BUCH: TURTLES ALL THE WAY DOWN


Gut zu wissen:

Punkteverteilung:

 
  • Autor: John Green
  • Land: USA
  • Sprache: Amerikanisches Englisch
  • Verlag: Penguin Randomhouse UK
  • Seiten: 286
  • Erzählform: Ich-Form
  • ISBN: 978-0-241-33543-7
  • erschienen: 2017
  • gelesen: 29.10.2017 – 14.11.2017
 
  • Einbandgestaltung: 3 von 5
  • Ausdruck: 5 von 5
  • Unterhaltung: 3 von 5
  • Struktur: 5 von 5
  • Gesamtwertung: 3,8 von 5

Die deutschsprachige Ausgabe ist 2017 unter dem Titel „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ im Carl Hanser Verlag erschienen.

 

Worum geht’s?


Russell Pickett ist ein millionenschwerer Firmenboss, nach dem polizeilich gefahndet wird. Er ist auf der Flucht, weil gegen ihn wegen Korruption ermittelt wird.

Aza und ihre beste Freundin Daisy wollen das Rätsel um das Verschwinden von Russell Pickett lösen. Immerhin erwarten sie 100.000 Dollar Belohnung. Die Ermittlungen der beiden Mädchen führen sie auf das herrschaftliche Anwesen der Picketts, das jetzt nur noch von den beiden Söhnen Davis und Noah bewohnt wird und nicht weit von ihrem Zuhause entfernt ist.

Aza leidet unter einer Zwangserkrankung. Sie hat furchtbare Angst davor, sich mit einem Keim namens C. difficile (‚Clostridioides difficile‘) oder mit sonstwelchen Bakterien und Viren anzustecken. Sie ist quasi süchtig danach, sich die Hände zu desinfizieren. An ihrem Zeigefinger verursacht sie immer wieder eine Wunde, die sie dann mehrmals täglich mit einem Pflaster verbindet. Sie kämpft gegen ihre innere Stimme an, die ihr ständig einredet, sich an allem Möglichen infiziert zu haben. Sobald diese Gedanken aufkommen, hat sie Schwierigkeiten, ihnen zu entkommen.

Und wie war’s?


Hätte ich gewusst, dass das Buch noch während meiner Lektüre auf Deutsch herauskommt, hätte ich noch ein bisschen gewartet. Ich muss zugeben, dass ich ein paar Schwierigkeiten hatte, die Bedeutung mancher Worte und Sätze zu verstehen.
 
Und dennoch hat mir das Buch gut gefallen, die Geschichte habe ich insgesamt dann trotzdem verstanden.
 
Azas Krankheit habe ich gut begreifen können. Ich hatte nicht das Gefühl, hier wäre in der Darstellung übertrieben worden, ich dachte nie, dass es doch einfach sein müsste, sich über diese innere Stimme hinwegzusetzen. Die Ausweglosigkeit von Azas Situation war mir ganz klar.
 
Die Krankengeschichte ist der dicke rote Faden in diesem Buch. Einen weiteren roten Faden bildet das Verschwinden von Russell Pickett und die Suche nach ihm. An diesem Gerüst entlang entwickelt sich die Geschichte, die zu jedem Zeitpunkt nachvollziehbar ist, manchmal erschütternd, manchmal liebevoll, auch mal spannend und einfach schön.

 

Die Wertung:


Bei der Gestaltung habe ich zwei Punkte abgezogen. Mir hat das sehr schlichte Cover (der Schutzumschlag) nicht so gut gefallen, ich hätte es nicht spontan im Laden gekauft. Ich mag es außerdem nicht, wenn Werbung für ein anderes Buch – und sei es auch für ein Buch desselben Autoren – Bestandteil der Coverabbildung ist. Der eigentliche Buchdeckel gefällt mir besser. Er ist schwarz mit dem Abbild einer aufgeprägten Echse.

Am Ausdruck kann ich nicht herumkritteln. John Green ist ein hervorragender Schriftsteller, der sich auszudrücken weiß. Was er erzählt, dringt zum Leser durch.

Ich habe die Geschichte nicht als von Anfang bis Ende unterhaltend empfunden. Nicht, dass sie langweilig wäre, das nicht. Aber sie hat mich nicht durchgängig gefesselt, ich habe nicht auf irgendetwas hingefiebert. Ob sie Russell Pickett finden oder nicht, war mir relativ egal. Allenfalls das Schicksal der beiden Brüder hat mich daran interessiert. Dann natürlich die Entwicklung von Aza – gelingt es ihr, den fiesen Gedanken zu entkommen? Und was hat es mit der Echse auf sich, der Russell Pickett sein gesamtes Vermögen vermachen will?

Strukturell durfte ich mich als Leser an den beiden Leitlinien orientieren, die mit mal mehr und mal weniger wichtig erscheinenden Seitenarmen gespickt sind. Die Geschichte ist nachvollziehbar aufgebaut und ich bin trotz mancher sprachlicher Hürden nicht verloren gegangen.

Emotional kommt „Turtles All the Way Down“ bei Weitem nicht an das auf dem Cover beworbene Buch „The Fault in Our Stars“ heran. Tatsächlich gab es nur einen Moment nah am Ende des Buches, in dem sich ein Gefühl so stark entwickelte, dass es in meiner Brust förmlich explodierte.

„Turtles All the Way Down“ ist ein Buch mit viel Aufmerksamkeit von einem hervorragenden Autoren, der mich diesmal nicht vollständig erreicht hat.

 

Meine Markierungen:


True terror isn’t being scared; it’s not having a choice in the matter.

I was so good at being a kid, and so terrible at being of whatever I am now.

The whole problem with boys is that ninety-nine percent of them are, like, okay. If you could dress and hygiene them properly, and make them stand up straight and listen to you and not be dumbasses, they’d be totally acceptable. – Daisy Ramirez

Nothing says fuck you to your kids quite like leaving your fortune to a lizard.

 

 

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