Glennkill

Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Verlages.

Gut zu wissen:

Meine Punkteverteilung:

  • Autor: Leonie Swann
  • Land: Irland
  • Verlag: Goldmann
  • Seiten: 378
  • Erzählform: Er-Form
  • erschienen: 2005
  • ISBN: 9783442301294
  • gelesen: 16.10.2010 – 02.11.2010
  • Gestaltung: 4 von 5
  • Orthographie: 4 von 5
  • Ausdruck: 4 von 5
  • Unterhaltung: 3 von 5
  • Struktur: 2 von 5
  • Lesevergnügen: 3,3 von 5
  • Gesamtwertung: 3 von 5

Band 1: Glennkill
Band 2: Garou

 

Eine Schafherde findet frühmorgens ihren Schäfer tot auf der Weide. Gestorben ist er offensichtlich an einem Spaten, der ihm in der Brust steckt. Die Schafe machen es sich zur Aufgabe, den Mord an ihrem geschätzten Schäfer aufzuklären. Dabei geraten sie in gefährliche Situationen mit der Drogenmafia, belauschen aufschlussreiche Gespräche zwischen Gott und dem finsteren Metzger und kommen des Rätsels Lösung näher und näher. Und zwischendrin: Gewissenhaftes Grasen.

Glennkill ist ein Kriminalroman, der sich insbesondere dadurch auszeichnet, dass er aus der Sicht von ganz gewöhnlichen Schafen erzählt wird. Sie laufen also nicht auf zwei Beinen (die meisten jedenfalls), tragen keine Kleidung und können auch nicht mit Menschen oder anderen Tieren sprechen. Sie leben auf einer Weide in Irland und kennen sich mit wohlschmeckenden Gräsern und Kräutern aus. Jedes Schaf hat seine Geschichte, manche einfach und harmlos, andere aufregend und von weit her.

Streckenweise ist das Buch richtig lustig. Die unschuldigen Gedanken von Schafen machen Spaß, und der Wunsch, den Mörder ihres Schäfers zu entlarven ist ihnen fast so wichtig wie gutes Futter. Außerdem ist jeder verdächtig, den die Schafe nicht mögen. Also zum Beispiel der Metzger (der zuallererst!), der neue blauäugige Schäfer und Beth, die übelriechende Missionarin. Zeitweilig hatte ich keine Ahnung, wovon dieses oder jenes Schaf gerade sprach. Lyrische Anwandlungen aus der Sicht von Schafen in einem Krimi, das erschien mir zuweilen so unpassend, dass ich nicht folgen konnte. Das hat der Struktur der Geschichte eher geschadet als genützt und je nach Umfang den Unterhaltungswert gleich mit heruntergezogen. Dieser hat trotz des hohen Spaßfaktors auch bald nach Beginn darunter gelitten, dass die Autorin nur schleppend zur Sache kam, so dass ich das Buch mehrmals beiseitegelegt habe. Das setzte sich fort, bis die Geschichte an Fahrt gewann und ich wirklich wissen wollte, wie es weitergeht.

Das Buch ist alles in allem durchaus empfehlenswert. Der Leser muss sich jedoch auf eine längere Einführungsphase einstellen, die immerhin durch den einen oder anderen Lacher aufgelockert wird. Inzwischen ist die Fortsetzung mit dem Titel „Garou“ erschienen. Auch dieses Buch werde ich sicher lesen. Wenn auch nicht sofort.

 

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