BUCH: „WUNDER“

Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Verlages


Gut zu wissen:

Punkteverteilung:

 
  • Autor: Raquel J. Palacio
  • Land: USA
  • Sprache: Deutsch
  • Verlag: Hanser
  • Seiten: 384
  • Erzählform: Ich-Form
  • ISBN ebook: 978-3-446-24284-5
  • ISBN print: 978-3-446-24175-6
  • erschienen: 2013
  • gelesen: 2017
 
  • Einbandgestaltung: 4 von 5
  • Orthografie: 5 von 5
  • Ausdruck: 5 von 5
  • Unterhaltung: 5 von 5
  • Struktur: 5 von 5
  • Gesamtwertung: 5 von 5

Aus dem amerikanischen Englisch von André Mumot.

Die Originalausgabe erschien 2013 unter dem Titel Wonder bei Alfred A. Knopf, an imprint of Random House Children’s Books, a division of Random House, Inc. New York.

 

 

Worum geht’s?


August Pullman kam mit einem Gendefekt auf die Welt, der in seinem Gesicht ein furchterregendes Chaos angerichtet hat. Er hat sein ganzes bisheriges Leben lang Operationen über sich ergehen lassen müssen, und trotzdem wird er mit Beschimpfungen wie „Missgeburt“ oder „Freddy Krueger“ überzogen.

Nachdem er bislang von seiner Mum zuhause unterrichtet worden ist, soll August nun auf eine richtige Schule. Jeder – einschließlich August – kann sich vorstellen, dass das nicht lustig wird. Aber es scheint alles gar nicht so schlimm, August wird von einem Schüler-Trio empfangen, das sich um ihn kümmert und ihm alles zeigt. Aber natürlich bleibt das nicht so sorglos. August muss sich ziemlich durch die fünfte Klasse kämpfen. Dabei hat er nur einen einzigen Freund – aber ist der auch echt?

 

Und wie war’s?


Dieses Buch habe ich schon vor ein paar Tagen ausgelesen und es hat mich erst einmal einigermaßen sprachlos zurückgelassen. Aufmerksam auf „Wunder“ wurde ich durch David und sein YouTube-Vlog BookTown. David hat darin so von dem Buch geschwärmt, dass ich mal reingelesen hatte. Aber es gefiel mir nicht und ich dachte, ich sei vielleicht zu alt für dieses Jugendbuch. Nach nicht einmal zwanzig Seiten hatte ich die Leseprobe wieder gelöscht. Das ist schon einige Zeit her, und auch, wenn ich seitdem nicht jünger geworden bin, habe ich das Buch nun doch noch einmal begonnen. Die Hardcover-Ausgabe fiel mir bei jedem Besuch in unserem örtlichen Buchladen wieder ins Auge.

Und jetzt? Ist es überraschend mein Lesehighlight des Jahres!

Wie Ihr an der Wertung sehen könnt und wie ich später noch kurz erläutern werde, hat mich das Cover nicht ganz überzeugt und nicht die volle Punktzahl erhalten, aber das Buch verdient nicht weniger als die Höchstwertung. Es ist pickepacke voll, wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, es ist lustig, erschreckend und manchmal wunderbar emotional. Ich kann in einem Absatz herzhaft lachen und im nächsten bitterlich weinen. Die Geschichte hat so viele schöne, tief bewegende Momente, so viele Male habe ich Passagen markiert, die mir besonders gut gefallen haben, dass es sich anfühlt, als hätte ich einen kleinen Sturm in der Hand gehalten.

 

Die Wertung:


Ich wollte mehr als fünf Punkte vergeben, aber mehr habe ich ja nicht.

Bei der Gestaltung habe ich nicht einmal aus dem Vollen geschöpft, weil mir die Covergestaltung unter ästhetischen Gesichtspunkten nicht hundertprozentig gefällt. Das ist ein wenig paradox, wo ich es doch letztlich gekauft habe, weil mir das Cover aufgefallen ist.

Schreibfehler sind mir in diesem Buch keine aufgefallen, da haben Übersetzer und / oder Lektorat ganze Arbeit geleistet.

Der Ausdruck war tadellos. Die Sätze sind schön ausformuliert und präzise, der Wortschatz ist bildgewaltig. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive mehrerer beteiligter Personen. Wörtliche und indirekte Rede stehen – so habe ich es empfunden – in einem harmonischen Verhältnis, so dass ich mich als Leser immer sehr nah am Geschehen fühlte, gleichzeitig aber auch Hintergründe und Motive erleben durfte.

„Wunder“ ist ein sehr unterhaltsames Buch. Gestützt durch die Erzählform und begünstigt durch die vielen sorgfältig aufgebauten und effektiv entladenen Emotionen, ist dieses Buch zu lesen ein schönes Erlebnis.

Strukturell kann ich nicht klagen. Die Geschichte um August Pullman wird aus der Perspektive verschiedener Charaktere erzählt, auch wenn August selbst im Laufe des Buches den größten Erzählanteil hat. Die Berichte der Figuren überlappen sich an manchen Stellen und ergänzen an anderen. Dadurch verliert man nie den Bezug zur Hauptperson. Überhaupt dreht sich ja schließlich alles um den Jungen mit dem seltsamen Gesicht und darum, wie seine Umwelt ihn wahrnimmt. Auf dem Weg durch die Geschichte konfrontiert uns die Autorin zunächst mit Ablehnung und Angst und führt dann über Widerstand zu Toleranz, Akzeptanz und schließlich Bewunderung und Freundschaft. Durch diesen Prozess wird man als Leser nachvollziehbar hindurchgeleitet. 

Und obwohl ich das Gesicht des Buches nicht hübsch finde, gehört „Wunder“ zu den schönsten Büchern und zu den bewegendsten Geschichten, die ich jemals gelesen habe.

 

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