BUCH: DAS LIED DER KRÄHEN

Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Verlages.

 


Gut zu wissen:

Punkteverteilung:

 
  • Autor: Leigh Bardugo
  • Land: USA
  • Verlag: Knaur
  • Seiten: 592
  • Erzählform: Er-Form
  • ISBN: 978-3-426-65443-9
  • gelesen: 07.08.2018 – 10.09.2018
 
  • Einbandgestaltung: 5 von 5
  • Orthographie: 1,9 von 5
  • Ausdruck: 5 von 5
  • Unterhaltung: 3,6 von 5
  • Struktur: 4 von 5
  • Gesamtwertung: 3,9 von 5

Die amerikanische Originalausgabe erschien 2015 unter dem Titel „Six of Crows“ bei Henry Holt & Co.

Aus dem amerikanischen Englisch von Michelle Gyo.

Diese Rezension umfasst Band 1 – „Das Lied der Krähen“ und Band 2 – „Das Gold der Krähen“

Worum geht’s?


Diese beiden Bücher sind eine Art Spin-Off der drei „Grischa“-Bücher (die ich allerdings noch nicht gelesen habe). Es geht in den beiden Krähen-Büchern um eine fiktive Stadt, die sehr niederländisch klingt, und um eine Gruppe oder Bande Jugendlicher, die sich im Armenviertel einer fiktiven Stadt namens Ketterdam durchschlagen muss. Regierung und Religion sind ausschließlich auf den Handel ausgerichtet, deshalb sind Kaufleute auch die wohlhabendsten und mächtigsten Leute dort. Eine magische Komponente gibt es auch, denn es gibt Individuen mit speziellen Fähigkeiten. Das sind die Grischa. Sie werden jedoch wie Hexen und Hexer gejagt, weil viele Menschen Angst vor ihnen haben.

Ein paar skrupellose Kaufleute verstärken die Kräfte einiger Grischa mit einer neuen Droge, um deren Macht zu ihrem Vorteil zu nutzen. Aus diesen Grundzutaten entsteht eine spannende Geschichte um ungleiche Machtverhältnisse, Korruption, Rache, Liebe und Vertrauen.

Und wie war’s?


Ich fasse die Rezension für beide Bände zusammen, weil sie eine durchgängige Geschichte enthalten, die jeweils an verschiedenen Orten spielt. Im ersten Band sind die Mitglieder der Gang unterwegs, während sich die Handlung im zweiten Band ganz auf die Stadt konzentriert.

Mit dem Einstieg hatte ich so meine Schwierigkeiten. Erst nach mehr als der Hälfte des ersten Bandes hatte mich die Geschichte so weit, dass ich sie mochte. Das war für mich eine ungewöhnlich lange Einstiegsphase. Ich kann leider nicht genau festmachen, woran das lag. Wenn ich jetzt auf die beiden Bücher zurückblicke, erinnere ich mich an eine phantasievolle, dicht erzählte Geschichte mit sympatischen Figuren und spannenden Verwicklungen. Nach dem langen Einstieg hatte mich die Handlung auch gepackt und es hat mir viel Spaß gemacht, weiterzulesen. Das Setting ist wirklich schön. Sowohl die Stadt mit ihren sozialen Unterschieden als auch das Eistribunal, der Höllenschlund, die Börse, der Unterschlupf – all diese Orte entstanden beim Lesen um mich herum.

Die Wertung


Die Gestaltung beider Bücher ist sehr gelungen. Die Cover ziert jeweils eine Krähe. Der erste Band „Das Lied der Krähen“ ist schwarz-weiß gehalten mit kleinen roten Applikationen. Neben der Krähe gibt die Abbildung hohe Türme in Wolken oder Nebel wieder und ganz leicht schimmert der Vollmond im Hintergrund. Buchrücken und die Rückseite sind ebenfalls sorgfältig designt. Der Buchschnitt ist schwarz. Der zweite Band kommt farbenfroher daher. Der Krähenflügel vor einem orangefarbenen Hintergrund wird von der Silouette spitzer Türme und Zinnen der Stadt unterbrochen, was dem Flügel einen etwas zerfledderten Ausdruck verleiht. Der Buchschnitt ist orangefarben. Die Gesamtaufmachung der beiden Bände passt gut zueinander. 5 Punkte.

Der sprachliche Ausdruck ist einfach und ansprechend. Die Stimmung erhält verschiedene Färbungen, je nachdem, auf welcher Figur im Kapitel gerade der Fokus liegt. Erzählpassagen und wörtliche Rede habe ich als ausgewogen empfunden. 5 Punkte

Leider sind mir in den Büchern viel zu viele Schreibfehler aufgefallen. Allein 18 im zweiten Band, also im Schnitt mehr als drei pro einhundert Seiten. 1,9 Punkte

Die Unterhaltungswertung leidet leider unter dem schleppenden Einstieg. Der Rest war zu hundert Prozent fesselnd. 3,6 Punkte

Einen leichten Abzug muss ich noch der Struktur anlasten. Ich glaube, sie war Schuld daran, dass ich im ersten Band Schwierigkeiten hatte, der Handlung mit angemessenem Interesse zu folgen. Ich habe mich lange nicht zurechtgefunden, wusste weder, warum die Figuren zusammengehörten noch was sie im Eistribunal wollten. Das ist natürlich ganz und gar subjektiv, aber das ist ja jede Rezension. Wenn ich die Geschichte nochmals lese, was sehr wahrscheinlich ist, kann sich die Bewertung durchaus noch ändern. Aber zunächst: 4 Punkte

Fazit


Wenn das erste Buch auch nicht zu meinen Favoriten zählt, fand ich die Geschichte insgesamt sehr ansprechend und empfehlenswert. Beide Bücher werde ich definitiv nochmals lesen, um von Anfang an alles richtig mitzubekommen und zu verstehen.

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