BUCH: SEINE NARBEN

Abbildung mit freundlicher Genehmigung der Autorin


Gut zu wissen:

Punkteverteilung:

 
  • Autor: Regina Mars
  • Land: Deutschland
  • Sprache: Deutsch
  • Verlag: self publishing
  • Seiten: 240
  • Erzählform: Ich-Form
  • erschienen: 2016
  • ISBN: 9783741210396
  • gelesen: 2017
 
  • Einbandgestaltung: 5 von 5
  • Ausdruck: 5 von 5
  • Unterhaltung: 5 von 5
  • Struktur: 5 von 5
  • Gesamtwertung: 5 von 5

Worum geht’s?


Stan ist an einem teuren Internat und bekommt einen neuen Zimmergenossen. Matt ist ein mürrischer Zottelkopf, arm wie eine Kirchenmaus und will auch noch unbedingt Priester werden. Er darf die Internatsschule nur dank eines Stipendiums besuchen. Stan will seinen Unterschichten-Mitbewohner schnellstmöglich loswerden, damit sein bester Freund Gerrit einziehen kann. Zusammen haben sie für das Schuljahr große Pläne, die im wesentlichen aus Partys und Mädchen bestehen. Da können sie den Bibel-Freak wirklich nicht gebrauchen. Als Stan herausfindet, dass Matt schwul ist, hat er eine Idee, wie er ihn ganz sicher loswerden kann. Werden Schüler in kompromittierenden Situationen erwischt, fliegen sie von der Schule. Stan kennt jemanden, der alles dafür tun würde, aus dem Internat zu fliegen und gerne bereit ist, sich mit Matt einzulassen.


Und wie war’s?


Diese Geschichte habe ich schon einmal im vergangenen Jahr gelesen. Um etwas darüber schreiben zu können, habe ich das Buch jetzt erneut gelesen und bin wirklich froh darüber. „Seine Narben“ gehört für mich zu den besten Geschichten, die Regina Mars geschrieben hat. Und das, obwohl der Aufbau eigentlich typisch für sie ist: Wir haben den reichen Schnösel, der sich wie ein Arschloch aufführt, dessen schwerreichen Vater, dann den armen Schlucker, der sich durchboxen muss und eine Liebesgeschichte, wie man sie in dieser Konstellation nicht erwarten würde, wenn sie nicht von Regina Mars wäre.

Die Autorin verwöhnt unsere Lachmuskeln auch in „Seine Narben“ wieder mit skurrilen Namen, die allein schon Charakterbeschreibung genug wären. Neben Waldemar und Kevin-Dieter bleibt auch Konstantin „Stan“ Friedrich Wilhelm von der Waldeshöhe-Leberbach nicht verschont. Und Ciara-Sophie ist nur eines der Mädchen, die sich um den Titel zur „Miss Hochwohlgeboren Internatsschlampe“ bewerben würden. Die Geschichte hat insgesamt einige Lacher auf ihrer Seite.

Aber „Seine Narben“ ist nicht nur zum Lachen. Matts Hintergrundgeschichte ist so tragisch, dass sie nicht nur Stan die Tränen in die Augen treibt. Die Rettungsaktion auf dem Dach sorgt für Gänsehaut und auch mit Erotik wird hier nicht gegeizt. Sie wird mal spielerisch und mal romantisch eingesetzt, das Maß ist gut abgewogen.

Am Ende war ich traurig, die Figuren zurücklassen zu müssen. Die Geschichte hat Potenzial für eine Fortsetzung – Anknüpfungspunkte gibt es genug (Wie geht es mit Stefanie und den Zwillingen weiter? Wie ergeht es Matt und Stan im Internat? Kommt ihre Beziehung irgendwann raus? Wann wird sich Stans Vater wieder melden? Wird Gerrit mit seinem Hochmut auf die Nase fallen? Wird Leonora aus dem Schatten der anderen Mädchen heraustreten? Wird aus Hanna eine Turnierreiterin?).

„Seine Narben“ bekommt meine fast uneingeschränkte Leseempfehlung. Fast, weil die explizite Erotik nach meiner Ansicht für sehr junge Leser nicht geeignet ist – obwohl ich weiß, dass das Buch in einem Wettbewerb in der Kategorie schwules Kinder-/Jugendbuch gewonnen hat. Meiner elfjährigen Nichte würde ich das Buch aber wohl nicht zum Lesen geben. 🙂

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