BUCH: EHEBRECHER


Gut zu wissen:

Punkteverteilung:

 
  • Autor: Regina Mars
  • Land: Deutschland
  • Sprache: Deutsch
  • Verlag: self publishing
  • Seiten: 312
  • Erzählform: Er-Form
  • ISBN: 9783741256196
  • erschienen: 2016
  • gelesen: 2018
 
  • Einbandgestaltung: 4 von 5
  • Ausdruck: 4 von 5
  • Unterhaltung: 4 von 5
  • Struktur: 5 von 5
  • Gesamtwertung: 4 von 5

 

Worum geht’s?

Selina hat was auf dem Kasten. Aber sie lebt in ärmlichen Verhältnissen mit ihrem Bruder Mervin und ihrer kranken Oma. Und sie hat einen Plan: Sie angelt sich den schwerreichen Volksmusikstar Bastian Schaller. Sie bringt ihn dazu, ihr einen Antrag zu machen. Mervin ist Krankenpfleger und ein ziemlicher Brecher. Die Leute fürchten sich vor ihm allein wegen seiner schieren Gestalt. Er glaubt noch an die echte Liebe und verabscheut den Plan seiner kleinen Schwester, nur des Geldes wegen zu heiraten. Um seine Schwester vor der Geld-Heirat zu bewahren, muss er sich mit Gabriel zusammentun, den Adoptiv-Bruder des Bräutigams in spe.

Und wie war’s?

„Ehebrecher“ war das einzige Buch von Regina Mars, das ich noch nicht gelesen hatte (von ihren beiden ersten Büchern „Leonie Biersack und das Herz aus Stein“ und „Hopfen und Herz“ abgesehen). Der Grund ist vermutlich recht oberflächlich: Ich fand die Coverboys nicht so hübsch, wie die anderen.

Aber dank Babypause der Autorin „muss“ ich erstmal lesen, was noch da ist. Das klingt, als hätte mir das Buch nicht gefallen, aber so ist das nicht. Auch in „Ehebrecher“ haben wir es wieder mit arm und reich zu tun. Mervin hat zudem eine Schwäche für klassische Bösewicht-Typen.  Gabriel passt exakt in Mervins Beuteschema. Weil die beiden recht furchtlos sind und auch das Teenager-Alter schon eine Weile zurückliegt, geht es bei ihnen recht schnell zur Sache. Der Sex-Anteil ist in diesem Buch relativ hoch, was mir nicht immer gefällt. Beim zweiten Lesedurchgang habe ich diese Szenen meist überblättert, damit die eigentliche Geschichte weitergeht. Die Figuren sind allerdings allesamt sehr gut gestaltet. Selbst die legendäre Karin, die schon im Prolog tragisch ums Leben kommt, ist eine sehr greifbare Person in diesem Buch. (Karin hat mich übrigens sehr an Marianne erinnert, die (ebenfalls tote) Lebefrau aus Regina Mars‘ Mini-Reihe „Diagnose: Depp„.)

Der Plot um die Verhinderung der Hochzeit ist sehr schön aufgebaut. Selina ist ganz klar eine Heiratsschwindlerin, aber letztlich wünscht sich das Mädchen einfach nur, sich selbst und ihre kleine Familie von der Armut zu befreien. Es ist amüsant zu lesen, wie sie all ihre Reize und ihren Grips einsetzt, um zu bekommen, was sie will, während gleichzeitig Mervin und Gabriel versuchen, ihre Pläne zu torpedieren. Das ergibt eine tolle Dynamik. Und nebenbei verlieben sich Mervin und Gabriel ineinander.

Auf Gabriel werden offenbar Mordanschläge verübt. Zuerst wirken sie wie zufällige Unfälle, aber als sie sich häufen, wird klar, dass jemand versucht, ihn aus dem Weg zu räumen. Das beste Motiv hat natürlich Selina, immerhin steht Bastians Bruder ihr gehörig im Weg. Leider wird gleich nach der Erkenntnis, dass Gabriel offenbar einen Todfeind hat, aufgeklärt, wer es ist. Das fand ich sehr schade, hier ist das Potenzial für gute Unterhaltung nicht ausgeschöpft worden.

Die Wertung:

Das Cover hat mich lange davon abgehalten, das Buch zu lesen. Dabei liebe ich die Zeichnungen von Regina Mars sehr. Die Jungs auf diesem Buchdeckel sprachen mich aber nicht so richtig an.

Der Unterhaltung habe ich einen Punkt abgezogen, woran maßgeblich die vorschnelle Auflösung des begonnenen Plots um die Anschläge auf Gabriels Leben Schuld ist. Einen kleinen Anteil an dem Abzug haben sicher auch die Sexszenen. Nicht falsch verstehen, der Erotikanteil in den Mars-Büchern ist Teil ihres Reizes. Für meinen persönlichen Geschmack muss mit explizitem Sex allerdings sparsam umgegangen werden, damit er nicht langweilt. Das liegt sicher auch daran, dass ich meistens beim Mittagessen lese, zum Beispiel in der Bäckerei. Da gelingt es mir (zum Glück) nicht, mich auf eine Sexszene so richtig einzulassen. Ich lege also mehr Wert auf erotisches Knistern und Verlieben und freue mich dann mehr über eine kraftvolle Entladung dieser Spannung am Ende.

In Summe komme ich auf gute 4 von 5 Punkten. Immer noch verdammt gut für das – in meinen Augen – schwächste Buch dieser Autorin.

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