BUCH: AUTOBOYOGRAPHY

 


Gut zu wissen:

Punkteverteilung:

 
  • Autor: Christina Lauren 
  • Land: USA
  • Verlag: Simon & Schuster
  • Seiten: 416
  • Erzählform: Er-Form
  • ISBN: 9781481481694
  •  (Taschenbuch)
  • ISBN: 9781481481700 (ebook)
  • gelesen: 02.10.2018 – 14.10.2018
 
  • Gestaltung: 3,5 von 5
  • Ausdruck: 4 von 5
  • Unterhaltung: 4,5 von 5
  • Struktur: 5 von 5
  • Gesamtwertung: 4,35 von 5

 

Worum geht’s?


Tanner wohnte mit seiner Familie bislang in Los Angeles. Der Achtzehnjährige ist bisexuell und hat daraus bisher auch kein Geheimnis gemacht. In LA stört sich niemand daran. Als seine Familie mit ihm nach Utah zieht, muss er seine Sexualität jedoch verstecken. In der Kleinstadt, in die sie ziehen, ist die Glaubensgemeinschaft der Mormonen überrepräsentiert, was bedeutet, dass so gut wie jeder Mormone ist. Tanner lernt den gutaussehenden Sebastian kennen und es scheint auf den ersten Blick zwischen den beiden zu funken. Blöd nur, dass Sebastian der Sohn des örtlichen Bischofs ist …

Und wie war’s?


Wie so oft wusste ich vorher nicht, worum es in dem Buch geht. Ich hatte also von dem Mormonenbezug keine Ahnung. Vielleicht hätte ich es dann nicht gelesen, denn schwule Liebesgeschichten mit religiösem Hintergrund gehen meistens nicht gut aus.

»You’ve  always led with your heart first und your head second.«
– Tanners Mom

So aber habe ich mich ganz auf die Geschichte eingelassen und bin froh drüber. Wie man bei dem Thema leider erwarten darf, besteht ein nicht unerheblicher Konflikt zwischen sexuell Andersfühlenden und der Glaubensgemeinschaft der Mormonen. Um diesen Konflikt geht es hier. Die Autorin* schreibt eine Liebesgeschichte zwischen zwei Jungs, deren „übliche“ Probleme durch die doktrinlastige Religion noch verstärkt werden. Eigentlich fühlt sich alles ganz wundervoll an, sie lernen sich kennen, sie fühlen sich zueinander hingezogen und verlieben sich schließlich. Aber im Hintergrund ist immer die Gefahr, dass Sebastian ab einem bestimmten Punkt nicht weitergehen kann. Tanner ist sich dessen sehr bewusst, genau wie der Leser, aber er weiß genauso wie wir, dass er seine Gefühle nicht einfach abschalten kann. Und es fühlt sich einfach ungerecht an, denn wir wissen natürlich, dass die Jungs nicht ohne Katastrophen und Kämpfe davonkommen werden – wenn überhaupt. Sebastian erkennt, dass es ihm noch nie zuvor so gut ging wie mit Tanner. Es fühlt sich für ihn einfach überhaupt nicht falsch an. Und Tanner hofft und bangt und weiß, dass der Tag näherkommt, an dem ihm selbst nicht mehr reicht, sich gegenseitig verstohlene Blicke zuzuwerfen oder beim Wandern heimlich Händchen zu halten. Dieses ständige Schwanken zwischen wunderschöner Verliebtheit und fühlbarer Bedrohung war der Antrieb, dieses Buch weiterzulesen.

Beim Lesen habe ich die eine oder andere Träne vergossen – so bin ich – aber ich konnte auch lachen über die tolle Chemie zwischen den beiden Protagonisten oder mich richtig ärgern über die völlig unnötigen Steine, die ihnen in den Weg gelegt werden.

»I’ve never seen you this intense about someone before, and in the excitement of all the firsts, sometimes it’s hard to think about what comes after. It’s my job to look out for you.«
–  Tanners Mom

Gelesen habe ich die englische Ausgabe, weil sie nach meiner Kenntnis bislang nicht ins Deutsche übersetzt ist. Und – ich weiß nicht, woran das momentan liegt – ich hatte Sprachschwierigkeiten. Und so habe ich mir zum Taschenbuch auch noch das eBook gekauft, um das elektronische Wörterbuch meines Readers nutzen zu können.

Nach diesem anfänglich holprigen Start lief das Ganze dann aber sehr flüssig und ich bin tiefer und tiefer in die Geschichte eingetaucht. 

* Eigentlich handelt es sich bei „Christian Lauren“ um zwei Autorinnen, nämlich Christina und Lauren.

Die Wertung?


Die Coverabbildung gefiel mir im Vorfeld nicht so gut, muss ich gestehen. Aber nach dem Lesen erkenne ich ein paar Dinge aus der Geschichte darin wieder, wie zum Beispiel den Sternenhimmel, das Buch, das wie ein Berg aufgestellt ist, auf dessen Gipfel die beiden Jungs Händchen halten, und im Hintergrund sicherlich der kleine Ort, an den es Tanner und seine Familie verschlagen hat. Nicht schlecht, aber für meinen Geschmack jetzt auch nicht überragend. Nicht so gut gefällt mir der Titel. Er klingt für mich ziemlich billig, was insbesondere dann zu Tage trat, wenn ich anderen davon erzählte, was ich gerade las.  3,5 Punkte

Orthographisch halte ich mich für fremdsprachlich zu wenig versiert, um mir ein Urteil zu erlauben.

Den Ausdruck habe ich als gut lesbar und ansonsten unauffällig empfunden. Die wörtliche Rede hatte einen guten Anteil an dem Buch. An ihm konnte man die Figuren auch gut auseinanderhalten. Tanners  Kraftausdrücke lassen den fromm erzogenen Sebastian durchaus mal erröten. Die Sätze sind insgesamt nicht zu verschachtelt, sie sind durchgehend, leider häufig umgangssprachlich (was zu meinem Sprachproblem beigetragen hat). 4 Punkte

»She points to her own face. “If I look anything other than fine with this, please understand I’m only upset that you didn’t tell me sooner.«
– Autumn

Strukturell war die Geschichte gut nachvollziehbar. Der Zeitraum, in dem sie spielt, ist die meiste Zeit über recht begrenzt auf ein Semester. Erst später verstreichen größere Zeitabschnitte, nach denen wir wieder etwas aus dem Leben der beiden Jungs erfahren. Das hat für mich durchaus gepasst, weil beiden die Zeit ohne einander doch ziemlich inhaltsleer und vergeudet vorkam. Ein Strukturplus habe ich mir notiert, als Sebastian später durch Tanners Buch blättert und dem Leser ein paar der durchlebten Stationen noch einmal vor Augen führt. 5 Punkte

AUTOBOYOGRAPHY habe ich als überwiegend unterhaltsam empfunden. Zwischenzeitlich bin ich sogar ein wenig auf die Bremse getreten, um die eigentlich schöne Geschichte nicht so schnell vorbeiziehen zu lassen. Erst nach dem Semester, als Tanner und Sebastian getrennte Wege gehen mussten, bin auch ich etwas vom Weg abgekommen und das Buch hat mich ein bisschen verloren. 4,5 Punkte

»He can open it anywhere—page twenty, page eighty—because on every page he’ll find a love story that shines a light into the dark, dusty corners of his self-loathing, that remind him something did happen, that it was real. And it was right.«
– Sebastian

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