Mit seinen Augen

Gut zu wissen:

Meine Punkteverteilung:

  • Autor: Jan Stressenreuter
  • Land: Deutschland
  • Verlag: Querverlag
  • Seiten: 322
  • Erzählform: Ich-Form
  • erschienen: 2008
  • ISBN: 9783896561510
  • gelesen: 18.08.2010 – abgebrochen
  • Einbandgestaltung: 4 von 5
  • Orthographie: 4 von 5
  • Ausdruck: 3 von 5
  • Unterhaltung: 2 von 5
  • Struktur: 1 von 5
  • Persönlicher Faktor: -1
  • Gesamtwertung: 1,5 von 5

Schade. Wieder einmal habe ich mich von einem gut aussehenden Burschen auf dem Cover verleiten lassen – und wieder einmal sind es diese gut aussehenden Cover, die mich dann doch komplett enttäuschen.

Die Geschichte ist mir zu „deutschmuffig“ – will sagen zu normal, zu uninteressant und obendrein ist mir der Stil zu unstet. Mal ist es eine ganz gewöhnliche scheiternde Beziehung zwischen zwei Mittvierzigern, von denen der eine (Manfred) sich einen blonden Zwanzigjährigen zum Vögeln angelt, während der Protagonist (Felix) in Köln seine verhasste Mutter zu Grabe trägt und zufällig entdeckt, dass sein lange verstorbener Vater (Herbert) schwul war. Er macht sich auf die Suche und findet den damaligen Liebhaber seines Vaters, der nur zwei Straßen von seinem und Manfreds Haus entfernt wohnt (deshalb kommt er auch dem blonden Schönling auf die Schliche). Der Liebhaber seines Vaters (Anton) ist inzwischen in den Siebzigern und wohnt mit einer Gruppe von Senioren zusammen, die von einem Sozialarbeiter (etwas hilflos, schulterlange Haare, VW-Bus) betreut werden. Der alte Anton scheint Felix einfach alles über seine Liebesbeziehung zu Herbert zu erzählen, bis in jedes Detail (JEDES Detail!). Etwas mehr als die Hälfte habe ich gelesen, bis die Senioren in den Supermarkt gefahren werden, wo die Geschichte aus den Fugen gerät und sich die Figuren – außer Rand und Band – benehmen wie kleine Kinder. Gespickt mit gezielten Produkt- und Markeninformationen hat sich mir dieses Kapitel nicht im Geringsten erschlossen.

Was erwarte ich zu verpassen? Wie die Beziehung zwischen Felix und Manfred zerbricht oder wie durch ein Wunder wieder alles ins Reine kommt. Zu erfahren, wie die Beziehung zwischen Anton und Herbert in den schwierigen 1950ern von Vornherein zum Scheitern verurteilt war und sich Manfred später das Leben nimmt. Wie Felix doch noch Verständnis für seine tote Mutter entwickelt, die ihn vor die Tür gesetzt hat, als er sich mit 18 Jahren geoutet hat. Langweiliger Quark, den ich schon besser gelesen habe.

 

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