Buch: Nur drei Worte

Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Verlages. Das Buch ist im Handel erhältlich.

Gut zu wissen:

Meine Punkteverteilung:

  • Autor: Becky Albertelli
  • Land: USA
  • Sprache: Deutsch
  • Verlag: Carlsen
  • Seiten: 320
  • Erzählform: Ich-Form
  • erschienen: 2016
  • ISBN: ebook 9783646928471
  • gelesen: 2017
  • Einbandgestaltung: 3 von 5
  • Orthographie: 5 von 5
  • Ausdruck: 5 von 5
  • Unterhaltung: 3 von 5
  • Struktur: 5 von 5
  • Gesamtwertung: 3,95 von 5

Aus dem Englischen von Ingo Herzke

Titel der Originalausgabe: Simon vs. the Homo sapiens Agenda
Erschienen 2015 bei Balzer + Bray

Worum geht’s?

Wenn man seine Mails an einem öffentlichen Computer abruft, sollte man sich hinterher sorgfältig wieder abmelden. Tut man das nicht, könnte jemand kompromittierendes Material finden und Dich erpressen…

Simon wird erpresst. Von Marty, seinem Mitschüler. Der hat Screenshots von Simons verliebtem Mailverkehr mit „Blue“ angefertigt. Und Blue ist offenbar ein Junge. Die Forderung ist eigentlich ganz harmlos: Simon soll ein bisschen kuppeln, damit Marty bei Abby landen kann. Im Gegenzug wird er die Screenshots für sich behalten.

Simon und Blue sind ungeoutet. Sie haben sich noch nie bewusst persönlich getroffen, wissen aber, dass sie auf die selbe Schule gehen. Sie sind verliebt in die Worte, die sie einander schreiben, und in die Person, die sie sich dahinter vorstellen.

Simon muss mit der Erpressung zurechtkommen, also mit der Gefahr, dass er und Blue unfreiwillig bloßgestellt werden. Er hat Angst, dass er Blue dadurch verlieren könnte. Verlustangst ist es auch, was die beiden Jungs davon abhält, sich ihre Identität zu offenbaren. Sie erkennen, dass sie sich in das Internet-Ich des jeweils anderen verliebt haben und befürchten, ein reales Treffen könnte alles verändern, alles zerstören.

Und wie war’s?

Die Geschichte in „Nur drei Worte“ habe ich als relativ unaufgeregt empfunden. Das ganz große Gefühl ist bis auf eine Ausnahme kurz vor Schluss ausgeblieben. Dass Simon erpresst wird, nervt ihn zwar ziemlich, aber aus der Fassung bringt ihn das eigentlich nicht. Er findet zwar, dass Marty ein Arschloch ist, aber seine Wut entlädt sich nicht. Alle Empfindungen bleiben meistens ziemlich seicht. Auch seine Freunde hätten etwas mehr Tiefe vertragen. Nick zum Beispiel, sein bester Freund seit sie vier waren, ist zwar immer dabei, aber die Verbindung zwischen den beiden ist auf freundschaftliche Weise distanziert. Ich unterstelle der Autorin, dass das Absicht war. Da Simon schwul ist und es seinem besten Freund noch nicht erzählt hat, ist ihm eine gewissen Distanz vielleicht angenehmer. Für mein Gefühl kam diese Freundschaft allerdings nicht richtig durch und Nick war nicht mehr, als eine unauffällige Randfigur. Das machte die Welt um Simon trotz all der Personen um ihn herum irgendwie einsam. Präsenter waren die Mädchen. Vor allem Leah und Abby und später auch seine Schwestern Nora und Alice. Und immer wieder Marty, der tollpatschige Junge, der partout nicht bei Abby landen kann.

Interessant war es zu lesen, wie Simon irgendwann wissen möchte, wer Blue ist. Nach und nach entdeckt er mögliche Kandidaten und sucht so angestrengt nach Hinweisen auf seinen Internet-Freund, dass er natürlich bei jedem welche findet. Bei manchen wünscht er sich, Blue gefunden zu haben, bei anderen hofft, dass er es nicht ist. Schließlich ist er sich ganz sicher – und liegt damit zu seinem Bedauern völlig daneben. Verrückt, denn der fälschlich Verdächtigte ist offenbar auch an Simon interessiert.

Am Ende kommt natürlich doch noch raus, in wen Simon sich da im Internet verliebt hat. Der Moment ist schön. Insgesamt rettet das die Geschichte etwas aus dem Mittelfeld.

Gelesen habe ich dieses Buch übrigens zweimal. Zuerst im englischen Original, wo das Buch etwas klobig „Simon vs. the Homo Sapiens Agenda“ heißt. Es ist bezeichnend – selbst für mich – dass ich mich nur wenige Wochen später an die Geschichte nicht erinnern konnte. Ich wusste nicht einmal mehr, wer Blue in Wirklichkeit ist. Ich schiebe das darauf, dass das Buch insgesamt recht wenig interessante Geschichte beinhaltet, an die man sich später noch erinnern könnte. Das ist etwas schade, denn eigentlich wollte ich das Buch richtig gut finden.

Kommen wir zur Bewertung. Die Gestaltung hat von mir zwei Punkte abgezogen bekommen. Das liegt zum Einen am Titel, der im Buch selbst nicht aufgegriffen wird und bei dem man nur vermuten kann, welche drei Worte gemeint sein könnten. Aber auch die Abbildung passt nicht zum Inhalt. Wir sehen offenbar den Sitz eines Kettenkarussells, in dem zwei Personen sitzen und – erkennbar an den Herzchen – vermutlich verliebt sind. Ein Kettenkarussell kommt in diesem Buch aber gar nicht vor.

Die Bewertung der Unterhaltung hat etwas gelitten. Aufgrund meiner vorangegangenen Worte ist das nicht verwunderlich. Für mich war zu wenig Geschichte in dieser Geschichte, um mich uneingeschränkt gut zu unterhalten.

 

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