Buch: Phillips Bilder

Jana Walther | Phillips Bilder
Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Verlages.

Gut zu wissen:

Meine Punkteverteilung:

  • Autor: Jana Walther (web)
  • Land: Deutschland
  • Verlag: dead soft verlag
  • Seiten: 156
  • Erzählform: Ich-Form
  • erschienen: 2013
  • ISBN: 9783944737027 (print)
  • ISBN: 9783944737034 (epub)
  • gelesen: 02.01.2014 – 04.01.2014
  • Einbandgestaltung: 3 von 5
  • Ausdruck: 5 von 5
  • Unterhaltung: 5 von 5
  • Struktur: 4 von 5
  • Gesamturteil: 4,6 von 5

Auch empfehlenswert:
Benjamins Gärten
Nur eine Frage der Liebe

Nachdem ich → Benjamins Gärten gelesen hatte, schrieb ich:

Ich find’s immer ein wenig schade, wenn eine gute Geschichte so schnell vorübergeht

Was ich vor zwei Jahren nicht wusste: Es gibt so etwas wie eine Fortsetzung, erschienen 2013 unter dem Titel „Phillips Bilder“.

Worum gehts?
In diesem Buch geht es gar nicht primär um Benjamin. Wie der Titel schon verrät geht es hauptsächlich um Phillip, einen jungen Fotografen. Benjamin ist mit David, dem Bruder von Phillips gutem Freund Moritz, zusammen. Die Geschichte beginnt vier Jahre nachdem wir Benjamins Gärten verlassen haben. Phillip hat seine Mutter verloren und lebt allein mit seinem Vater, der ebenfalls Fotograf ist und einen eigenen Laden hat. An einem Sommertag beschließt Phillip, nicht zu seinem Vater nach Hause zu fahren und geht zum Haus von Benjamin und David. Offenbar braucht er Zeit zum Nachdenken, muss die Weichen für seine Zukunft stellen, herausfinden, wer er ist und was er will. Die beiden Männer bieten ihm eine vorübergehende Bleibe. Weil es ein wirklich schöner Sommer ist, spielt sich die Geschichte fast ausschließlich im Freien ab, am Esstisch im Garten, auf der Wiese oder in der Hängematte. Dabei macht Phillip die Bekanntschaft von Seth, einem geheimnisvollen Jungen mit wilden Dreads. Er verliebt sich, aber Seth ist zugleich offen wie verschlossen. Auf einem Kurztrip nach Italien kommt es zu denkwürdigen Ereignissen.

Und wie wars?
Großartig! Phillips Bilder hat trotz des überschaubaren Umfangs eine sehr angenehme Erzähldichte. Tatsächlich gelingt es der Autorin, den in Benjamins Gärten zurückgelassenen Leser an die Hand zu nehmen und durch diese neue Geschichte zu führen. Wir lösen uns ein wenig von Benjamin, ohne ihn wirklich zu verlassen und widmen uns Phillip. Ähnlich wie sein Gastgeber vier Jahre zuvor sucht er nach Orientierung auf dem Weg erwachsen zu werden, versucht, den Tod seiner Mutter zu verarbeiten und sucht nach einem Weg, sich allmählich von seinem Vater zu lösen, ohne ihn im Stich zu lassen. Dabei lässt er sich treiben. Gemeinsam mit ihm genießt der Leser die Umgebung, ruhig, ursprünglich, man kann fast den Duft des Sommers erahnen. Dann begegnen wir Seth, einem Jungen, der so frei ist, dass er keine Sorgen zu haben scheint. Wir genießen die Verliebtheit, die Freiheit, aber Zweifel nagen an uns. Die Autorin schafft es erneut, die Gedanken des Protagonisten auf eine Weise offen zu legen, in der wir mit ihm mitfühlen können und dem nächsten Gedanken, dem nächsten Gefühl und der nächsten Entscheidung entgegenfiebern.

„Phillips Bilder“ ist ein sehr empfehlenswerter kurzer Roman, unterhaltsam, gefühlvoll und wunderbar atmosphärisch.

2 Antworten auf „Buch: Phillips Bilder“

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