BUCH: DIAGNOSE DEPP 1-4

Abbildung mit freundlicher Genehmigung der Autorin


Gut zu wissen:

Punkteverteilung:

 
  • Autor: Regina Mars
  • Land: Deutschland
  • Sprache: Deutsch
  • Verlag: self publishing
  • Seiten: 140
  • Erzählform: Ich-Form
  • erschienen: 2017
  • ISBN: 9783848221424
  • gelesen: 2017
 
  • Einbandgestaltung: 5 von 5
  • Ausdruck: 5 von 5
  • Unterhaltung: 5 von 5
  • Struktur: 5 von 5
  • Gesamtwertung: 4,9 von 5

Worum geht’s?


Im ersten Teil der Kurzgeschichten-Reihe „Diagnose: Depp“ lernt Partykanone Dario den muffeligen Krankenpfleger Vincent kennen. Entgegen aller Anzeichen landen die beiden am Ende tatsächlich im Bett.

Bernd kann nicht glauben, dass sein bester Freund ernsthaft mit „der Spaßbremse“ Vincent geht. Tatsächlich ist Vincent nicht unbedingt für seinen ausschweifenden Lebensstil bekannt – vom Buchclub mit Mutti einmal abgesehen.

Kein halbes Jahr nach Erscheinen der Auftaktgeschichte veröffentlicht Regina Mars einen ganzen Sammelband, bestehend aus allen vier Teilen. Band 2 knüpft nahtlos an den Vorgänger an und beginnt mit dem Morgen danach. Kein Zeitsprung also, in dem wir etwa das Beste verpasst hätten. Da es nun also gefunkt hat zwischen den Jungs, geht es im zweiten Teil weniger darum, dass Dario seinen Schwarm umgarnt, während dieser gleichzeitig versucht, seine Schutzmauern zu befestigen. Dario ist verliebt in seinen stillen Retter. Der wiederum hofft darauf, dass Dario mehr ist als ein One-Night-Stand, der am Morgen danach die Flucht ergreift. So richtig glücklich ist er deshalb nicht, als er am nächsten Tag allein aufwacht und Dario verschwunden ist. Im zweiten Teil treffen wir auf die überfürsorgliche Schwiegermutter in spe, die ihren Sprössling mit nicht ganz lauteren Mitteln vor seiner nächsten Beziehungskatastrophe bewahren will. Sie sät Zweifel, ob die Beziehung zwischen einem Lebemann und ihrem Sohn wirklich eine Zukunft hat und holt gleich einen ganzen Katalog an Gegenargumenten hervor. 

Im dritten Teil lässt sich Dario von Bernd überzeugen, doch endlich wieder feiern zu gehen! Unverhohlen bringt der seine Abneigung gegen Vincent zum Ausdruck. Aber Vincent begleitet Dario trotzdem auf die Glitzerbunnyparty und macht Bekanntschaft mit Darios One-Night-Stands. Und das sind eine Menge…

Aber auch das geht gut aus, denn es gibt noch einen vierten Teil. Hier überspringen wir tatsächlich ein bisschen Zeit, bis Dario der Meinung ist, lange genug gewartet zu haben, um Vincent einen Antrag zu machen. Minutiös erarbeitet er den Ablauf, stürzt sich in Unkosten und kann es kaum erwarten. An dem Abend, an dem er vor seinem Liebsten auf die Knie fallen will, darf nichts schiefgehen…

Und wie war’s?

„Ich ziehe ja vollwertige Romane den Kurzgeschichten vor“, schrieb ich in meiner Rezi zum ersten Teil. Wie geil also, dass Regina Mars die Geschichte um Dario und Vincent fortsetzt!

So, wie ich mich in den Anfang verliebt habe, so begeistert mich auch die Fortsetzung. Nur eines fehlt mir hier: Heinrich. Der Finanzbeamte im Ruhestand war ein wichtiger Randbestandteil der ersten Geschichte. Das ging auch nicht wirklich anders, immerhin teilte er sich das Krankenzimmer mit Dario. Der gute Heinrich wird in der Fortsetzung gar nicht mehr erwähnt. Ja, er ist nach Hawaii ausgewandert. Aber wer weiß, ob das mit den Jungs wirklich so geklappt hätte, wenn Heinrich nicht ein bisschen geholfen hätte?

An Heinrichs Stelle tritt hier dann aber Vincents Mutter. Die tut allerdings genau das Gegenteil von Heinrich und versucht, die frische Beziehung zu torpedieren. Damit sind wir personell auch wieder komplett, denn auch hier beschränkt sich die Autorin auf nur sehr wenige Figuren. Weil Dario nicht mehr im Krankenhaus ist, sind die Locations etwas vielfältiger, aber auch das bleibt in einem – für Kurzgeschichten üblichen – überschaubaren Rahmen.

Als wir Dario kennenlernen, liegt er mit Verbrennungen an den Genitalien im Krankenhaus, weil er sich auf einer Party eine funkensprühende Bengalfackel in den Schritt gehalten hat. Aber wie schon erwähnt, erkennt ihn sein eigener bester Freund später nicht mehr wieder. Der ehemalige Draufgänger verwandelt sich im Handumdrehen in ein Kuschelkätzchen. Das will Bernd so nicht stehen lassen und bemüht sich darum, aus Dario wieder ein Partyhäschen zu machen. Dieser Teil ist wichtig, denn auch als Leser fragt man sich bald, wie aus Dario so schnell ein Softie werden konnte. Selbst Vincent scheint überzeugt, dass sein Freund diese Rolle nicht lange durchhalten wird. Gut gelöst!

Der vierte und letzte Teil ist der lustigste. Darios akribische Antragsplanung, seine Beflissenheit, ja selbst, dass er ein Jahr gewartet hat, weil Bernd meinte, drei Wochen wären einfach zu früh, das ist so niedlich beschrieben. An dem speziellen Abend ist Dario so nervös, das hat sich direkt auf mich übertragen. Inzwischen kennt man Regina Mars ja ein bisschen und irgendeine Katastrophe hat sie sich sicher einfallen lassen. Im vierten Teil habe ich Bauchweh vor Lachen bekommen.

Und dann war’s plötzlich vorbei, noch während ich mir vor Lachen den Bauch hielt. Das Ende kam abrupt und fühlte sich wie eine kalte Dusche an. Hier fehlte für meinen Geschmack ein Abschlusskapitelchen, das dem Leser nach dem Showdown noch ein bisschen Zeit lässt, sich in dem Glück der beiden zu suhlen und aus der Geschichte zu verabschieden.

Ich bin froh, dass diese Geschichte fortgesetzt wurde und wir Dario und Vincent noch ein Stück begleiten durften. Ich finde, es hat sich gelohnt.


ÜBRIGENS: Es gibt tatsächlich einen Epilog, der es zwar nicht mehr ins Buch geschafft hat. Wer den Newsletter der Autorenseite abonniert hat, kam aber bereits in den Genuss und wer lieb bei Regina Mars nachfragt, darf sich bestimmt ebenfalls daran erfreuen.

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