Der Schatten des Windes

Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Verlages.

Gut zu wissen:

Meine Punkteverteilung:

  • Originaltitel: La sombra del viento
  • Autor: Carlos Ruiz Zafón
  • Aus dem Spanischen von Peter Schwaar
  • Land: Spanien
  • Verlag: Suhrkamp
  • Originalverlag: Editorial Planeta, Barcelona
  • Seiten: 563
  • Erzählform:
  • erschienen: 2001
  • ISBN: 9783518458000
  • gelesen: 02.09.2009 – 19.09.2009

 

  • Einbandgestaltung: 5 von 5
  • Orthographie: 5 von 5
  • Ausdruck: 5 von 5
  • Unterhaltung: 5 von 5
  • Struktur: 3 von 5
  • Lesevergnügen: 5 von 5
  • Gesamtwertung: 4,8 von 5

 

Der junge Barcelonese Daniel wird Mitte des 20. Jahrhunderts von seinem Vater an einen sonderbaren Ort geführt. Der Friedhof der vergessenen Bücher ist eine Bibliothek, die Exemplare längst nicht mehr verlegter, längst vergessener Bücher beheimatet. Dem Reglement folgend darf Daniel von all den Büchern eines behalten, um es vor der Vergessenheit zu beschützen. Der Roman des scheinbar unbedeutenden Autors Julián Carax lässt den Jungen nicht mehr los. Bei der Suche nach weiteren seiner Werke lüftet er nach und nach die Geheimnisse, die sich um den Schriftsteller ranken. Dabei tritt er unabsichtlich auf fremde Füße und alsbald sieht sich Daniel im Fadenkreuz derer, die die Geheimnisse zwischen den Buchdeckeln lieber den Flammen anvertrauen und derer, die sich seiner unaufhaltsamen Neugier bedienen wollen…

‚Der Schatten des Windes‘ überrascht mit einer wahren Flut von Themen und Perspektiven. Protagonist Daniel Sempere führt den Leser durch eine Odyssee auf der Suche nach der Wahrheit, die Entdeckung der Liebe, die Flucht vor Konventionen und Macht in den falschen Händen.

Diesem langen Weg Tribut zollend bedient sich Carlos Ruiz Zafón einer ausgefeilten Sprache in teils nicht enden wollenden Sätzen. Ein ums andere Mal musste ich einen solcher Sätze ein zweites Mal lesen, um ihn vollends erfassen zu können. (Dabei sowohl sprachlich als auch grammatisch fehlerfrei zu bleiben ist – wie ich finde – bemerkenswert und zeugt von der Kompetenz des Autors, des Übersetzers (Peter Schwaar) und des Verlages.)

Geschickt spickt Zafón den roten Faden mit Figuren verschiedenster Kuleur, mithilfe derer es gelingt, die vertrackte Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Das ist einerseits sehr hilfreich, deckt es doch das eine oder andere verborgene Detail auf und knüpft nachvollziehbare Verbindungen zwischen den Ereignissen. Auf der anderen Seite ist es der Kontinuität nicht unbedingt zuträglich, zumal es zwischen den Kapiteln durchaus beachtenswerte Zeitunterschiede bei gleichzeitig nicht zu übersehenden Parallelen gibt. Ungefähr nach der Hälfte der Lektüre wünschte ich mir, ich hätte meinem Gedächtnis mit der einen oder anderen Notiz unter die Arme gegriffen…

Mangels solcher Notizen würde ich dieses empfehlenswerte Buch nun, nachdem ich alle Ereignisse mit großer Neugier verfolgt habe und alle Rätsel mit Erfolg aufgedeckt worden sind, am liebsten gleich ein zweites Mal lesen, um die Geschichte zu verdichten.

 

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