BUCH: RUNNING WITH LIONS

 


Gut zu wissen:

Punkteverteilung:

 
  • Autor: Julian Winters
  • Land: USA
  • Verlag: Duet Books
  • Seiten: 266
  • Erzählform: Er-Form
  • ISBN: 978-1-945053-62-7 (Taschenbuch)
  • ISBN: 978-1-945053-63-4 (ebook)
  • gelesen: 29.07.2018 – 01.08.2018
 
  • Einbandgestaltung: 5 von 5
  • Ausdruck: 5 von 5
  • Unterhaltung: 5 von 5
  • Struktur: 5 von 5
  • Gesamtwertung: 5 von 5

 

Worum geht’s?


Mason ist cool, Willie ist schwul und Sebastian ist mit beiden befreundet. Die Highschool-Schüler sind auf dem Weg ins jährliche Fußball-Trainingslager. Sie wollen ihre Mannschaft, die Lions, gegen ihren Erzrivalen zum Sieg führen.

Das Besondere an den Lions ist Coach Patrick. Er legt großen Wert darauf, dass jeder in seinem Team wie ein Familienmitglied behandelt wird. Es soll keine Rolle spielen, welche Farbe die Haut hat oder in wen man verliebt ist – das hat mit Fußball nichts zu tun. Auf dem Platz muss das Team wie eine Familie funktionieren, jeder muss für jeden da sein. Die Gegner sind ja schließlich die anderen.

Das sagt sich so leicht, aber in einer Gruppe von Teenagern kommt es natürlich trotzdem zu Rangeleien und Revierverhalten. In dieser Geschichte liegt der Fokus besonders auf zweien von ihnen: Sebastian und Emir. Emir ist Pakistani und findet keinen richtigen Anschluss an den Rest der Gruppe. Und die Gruppe findet keinen Zugang zu Emir, der immer so aussieht, als würde er niemanden mögen. Was die anderen nicht wissen: Sebastian und Emir waren früher gute Freunde, bis Emirs Familie plötzlich weggezogen ist …

Und wie war’s?


Ich habe RUNNING WITH LIONS auf Englisch gelesen, weil es noch nicht ins Deutsche übersetzt ist. Und ich hatte ein paar Schwierigkeiten, weil ich unheimlich viele Wörter nicht kannte. Zu meinem Vorteil las ich das ebook, und mein e-Reader hat ein eingebautes Wörterbuch, das ich auch ziemlich häufig gebraucht habe.

Die Geschichte hat sich richtig gut angefühlt. Ich lese unheimlich gern Jugendbücher, weil ich darin wieder zu einem Teenager werden kann, der spannende Dinge erlebt. Man kann sich darin zum ersten Mal verlieben, man kann noch einmal erfahren, was der Unterschied zwischen richtig und falsch ist, man kann lernen, für andere einzustehen und Dinge werden wieder wichtig, die im echten Leben verloren gegangen sind. Die Probleme eines Teenagers aus einer sicheren zeitlichen Distanz zu betrachten erlaubt es einem außerdem, sie anzunehmen und gefahrlos auf sich wirken zu lassen. Wer kann das schon, wenn er wirklich Teenager ist?

Die Geschichte um Sebastian und Emir hat richtig viel Spaß gemacht. Aber auch die anderen Jungs waren in dieser Geschichte wichtig. Mason, der coole Frauenheld, hat ebenso einen Hintergrund wie Willie. Grace, die Tochter vom Coach, muss sich in der Jungengruppe durchsetzen. Und wenn man in der Gruppe derjenige ist, auf den es das einzige Mädchen abgesehen hat, dann ist das gleichzeitig supergenial und furchterregend.

Die Familienbande – oder vielmehr das Bro-Bonding – in dieser Fußballmannschaft sind sehr stark, auch wenn sie mehrmals auf die Probe gestellt werden. Als ich zu lesen begann, habe ich nicht aufgepasst, wer welche Hautfarbe hat (vielleicht wird es auch gar nicht erwähnt). Das Cover ist einem beim Lesen eines ebook ja auch nicht ständig vor Augen und ich habe es mir erst hinterher richtig angesehen. Und so kam es, dass ich wirklich keine Ahnung hatte, wer von den Jungs schwarz oder weiß war – und das war auch vollkommen egal. Nur von Emir wusste ich, dass er pakistanischer Herkunft ist und konnte mir deshalb sein Erscheinungsbild vorstellen. Was die sexuelle Orientierung anging, so ist sie eines der zentralen Themen in diesem Buch (es sind schließlich hormonstrotzende Teenager). Die einen wissen es schon ganz genau, die anderen sind noch am Entdecken.

Die Wertung


RUNNING WITH LIONS ist ein wunderbares Jugendbuch mit einer tollen Geschichte. Sie hat mich unterhalten und berührt, zum Lachen gebracht, gerührt und wütend gemacht. Hier war also wieder von allem etwas dabei. Meine leichten Sprachschwierigkeiten haben mich davon abgehalten, es in einem Zug durchzulesen, und so hatte ich immerhin gleich ein paar Tage etwas davon. Am Ende war ich so happy, wie man nach einen feelgood-Roman nur sein kann. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*