Buch: Die Sturmkönige

Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Verlages
Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Verlages

Gut zu wissen:

Meine Punkteverteilung:

  • Autor: Kai Meyer
  • Verlag: Bastei Lübbe
  • Land: Alter Orient
  • Seiten: 431
  • Erzählform: Er-Form
  • erschienen: 2010
  • ISBN: 978-3-404-20845-6
  • gelesen: 20.04.2014 – 29.08.2014
  • Einbandgestaltung: 4 von 5
  • Orthographie: 5 von 5
  • Ausdruck: 5 von 5
  • Unterhaltung: 3 von 5
  • Struktur: 4 von 5
  • Gesamturteil: 3,9 von 5

Worum gehts?

Die Geschichte spielt im alten Orient, wo Tarik ein begnadeter Teppichreiter ist. Er lebt in einer der wenigen Städte, die von den Dschinnen noch nicht zerstört sind. Dschinne sind magische Wesen, grausam und menschenfeindlich. Dummerweise leben sie auch keinesfalls in Flaschen und erfüllen Wünsche.

Tarik macht die Begegnung von Sabatea, einer wunderschönen Frau. Sie muss unbedingt in die Hauptstadt Bagdad, koste es, was es wolle. Der Weg nach Bagdad führt weit durch gefährliches Dschinnland und Tarik begleitet sie. Unterwegs kämpfen sie tatsächlich mehrmals um ihr Leben, um schließlich doch noch von Dschinnen gefangen zu werden. Sabatea und Tarik geben dennoch nicht auf, selbst, als sie dem mächtigen Dschinnfürsten persönlich gegenüber stehen.

Im Grunde ganz klassisch haben wir es hier mit einer Road-Movie-Geschichte zu tun, wir sind also während der meisten Zeit auf der langen und gefährlichen Reise durch die Wüste nach Bagdad. Auf ihrem Weg knüpfen der draufgängerische Tarik und die geheimnisvolle Sabatea zarte Bande, die umso fester werden, je mehr Gefahren sie miteinander durchgestanden und je näher sie ihrem Ziel kommen.

Und wie war’s?

Dieses Buch habe ich über mehrere Monate gelesen, was allerdings eher einer schwachen Lesephase zuzuschreiben ist, als der Geschichte. Weil mir das Buch empfohlen wurde, habe ich mir den Klappentext nicht durchgelesen und wusste daher nicht, worum es gehen würde. Cover und Titel geben auch nicht unbedingt schlüssige Hinweise auf den Inhalt, und so ließ ich mich quasi mit verbundenen Augen auf „Die Sturmkönige“ ein.

Ich habe das Buch – wie gesagt in einem sehr langsamen und unterbrochenen Lesefluss – dreigeteilt wahrgenommen. Zu Beginn war ich noch gefesselt und fasziniert, von den Figuren, der Umgebung, den fliegenden Teppichen und die drohende Gefahr außerhalb der Stadtmauern. Wir lernen Tarik und seinen Bruder Junis kennen und begegnen Sabatea. Die Geschichte wird phantasievoller und ein bisschen weniger jugendfrei.

Dann beginnt die lange Reise. Unterwegs bin ich ein paar Male vom Teppich gesprungen, weil mich der Flug über die Wüste ermüdete. Später hab ich dann wieder zum Buch gegriffen und bin weiter mitgeflogen. Die Jugendfreiheit ist zurück, das Prickeln verschwunden und mit der Zeit gerät ein wenig Wüstensand zwischen die Seiten. Wir treffen auf fliegende Pferde, aber sie bleiben Randerscheinungen und fast ausschließlich unwichtig. Zu Dschinnen halten sich die beiden Hauptfiguren möglichst auf Abstand, können aber die eine oder andere kleine Scharmützel nicht verhindern.

Interessant wird es dann wieder, als sie in Gefangenschaft geraten und dem Dschinnfürsten Auge in Auge gegenüberstehen. Von ihm geht besonders gefährliche Magie aus, das spürt man beim Lesen deutlich. Das Dschinnnest ist beeindruckend und unglaublich tief. Hier kommt die Phantasie wieder deutlich zum Tragen und die Geschichte wird zum Ende hin spürbar lebendiger und vielfältiger.

Bei einem Road-Movie sollte ja der Weg das eigentliche Ziel sein. Leider war der Weg das einzige an der Geschichte, was mich über Strecken eher gelangweilt als unterhalten hat. Das kann daran liegen, dass im alten Orient die Städte wunderschön waren (zumindest stellen wir uns das so vor). Zwischen den Städten ist jedoch nur Sand. Als wir also die erste Stadt Samarkand verlassen mussten, hoffte ich nur, Bagdad alsbald zu erreichen, damit die Geschichte wieder schillernd und phantasievoll wird.

„Die Sturmkönige“ ist dennoch ein empfehlenswerter Roman, der den Auftakt zu einer Trilogie bildet. Die beiden Fortsetzungen werde ich ebenfalls lesen, wenn auch nicht gleich im Anschluss.

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