BUCH: AM ENDE STERBEN WIR SOWIESO

 


Gut zu wissen:

Punkteverteilung:

 
  • Autor: Adam Silvera
  • Land: USA
  • Verlag: Arctis
  • Seiten: 336
  • Erzählform: Ich-Form
  • ISBN: 9783038800194 (gebunden)
  • ISBN: 9783038801191 (ebook)
  • gelesen: 02.10.2018
 
  • Einbandgestaltung: 5 von 5
  • Ausdruck: 5 von 5
  • Unterhaltung: 5 von 5
  • Struktur: 5 von 5
  • Gesamtwertung: 5 von 5

Die Originalausgabe erschien 2017 unter dem Titel „They both die at the end“ bei HarperCollins Children’s Books, New York.

Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch: Katharina Diestelmeier

Worum geht’s?


LEBE JEDEN TAG SO, ALS WÄRE ES DEIN LETZTER

Mateo erhält seinen Anruf. Der Todesbote ist eine staatliche Agentur, die alle Todgeweihten telefonisch darüber informiert, dass sie heute sterben werden. Woher der Todesbote das weiß, ist nicht bekannt. Warum er das macht, liegt aber auf der Hand: Er möchte Todgeweihten die Möglichkeit geben, ihre Angelegenheiten zu regeln, sich von ihren Liebsten zu verabschieden und darüber hinaus ihren letzten Tag dafür zu nutzen, noch einmal richtig zu leben. Entkommen ist noch niemand und leider erfährt man auch nicht, wann genau und unter welchen Umständen man dahinscheidet, nur, dass es innerhalb von 24 Stunden passieren wird.

Mateo ist erst 18 Jahre alt und kerngesund, geht nie ein Risiko ein und fragt sich jetzt, ob er seinen letzten Tag nicht lieber in seinem Zimmer verbringen sollte, anstatt draußen dem Tod geradezu in die Arme zu laufen.

Auch Rufus wird heute sterben. Der Siebzehnjährige hat vor Kurzem seine Familie verloren und lebt seither in einer Art Pflegefamilie. Er hat sich mit zwei anderen Jungs zu einer kleinen Gang zusammengetan. Sie nennen sich die „Plutos“, wie der Außenseiterplanet in unserem Sonnensystem.

Mateo und Rufus lernen sich an ihrem Abschiedstag über die „Letzte Freunde“-App kennen. Es gelingt Rufus, seinen letzten Freund zum Verlassen seiner Wohnung zu bewegen und die eigentliche Geschichte beginnt. Wie verbringt man einen Tag, wenn man weiß, dass es der letzte ist?

Und wie war’s?


Meine Güte, ich bekomme schon einen Kloß im Hals, wenn ich nur diese Rezi schreibe! Ab hier besteht übrigens ständige Spoilergefahr, wer dieses Buch also noch lesen möchte, sollte diesen Beitrag lieber hinterher zuendelesen.

Das Buch spielt in einer fiktiven Gegenwart (oder Vergangenheit, genauer am 5. September 2017). Was wir hier lesen ist die Geschichte von zwei total unterschiedlichen Menschen, die sich entschließen, ihren letzten Tag zusammen zu verbringen. Und bis auf die Tatsache, dass sie ständig das Schlimmste befürchten müssen, ist das ein richtig toller Tag. Sie unternehmen Dinge, die sie sonst eher aufschieben würden, sie sagen Sachen, die sie sonst lieber erstmal für sich behalten hätten. Dadurch lernen sie sich viel schneller kennen, als sie es unter normalen Umständen getan hätten und werden richtig gute Freunde. Am Ende sogar mehr als das. Und das ist es auch, was den Leser an diesem Buch so mitnimmt. Diese beiden Jungs verdienen so viel mehr Zeit miteinander als nur ein paar Stunden. Und natürlich schwingt auch beim Leser immer die Angst mit, dass einer oder beide jeden Moment sterben könnten. Und so bewahren sie sich gegenseitig davor, in einen Aufzug zu steigen oder unachtsam über die Straße zu gehen. Sie helfen einander, sich zu verabschieden und nichts zu bereuen, sie überleben brenzlige Situationen – doch am Ende sterben alle beide, so, wie es der Todesbote vorausgesagt und so, wie es der Autor auf den Buchdeckel geschrieben hat.

Dieses Buch hat mich extrem berührt. Die Geschichte spielt innerhalb eines Tages, und einen Tag habe ich gebraucht, um sie zu lesen. Und ich kann sie gut ein weiteres Mal lesen, einfach, um die Stimmung einzusaugen, die einem so sehr zu Herzen geht, trotz des bitteren Endes.

Die Wertung?


Die Aufmachung des Buches gefällt mir gut, das Cover in Blau- und Weißtönen finde ich schön. Die Zeichnung zeigt Mateo und Rufus, die in der Nacht über eine Brücke gehen und der Mond ihren Schatten in die Gestalt des Sensenmannes verwandelt. Im Hintergrund ragt die Skyline ihrer Stadt auf und Wolken verleihen dem Nachthimmel das Antlitz eines glotzenden Schädels. 5 Punkte.

Schreibfehler sind mir auf den 336 Seiten keine aufgefallen, die Wertung bleibt also bei vollen 5 Punkten.

Auch strukturell kann das Buch punkten. Die Kapitel haben für mich eine perfekte Leselänge, genau so, dass ich zu Atem komme, wenn ich es brauche. Jedes Kapitel ist aus der Sicht einer Person erzählt, die meisten natürlich von Mateo oder Rufus, aber auch Todesboten, Angehörige und zufällig in den Abschiedstag der Jungs involvierte Personen kommen zu Wort. Schon beim Lesen fiel mir auf, dass Adam Silvera die Kapitel sehr sorgfältig und bewusst angeordnet hat.

Ein besonderes Goodie sind die Instagram-Accounts von Figuren aus dem Buch, die – vermutlich – der Autor angelegt hat. Rufus dokumentiert in seinem Account den gemeinsamen letzten Tag mit Mateo. Da kann man als Leser die wichtigsten Stationen an jeweils einem Bild, dessen Zeuge wir werden, nochmal nacherleben. 5 Punkte.

Der Ausdruck ist angenehm unauffällig. Mateo und Rufus sind 18 bzw. 17 Jahre alt, der Autor selbst ist auch noch relativ jung, und wir finden hier keinen Ausdruck, der literarisch poliert ist. So, wie er ist, passt er sehr gut. 5 Punkte.

Die Geschichte hat mich selbst nach dem Lesen nicht losgelassen und noch lange nachgewirkt. Das Buch habe ich verschlungen und trotzdem versucht, jede Seite auszukosten. Ich konnte die Figuren nicht loslassen, obwohl sie natürlich nicht sterben konnten, solange ich nicht weitergelesen habe.

Weil Mateo und Rufus nunmal an ihrem letzten Tag so richtig leben wollen, wird es nicht langweilig. Das heißt nicht, dass da ständig Action ist, aber sie verkriechen sich eben auch nicht den ganzen Tag im Zimmer, um auf das Ende zu warten. An Unterhaltungswert mangelt es diesem Buch wirklich nicht. 5 Punkte.

Besonders gut in Mathe muss man jetzt nicht sein, um auf die Gesamtwertung zu kommen. Und diesem Buch hätte ich gern 6 Punkte gegeben. Es ist definitiv ein Allzeit-Highlight. Gelesen habe ich zunächst das E-Book, aber inzwischen ist auch die gebundene Ausgabe auf dem Weg zu mir und in mein Bücherregal.

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