BUCH: MEIN FREUND PAX

 

Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Verlages. 


Gut zu wissen:

Punkteverteilung:

 
  • Autor: Sara Pennypacker
  • Land: USA
  • Verlag: Fischer Sauerländer
  • Seiten: 304
  • Erzählform: Ich-Form
  • ISBN: 978-3-7373-5230-7
  • gelesen: 09.07.2018 – 15.07.2018
 
  • Einbandgestaltung: 5 von 5
  • Orthographie: 5 von 5
  • Ausdruck: 5 von 5
  • Unterhaltung: 5 von 5
  • Struktur: 5 von 5
  • Gesamtwertung: 4,5 von 5

Titel der Originalausgabe: Pax
Erschienen bei Balzer + Bray(HarperCollins Publishers)
Aus dem Amerikanischen von Birgitt Kollmann

 

Worum geht’s?


Pax ist ein Fuchs. Er ist bei Peter und seinen Eltern aufgewachsen, seit er ein kleiner Welpe war. Doch als die Geschichte beginnt, setzen Peter und sein Vater Pax im Wald aus. Peter ist darüber sehr unglücklich, aber er muss sich den Anordnungen seines Vaters beugen. Pax versteht nicht, warum sein Junge ohne ihn davonfährt und er beschließt, auf ihn zu warten.

Es herrscht Krieg und Peters Vater ist Soldat. Er bringt den Jungen zu dessen Großvater, der weit entfernt lebt. Dort angekommen, wird Peter klar, dass er nicht hätte zulassen dürfen, dass sein Freund Pax im Wald ausgesetzt wird. Er beschießt, auszureißen und seinen Fuchs zu retten.

Der Junge ist noch nicht weit gekommen, als er sich einen Fuß bricht. Er schlüpft in einer Scheune unter, wo er von Vola gefunden wird, einer grob wirkenden Frau. Sie versorgt ihn und baut ihm zwei Krücken. Da Peter sich weigert, zu seinem Großvater zurückzukehren, ist er gezwungen, eine Weile bei Vola zu bleiben, bis er kräftig genug ist, sich trotz des verletzten Fußes auf seine Rettungsmission zu begeben. Vola hilft Peter dabei, stärker zu werden und bringt ihm allerhand wichtige Dinge bei.

Pax hat derweil Anschluss gefunden. Er lernt Bristle kennen, eine mürrisch-misstrauische Fähe und ihren kleinen Bruder Runt. Als Pax erfährt, dass die Straße, an der er auf die Rückkehr seines Jungen wartet, wegen des Krieges gesperrt wurde, macht er sich auf den Weg nach Hause…

Und wie war’s?


Bis zur vorletzten Seite dachte ich, ich hätte eines der besten Bücher in diesem Jahr gelesen. Und dann macht die letzte Seite doch irgendwie dieses Gefühl kaputt. Ich bin nicht gut im Lesen von Enden, und dieses hier hat mir nicht gefallen. Pax wartet wochenlang darauf, dass sein Mensch kommt, um ihn zu holen. Er schlägt sich irgendwie durch, muss lernen, in der Wildnis zurechtzukommen, lernt, sich und andere zu verteidigen und schließlich sogar, Beute zu jagen, um nicht zu verhungern. Peter nimmt gehörige Strapazen auf sich und wächst buchstäblich über sich hinaus, um seinen Fuchs zu finden. Und dann finden sich die beiden endlich, und Peter, der sieht, dass sein Freund andere Freunde gefunden hat, entlässt ihn in die Freiheit. Buch zuende.

Whaaat?! Es ist Krieg und die Gegend, in die Peter vordringen musste, um seinen Fuchs zurückzuholen, wurde bereits evakuiert! Einer von Pax‘ Freunden ist schwer verletzt und nur durch Peters Eingreifen konnten sich die drei Füchse vor zwei hungrigen Kojoten retten! Das ganze Gebiet ist bereits verstümmelt, das kann Peter sehen und Pax hat es sogar miterlebt! Und dann beschließt Peter – wenn auch schweren Herzens – dass Pax nicht mit ihm gehen muss?

Während des Lesens – besonders der zweiten Hälfte – habe ich viele Tränen vergossen. Die Geschichte ist sehr rührend und aufwühlend, immer schwankend zwischen Verzweiflung und Zuversicht, die mich auch schonmal vor Freude lachen ließ. Sara Pennypacker hat eine wunderschöne Geschichte geschrieben. Mit kindlichem Gemüt ruft sie Bilder hervor, die nie ein Kind sehen sollte, in einer Geschichte, die aber eigentlich jeder Mensch lesen müsste.

„Hier habe ich Frieden, weil ich genau da bin, wo ich sein soll, und weil ich genau das tue, was ich tun soll. Das ist Frieden.“ – Vola

 

Die Wertung


Mir sind auf den dreihundert Seiten keine Schreibfehler begegnet. Sara Pennypacker weiß sich auszudrücken. Da alles abwechselnd aus der Sicht des jungen Peter und des Fuchses Pax geschrieben ist, ist die Sprache sehr einfach. Dennoch webt sie Wortspielereien geschickt (und offensichtlich) in ihre Formulierungen und in die Namen der handelnden Personen. Tatsächlich hatte ich während der Lektüre das Gefühl, dass jeder Satz genau da sitzt, wo er sein muss. Dass nichts zufällig geschrieben wurde und alles sehr wichtig ist. So, wie Peter überzeugt ist, dass nichts auf der Welt für ihn wichtiger ist, als seinen zurückgelassenen Freund zu finden. Seine Geschichte hat mich sehr gut unterhalten, ihre Stationen und den Verlauf konnte ich gut nachvollziehen, sein Zögern und auch seinen Drang, weiterzugehen, habe ich am eigenen Leib gespürt. Die unterschiedlichen Stimmungen haben bei mir hervorragend funktioniert. Nur das Ende war nicht mein Ende.

Strukturell kann ich nicht meckern. Die Geschichte wird aus Peters und Pax‘ Sicht abwechselnd erzählt. So ist man immer nah bei den beiden Protagonisten, die doch so weit voneinander entfernt sind.

Was mache ich nun mit der Wertung, wenn mir das Buch bis zur vorletzten Seite bestens gefiel und nur das Ende der Geschichte nicht gerecht wird? Einen schwächelnden Mittelteil kann ich verkraften, wenn er von einem guten Anfang und einem guten Ende eingerahmt wird. Aber ein schwaches Ende bleibt haften. Und so ziehe ich dem Buch bei der Punktevergabe leider eine Kleinigkeit ab, um auszudrücken, dass ich eben am Ende überraschend und unwiederbringlich enttäuscht war.

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