Drachenläufer

Gut zu wissen:

Meine Punkteverteilung:

  • Autor: Khaled Hosseini
  • Land: Afghanistan
  • Verlag: Berliner Taschenbuch Verlag
  • Seiten: 385
  • Erzählform: Ich-Form
  • erschienen: 2003
  • ISBN: 9783833301490
  • gelesen: 02.07.2010 – 17.07.2010

 

  • Einbandgestaltung: 4 von 5
  • Orthographie: 5 von 5
  • Ausdruck: 5 von 5
  • Unterhaltung: 4 von 5
  • Struktur: 5 von 5
  • Lesevergnügen: 4 von 5
  • Gesamtwertung: 4,5 von 5

 

Drachenläufer ist ein Buch, das mir zeitweise sehr nahe ging. Es geht um einen afghanischen Jungen, Amir, der mit seinem Vater in Kabul in einem Haus lebt. Dann ist da Hassan, der Sohn des Dieners Ali. Er ist ungefähr so alt wie Amir und die beiden sind trotz ihres unterschiedlichen sozialen Status enge Freunde. Amir buhlt während seiner Kindheit um die Liebe seines Vaters und sieht sich zunehmend in Konkurrenz mit Hassan. Nach einem öffentlichen Wettkampf kommt es zu einem Zwischenfall, bei dem Amir große Schuld auf sich lädt. Und anstatt dafür einzustehen, versucht er die Angelegenheit zu vertuschen und sorgt dafür, dass Diener Ali und dessen Sohn Hassan entlassen werden. Das ist die Zeit, in der Afghanistan nach und nach vor die Hunde geht. Die Sowjets fallen ein und beherrschen das Land mit militärischer Härte. Amir und sein Vater flüchten nach Amerika, wo sie das wohlhabende Leben und den hohen Status gegen Sozialhilfe eintauschen müssen. Dann wird Afghanistan befreit und das Land und seine Bewohner gerettet… von den Taliban. Doch was als Befreiung daherkam, wandelte sich schnell in das Gegenteil. Die Taliban beherrschen das Land ihrerseits mit Härte, lassen ganze Städte verkommen, veranstalten öffentliche Hinrichtungen und beuten das Land aus. Kinder werden Waise und müssen in Heimen um jeden Brotkrumen und um ihr Leben fürchten.

Erst viele Jahre später bekommt Amir die Chance, die als Kind auf sich geladene Schuld zu begleichen. Und das ist alles andere als ein Spaziergang…

Khaled Hosseini erzählt eine ergreifende Geschichte über ein Land, das sich seit vielen Jahrzehnten in fremder Hand befindet. Die einst blühenden Städte sind durch Kriege und Diktaturen zerstört, jeder vermeintliche Retter entpuppt sich als neue Besatzungsmacht, die dem Land ihren eigenen Stempel aufdrückt. Wen wunderts da, dass der Zerstörung zweier Wolkenkratzer in New York gerade mal eine halbe Seite gewidmet ist…? Afghanistan sein altes Gesicht wiederzugeben erscheint hoffnungslos, und so sind seine Bewohner den Ränkespielen der Mächte ausgeliefert, die sich auf ihrem Boden austoben. Schonungslos schildert der Autor Amirs Erlebnisse, seine Kindheit, seine Flucht, seine Rückkehr, Hoffnungslosigkeit und Hoffnung im Wechsel. Ein wundervolles, sehr empfehlenswertes Buch!

 

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