BUCH: MAREK – EIN ZUHAUSE FINDEN

 

Gut zu wissen:

Meine Punkteverteilung:

  • Autor: Jana Walther (web)
  • Land: Deutschland
  • Verlag: self published
  • Seiten: 115
  • Erzählform: Er-Form
  • erschienen: 2018
  • ISBN: 9781984084675
  • gelesen: 16.02.2018 – 17.02.2018
  • Einbandgestaltung: 3 von 5
  • Ausdruck: 5 von 5
  • Unterhaltung: 5 von 5
  • Struktur: 5 von 5
  • Gesamturteil: 4,8 von 5

Auch lesenswert:
Benjamins Gärten
Phillips Bilder
Nur eine Frage der Liebe

Worum geht’s?

Marek liebt es, alte Häuser instandzusetzen und ihnen wieder Leben einzuhauchen, ihnen ihre Seele wiederzugeben. Bei einem seiner Aufträge engagiert der Besitzer des Hauses, an dem Marek gerade arbeitet, zusätzlich einen Innenarchitekten. Er heißt Tomek und eigentlich stört er Marek, der normalerweise ein Haus komplett allein bearbeitet.

Und wie war’s?

Wir kennen Marek bereits aus „Benjamins Gärten“, das ich 2012 las. Diese Geschichte bildet nun nach „Phillips Bilder“ und „Nur eine Frage der Liebe“ den vierten Band dieser Reihe. Es war schön, die Figur Marek wiederzutreffen. Jana Walther bleibt ihrem Stil in dieser Reihe treu. Sie hat ein besonderes Talent dafür, Landschaften so zu beschreiben, dass ich als Leser die Umgebung sehen, fühlen und riechen kann. In dieser Geschichte lernen wir die schönen Ecken Mallorcas kennen. (Bisher hatte ich Mallorca nur als eine Insel wahrgenommen, auf der sich deutsche Urlauber notorisch danebenbenehmen.) Architektur kommt natürlich nicht zu kurz, immerhin ist sie Mareks Beruf. Mit sanften Händen und geschultem Blick arbeiten er und Tomek an den Bauwerken, die ihnen anvertraut werden. Dabei sind die beiden Männer wunderbar unaufgeregt, sie gehen höflich und liebevoll miteinander um. Auch in dieser Geschichte habe ich mich schnell zuhause gefühlt und wäre am liebsten noch eine zeitlang geblieben.

Die Geschichte wirkt langsam, obwohl sich Marek und Tomek auf nur 115 Seiten kennenlernen, verlieben und am Ende ein Paar sind. Es ist der Autorin also gelungen, alles Wichtige in einer kurzen Geschichte unterzubringen und den Leser dabei überhaupt nicht zu hetzen. Langeweile kommt dabei trotzdem nicht auf.

Gegen Ende der Geschichte dachte ich, dass die Autorin einer Fortsetzung einige Türen geöffnet hat (das Loft in der Fabrik, die Doppelhochzeit). Aber im Nachwort schreibt sie (leider), dass sie sich mit Marek von dieser Reihe verabschiedet. Das ist grundsätzlich nachvollziehbar, fast alle Figuren, die wir unterwegs trafen, sind bestimmt bis an ihr Lebensende glücklich. Abschiede von liebgewonnenen Figuren fallen mir jedoch immer schwer und hier tun sich einfach Möglichkeiten auf, die es wert wären, fortgeführt zu werden.

Die Wertung

Auf der Coverabbildung hat die Autorin ein paar Bilder zusammengestellt, die die Vorstellungskraft des Lesers unterstützen. Schön, dass wir Marek und Tomek so sehen können, wie sie sich die meiste Zeit über fühlen. Für’s Regal fehlt mir eine Beschriftung des Buchrückens, auch wenn er aufgrund der Kürze der Geschichte recht schmal ist.

Wie schon erwähnt, ist beim Lesen keine Langeweile aufgekommen. Der Umfang sorgt dafür, dass man sich im Gefüge nicht verirrt, auch wenn die Autorin Rückbezüge zu vorherigen Bänden eingefügt hat, deren Lektüre ja schon ein paar Jahre zurückliegt. Die Geschichte ist sehr unterhaltsam und strukturell gut aufgebaut. Der Ausdruck gefällt mir nach wie vor. Jana Walther verwendet relativ wenig wörtliche Rede. Ihre Bücher bestechen vor allem durch die atmosphärische Beschreibung der Umgebung, des Lichtes, von Gesichtern, Gefühlen und Stimmungen.

Ich bin froh, dieses kleine Buch gelesen zu haben – und dass der rastlose Marek ein Zuhause finden konnte.

2 Antworten auf „BUCH: MAREK – EIN ZUHAUSE FINDEN“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*