. Als empfohlenes Alter schlägt der Verlag aber vier Jahre vor.

Zur Bewertung:

Dieses Buch habe ich nicht nach Punkten bewertet. Würde ich es tun, würde es fünf von fünf Punkten erhalten, weil ich wirklich rein gar nichts auszusetzen habe. Aber ich führe „Snöfrid“ als Kinderbuch doch lieber außer Konkurrenz.

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