Der Medicus

Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Verlages.

Gut zu wissen:

Meine Punkteverteilung:

  • Autor: Noah Gordon
  • Land: England, Persien
  • Verlag: Goldmann
  • Seiten: 691
  • Erzählform: Er-Form
  • erschienen: 1986
  • ISBN: 9783442437689
  • gelesen: 2011 (01.01. – 30.01.)
  • Gestaltung: 5 von 5
  • Orthographie: 4 von 5
  • Ausdruck: 5 von 5
  • Unterhaltung: 5 von 5
  • Struktur: 5 von 5
  • ø Lesevergnügen: 4 von 5
  • Gesamtwertung: 4,9 von 5

 

Originaltitel: The Physician
Originalverlag: Simon & Schuster, New York
Aus dem Amerikanischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann

 

Robert J. Cole ist neun Jahre alt, als er seine Eltern im London des frühen 11. Jahrhunderts verliert. Er muss bei einem Bader in die Lehre gehen, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dabei lernt er über mehrere Jahre wertvolle medizinische Grundkenntnisse und beschließt, ein echter Medicus zu werden, um auch die richtig schweren Krankheiten behandeln zu können. Rob nimmt für sein ehrgeiziges Ziel eine weite Reise nach Persien auf sich, um an der Akademie des berühmten Arztes Ibn Sina ausgebildet zu werden. Die religiösen Unterschiede machen es dem christlich erzogenen Engländer nicht leicht. Doch es gelingt ihm, sein Leben in Persien einzurichten und Freunde zu finden. Dabei gerät er unabsichtlich in die Ränkespiele eines kriegs- und vergnügungshungrigen Machthabers, der seine eigenen Pläne mit Rob und seinen Freunden hat.

Noah Gordon ist es mit dem Medicus gelungen, eine Geschichte über die wundervolle Reise eines Londoner Jungen zu schreiben. Die Geschichte beginnt schmutzig und ungemütlich, während sie sich schnell der Familie und der Vergangenheit des noch jungen Rob Cole entledigt. Es bleibt weder für den Protagonisten noch für den Leser die Zeit, sich in der Geschichte häuslich einzurichten, denn fortan schickt der Autor beide auf Reisen. Dabei wird insbesondere in den ersten Abschnitten ganz deutlich, dass der Weg ein Teil des Ziels ist. Wir lernen verschiedene Menschen kennen, begegnen Gefahren in fremden Ländern und Verständnis für andere Kulturen. Wir erfahren, wie sich Rob anpassen muss, um sein Ziel zu erreichen, und dabei doch stets versucht, sich selbst treu zu bleiben. Während der langen, zwei Jahre dauernden Reise von England nach Persien bleibt die Geschichte interessant, während am Horizont die Erwartung leuchtet.

Die Zeit in Persien beginnt mit einer Orientierungsphase, in der sich Rob wie auch der Leser mit dem fremden Land und seinen Eigenarten vertraut macht. In einer Kultur, die so anders ist als die eigene, fällt es schwer, gut und böse mit dem gleichen Instinkt zu unterscheiden, wie zu Hause. Das Ziel der Hauptfigur, ein guter Medicus zu werden, beherrscht seinen Aufenthalt und sein Handeln und bildet einen deutlichen roten Faden von Anfang bis Ende. Der Schreibstil ist angenehm unaufgeregt, meistens direkt und unverblümt, so dass sich eine gewisse Intimität zwischen dem Leser und den Figuren entwickelt. Die Art und Weise, wie Rob mit Menschen umgeht, habe ich als sehr angenehm empfunden. Seine Freunde wachsen einem richtig ans Herz und jeder Schicksalsschlag, jeder Erfolg und jede unheilvolle Wendung haben mich tief berührt.

Als wir Persien und seine Bewohner am Ende verlassen und wieder Fuß auf britischen Boden setzen, fehlt mir das Leuchten der Stadt Isfahan und des ganzen Landes. London selbst empfängt Rob und den Leser kühl, regnerisch, schmutzig und grau. Die Ärzte dort lernen nicht voneinander und haben nichts als den eigenen Profit im Sinn. Erneut wird man einem Kulturschock ausgeliefert, diesmal jedoch dem seiner eigenen Kultur.

Der Medicus ist ein sehr empfehlenswertes Buch, vor dessen Umfang man keinesfalls zurückschrecken sollte. Man lernt viel über Kulturen und Religion, ihre Hintergründe, Unterschiede aber auch über ihre Gemeinsamkeiten. Ganz sicher werde ich dieses Buch noch mehrere Male lesen.

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Kapitelzusammenfassung:

:: Abschnitt I – ‚Der Gehilfe des Baders‘ (Seiten 15 – 192)

Es ist das Jahr 1021, als der neunjährige Rob in London seine Mutter verliert. Sie lässt ihn mit seinen jüngeren Geschwistern und seinem Vater zurück. Als auch sein Vater stirbt, werden die Geschwister auseinander gerissen und von verschiedenen Leuten aufgenommen. Rob bleibt zunächst allein in seinem Elternhaus zurück, bis ihn ein Bader als Lehrling auf Probe aufnimmt. Gemeinsam reisen sie durch England, führen Kunststücke in allen möglichen kleinen und großen Ortschaften auf und verkaufen des Baders Spezialmedizin. Rob lernt in dieser Zeit zu reisen, zu jonglieren, zu zaubern und Kranke zu heilen. Der Bader ist streng, aber gerecht, und als Rob die Probezeit überstanden hat, gehören die beiden längst zusammen wie Pech und Schwefel. Er wächst während der Reisen bei seinem Mentor auf und wird gegen Ende des ersten Abschnittes zu einem großen, strammen Burschen. Er lernt den Reiz einer guten Prügelei kennen, ebenso den des Alkohols und der Frauen. Der Bader muss ihn schließlich zügeln, ehe Sturm und Drang ihn völlig aus der Bahn werfen. Von seinem Lehrlings- und später Partnergehalt leistet sich Rob ein maßgeschmiedetes Schwert. Als der erste Abschnitt des Buches endet, endet damit gleichzeitig Robs bis dahin wichtigster Lebensabschnitt.

:: Abschnitt II – ‚Die lange Reise‘ (Seiten 194 – 286)

Rob belastet die Erkenntnis, dass er mit den medizinischen Kenntnissen eines Baders nicht all jene Krankheiten heilen kann, die ihm begegnen. Und so wird der Wunsch stärker, ein richtiger Medicus zu werden. Er weiß, dass nirgendwo bessere Medici ausgebildet werden, als in Persien. Und so beschließt der junge Mann, eine lange und beschwerliche, aber sehr interessante Reise nach Isfahan anzutreten, eine strahlende Stadt, die im heutigen Iran liegt. Und so lässt er London und sein Heimatland hinter sich.

Auf seinem Weg begegnen ihm viele Menschen. Er macht sich gefährliche Feinde und schließt neue, vielversprechende Freundschaften. Zum Schutz vor Angriffen von Wegelagerern schließt er sich einer großen Karawane an. Er lernt eine hinreißende, rothaarige Europäerin namens Mary kennen, deren Vater ihn mit Abscheu betrachtet, weil sich Rob während der Reise mit Juden einlässt. Die Gruppe jüdischer Mitreisender unterweist ihn in der persischen Sprache und er erlernt ihre Gewohnheiten, denn in Persien werden Christen nicht zum Medicus ausgebildet.

:: Abschnitt III – ‚Isfahan‘ (Seiten 289 – 344)

Und so verwandelt sich der christliche Engländer Robert Jeremy Cole in Jesse ben Benjamin, einen bärtigen, etwas unbeholfenen Juden. Anfänglich hat er seinem Glauben gegenüber ein sehr schlechtes Gewissen und er fühlt sich, als würde er Christus verraten. Mit der Zeit gewinnt die Einsicht, dass die Scharade einem guten Zweck dient, die Oberhand und seine Zweifel plagen ihn nicht mehr so sehr.

Nach der beschwerlichen, mehr als zwei Jahre dauernden Reise erreicht Rob Isfahan. Die Stadt erscheint dem jungen Bader strahlend und lebhaft. Mit dem kleinen Vermögen, das er sich mit seinem Beruf angesammelt hat, will er sich ein kleines Haus kaufen und endlich mit seinem Studium der Medizin beginnen. Zunächst muss er dafür mit Ibn Sina sprechen, dem Obersten Arzt der Ärzte. Die Bürokratie macht ihm jedoch schnell einen Strich durch die Rechnung, ihm wird eine Audienz versagt. Doch nach den durchlittenen Strapazen, um nach Isfahan zu kommen, will Jesse ben Benjamin nicht aufgeben. Aber sein Widerstand wird ihm zum Verhängnis, denn ehe er sichs versieht, wird er von Soldaten schlimm zugerichtet und im Gefängnis 24 Stunden lang gefoltert. Schwer verletzt und mittellos, weil man ihm seinen Besitz gestohlen hat, lässt man ihn nach seiner Bestrafung frei. Er erfährt von einer ‚Audienz für Jedermann‘ beim Statthalter, dem Schah. Da er nichts mehr zu verlieren hat, beschließt er, sein Anliegen dort vorzutragen, um sein Ziel schließlich doch noch zu erreichen. Dabei gelingt es ihm in eindrucksvoller Weise, den Statthalter mit Demut und Klugheit zu beeindrucken. Und so wird dem gerade noch Gefangenen und Gefolterten eine hohe Ehre, ein eigenes Haus und neues Startkapital zuteil.

:: Abschnitt IV – ‚Der Maristan‘ (Seiten 347 – 471)

Rob wird an der Akademie von Isfahan als Student der Medizin aufgenommen. Seine Mitstudenten betrachten den jüdischen Bader aus Europa mit unverhohlener Geringschätzung, und auch bei seinen Dozenten hat er einen schweren Stand. Als seine besondere medizinische Begabung zum Vorschein kommt, wird aus Abneigung allmählich Anerkennung und Bewunderung. Selbst der Oberste Arzt der Ärzte, Ibn Sina, wird auf ihn aufmerksam. Rob lernt, Krankheiten zu behandeln, vor denen er früher kapitulieren musste.

Als in Persien der schwarze Tod ausbricht, entsendet Isfahan ausgewählte Medizinstudenten, um die Kranken zu behandeln und die Pest zu erforschen. Jesse ben Benjamin ist einer der Erwählten, die sich der Herausforderung stellen müssen. Als sie die Pest erreichen, sind von den entsandten Studenten nur noch drei übrig. Außer Rob, dem Läufer Karim und dem Juden Hidrim haben alle anderen unterwegs die Flucht ergriffen.

Nachdem der schwarze Tod zurückgedrängt wurde, kehren die drei nach Isfahan zurück. Sie sind fortan unzertrennliche Freunde. Jesse ben Benjamin wird vom Statthalter eingeladen und mit der Zeit vertraut sich der Schah dem angehenden Mediziner an – gleichzeitig verlangt er von ihm ewige Treue. Karim ist Student im bereits siebten Jahr und steht vor seiner Abschlussprüfung. Da es nicht seine erste ist, versuchen seine Freunde, ihn nach Kräften zu unterstützen, damit diesmal aus dem Studenten endlich ein Medicus wird.

Rob erfährt unterdessen von zwei christlichen Europäern, einem alten Mann und einer jungen rothaarigen Frau, die sich in einem wenige Tagesreisen entfernten Ort aufhalten. Man erzählt ihm, der Mann sei schwer erkrankt, möglicherweise an der Pest. Rob, der immer noch in die schöne Mary verliebt ist, macht sich heimlich auf den Weg. Er findet Mary und ihren Vater, der zwar nicht an der Pest, aber an der Seitenkrankheit stirbt, die heute als Blinddarmentzündung bekannt ist. Er nimmt Mary als seine Frau mit nach Isfahan, wo sie wegen ihrer auffälligen Haarfarbe und der fehlenden Verschleierung allerorts als Europäerin erkannt und von den islamischen Stadtbewohnern gemieden wird.

Zu guter Letzt nehmen wir in diesem Abschnitt an einem Wettlauf teil, der am Ende des Fastenmonats Ramadān veranstaltet wird. Karim, der frischgebackene Medicus, hat ein intensives persönliches Interesse daran, bei diesem 12-stündigen Rennen wenigstens Zweiter zu werden.

:: Abschnitt V – ‚Der Feldscher‘ (Seiten 475 – 541)

Bald muss auch Rob feststellen, dass nicht nur seine rothaarige Frau den Unmut des jüdischen Viertels in Isfahan auf sich zieht. Er selbst bemerkt eine zunehmende Zurückhaltung, ja Feindseligkeit, die ihm von vormals freundlichen und entgegenkommenden Menschen entgegen schlägt. Selbst einer seiner besten Freunde, der Jude Hirdim, scheint sich von ihm abzuwenden. Die Heirat mit einer Andersgläubigen nimmt man ihm allgemein sehr übel. Der Verlust seines Freundes macht Rob so sehr zu schaffen, dass er seine jüdische Tarnung gegenüber Hirdim aufgibt. Durch diesen Vertrauensbeweis gelingt es ihm, die verletzte Freundschaft zu heilen, und mehr noch, Hirdims Frau freundet sich mit Mary an.

Nachdem Karim im letzten Abschnitt seine Prüfung zum Medicus abgelegt hat, arbeitet er fast nur noch bei Hofe und hat kaum mehr Gelegenheit, seiner Berufung im Krankenhaus nachzukommen. Er ist der enge Berater und Vertraute des Schahs, der dadurch seinen bisherigen Großwesir vor den Kopf stößt. Jetzt sollen überraschend auch Jesse ben Benjamin und Hirdim ihre Prüfungen ablegen. Ibn Sina will damit einen hochnäsigen Konkurrenten beeindrucken und wird von seinen jungen Prüflingen nicht enttäuscht. Endlich ist Rob am Ziel und darf sich mit seinen knapp fünfundzwanzig Jahren mit dem persischen Titel Hakim schmücken. Mary hofft derweil auf eine baldige Rückkehr in ihre westeuropäische Heimat. Doch es kommt anders. Der trunksüchtige Schah ist in Kriegslaune und verpflichtet Rob, Hirdim und Karim zur Teilnahme an einem großangelegten Feldzug gegen Indien. Der Feldzug verläuft für den Schah so berauschend erfolgreich, dass er nicht einmal ein Wort der Trauer erübrigt, als Hirdim im Gefecht schwer verwundet wird und trotz der händeringenden Anstrengungen seiner beiden Freunde Rob und Karim stirbt.

:: Abschnitt VI – ‚Hakim‘ (Seiten 545 – 631)

Rob und Mary erfreuen sich an ihrem ersten Sohn Robert James. Als der nächste Ramadān zuende geht, findet in Isfahan erneut ein Wettrennen statt, an dem Karim jedoch nicht teilnimmt. Gemeinsam mit dem Schah beglückwünscht er den Sieger, der dem furiosen Finale aus dem Vorjahr jedoch nicht gefährlich werden konnte. Der Schah entdeckt die exotische Mary in der Menge der Zuschauer. Als der Schah Jesse ben Benjamin ein neues, großes Haus und viel Geld zum Geschenk machen will, lehnt dieser ab. Er will sich dem Schah nicht noch weiter verpflichten. Der mächtige Statthalter gibt Rob zu verstehen, dass er in einem prächtigen Haus zu einer Feier zu seinen Ehren und in Robs persönlichen Harem eingeladen werden will, und dass seine bisherige Unterkunft diesem Anspruch nicht gerecht wird. Doch Rob lehnt das „Geschenk“ weiterhin ab, denn weder hat er Interesse daran, sich zu Gunsten des Schahs einen Harem zuzulegen, noch ist er bereit, dem Schah seine Frau als Spielzeug zu überlassen. Ibn Sina erfährt, dass Rob dem mächtigsten Mann Persiens eine Abfuhr erteilt hat und erkennt, in welcher Gefahr sein Schützling schwebt. Durch eine List bringt er den Medicus dazu, Isfahan für ein paar Tage zu verlassen und überzeugt Mary davon, dass sie ihrem Mann nur das Leben retten kann, wenn sie sich dem Schah hingibt. Unterdessen wird Karim durch Nachforschungen des amtierenden Großwesirs dabei erwischt, wie er mit der zweiten Frau Ibn Sinas Ehebruch begeht. Beide werden zum Tode verurteilt und bereits am nächsten Tag öffentlich hingerichtet. Ibn Sina, der Oberste Arzt aller Ärzte, ist schwer getroffen und zieht sich in Trauer zurück, während die Mullahs schärfer denn je über Isfahan wachen und jeden Verstoß gegen die religiösen Regeln hart bestrafen, was dem bunten Treiben in der Stadt ein jähes Ende setzt. Bei seinem Kampf gegen die Leiden der Menschen setzt sich Rob über eines der wichtigsten religiösen Verbote hinweg: Er seziert heimlich einen Leichnam, um mehr über die Seitenkrankheit zu erfahren, der während seiner medizinischen Laufbahn schon viele seiner Patienten zum Opfer gefallen sind. Er macht erstaunliche Entdeckungen im Inneren des menschlichen Körpers und muss sorgsam aufpassen, nicht erwischt zu werden, denn sonst droht ihm selbst der Tod.

Als der Schah eine neue, gewaltige Streitmacht gegen einen mächtigen Sultan aufstellt, schließt sich ein kranker Ibn Sina dem Heer an, um eine letzte Schlacht zu schlagen, während Mary einen weiteren Sohn zur Welt bringt. Rob erfährt, dass es der Sohn des Schahs ist und Mary macht ihm Vorwürfe, weil sie immer noch in Persien sind, statt nach Europa zurückzukehren.

Nachdem Ibn Sina auf dem Weg in die Schlacht an seiner Krankheit verstirbt und Isfahan dem Sultan in die Hände fällt, fliehen Rob und seine Familie aus der brennenden Stadt, um sich auf den Weg in ihre Heimat zu machen.

:: Abschnitt VII – ‚Die Heimkehrer‘ (Seiten 635 – 691)

Die Familie erreicht London im Winter des Jahres 1043. Die Stadt hat sich verändert, seit Rob sie vor Jahren verlassen hatte. Er ist inzwischen 31 Jahre alt und hofft, in seiner Heimatstadt die Heilkunst ausüben und gemeinsam mit den anderen Ärzten verbessern zu können. Mary hingegen hat ein ungutes Gefühl in der kalten, übelriechenden Stadt. Schon bald erscheint ein ansässiger Medicus an der Tür ihrer kleinen Wohnung und gibt Rob zu verstehen, dass es in seiner Straße keinen Platz für einen weiteren Arzt gebe. Rob sieht sich mit Anfeindungen konfrontiert, die der Angst um Einbußen beim Honorar entspringen. Als auf offener Straße ein Jude von zwei Hafenarbeitern grundlos zusammengeschlagen wird, geht Rob dazwischen, was ihm wiederum Feinde einbringt. Zudem wird er von einem Mann erkannt, der in Isfahan als reisender Händler sein Gast gewesen war. Er schickt seine Frau Mary und ihre beiden Söhne nach Schottland voraus, mit dem Ziel ihnen beizeiten zu folgen. Um sein Wissen mit anderen Medizinern zu teilen, nimmt er an einer exklusiven Versammlung teil und referiert über seine Erkenntnisse zur Seitenkrankheit. Da er verschweigen muss, dass er an einer heidnischen Akademie zu einem Medicus ausgebildet wurde, verstrickt er sich in Widersprüche zur Quelle seiner Kenntnisse. Die Zunft der Ärzte verspottet ihn und er muss erkennen, dass es ihnen weniger um die Heilung von Kranken als viel mehr um den Profit geht. Als Rob des Angriffs auf zwei Hafenarbeiter beschuldigt wird, sagt der Reisende, der in Rob den Juden Jesse ben Benjamin erkannt hat, gegen ihn aus. Nur durch einen glücklichen Zufall wird Rob nicht auf der Stelle verurteilt. Er flieht aus London und macht sich auf den Weg nach Schottland, in das Land seiner Frau. Hier heiratet er Mary noch einmal und gemeinsam ziehen sie ihre Kinder auf, von denen einer ein Schäfer und einer ein Mediziner werden sollen.

 

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