BUCH: HARRY POTTER UND DAS VERWUNSCHENE KIND. TEIL 1 UND 2

(Special Rehearsal Edition Script)

Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Verlages

Gut zu wissen:

Meine Punkteverteilung:

  • Autor:
    J.K. Rowling
    John Tiffany
    Jack Thorne
  • Land: England
  • Verlag: Carlsen
  • Seiten: 336
  • Erzählform: Er-Form
  • erschienen: 2016
  • ISBN: 9783551559005
  • gelesen:
    01.10.2016 – 02.10.2016
    21.08.2017 – 23.08.2017
  • Gestaltung: 5 von 5
  • Orthographie: 5 von 5
  • Ausdruck: 5 von 5
  • Unterhaltung: 5 von 5
  • Struktur: 3 von 5
  • Gesamtwertung: 4,8 von 5

Aus dem Englischen von Klaus Fritz und Anja Hansen-Schmidt

Wer ist Harry Potter?

Harry Potter ist ein Zauberer. Kennengelernt haben wir den Waisenjungen schon vor vielen Jahren im Buch „Harry Potter und der Stein der Weisen“, als er noch eine kleine Kammer unter der Treppe seiner Tante und seines Onkels bewohnte. Mit elf Jahren wurde er in die Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei aufgenommen. Dort lernte er seine besten Freunde Ron Weasley und Hermine Granger kennen. Und seinen Widersacher, Draco Malfoy. In sieben Lehrjahren haben sie alles über Magie gelernt und mussten sich einer gewaltigen Bedrohung stellen, dem Schwarzmagier Voldemort, der versuchte, eine Alleinherrschaft aufzubauen und die Welt von allen Nichtmagiern zu säubern.

Worum geht’s in „Harry Potter und das verwunschene Kind“?

Diese Fortsetzung der ursprünglichen Reihe spielt 19 Jahre nach den zuvor beschriebenen Ereignissen. Harry Potter hat inzwischen selbst Kinder. Einer seiner Söhne, Albus Severus, tritt gerade sein erstes Schuljahr in Hogwarts an.  Er und Harry verstehen sich nicht besonders gut und Harry gefällt es nicht, dass sich Albus ausgerechnet mit dem jungen Scorpius Malfoy anfreundet.

Bei einer Hausdurchsuchung hat das Zaubereiministerium einen Zeitumkehrer gefunden. Alle Zeitumkehrer müssen aufgespürt und vernichtet werden – die Gefahr, dass Zeitlinien manipuliert werden, ist einfach zu groß. Aber das Ministerium ist unvorsichtig und bewahrt den gefundenen Gegenstand auf. Er wird gestohlen und benutzt und eine neue, furchterregende Realität entsteht.

Und wie war’s?

Ich fand’s großartig. Davon abgesehen, dass ich dieses Buch lesen MUSSTE, weil es eine Fortsetzung der von mir so geliebten Reihe ist, gefiel mir die Geschichte. Man muss dazu wissen, dass es sich bei diesem Buch um das Skript für ein Theaterstück handelt, es ist daher formal nicht mit den Romanen von damals zu vergleichen. Ich habe mich aber sehr schnell an diesen Stil gewöhnt. Die handelnden Personen wirken authentisch. Mit Bedauern muss der Leser feststellen, dass Harry Potter kein besonders toller Vater ist. Das ist grundsätzlich auch nicht erstaunlich, denn er hatte ja selbst keinen Vater, an dem er sich orientieren könnte. Dass er zu Albus nicht durchdringt und eigentlich immer die falschen Dinge zu ihm sagt, macht ihn sehr traurig. Auch Albus ist nicht gerade eine Frohnatur, sieht sich immer im Schatten des großen Harry Potter und hat dank seines zurückhaltenden Wesens keine Freunde. Dass er den aufgeweckten Scorpius kennenlernt, empfindet er als Glücksfall. Die Jungs sind so dicke miteinander, dass ich zeitweise das Gefühl hatte, sie wären ineinander verknallt.

Zur Wertung:

Die Gestaltung dieses Buches ist hervorragend gelungen. Die Coverabbildung des Schutzumschlages zeigt ein relevantes Motiv, die Farbgebung ist ansprechend und der Aufbau ausgewogen. Nehmen wir den Schutzumschlag ab, halten wir einen schwarzen Einband in Händen, der goldfarben bedruckt ist. Das Buch fühlt sich innen wie außen gut an.

Orthografisch habe ich keine nennenswerten Schwachstellen entdeckt, daher auch kein Punktabzug.

Der Ausdruck ist angenehm. Klaus Fritz war auch schon Übersetzer der ursprünglichen Harry-Potter-Bücher. Das Theater-Skript besteht überwiegend aus wörtlicher Rede, darin unterscheidet es sich maßgeblich von den Romanen. Es ist den Autoren und den Übersetzern aber gelungen, dass die Figuren in meinem Kopf eigene Stimmen erhielten und ich sie anhand ihres jeweiligen Ausdrucks unterscheiden konnte. Der vierzigjährige Harry hat einen anderen Ausdruck als der elfjährige Scorpius Malfoy oder die altehrwürdige Professorin McGonagall.

Der Unterhaltung als wichtigsten Bestandteil einer Geschichte habe ich die volle Punktzahl verliehen. Die Geschichte ist packend, die Welt, in der sie spielt, ist vielfältig und greifbar und die handelnden Personen sind sprechend und nahbar. Ich fühlte mich so gut unterhalten, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Einen Malus hat die Struktur erlitten. Das Theaterstück hat nach meiner Wahrnehmung einen gewissen künstlerischen Anspruch. Es gibt Einschübe, Träume, divergierende Zeitlinien. Mehrere Male musste ich zum vor-vorherigen Kapitel zurückkehren, um den Anschluss zu finden. Hier fehlte das erzählerische Element eines Romans, das den Leser an die Hand nimmt und dort abholt, wo es ihn zuvor abgestellt hatte. Im Theater geht die Handlung ohne Einführung weiter. Das ist so, gar keine Frage, aber das Buch hat mich deshalb ein paarmal zwischendrin abgehängt.

Obwohl ich der Struktur gleich zwei Punkte abgezogen habe, fügt das der Gesamtwertung keinen besonders großen Schaden zu. Das Buch kommt locker auf völlig verdiente 4,8 Punkte.

 

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